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Ende gut, alles gut?

von Jassy-22
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
19.06.2019
26.07.2021
19
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26.11.2020 2.023
 
Bei diesen Worten begann Chiakis Herz zu rasen. Er wusste nicht was ihn erwarten würde. Was würde Maron ihm wohl sagen? War es ein gutes Zeichen, dass sie sich bereits entschieden hatte? Sie hatten sich doch eigentlich für morgen verabredet. Wollte sie das Gespräch vielleicht einfach hinter sich bringen?
Leicht und unbemerkt von Maron schüttelte Chiaki den Kopf, um seine wirren Gedanken zu vertreiben.
Er trat noch einen Schritt zurück und öffnete die Tür.
„Willst du nicht reinkommen und dich setzen?“
Maron, die ihren Blick immer noch auf den Boden gerichtet hatte, bemerkte nicht, wie Chiaki sich suchend in der Wohnung nach Access umsah.
Er hatte sich dazu entschlossen Maron nichts von den neuen Dämonen zu sagen. Sie war nicht dumm. Früher oder später würde sie es sowieso herausfinden, sei es durch Miyako, da ihr Vater wieder Sindbad jagen würde oder durch die Nachrichten, die von einer Rückkehr des Diebes berichten würden.
Aber jetzt, in diesem Moment, gab es für ihn etwas Wichtigeres, als diese Dämonen zu jagen. Denn Chiaki war schließlich auch nur ein Mensch, dem sein eigenes Glück ebenso am Herz lag, wie die Welt zu retten. Aber manchmal musste man einfach Prioritäten setzten.
Er wollte wissen wie sich Maron entschieden hatte. Er wollte die Worte aus ihrem Mund hören. Seit es bei den Beiden kriselte, hatte er keine ruhige Minute mehr gefunden.
Die Tatsache, dass Yamato immer noch sein Unwesen trieb, bereitete Chiaki zusätzlich Kopfzerbrechen.
Da er nun auch noch verletzt war, fühlte er sich machtlos. Er fühlte sich nicht dazu in der Lage Maron angemessen zu beschützen.
Da er so mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt war, bemerkte Chiaki gar nicht, dass Maron immer noch wie angewurzelt vor seiner Türe stand.
„Maron? Willst du reinkommen?“
Offenbar selbst ganz in Gendanken über das anstehende Gespräch versunken, bemerkte Maron erst jetzt, dass Chiaki mit ihr gesprochen hatte.
Maron zuckte leicht zusammen und richtete ihren Blick auf Chiaki.
Auf seinen Lippen lag ein sanftes Lächeln. Bei dem Anblick begann Marons Herz noch schneller zu schlagen. Es schlug ihr bereits bis zum Hals als sie Chiaki offenbart hatte, dass sie bezüglich Ihrer Zukunft eine Entscheidung getroffen hatte. Aber nun drohte ihr Herz förmlich zu zerspringen.
Sie schluckte schwer und nickte anschließend. Vorsichtig schob sie sich an Chiaki vorbei in den Gang seiner Wohnung.
„Lass uns doch im Wohnzimmer Platz nehmen.“, hörte sie ihn hinter ihr sagen.
Wie so oft war sie nur zu einem kurzen Nicken fähig.
Chiaki ging voraus und Maron folgte ihm dicht.
Mit einer ausfallenden Handbewegung deutete Chiaki Maron an sich auf das Sofa zu setzten, während er selbst in einem Sessel gegenüber von Maron Platz nahm.
Bereits seit dem Betreten der Wohnung knetete Maron ununterbrochen ihre Hände.
Sie versuchte sich selbst etwas zu beruhigen, was ihr aber jedoch nur mäßig gelang.
Auch Chiaki war ein reines Nervenbündel. Aufgrund seiner Verletzung war es ihm verwehrt wie Maron dauerhaft seine Hände zu kneten, daher wippte er ständig mit seinem Fuß auf und ab.
