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Ende gut, alles gut?

von Jassy-22
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
19.06.2019
26.07.2021
19
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13.05.2020 1.484
 
Als Maron die Tür öffnete blickte sie in die wunderschönen Augen von Chiaki. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung. Obwohl so viel geschehen war, merkte sie, dass sich an ihren Gefühlen zu ihm nichts geändert hatte. Sie liebte ihn immer noch. Doch sie war sich nicht sicher, wie sie damit umgehen sollte. Sie hatte keinen Platz mehr in seinem Leben. Er würde Vater werden. Konnte sie da noch verlangen einen wichtigen Platz in seinem Leben einzunehmen? Doch sollte wirklich alles daran scheitern, dass er einen Moment unachtsam. Andere Paare schafften es doch auch glücklich zu sein, obwohl einer der beiden bereits ein Kind hatte. Obwohl? Oder vielleicht gerade deswegen? Es brachte nichts sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen. Das tat sie schließlich schon die ganze Zeit. Und es hatte sie absolut nicht weitergebracht. Sie hatte auf die Hilfe ihrer besten Freundin gehofft. Doch hätte ihr Miyako mit einem solchen Problem weiterhelfen können? Naja, es wäre einen Versuch wert gewesen. Aber sie musste sich eingestehen, dass sie vermutlich ihre beste Freundin verloren hatte. Im Moment ging doch wirklich alles schief.
Nachdem Marons Gedanken in rasender Geschwindigkeit durch ihren Kopf gejagt waren, war sie wieder in der Gegenwart angekommen und starrte Chiaki immer noch ungläubig an.
Über seine Schulter hinweg konnte sie Hijiri mit Miyako sprechen sehen. Sie war sich nicht sicher, ob Miyako sie auch sah oder beachtete. Und es schmerzte sie sehr. Dann verschwand Hijiri mit Miyako in der Wohnung der Toudajis.
Chiaki der Maron aufmerksam beobachtete merkte wo ihre Gedanken und Blicke festhingen.
„Hallo? Erde an Maron?“
Mit seiner rechten Hand wedelte er vor ihrem Gesicht hin und her um so wieder ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
Maron zuckte leicht zusammen.
„Ja?“
„Kann ich mit dir reden?“
Maron schluckte schwer. Nein, eigentlich wollte sie gerade alleine sein. Andererseits wollte sie nichts mehr als sich an Chiakis Schulter auszuweinen.
„Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist Chiaki.“
„Maron…“
Doch Chiaki wollte nicht einfach so aufgeben. Die Liebe seines Lebens stand vor ihm, so nah und doch so fern. Schon oft hatte er sie verloren, doch das Schicksal meinte es gut mit ihm und immer wieder bekam er eine neue Chance. Hatte er dieses Mal einen zu großen Fehler begangen? Konnte er diesmal sein Fehlverhalten nicht wieder gut machen?
„Bitte, lass mich mit dir reden. Du kannst mich danach immer noch wegschicken. Ich flehe dich an, Maron, bitte.“
Marons Atem ging schwer. Sie wusste nicht vor und nicht zurück. Sollte sie ihm diese Chance noch geben? Hatte sie zu voreilig gehandelt? Sie fühlte sich, wie schon so oft in ihrem Leben, alleine gelassen und überfordert. Langsam stiegen ihr Tränen in die Augen. So sehr sie sich auch dagegen wehrte, sie konnte ihre Gefühle nicht länger unterdrücken. Sie wollte Chiaki nicht abweisen, aber sie brauchte Zeit, um sich einen Plan zu überlegen.
„Können wir morgen reden? Ich denke ich brauche noch etwas Zeit, um mir Gedanken zu machen.“
Das war zwar nicht die Antwort, die Chiaki hören wollte, aber immer noch besser als Abweisung zu erfahren.
„Na klar, Maron. Kein Problem.“
Chiaki bemerkte deutlich ihre Zweifel und gemischten Gefühle. Um ihr ein bisschen Sicherheit zu geben, schenkte er ihr ein liebevolles Lächeln.
„Danke für dein Verständnis.“
Ihre Stimme hörte sich bereits brüchig an. Es brauchte nicht mehr viel und sie würde zu weinen beginnen. Ein Anblick, der ihm jedes Mal das Herz in tausend Teile zerriss.
„Nimm dir Zeit für deine Gedanken und Gefühle.“
Vorsichtig nahm Chiaki Marons Hand und drückte sie sanft. Zu seiner Verwunderung ließ sie es einfach geschehen. Sie zog die Hand nicht zurück. Ein gutes Zeichen?
„Ich muss morgen nochmal zur Kontrolle zu meinem Vater ins Krankenhaus, danach komme ich nochmal vorbei.“
Maron nickte leicht.
Langsam und widerwillig ließ Chiaki ihre Hand los und ging in seine Wohnung.
Unschlüssig über ihr weiteres Vorgehen stand Maron weiterhin in ihrer Tür und blickte starr vor sich hin.
Was sollte sie nun tun? Ihre Gedanken drehten sich ständig im Kreis. Hin und her. Immer wieder wiederholten sich ihre Ängste und Befürchtungen. Aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche. Sie befand sich in einem Teufelskreis. Sie wusste einfach nicht, was sie tun sollte.
Am liebsten wäre sie ans Meer gegangen, um einfach von allem abzuschalten. Aber das konnte sie nicht. Yamato war immer noch auf freiem Fuß. Und Chiaki würde sie bestimmt wieder retten kommen. Das konnte sie nicht wieder riskieren. Sie wollte ihn nicht in Gefahr wissen.
