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Ende gut, alles gut?

von Jassy-22
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
19.06.2019
26.07.2021
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06.03.2020 1.460
 
„Na das nenn ich doch mal eine gelungene Performance.“
Maron drehte sich in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Hijiri.
„Was willst du hier?“
„Ich wollte zu Miyako und mit ihr reden.“
„Dann stimmt es also was sie gesagt hat. Sie und du ihr seid ein Paar.“, sagte Maron eher zu sich selbst als zu Hijiri.
„Nachdem was ich da gerade gesehen und gehört habe, wohl eher waren ein Paar“, lachte Hijiri.
Maron schenkte ihm einen finsteren Blick.
„Dir scheint das Ganze ja nicht gerade nahe zu gehen.“
„Ach Maron. Ich bin älter und erfahrener als Miyako. Ich kann Gefühle und Körperliches einfach besser voneinander trennen.“
„Dann hast du sie also einfach nur ausgenutzt, um deinen Spaß zu haben?“
„Nein, natürlich nicht. Aber Miyakos Gefühle für mich sind einfach stärker als meine Gefühle zu ihr. Ich mag sie. Aber ich liebe sie nicht.“
Hijiri schritt auf Maron zu. Sein Blick fixierte ihren.
„Ich habe mein Herz schon vor langer Zeit jemand anderem geschenkt.“
Hijiri kam Maron immer näher. Maron war wie gefesselt von seinem Blick. Sie wich auch nicht zurück. Plötzlich stand Hijiri vor Maron. Langsam beugte er sich vor und setzte seinen Mund an ihrem Ohr ab.
„Mein Herz gehörte doch schon von Anfang an dir.“, flüsterte er in ihr Ohr.
Schlagartig bekam Maron eine Gänsehaut. Geschockt riss sie ihre Augen auf. Hatte sie gerade richtig gehört? Hijiri liebte sie?
Hijiri blickte Maron wieder in die Augen. Sein Blick war sanft und liebevoll. Ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen.
„Wieso? Wieso sagst du so etwas?“
„Weil es die Wahrheit ist Maron. Ich will dich nicht länger anlügen. Ich will mit dir glücklich sein, verstehst du?“
Marons Kopf brummte. Das war zu viel. Chiaki erwartete ein Kind mit einer anderen, Yamato war hinter ihr und Chiaki her, Miyako hatte ihr quasi gerade die Freundschaft gekündigt und jetzt gestand ihr Hijiri auf einmal seine Liebe. Was war denn nur los mit dieser Welt? Waren denn nun alle vollständig verrückt geworden?
Hijiri legte seine Hände an Marons Oberarme und drückte sie vorsichtig.
„Maron, wenn du noch etwas Zeit brauchst, um darüber nachzudenken, dann werde ich dich zu nichts drängen. Aber verstoß mich bitte nicht sofort. Lass dir Zeit und denk über alles nach. Ich werde dich niemals so verletzten wie es dieser Chiaki getan hat. Das verspreche ich dir.“
Maron, immer noch übermannt von den Ereignissen der letzten Tage, brachte kein einziges Wort heraus. Sie starrte Hijiri einfach an.
„Ich werde dir beweisen, wie sehr ich dich liebe.“
Hijiri schloss seine Augen und lehnte sich vor. Seine Lippen trafen Marons. Maron brauchte einen Moment, um zu realisieren was gerade vor sich ging. Als sie wieder einigermaßen zu sich gekommen war, schubste sie Hijiri von sich.
„Was soll das?“, schrie sie ihn an.
„Wie kannst du es wagen? Man küsst eine Frau nicht einfach ohne ihr Einverständnis.“
Hijiri, der nun begriff, dass er einen schweren Fehler begangen hatte, wollte diesen sofort wiedergutmachen.
„Maron, bitte, es tut mir leid. Ich wollte…das nicht…“
„Natürlich, wolltest du es. Ein Kuss passiert nicht einfach so.“
Maron ließ ihrer aufgestauten Wut nun freien Lauf. Tränen traten ihr in die Augen.
„Wieso meint eigentlich jeder, dass er mit mir machen kann was er will?“
Die Tränen begannen zu fließen und bahnten sich ihren Weg über Marons Wangen.
„Chiaki und du, ihr solltet euch schämen mich und auch andere Frauen so zu benutzen. Miyako hat dir und ich habe ihm vertraut. Und ihr habt nichts Besseres zu tun als unser Vertrauen zu missbrauchen. Echt Männer würden so etwas niemals tun.“
„Du kannst mich doch nicht mit Chiaki vergleichen Maron!“
„Und wie ich das kann. Du bist kein Gramm besser. Man benutzt keine Menschen. Niemand hat das verdient.“
Maron stürmte vorbei an Hijiri und knallte ihre Wohnungstüre hinter sich zu. Hijiri blickte ihr stumm hinterher. So kannte er Maron nicht.
„Da hat sie wohl recht, nicht wahr Hijiri?“
Hijiri blickte sich um und erkannte Chiaki im Treppenhaus.
„Wie viel hast du mitbekommen?“
„Ich glaube genug.“
Die beiden schwiegen sich einen kurzen Moment an.
„Ich wollte Maron nicht verletzten.“
Beschämt blickte Hijiri zu Boden.
„Das wollten wir wohl beide nicht. Aber wir haben es getan. Sie hat allen Grund dazu uns zu hassen.“
Chiaki schritt aus dem Treppenhaus hoch und stellte sich neben Hijiri. Sein Blick lag ebenfalls auf Marons Wohnungstür. Seine Schulter war immer noch eingebunden.
