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Ende gut, alles gut?

von Jassy-22
GeschichteAllgemein / P16
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
19.06.2019
26.11.2020
17
28.036
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19.06.2019 1.723
 
„Oh wie schön, sie hat endlich Post von Ihren Eltern bekommen!“, sagte Miyako freudestrahlend als Maron ihren Briefkasten öffnete und darin nun endlich der lang ersehnte Brief lag. Damit hatte Maron nicht gerechnet. Sie starrte in den Briefkasten und fixierte den weißen Umschlag der sich darin befand. Nach all der Zeit hatte sie nun endlich eine Nachricht von ihren Eltern erhalten. So lange hatte sie darauf gewartet. Doch ihre Gefühle dahin gehend waren sehr zwiespältig. In ihrem Kopf spukte immer noch die Erinnerung an den großen Kampf gegen den bösen König. Dort hatte sie ihre Eltern gesehen. Nun ja, Dämonen, die die Gestalt ihrer Eltern angenommen hatten. Maron wusste dies. Und doch hatten die Worte jener Dämonen eine verletzende Wirkung auf sie gehabt. Maron war so auf ihre Gedanken und den Brief fixiert, dass sie nicht mitbekommen hatte, dass sich Chiaki zu den beiden Mädchen gesellt hat. Plötzlich spürte Maron einen leichten Druck auf ihrer rechten Schulter. Sie hob ihren Kopf und drehte sich um. Dabei blickte sie in das lächelnde Gesicht von Chiaki. Der große Kampf war mittlerweile zwei Wochen her und sie hatte sich geschworen nicht mehr so abweisend zu Chiaki zu sein. Denn immerhin hatte sie Gefühle für ihn, starke Gefühle. Und die gestand sie sich nun auch endlich ein. Sie wollte es jedoch langsam angehen lassen. Nicht noch einmal hätte sie es ertragen jemanden zu verlieren, der ihr so nahe stand. Chiaki hatte ihr in diesen zwei Wochen immer wieder gesagt wie er empfand und dass er sie niemals verletzten oder im Stich lassen würde. Und sie glaubte ihm. Und sie wollte ihn. Bald würde sie ihm ebenfalls die drei magischen Worte sagen, auf die er doch so vergeblich wartete. Er war eine unglaublich große Stütze für sie geworden und sie vertraute ihm vollkommen. Sie wusste, dass es an der Zeit gekommen war ihm entgegen zu kommen. Das er hatte er verdient. Er gab sich so viel Mühe. Maron blickte in seine großen, braunen Augen. Ein leichtes Funkeln ließ sich darin erkennen. Ein Funkeln, dass es nur gab, wenn er Maron sah. Sie lächelte leicht zurück. Miyako hatte sich derweil distanziert und machte sich auf den Weg in ihre Wohnung. Nach dem Kampf hatte sie eingesehen, dass es für Chiaki nur Maron gab. Und es war überglücklich, dass es ihrer besten Freundin gut ging. Sie wusste, dass Chiaki Maron gut tat. Und sie wusste, dass er sie niemals verletzten würde. Und wenn doch, dann würde Miyako höchstpersönlich dafür sorgen, dass Chiakis Beerdigung etwas zu früh stattfand. Außerdem gab es da nun jemanden in Miyakos Leben, der auch ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte, so wie Chiaki bei Maron. Aber das war noch alles streng geheim. Sie wollte nichts überstürzen.
Maron und Chiaki blickten einander noch immer so fest in die Augen, dass sie gar nicht mitbekommen hatten, dass Miyako bereits das Weite gesucht hatte um den beiden etwas Privatsphäre zu gönnen. Chiaki hob seine Hand und lege sie an Marons Wange. Diese genoss die Berührung und schloss ihre Augen. Ihre Haut begann unter der Berührung zu kribbeln. Niemals hätte sich Chiaki jemals träumen lassen so mit seiner Maron hier zustehen. Doch Träume wurden anscheinend doch Wirklichkeit.