Einen Moment lang blickten sich beide schweigend an.
Doch Chiaki konnte diese Stille und diese Unwissenheit nicht mehr aushalten und ergriff daher das Wort.
„Du wolltest mir etwas sagen?“
Er versuchte so ruhig wie möglich zu klingen, was angesichts seiner Nervosität eine Meisterleistung darstellte.
Er kämpfte gegen seinen Drang an zu Maron auf das Sofa zu gehen, sie in den Arm zu nehmen und ausgiebig zu küssen.
Er vermisste ihren Geruch und ihre weichen Lippen. Er vermisste ihre weichen Hände auf seinem Oberkörper. Er vermisste ihr aufrichtiges Lachen, das einen ganzen Tag erhellen konnte. Er vermisste einfach seine Maron.
Ein Leben ohne sie machte für ihn keinen Sinn mehr.
Nun war es Maron, die sich nun endlich zusammennehmen musste, um Chiaki, das zu sagen, was sie sich überlegt hatte.
Liebevoll blickte sie ihn an.
Umso länger und intensiver sie ihn ansah, umso deutlicher wurde ihr bewusst, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte.
„Ja. Ich habe meine Entscheidung hinsichtlich unserer Zukunft gefällt.“
Chiaki bemerkte, dass Maron aufgehört hatte, ihre Hände zu kneten. Sie schien nun ganz ruhig und gefasst.
Das machte Chiaki jedoch nur noch nervöser. Er hatte keine Ahnung, wie sich Maron entschieden hatte. Er konnte anhand ihres Verhaltens auch keine Schlüsse auf das Ergebnis ziehen. Er war sich nur über eines sicher: Er wollte Maron unter keinen Umständen verlieren.
Chiaki schluckte schwer, bevor er weitersprach.
„Na dann, leg mal los.“
Obwohl Chiaki versuchte selbstsicher zu klingen, hatte er in seinem Leben wohl noch nie so große Angst verspürt wie jetzt gerade.
Anspannung lag in der Luft.
Obwohl Maron sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt war, war ihr nicht entgingen, dass Chiaki sich anders verhielt als sonst. Er war nervös, das merkte sie.
Aber er hatte doch keinen Grund dazu. Sie hatte schließlich gute Nachrichten.
Innerlich musste sie ein bisschen über sich selbst lachen. Woher sollte er schon wissen, was sie sich in ihrem hübschen Kopf überlegt hatte.
So wie sie die letzten Tage zu ihm war, war es alles andere als naheliegend, dass eine Versöhnung im Raum stehen könnte.
Maron nickte.
„Es war nicht einfach für mich eine Entscheidung zu fällen. Wenn ich ehrlich bin, es gab viele negative, aber auch positive Gesichtspunkte, die Beziehung zwischen uns weiter zu führen.“
Maron atmete langsam aus.
Auch ihr Herz raste. Sie war dabei sich Chiaki vollkommen hinzugeben. Ein allerletztes Mal. Nochmal ein falsches Spiel oder eine Lüge und es war vorbei.
Ihr was durchaus bewusst, dass sie sich mit dieser Vorgehensweise durchaus verletzbar machte.
Doch das war es, was sie wollte. Sie wollte eine Zukunft mit Chiaki. Immerhin teilten sie schon eine Vergangenheit.
„Und deshalb Chiaki…“
Maron machte eine Pause, um tief Luft zu holen.
Chiakis Blick lag während Maron gesprochen hatte stets auf ihr. Er hatte sich sehr gut selbst unter Kontrolle gehalten. Doch sollte Maron nicht sofort weitersprechen, so würde er wohl buchstäblich explodieren.
„…habe ich mich für uns entschieden.“
Chiaki, der bereits mit dem schlimmsten gerechnet hatte, traute seinen Ohren kaum.
„Maron, du…“
Ein breites Lächeln erhellte nun Marons Gesicht.
Sie nickte eifrig.