Apropos, was war überhaupt in Yamato gefahren. Bei dem Gedanken fühlte Maron sich unwohl und sie begab sich zurück in ihre Wohnung und schloss die Tür ab.
In den letzten Tagen war so viel geschehen, sie konnte sich noch gar keine richtigen Gedanken zu Yamatos Verhalten machen. Sie hatte zwar mit Chiaki ein bisschen darüber gesprochen, aber so ganz konnte sie sich noch keinen Reim daraus machen.
Es gab letztlich jedoch nur zwei Möglichkeiten.
Erstens: Yamato hatte sich einfach verändert und war nun dieser schlechte Mensch, den Maron in den vergangenen Tagen erlebt hatte.
Zweitens:  Es gab wieder Dämonen und Yamato war besessen. Dies würde aber auch bedeuten, dass der böse König erneut an Macht gewonnen hatte. Würde dies auch implizieren, dass Maron wieder als Jeanne kämpfen müsste, um die Welt vor dem Bösen zu retten?
Unabhängig davon welche dieser beiden Theorien sich letztlich als wahr herausstellen würden, sie wüsste nicht was weniger schlimm wäre.
Wären die Dämonen zurück und sie müsste als Jeanne wieder die Welt beschützen, könnte sie Yamato bestimmt retten. Aber wollte sie wirklich wieder als Jeanne kämpfen?
Sie hatte die Zeit als Kamikaze-Diebin sehr genossen und auch viel gelernt. Doch auch sie hatte den Wunsch nach einem ganz normalen Leben. Gut, ganz normal würde es vielleicht aufgrund ihrer Vergangenheit nie sein oder werden. Aber konnte Gott immer noch mehr von ihr verlangen? Sie hatte doch schon so viel gegeben. Sie stand hinter Gott und seinen Entscheidungen, doch war es nicht langsam genug. Hatte er keine anderen Diener, die er in den Kampf schicken konnte. Sie war sich nur zu gut darüber bewusst, dass sie als die Reinkarnation von Jeanne d’Arc wohl eine der wichtigsten Dienerinnen Gottes war. Doch andererseits war sie auch nur ein normales Mädchen, das noch zur Schule ging und mit ihren alltäglichen Problemen zu kämpfen hatte.
Maron schüttelte ihre Gedanken ab. Nein, so durfte sie nicht denken. So würde sie bestimmt zu einer leichten Beute für den bösen König werden.
Sollte es nochmal soweit kommen und sie würde in den Kampf ziehen müssen, dann würde sie dies auch voller Stolz zu tun. Da war sie sich sicher.
Doch woher sollte sie wissen, welche ihrer Theorien nun der Wahrheit entsprach.
Ach, wenn doch nur Fynn hier wäre. Dann wäre alles einfacher. Der kleine Engel könnte ihr helfen. Bestimmt auch in dem Dilemma mit Chiaki. Wobei Fynn ja noch nie ein großer Freund des Blau-Schopfs war. Bestimmt hätte Fynn Maron den Rat gegeben ihn in den Wind zu schießen.
Maron konnte sich genau vorstellen wie diese Konversation abgelaufen wäre. Und wie Fynn ihr wild gestikulierend ihre Meinung nähergebracht hätte.
Bei dieser Vorstellung musste Maron leicht lachen. Damals als Fynn noch an ihrer Seite war, war einfach vieles leichter gewesen. Sie war ein wichtiger Bestandteil in Marons Leben geworden. Eine richtig gute Freundin. Dass sie und Access nun im Himmel an Gottes Seite eine wichtige Aufgabe erfüllten freute Maron aufrichtig. Doch in egoistischen Momenten wie diesen wünschte sie sich Fynn würde wieder an ihrer Seite sein. Am Liebsten für immer. Dann würde sich Maron auch nie mehr einsam oder allein fühlen. Lange Zeit hatte Chiaki diese Leere gefüllt. Und da war sie auch wieder. Am Anfang ihrer Gedanken. Bei Chiaki. Ihrem Nachbarn. Ihrem Freund. Der Liebe ihres Lebens. Ihr Herz wurde schwer. Sie wollte nicht an ihn denken, ihn vermissen. Sie konnte ihn nicht einfach so aus ihrem Leben streichen. Er kannte sie inzwischen besser als jeder andere. Sogar besser als Miyako. Er liebte sie aufrichtig. Und sie liebte ihn. Doch konnte das genug sein. Konnten sie zusammen allen Herausforderungen, die das Leben noch bereithielt, trotzen? Waren diese Zweifel allein Grund genug es nicht zu versuchen? Doch mit Sicherheit wissen konnte man nie etwas. Sollte sie es einfach mit ihm versuchen. Natürlich würde es eine große Herausforderung werden mit Yashiro klar zu kommen, nachdem diese ganz deutlich symbolisiert hatte, dass sie noch an Chiaki interessiert war. Und zwar nicht nur als Vater des Kindes. Aber auch Chiaki musste mit ihr auskommen. Für ihn war es bestimmt auch leichter, wenn Maron an seiner Seite war. Er hatte so viel für sie getan und auf sich genommen. Sie schämte sich richtig für den Gedanken mit Yashiro. Chiaki hatte immer und immer wieder sein Leben für Marons Wohlbefinden aufs Spiel gesetzt. Da würde sie es doch übers Herz bringen mit Yashiro auszukommen. Um Chiakis und des Kindes Willen. Und wenn sie so daran dachte, dann wäre es vielleicht doch ganz schön.
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