Der letzte Tag (Juni)

OneshotPoesie, Freundschaft / P12
Inkling OC (Own Character) Octoling
18.06.2019
18.06.2019
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Der letzte Tag


Es war an einem Sommermorgen,
unseren Helden blieb nicht verborgen,
wie ein Schwall an Leuten stand,
vor einer farbbeklecksten Wand.

Neugierig blieben beide steh‘n,
und begannen mit anzusehen,
wie laute Worte schallten,
die einer Art Zettel galten!

„So ein Mist, das darf nicht sein!“
so fiel es wohl den Leuten ein.
„Das können die nicht machen!“
und viele solche Sachen...“

„Ginny, was tust du da?“ Ein junger Inkling stand vor einem Tisch, zwei Gläser in der Hand, welche aufwendig dekoriert waren. Eiswürfel klirrten in den Gläsern umher und verliehen den Getränken einen sommerlichen Touch.
„Was?“ fragte die Angesprochene verwirrt. Sie blinzelte gegen die Sonne. „Ich schreibe.“
„Jaja.“ mit einer Handbewegung, die etwas umständlich war, wenn die Hände voll beladen waren, machte der Inkling deutlich, dass es darum nicht ging. „Du murmelst die ganze Zeit irgendein wirres Zeug!“
„Achso, das meinst du.“ Lächelnd erhob sich das große Oktolingmädchen und nahm ihm eines der Getränke ab. „Ich muss nur hören, wie das klingt.“
„Was denn nun?“ Der Junge war etwas neugierig. Vorsichtig lugte er auf den Zettel, doch das Mädchen hielt spielerisch die Hand davor, sodass er nicht viel lesen konnte.
„Zeal, sei doch nicht so neugierig“, meinte sie lachend.
„Was ist es denn?“ Er sah bettelnd zu Ginny hinab.
Diese seufzte, strich ihre orangenen Tentakelhaare zur Seite, so dass die Armreifen an ihrem Handgelenk klimperten und sagte: „Ein Gedicht.“
„Über?“, war sofort Zeals Frage.
„Das kann ich dir nicht sagen!“ Sie verzog die Lippen. „Das würde den Leser vor dem Bildschirm spoilern. Obwohl... Er hat ja die Kurzbeschreibung gelesen...“
Für einen Moment schien sie mit sich zu ringen.
Weiterhin verwirrt sah der Junge zu dem Mädchen herüber. Sie kannten sich lang genug, damit er wusste, die merkwürdige Art nicht zu hinterfragen.
So setzte er sich wortlos hin, grinste, nahm einen Schluck und befahl schließlich mit einer gespielten, so war sich Ginny zumindest sicher, Arroganz:
„Schreibe weiter!“
Belustigt schenkte sie ihm ein Lächeln und nahm das Schreiben wieder auf.

„Die Menge machte Platz,
schnell taten die Helden einen Satz,
und so konnten sie dort bald seh'n
welche Worte auf dem Zettel steh'n.“

„Liebe Squids dieser Stadt,
bitte seid nicht allzu platt,
doch wir müssen euch nun sagen -
wir mussten neue Wege wagen.
Von nun an müsst ihr
treibet euch die Kampfesgier
für Farbkriege, Aufträge und Splatwahlen
ab morgen dann bezahlen.“

Ein Lachen kam von der anderen Seite des Tisches.
„Was ist denn so komisch?“, wollte Ginny wissen. Ihr Kumpel bekam sich kaum wieder ein. „Also, so niedlich haben die das nicht formuliert.“
„Wie hättest du es denn beschrieben?“, hakte sie nach.
Er zuckte mit den Schultern: „Keine Ahnung, aber definitiv nicht so süß!“
Er nahm ein Schluck aus seinem Glas. „Diese Kampfgebühren führt gefühlt jeder ein. Und unsere sind schon niedrig...“
Natürlich hatte Zeal sich schon mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Er dachte, das sei pure Abzocke, von Inkopolis' Seite aus. Doch als er las, dass viele Orte sogenannte „Online-Mitgliedschaften“ einführten, wurde er still. Er hatte keine Ahnung, was das war, aber als ihm klar wurde, wie viel Geld andere forderten, war er froh, dass er ein Inkling war.
Ginny nahm währenddessen das Schreiben wieder auf:

So nutzet diesen letzten Tag
verbringt ihn, wie ihn jeder mag.
Und ab morgen, loggt ihr euch ein
wird es in der Lobby leerer sein.