„Ja, Chiaki. Ich gebe dir, uns, noch eine Chance.“
Nun erhellte sich auch Chiakis Miene und seine Lippen formten ein strahlendes Lächeln.
„Maron, ich kann das noch gar nicht glauben.“
Chiaki erhob sich von seinem Sessel und ging auf das Sofa zu, auf dem Maron saß.
Kurz bevor er sich setzten wollte, ergriff Maron nochmal das Wort.
„Warte, eines musst du mir noch versprechen.“
Marons Miene wurde wieder ernster. Auch Chiaki legte nachdenklich seine Stirn in Falten. Ihn beschlich ein ungutes Gefühl.
„Was denn, Maron?“
„Du musst ehrlich zu mir sein, immer. Egal, um was es geht. Wenn du mich einmal anlügst, dann bin ich weg, Chiaki. Und dann komme ich nie wieder zu dir zurück.“
Marons große braune Augen suchten Chiakis Blick. So verlieh sie ihren Worten Nachdruck.
Sie liebte Chiaki, daran bestand kein Zweifel. Aber sie wollte nicht noch mehr verletzt werden. Sie musste sich selbst eingestehen, dass sie die Wahrheit verdient hatte. Sie konnte in keiner Beziehung glücklich werden, in der Vertrauen, Wahrheit und Loyalität nicht die wichtigsten Dinge waren.
Chiaki stockte der Atem. Keine Lügen. Na klar. Es war kein herausforderndes Versprechen, das Maron ihm abverlangen wollte. Keine Frau wollte von ihrem Freund belogen und betrogen werden. Doch es brachte Chiaki in eine durchaus verzwickte Situation.
Er liebte Maron, so sehr. Er konnte sich ein Leben, ein glückliches Leben ohne sie nicht vorstellen.
Aber er musste Maron auch beschützen. Er konnte nicht zu lassen, dass sie wieder als Jeanne auf Jagd ging. Was würde sein, wenn sie sich dann verlieren sollte. Was würde aus diesem strahlenden, hübschen Mädchen werden, wenn sie bereit sein müsste zu töten?
In Bruchteilen einer Sekunde musste Chiaki eine Entscheidung treffen. Was war ihm wichtiger. Maron glücklich und unbeschwert zu sehen. Oder selbst ein glückliches Leben mit Maron an seiner Seite zu führen.
Doch dank Maron, die ihn seit dem ersten Treffen beeinflusst hatte, war die Entscheidung schnell gefallen.
Chiaki seufzte und trat einen Schritt zurück.
Für das was nun kommen würde, musste er räumliche Distanz zwischen ihm und Maron herrschen.
Ansonsten würde er sich nicht beherrschen können.
„Das kann ich nicht, Maron. Tut mir leid.“
Chiaki versuchte seinen Blick so eisern wie nur irgendwie möglich wirken zu lassen.
In Marons Augen sah er bereits Tränen aufblitzen. Er hatte sie gerade verletzt. Schon wieder.
Es brach ihm das Herz sie so zu sehen. Aber er musste einmal das Richtige tun. Für Maron.
„Chi…Chiaki…“
„Es tut mir leid, aber du kennst mich. Ich kann dir nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Und wenn du das so nicht akzeptieren kannst, dann wäre es besser, wenn du gehst.“
Chiaki drehte sich um. Augenscheinlich um Maron zu zeigen, sie wäre nun unerwünscht. In Wirklichkeit aber wandte er ihr den Rücken zu, um seine Tränen zu verbergen und ihr Leid nicht mitansehen zu müssen.
Maron konnte nicht glauben, was gerade geschehen war.
War sie zu anspruchsvoll gewesen. Hatte es ihr denn nicht gereicht, dass Chiaki wieder und wieder sein Leben für sie aufs Spiel gesetzt hatte. Konnte sie es denn nicht gut sein lassen. Vielleicht war sie diesmal einen Schritt zu weit gegangen.