„Maron, du schaffst das.“, sprach Chiaki sanft. Und Maron öffnete nach diesen Worten ihre Augen. Sie war noch nicht fähig etwas zu sagen, doch sie nickte leicht. Langsam entfernte Chiaki seine Hand wieder von ihrer Wange und ermöglichte es Maron somit sich umzudrehen. Sie atmete tief durch und nahm den Brief aus ihrem Briefkasten. Ihre Hände begannen augenblicklich zu zittern als sie den Absender sah. Es war tatsächlich ein Brief von ihren Eltern. Tränen sammelten sich in ihren Augen. Es sollte sich noch herausstellen, ob es sich um Freudentränen handelte. Chiaki bemerkte, dass sich Marons Haltung versteifte und so trat er von hinten an sie heran und umarmte sie innig. Augenblicklich entspannte sich Maron und hörte auf zu zittern.Ihr Atem wurde ruhiger und die Tränen in ihren Augen verschwanden wieder. Chiaki bemerkte dass er die gewünschte Reaktion erzielt hatte und beugte sich vor um Maron etwas ins Ohr zu flüstern.
„Komm, lass uns nach oben gehen. Dann kannst du in aller Ruhe den Brief lesen.“
Bei dem sanften Klang seiner Stimme an ihrem Ohr bekam Maron eine Gänsehaut. Sie nickte. Chiaki löste sich von ihr und nahm sie bei der Hand. Aufmunternd lächelte er ihr zu. Glücklicherweise war Maron von dem Brief zu sehr abgelenkt. So bekam sie nicht mit, dass Chiakis Lächeln etwas gespielt war. Er selbst war sich nämlich nicht sicher, was er davon halten soll. Um ehrlich zu sein hatte er selbst ein wenig Angst. Angst davor, dass der Inhalt des Briefes seine Maron wieder verletzten könnte. Sie befand sich auf einem guten Weg und er wollte sie unbedingt vor weiteren Schwierigkeiten und Enttäuschungen fernhalten, so gut es irgendwie ging. Auch wenn er auf die Geschehnisse keinen direkten Einfluss nehmen konnte, so würde er dafür sorgen, dass Maron bald möglichst wieder auf die Beine kam. Er hoffte inständig darauf, dass der Brief nicht weitere Probleme brachte. Sondern dass Maron endlich das Glück zu Teil wurde, dass sie sich verdient hatte. Aus ihr war eine solch starke Frau geworden. Trotz ihrer Stärke hoffte Chiaki, dass Maron vor weiterem Leid erspart blieb. Gott sollte doch ein besonderes Augenmerk auf seine Kämpferin legen. Beide hingen ihren Gedanken nach und so bemerkten sie nicht, dass sie bereits an Marons Wohnung angekommen waren.
„Du schaffst das Maron. Ich glaub an dich.“ Chiaki drückte noch einmal ihre Hand und löste sich langsam von ihr. Er war gerade dabei in seine Wohnung zu gehen, als er Marons Stimme vernahm.
„Chiaki?“ Er drehte sich um und blickte in ihr engelsgleiches Gesicht. “Würdest du noch mit reinkommen?”
Diese Worte ließen Chiakis Herz einen Srung machen.
„Natürlich.“ Um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen, nickte er bekräftigend. Maron fiel ein Stein vom Herzen. Er würde für sie da sein. Wie er es versprochen hatte. Doch daran würde sie sich erst noch gewöhnen müssen.  Gemeinsam betraten sie die Wohnung und setzten sich auf die Couch. Maron hielt den Brief noch immer in ihren beiden Händen. Chiaki ergriff noch einmal das Wort.
„Maron, egal was in diesem Brief steht. Ich werde immer für dich da sein. Ich werde dich nie verlassen.“ Seine Augen fixierten die ihren. Ein leichter rosa Schimmer legte sich um Marons Wangen. Seine Worte lösten jedes Mal ein Kribbeln bei ihr aus. Es tat so gut, jemanden wie Chiaki in ihrem Leben zu haben. Sie konnte nicht verstehen, wie sie so lange ohne ihn ausgekommen war. Sie begann langsam und vorsichtig den Briefumschlag zu öffnen. Sie holte eine DIN A4 Seite aus dem Umschlag und begann gespannt zu lesen.