„Aber trotzdem würde ich dir gerade gerne richtig in die Fresse schlagen.“
Auf Chiakis Lippen lag ein sanftes Lächeln.
„Alles andere hätte mich auch gewundert.“
Entgegnete Hijiri.
„Ich hätte sie nicht küssen sollen. Nicht ohne ihr Einverständnis. Und das hätte ich sowieso nie bekommen.“
Chiaki erwiderte nichts. Er hoffte darauf, dass Hijiri einfach weiterredete.
„Ich glaube der einzige der Marons Herz erobern kann, bist du. Auch wenn ich es ungern zu gebe. Immerhin würde ich alles dafür geben mit Maron glücklich sein zu können. Aber sie kann wohl nur mit dir richtig glücklich werden.“
„Ich glaube nicht, dass ich noch eine Chance bei ihr habe. Ich will sie mitnehmen in mein „neues“ Leben. Aber wer will schon das Kind einer anderen großziehen? Das kann ich ihr nicht antun. Dafür liebe ich sie zu sehr.“
„Chiaki, du wirst im Kampf um Maron immer mein Konkurrent bleiben. Aber ich muss das für sie wollen, was sie am glücklichsten macht und das bist immer noch du. Ich glaube nicht, dass sie jemals ihre Gefühle für dich komplett abstellen kann. Ich glaube sie will dich, aber sie weiß nicht wie sie mit dieser Situation umgehen soll.“
Chiaki nickte leicht, während er Hijiris Worten lauschte.
„Danke für deine Worte. Trotzdem werde ich den Kuss nicht so schnell vergessen.“
Chiaki schritt langsam auf Marons Wohnungstür zu.
„Wenn du es nochmal bei Maron versaust Chiaki, dann werde ich zur Stelle sein und deinen Platz einnehmen. So viel sei sicher.“
Chiaki lachte leise auf.
„Das hab‘ ich mir schon gedacht.“
Hijiri wandte sich an Miyakos Tür. Zeitgleich klopften die Beiden. Die Türen öffneten sich.
„Kann ich mit dir reden?“ ertönte im Chor von Hijiri und Chiaki.
„Komm rein.“, sprach Miyako an Hijiri gewandt.
Über seine Schulter hinweg, konnte sie Chiaki an Marons Türe stehen sehen. Ihr Gesicht wirkte verweint. Sie hatte rote Augen und Spuren von Tränen im Gesicht. Auch wenn Miyako es nicht zugeben wollte, so versetzte ihr der Anblick einen Stich ins Herz. Ihr Blick huschte schnell zu Chiaki. Sie bemerke eine Bandage um seine Schulter. Was war denn da passiert?
Miyako trat einen Schritt zur Seite und ließ Hijiri eintreten.
„Setz dich doch.“, sprach sie und deutet aufs Sofa.
Hijiri nahm Platz und Miyako setzte sich in einen Sessel gegenüber.
„Was gibt’s?“
„Du kannst dir sicherlich denken, weshalb ich gekommen bin.“
Miyako nickte.
„Miyako, es tut mir sehr leid wie alles gelaufen ist. Wirklich. Ich habe Gefühle für dich und ich mag dich sehr. Aber…“
„Aber du liebst mich nicht.“
Hijiri seufzte.
„Mein Herz hängt schon immer, seit ich sie kenne, an Maron. Ich kann nichts dagegen tun.“
„Dann hast du mich nur ausgenutzt?“
„Nein! Ich dachte, wenn ich mich auf jemand anderen einlasse, dann kann ich Maron vergessen. Aber dem war nicht so. Mir war nicht klar, wie stark meine Gefühle waren. Erst als ich sie wiedergesehen habe, gebrochen von dem was passiert war.“
Miyako wurde hellhörig. Gebrochen von dem was passiert war? Was war denn nur in Marons Leben los? So langsam begann sie sich Sorgen zu machen.
„Aber eins sollst du wissen: Ich habe dich nie betrogen. Niemals! Das würde ich nicht tun.“
Miyako senkte ihren Kopf gen Boden.
„Dann war’s das also bei uns?“
Tränen tropften auf den Boden. Hijiri tat es im Herzen weh ein Mädchen weinen zu sehen. Vor allem da er mit Miyako wirklich viel und auch gerne Zeit verbracht hatte. Aber sie anzulügen wäre einfach nicht richtig, das war ihm klar.
„Miyako, wenn ich ehrlich bin, bin ich mit der Intention hierhergekommen dich von mir zu überzeugen. Damit ich noch eine Chance bei dir bekomme.“
Miyako hob ihren Kopf und blickte in Hijiris Augen.
„Aber ich habe draußen am Flur mit Maron gesprochen. Und sie hat mich davon überzeugt, dass es nicht fair ist dich so zu benutzen. Niemand hat das verdient. Vor allem nicht so einen großartigen Menschen wie dich.“
Miyako nickte leicht.
„Du darfst Maron deswegen nicht böse sein Miyako. Sie konnte nichts dafür. Es ging von mir aus. Ihr gegenüber habe ich nicht erwähnt, dass ich mich mit dir treffe. Sie hat nichts falsch gemacht. Sie hat dich unglaublich gern. Und im Moment könnte sie ihre beste Freundin gebrauchen.“
Hijiri erhob sich.
„Danke, dass du mir zugehört hast. Ich habe die Zeit mit dir wirklich sehr genossen.“
Und dann verschwand Hijiri durch die Tür und ließ eine verwirrte Miyako allein zurück.
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