Sie hielt inne und sah zu Zeal hinüber.
„Du solltest doch mein Gedicht nicht lesen!“ Sie wurde laut.
Aber genauso patzig reagierte er daraufhin: „Du unterhältst dich ja nicht mit mir! Wir hatten was vor!“
Etwas verlegen ließ Ginny den Stift sinken: „Sorry...!“
Sie nahm einen Schluck aus ihrem Getränk. Es schmeckte leicht nach Algen. Viele mochten den Geschmack nicht, aber Algendrinks waren für sie etwas Feines.
„Also, das Geld, was wir in Kämpfen verdienen, bringt uns nichts?“
„Jawohl!“, war Zeals Antwort. „Das bekommen wir für so Tätigkeiten - wie Pfandflaschen sammeln oder so...“
Er wurde stumm. Sein Blick wanderte zu dem Turm, der weit über die anderen Gebäude herausragte. Etwas traurig folgte Ginny dem Blick. Ihr war klar, dass es schwer werden würde, für ein Jahr Mitgliedschaft, anders gesagt zwanzig „Euro“ über Pfandflaschen zu finanzieren. Zwar gab es billigere Pakete, für einen kürzeren Zeitraum, aber sie hatte Angst, nicht zum Kämpfen zu kommen, in dieser Zeit und das Geld umsonst bezahlt zu haben. Es war schon nicht viel, doch brauchten sie es doch auch für andere Dinge, wie Essen, Partys, Klamotten, die nicht für das Leben in Inkopolis gedacht waren. Ihr Taschengeld reichte bei weitem nicht. Und für einen Job, waren sie eindeutig zu jung.
„Hast du vielleicht eine Idee?“, fragte Zeal nochmal in die Stille.
Aber auch Ginny schüttelte mit dem Kopf.
„Dann...“, Zeal erhob sich eilig. „Werde ich mal für kleine Inklinge gehen.“
Das brachte Ginny wieder zum Schmunzeln. „Viel Spaß!“ Sie grinste. Und als er um die Ecke ging, um die Toilette aufzusuchen, widmete sich das Oktolingmädchen wieder ausführlich ihrem Gedicht.

Wieder hörten sie den Klang
eines wütenden Protestgesang.
Und die Helden stimmten ein -
Denn sowas durfte doch nicht sein!

Doch ihnen war nicht klar,
was der nächste Schritt nun war.
Nicht so wie dem Rest -
der wirkte kaum gestresst.

Und zwischen all den Rufen,
sich einige Parolen schufen -
welche hier reimtechnisch nicht passen,
weshalb wir sie einfach weglassen!

So wurden in den nächsten Stunden,
kräftig die Hände geschunden.
Es wurde gebastelt, geschnitten und geklebt,
Stifte geleert und Tücher genäht,

Bis alles vorbereitet war
einige trugen dann sogar
T-Shirts mit markanten Worten
und Käppis aller Sorten.

So stand die Meute auf dem Platz
bis schließlich begann ein Rabatz.
Mit Paukenschlägen und Fanfaren,
waren sie dann losgefahren.

Und verbreiteten aus voller Kehle,
ihrer sehnsüchtigen Befehle!
„Lasst alles so, wie es ist -
alles andere ist doch Mist!“

Die Leute drehten sich um
manche wurden plötzlich stumm.
Doch keiner stellte sich entgegen
vielleicht schon der Größe wegen.

Aus allen Ecken und Gassen
kamen sie - die Massen
Und gesellten sich dazu
So fand die Stimmung keine Ruh.

Nachdenklich schloss Ginny die Augen. Sie sah die vielen Inklinge und Oktolinge wieder vor sich stehen. Zuvor war sie noch nie auf solchen Demos gewesen. Auf Partys, schon. Auch mit vielen Squids. Wenn man in Inkopolis lebte, dann, war das Standard. Aber diese Demo... das war schon was Besonderes.
Überall hatte Fahnen geweht. Jeder hatte etwas dazu beigetragen.
Und die Gesänge, die durch die Straßen wehten...
Es war schon eine Weile her, dass die Oktolinge an die Oberfläche kommen durften und gemeinsam mit den Inklingen an der Sonne lebten.
Allerdings kam es ihr vor, als wäre sie erst vor ein paar Wochen in einen Zug gestiegen und hätte die Stadt das erste Mal gesehen.
Als hätte sie ihren Kumpel Zeal erst gestern kennengelernt.
So schnell war die Zeit vergangen. So viel, hatte sie schon erlebt.
Und doch waren die Demonstrationen etwas, was sie sich nie so vorstellen hätte können. Sie sah auf - Zeal war noch nicht wieder da. Er musste wohl ein größeres Geschäft hinterlassen. Also zückte sie den Stift, nahm noch einen Schluck, wobei die Eiswürfel in ihrem Glas schon lange geschmolzen waren und verfasste wieder neue Zeilen.

Für die Helden war das alles neu
zwar waren sie nie lebensscheu
doch etwas ähnliches hatten sie nie erlebt.
Und spürten, wie ihr Körper bebt.

So viele Energien,
dass es beinah schien
als wäre die Gruppe ein Tier
Und dieser Trieb eine Gier.