Vielleicht lag es nicht an ihr über die Zukunft zu entscheiden. Vielleicht sollte sie auch Chiaki eine Entscheidung dahingehend treffen lassen.
Dicke Tränen kullerten ihr unaufhörlich die Wangen hinab.
Mit ihrem Ärmel wischte sie die Tränen weg und verteilte die Spuren in ihrem Gesicht.
Sie stand langsam auf und trat hinter Chiaki.
Dieser hörte was vor sich ging, vermied es aber immer noch tunlichst sich umzudrehen.
Er konnte Maron nicht seine wahren Gefühle zeigen. Es würde sie nur in Gefahr bringen. Schon wieder.
Auch wenn es ihm schwerfiel, er musste hart bleiben.
Völlig unvermittelt spürte er Marons weiche und leichte Hand auf seiner gesunden Schulter. Als sie sprach, zitterte ihre Stimme so sehr, dass es unmöglich war zu überhören. Er hatte sie mit ihren Worten schwer getroffen.
„Chiaki, es tut mir leid. Ich habe zu viele Forderungen an dich gestellt, immer und immer wieder. Du hast mir alles gegeben. Aber es war mir nicht genug. Ich habe dich nicht verdient. Verzeih mir.“
Ruckartig verschwand der sanfte Druck, den Marons Hand so eben noch ausgeübt hatte, Chiaki hörte schnelle, katzenhafte Fußtritte, die ihm verrieten, das Maron nun gegangen war.
Es gab nun keinen Grund mehr sich zurück zu halten. So ließ er sich wieder in seinen Sessel fallen und weinte leise vor sich hin.
Sein Blick ruhte auf dem Sofa, auf dem Platz, auf dem vor wenigen Momenten noch Maron gesessen hatte. Freudestrahlend, als sie Chiaki wieder in ihr Leben lassen wollte.
Doch wie so oft, war Chiaki nun der Grund für Marons Trauer.
Maron hingegen lief so schnell sie konnte wieder in ihre Wohnung zurück und knallte die Tür hinter sich ins Schloss.
Sie konnte nicht glauben, dass sie so dumm gewesen war. Sie hatte sich zu einem kompletten Narren gemacht.
Sie musste Chiaki einfach etwas mehr Vertrauen entgegenbringen, aber offensichtlich war sie sogar dafür zu dumm.
Sie stieß ihn immer wieder weg. War es da wirklich verwunderlich, dass er ihr nicht noch mehr entgegenkommen wollte.
Der Gedanke an eine gemeinsame, glückliche Zukunft hatte sie zu sehr geblendet. Sie hatte nicht darüber nachgedacht, was Chiaki wollte. Oder ob sie ihm vielleicht auch mal etwas schuldig war.
Sie hatte nur an sich selbst gedacht. Welch egoistisches Verhalten sie doch an den Tag legte.
Die Trauer wich Marons Wut auf sich selbst. Hätte sie sich etwas mehr angestrengt, etwas mehr Verständnis für Chiakis Situation gehabt, dann wäre alles nicht so weit gekommen. Aber sie selbst hatte alles in der Hand und hatte schließlich alles verspielt.
Plötzlich klopfte es an Marons Tür.
Hastig versuchte sie mit ihren Ärmeln die Tränenspuren zu beseitigen. Sie warf einen prüfenden Blick in den im Gang hängend Spiegel.
Naja, sie konnte nicht leugnen, dass sie geweint hatte, aber sie könnte auch schlimmer aussehen.
Mit einem falschen Lächeln öffnete sie die Türe.
„Hey, ich habe gehört, du könntest deine beste Freundin gebrauchen.“
„Mi…Miyako.“
Eine echte Freude legte sich über Marons Gesicht und sie fiel ihrer besten Freundin in die Arme.

Ein kleiner Engel jedoch beobachtete die Situation in beiden Wohnungen sehr skeptisch.
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