No Featherbed For Me

von Annerie
GeschichteDrama, Romanze / P16
Aegon Targaryen Arya Stark Gendry Renly Baratheon Sansa Stark
19.06.2019
24.09.2019
50
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No Featherbed for me




Arya Stark wollte ein Ritter werden, aber alles was sie war, war eine hochgeborene Lady. Und ein Leben voller Ruhm und Abenteuer waren für eine hochgeborene Lady nicht angemessen.



Info: In der ersten Staffel der Serie gibt Cersei zu, dass sie ihren ersten Sohn, eine schwarzhaarige Schönheit, verlor. Wäre Gendry dieses Baby gewesen und nicht gestorben, dann wäre er der wahre Erbe des eisernen Throns. Der Krieg der fünf Könige hätte nie stattgefunden und Robyn Arryn starb eines natürlichen Todes.



Kapitel 1: Die Beinahe-Prinzessin – Teil 1

Ihre Mutter kündigte an, dass König Robert und sein Hof während des Abendessens eintreffen würden. Arya war nicht sicher, wo ihr Vater sich aufhielt – möglicherweise im Götterhain – aber ihre Geschwister um sie herum begannen sofort darüber zu diskutieren, wie es sich anfühlen würde, den König, die Königin und alle anderen in Winterfell herumlaufen zu sehen.
Sansa und Jeyne Poole flüsterten irgendetwas über die Prinzen, aber Arya machte sich gar nicht erst die Mühe zuzuhören.
Sansa gab nie irgendetwas interessantes von sich, besonders dann nicht, wenn Jungen daran beteiligt waren.
Arya war damit beschäftigt in ihrem Gemüse herumzustochern, aber als sie schließlich den Blick hob sah sie, dass Bran sie mit einem verwirrten Gesichtsausdruck musterte. Sie verdrehte die Augen und streckte ihm die Zunge heraus, was ihrem jüngeren Bruder ein Lächeln entlockte und sie selbst schließlich zum Lachen brachte.
Arya vermutete, dass die einzige Person, die sich noch weniger für die Ankunft des Königs interessierte Bran war. Vielleicht würden sie eine Möglichkeit finden sich in den Wald zu schleichen und den größten Teil des Spektakels verpassen. Bran kämpfte manchmal mit ihr im Götterwald mit hölzernen Übungsschwerten – das würde sicherlich viel mehr Spaß machen, als mit der Prinzessin zu nähen oder Knickse vor den Prinzen zu vollführen.

„Ich habe gehört Prinz Gendry ist sehr gutaussehend!“
Jeyne’s Aussage weckte bei Arya nur ein weiteren Augenverdrehen hervor, was letzte mit einem scharfen Blick quittierte.
„Und sie sagen Prinz Joffrey sieht ebenso gut aus.“ Sansa lächelte und ihre Wangen färbten sich rosa.
Mit ihren zehn-und-fünf Jahren war Sansa wohl das schönste Mädchen im Norden. Arya versuchte nicht neidisch darauf zu sein, aber manchmal fiel es ihr unwahrscheinlich schwer. Jeder sang von Sansa’s Schönheit und sie selbst wurde oft ‚Arya-Pferdegesicht‘ genannt. Arya glaubte, es war ohnehin besser, dass Sansa die Schönere von ihnen beiden war, schließlich wollte sie ja auch den Prinzen heiraten.
„Ich würde so gern einmal mit einem Prinzen tanzen“, seufzte Sansa. „Es ist so lange her, dass wir hier ein richtiges Fest hatten. Wir haben seit Robb’s Hochzeit keines mehr gehabt.“
Arya dachte an Robb’s Hochzeit mit Jeyne Westerling, welche ungefähr ein Jahr zurücklag. Während Sansa mit Jeyne’s jüngerem Bruder getanzt hatte, hatte Theon Arya etwas von seinem Met angeboten und sie hatte ihn getrunken. Zu viel davon. Jon hatte sie schließlich in ihre Kammer tragen müssen und sie musste ihm versprechen, nie wieder so viel zu trinken.
Arya vermisste Jon sehr. Manchmal dachte sie daran, dass es weniger wehgetan hätte wenn Robb und Jeyne fortgegangen wären und Jon dafür geblieben wäre, aber sie wusste, dass solche Gedanken unfair waren.
„Vielleicht wird Vater dich mit einem der Prinzen verheiraten.“, lachte Robb und Sansa’s Wangen verfärbten sich noch dunkler.
„Ich denke, es würde dir nichts ausmachen Prinzessin Sansa zu sein?“
„Es wäre wunderbar eine Prinzessin zu sein.“, murmelte Sansa demütig und nippte an ihrem Wein.
„Du kennst die Prinzen nicht einmal“, meinte Arya genervt. „Sie könnten fett oder dumm sein oder einfach nur schrecklich.“
„Sie sind Prinzen.“
„Du bist doch einfach nur sauer, weil kein Prinz dich jemals heiraten wöllte.“, brachte Jeyne hervor.
„Ich will überhaupt keinen Prinzen heiraten. Ich will überhaupt niemanden heiraten.“ Arya sprang wutentbrannt auf ihre Füße und starrte die Tochter des Haushofmeisters an. „Aber ich werde am Ende trotzdem eine bessere Ehe führen als du.“