Noch lang Krawall und Wut
doch ging das alles gut?
Die Heldin schloss die Augen
und wollte an ein Wunder glauben.

Sollte sie die Stelle einbringen?
Gedichte, waren für Ginny so etwas wie Tagebucheinträge. Vielleicht waren sie nichts Besonderes, vor allem nicht besonders gut. Aber es war die Freude, die sie damit verband, jedes Mal, wenn sie eines verfasste. Und die Erinnerungen...
Denn was Ginny damals durch den Kopf ging, als sie in der Menge stand... Davon ahnte Zeal noch nichts.
Zwar kannte sie keine derartigen Proteste - aber dafür andere Launen. Blutdurst, wenn man es so sehen wollte. Hass. Wut. Und das gesammelt in einer Masse. Denn immer wieder, wenn die Oktarianer sich in ihrer alten Heimat herumschlugen, bedrohten sie die Oktolinge. Besonders die, die die Melodie gehört hatten. Das Lied, das sie veränderte.
Ginny war noch sehr klein. Und schon immer träumte sie von einem Leben an der Oberfläche. Das aber brachte ihr viel Leid ein, viele Kämpfe, von denen sie nicht alle gewinnen konnte. Zu gut erinnerte sie sich an die Wunden, die ihr die kleinen Oktarianerkinder zufügten. All die Tritte und Schläge, einfach nur, weil sie anders war. Anders dachte.
Vielleicht konnte sie nichts dafür. Das war ihre Natur.
Doch das machte etwas mit Ginny. Etwas, dass sie jede Nacht fühlte, wenn sie nach Alpträumen aufwachte. Das sie auch in der Menge an Protestanten gespürte hatte.
Die Angst vor Schmerzen.
Sie scheute nicht vor Kämpfen. Sie war eine geborene Kriegerin auf dem Schlachtfeld. Mit ihrer Sniper erledigte sie alles, was ihr vor die Linse trat. Und auch ihre Nahkampffähigkeiten waren vollkommen passabel. Es war eher eine Angst, vor dem, was war, wenn sie sich nicht wehren konnte. Und deshalb war sie froh, Zeal an ihrer Seite zu haben
Den Gedanken fassend atmete sich auf.
Er passte auf sie auf, das wusste sie. In den Revierkämpfen zückte er seinen Pulviator und gab ihr Rückendeckung, während sie die Gegner anvisierte. Und auch so stand er ihr zur Seite. Sie war so froh, ihn getroffen zu haben. Damals...
Doch, sie begann zu schreiben. Schließlich wollte sie fertig werden, irgendwann.

Denn sie wollte Frieden.
Und sie wollte Spaß.
Und keine Schmerzen, die man nicht vergaß.
So hatte sie sich entschieden.

Sie sah ihren Kumpel an
und als sie seinen Blick sah irgendwann.
Stellte sie ihm eine Frage
die ich nur sinnbildlich übertrage.

Sie machte ihren Gedanken Dampf
und fragte: „Lust auf einen Kampf?“
Er strahlte über beide Ohren
so hatte er sich geschworen,

Dass dieser lange Weg
nicht im Chaos zu Ende geht!
So rannten beide an die Spitze vor.
Stellen sich vor den gesamten Chor.

Sie spürten, wie die Knie wurden weich
Ihre Gesichter kreidebleich
Und doch nahmen sie allen Mut zusammen
Als sie einen hohen Platz erklammen
Und riefen mit ganzer Gewalt
In die Gruppe lautstark: „Halt!“

Es dauert seine Zeit lang
bis aller Lärm verklang
Und tausende von Augenpaaren
auf die zwei Helden gerichtet waren.

„Liebe Squids dieser Stadt
wir haben dieses Gelaufe satt.
Was nützt uns Gejammer und Gefluch'
Ohne ein sauberes Taschentuch?“
Denn, was, wenn unser Krieg misslingt
Und sinnlos im Raum verklingt?
Unsere Uhr tickt“
Und sie in die Tasche blickt...

Dabei deutete sie auf eine zierliche Maid,
stand sie direkt vor ihr, griffbereit.

„...Ich weiß nicht, wie es bei dir wär',
Ist deine Tasche auch so leer?“

Sie kehrte ihre Hosentaschen nach außen.
Nicht ein Cent fiel dort nach draußen
Und so war den Helden klar
dass ihr Schritt der richtige war.

„Drum lass uns den letzten Tag noch feiern
bis sie unser Geld ergeiern
Und leisten wir einen härteren Schlag
nach unserem letzten Tag?“

Erst rechnete sie mit Widerstand
doch zog sich ein Band
der Zustimmung und Freude
durch die wutentzürnte Meute.

So flog kein Schild, so viel kein Stein.
So sollte es doch immer sein.
Und ein paar legten ihre Sachen nieder
Andere nahmen sie sich wieder.