Liebste Maron,
es tut uns wahnsinnig leid, dass du so lange nichts von uns gehört hast. Wir bereuen alles, was wir dir angetan haben. Von den Todaijis haben wir bereits gehört, dass aus dir eine starke, selbstbewusste und unglaublich hübsche junge Frau geworden ist. Wir könnten nicht stolzer auf dich sein. Dass diese Worte nach all den Jahren kommen, mag dich wundern, doch wir wollen uns bessern und wieder richtige Eltern für dich sein. Dass du uns nach allem was war nicht sofort voll und ganz vertrauen kannst, können wir durchaus verstehen. Wir hoffen nur, dass du uns noch eine Chance gibst, auch wenn wir diese nicht verdient haben. Die Zeit in der wir keinen Kontakt zu dir hatten, an diese können wir uns kaum noch erinnern. Erst seit zwei Wochen ist wieder alles klar. Es war als hätte ein dunkler Nebel unser komplettes Leben verhüllt. Dein Vater und ich sind auf dem besten Weg uns wieder anzunähern. Und natürlich wollen wir dich in alles mit einschließen. Lange genug warst du kein Teil unseres Lebens. Und das obwohl du der wichtigste Mensch in unser beider Leben bist. Es würde uns sehr freuen, wenn du uns mal besuchen würdest. Natürlich kommen auch wir gerne vorbei, wenn du uns einlädst. Falls du keinen Kontakt zu uns haben willst, dann verstehen und akzeptieren wir das natürlich auch. Denn das wäre nur die faire Strafe die mir und deinem Vater zu Teil wird. Maron wir lieben dich über alles. Wir hoffen, dass wir dir das noch zeigen können.

In Liebe,
Mama und Papa.“
Maron hatte den Brief fertig gelesen und kleine Freudentränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen.  Natürlich konnten sich ihre Eltern an all die Jahre nicht richtig erinnern. Immerhin waren sie all die Jahre von Dämonen besessen, die der böse König geschickt hatte, nur um Maron bereits im Kindesalter zu brechen. Sie konnte ihnen fast nicht mehr böse sein, jetzt wo sie die Wahrheit kannte.  Chiaki hatte Maron während sie den Brief gelesen hatte stumm beobachtet. Als er bemerkte, dass sie zu weinen begann rutschte er näher an sie heran und legte ihr eine Hand auf den Rücken. Diese lies er auf und ab wandern. Er rechnete mit dem Schlimmsten. Stumm reichte Maron ihm den Brief in seine freie Hand und er begann zu lesen. Der Brief segelte zu Boden und Chiaki sprang vom Sofa auf.“
„Maron, das ist doch fabelhaft.“ Sagte er und zog die braunhaarige Schönheit in seine Arme.
„Ja, ja, es ist wunderbar.“ Inzwischen lächelte Maron aus ganzem Herzen. Die Tränen waren wieder versiegt. Chiaki nahm Marons Gesicht zwischen seine Hände und blickte in ihre freudestrahlenden Augen.
„Ich freu mich so für dich. Wirklich. Das hast du mehr als verdient.“
„Danke Chiaki. Ohne dich hätte ich das niemals durchgehalten. Ich bin froh, dass ich dich kenne.“
Die beiden blickten sich intensiv in die Augen. Langsam näherte sich Chiaki Marons Lippen. Sie spürte was er vorhatte, doch es machte ihr nichts aus. Viel mehr wollte sie es sogar so. Mit ihrer Zunge befeuchtete sie ihre Lippen.  Und schloss sodann erwartungsvoll die Augen. Sanft legte Chiaki seine Lippen auf ihre. In Marons Magengegend breitete sich ein unglaubliches Gefühl aus. Sie legte ihre Arme um Chiakis Nacken und zog ihn somit noch näher an sich heran. Chiakis Hände fassten Marons Rücken und er drückte sie weiter gegen seinen Körper. Sie spürte deutlich, dass er sie wollte. Nach einiger Zeit löste Maron völlig außer Atem den Kuss. Sie legte ihre Stirn gegen Chiakis und blickte ihm in seine braunen Augen. Beide lächelten überglücklich. Nun war alle perfekt. Doch plötzlich durchschnitt ein klingelndes Handy die Stille.
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