Bran fand sie schließlich eine Stunde später, als er mit Leichtigkeit durch eines der Fenster des hohen, alten Turms kletterte.
Arya konnte das Knurren ihrer Wölfe hören, die miteinander rangelten.
Als Bran sich den Schmutz von seinen Handflächen wischte, sah Arya ihn nachdenklich an.
„Wir sollten weglaufen.“
„Wohin sollten wir gehen?“ Seit seinem letzten Namenstag, Bran war nun bereits zehn-und-zwei, war er ordentlich gewachsen. Mit seinen langen Beinen war er bereits jetzt größer als sie und ihr Vater pflegte zu sagen, dass er genauso groß werden würde, wie ihr Onkel Brandon es einst war.
Seit Jon gegangen war, verbrachte Arya immer mehr Zeit mit Bran. Er war der einzige, der sie verstand. Er war ihr bester Freund geworden und wusste genau, warum sie das Älterwerden hasste: weil die Tatsache eine richtige Lady sein zu müssen immer näher rückte.
„Hinter die Mauer.“
„Und Wildlinge sein?“ Bran zuckte die Schultern und setzte sich auf die Ecke der Fensterbank. „Aber wie kommen wir über die Mauer?“
„Jon würde uns durch den Tunnel führen. Ich nehme Nadel mit und du deinen Bogen. Und wir haben Sommer und Nymeria um uns zu beschützen.“
Arya zeichnete mit den Füßen Muster in den staubigen Steinboden. „Lass uns heute Nacht gehen.“
„Wir können heute Nacht nicht gehen. Wir haben kein Essen, keine Vorräte.“ Bran dachte praktisch, seine Stimme klang fest. „Ein solches Abenteuer muss gut geplant werden.“
„Ich bin es leid alles zu planen!“Sie sprang auf ihre Füße ohne sich die Mühe zu machen, den Schmutz von ihrem Kleid zu klopfen.„Ich hasse das alles. Ich hasse Sansa, Jeyne und die blöden Prinzen. Ich hasse es, dass alle gehen. Vater wird eines Tages entscheiden, dass ich gehen muss, und ich darf kein Wort mitreden.“
„Das stimmt nicht“, meinte Bran beschwichtigend. „Vater würde dich niemals an jemanden verheiraten, den du nicht möchtest.“
„Und was wenn ich überhaupt nicht heiraten will? Wenn ich weglaufen und ein Ritter werden möchte? Was ist dann?“
„Dann werden du und die Jungfrau von Tarth die sieben Königslande in Skandal versetzen, wenn sie große Turniere gewinnen und Ritter mit großen Namen schlagen.“
Arya schüttelte lächelnd den Kopf, trat ans Fenster und sah hinunter auf ihr Zuhause, auf das Land ihrer Familie. Eine kühle Brise strich über ihr dunkles Haar.
„Ich wünschte, ich wäre als Junge geboren.“
„Warum?“
Sie wandte sich zu Bran um und sah in seine Augen. „Weil Jungen Entscheidungen treffen und Mädchen Befehle erhalten.“

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Hallihallo und ein herzliches Willkommen zu meiner Monster-Projekt Übersetzung!
Diese Geschichte stammt wiedereinmal (wie sollte es auch anders sein) aus der Feder der wahnsinnig talentierten vixleonard und die Originalgeschichte findet ihr hier
Die Genehmigung zu dieser Übersetzung liegt selbstverständlich vor und ich freue mich, sie hier mit euch teilen zu können und bin gespannt, ob ihr sie genauso fesselnd finden werdet, wie ich das tat ♥
Sie besteht eigentlich aus 12 Kapiteln, die aber jeweils mit über 10.000 Wörtern gespeist sind, weshalb ich diese nochmal in etwas kürzere Kapitel unterteilt habe. Das erste ist bereits fertig übersetzt, sodass ich mit den Uploads auch fleißig hinterher sein möchte, um euch die langen Wartezeiten zu ersparen.
Ich hoffe, das erste Kapitel (ich sehe es hier fast mehr als einen Prolog) hat euch erst einmal inhatlich und natürlich auch übersetzt gut gefallen und ich freue mich über Rückmeldungen sowie Verbesserungsvorschläge.

Vielen Dank und alles Liebe,
Annerie♥
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