Kleine Gruppen liefen fort.
Demonstrierten an ‘nem andren Ort.
Doch auch sie meinten irgendwann
sind sie mal mit Kämpfen dran.

Viele Stimmen erfüllten den Platz
Das Heldenherz machte einen Satz.
Sie berührten sie einander sacht
das hatten sie echt gut gemacht.

Geschafft waren sie vom vielen Laufen,
mussten sie schon ganz schön schnaufen.
So konnte sie endlich tun, was sie einzig richtig kannten
Revierkämpfe, wie sie es nannten


Bald begann schon ein Duell.
Alles ging da ziemlich schnell
Rot kämpfte gegen Blau
wer gewinnt, wusste keiner zu Beginn genau.

Doch vor dem Kampf bemerkten die zwei,
waren die Demos nicht vorbei.
Denn jeder der Kämpfer auf dem Feld,
war wie aus dem Ei gepellt:

Trugen jeder von ihnen provokant,
ein T-Shirt aus dem Widerstand.
Alle strahlten sich fröhlich an
bis der Kampf dann begann.

So kämpften die Helden ewig lang
bis zum Sonnenuntergang
Und selbst dann war lang nicht Schluss
mit dem ewigen Beschuss.

Sie gewannen und verloren
Bis es klingelte in den Ohren.
Und sie die Lobby verlassen mussten.
Was dann kam, sie alle bereits wussten.

So saßen die beiden Helden da,
müde, durstig, ja...
sogar die Knie waren geschunden,
doch bereuten sie keine ihrer Wunden.
Denn alles lief perfekt.
In diesen Kampfaspekt.
So schlürften sie ihren Saft
und sammelten neue Kraft.
Die Welt war doch wunderbar
doch eines war ihnen besonders klar.
Und eines schworen sie sich ein:
Dies sollte nicht der letzte Tag sein.


Erschöpft sank Ginny zurück. Der Stift glitt ihr aus der Hand. Die letzte Zeile passte ihr nicht ganz. Eigentlich hatte sie eine bessere Idee gehabt. Doch sie war einfach verschwunden.
„Naja.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Dann sollte es nicht so sein.“
Wieder nahm sie einen Schluck ihres Getränkes. Langsam ging es doch zur Neige.
Es brauchte nur noch einen Namen. Vielleicht, „Der letzte Tag“?
Sie nickte. Als Arbeitstitel war das möglich.
Wie auf ein Kommando, das Ginny nicht kannte, kam Zeal wieder um die Ecke. Er machte einen erleichterten Eindruck. Sein Gesicht sah so friedlich aus, dass Ginny grinste musste. Dieser Inkling... er brachte sie immer wieder zum Lächeln.

Irgendwie dachte sie an den Tag, als sie sich zum ersten Mal trafen. Auch von dem gab es ein Gedicht. Ginny wusste genau, wo es lag: in ihrem Lieblingsbuch, neben ihrem Bett. Damit sie es sich ständig durchlesen konnte.
Sie erinnerte sich, wie viel Panik sie besessen hatte, nachdem sie an die Oberfläche gekommen war. Die Sonne hatte ihren kalten Körper gewärmt. Doch sie stand auf einem Platz, auf diesem, genau diesem Ort, an dem sie jetzt im Moment waren und wusste nicht wohin. Denn der Platz war riesig! Überall hohe Häuser und die Wärme! Musste man sich irgendwie melden?
Ihr fiel die Sprache noch schwer. Zwar verstand sie die Worte um sich herum, aber selber sich verständigen, dass traute sie sich nicht wirklich. Dabei hatte sie eine Ewigkeit trainiert...
Da sprach sie auf einmal wer an. Sie erinnerte sich, wie sie zusammengezuckt war, denn nicht einmal in einhundert Jahren hatte sie damit gerechnet, dass einfach so jemand auf sie zukam. „Coole Frisur!“
Ginny hatte scheu gelächelt, als ein junger Inkling, mit großen blauen Augen sie ansah.
„Danke“, nuschelte sie.
Dann deutete er auf die Sniper, die ihr über der Schulter gehangen hatte.
„Die sieht echt gefährlich aus. Was ist das für eine Sniper?“
Das Oktolingmädchen war verunsichert. Wieso unterhielt er sich über ihre Waffe? War diese Art von Small Talk in Inkopolis normal? Sie hatte immer gehört, wie unfreundlich die Inklinge wären...
Sie wusste nicht, was sie antworten sollte. Klar, kannte sie die Bezeichnung für ihre Waffe, aber sie war zu nervös, um es einfach auszusprechen.
Doch der Inkling nahm das gar nicht war. So grinste er und fragte.
„Bist du gut mit der Waffe?“
Schüchtern nickte Ginny.
„Na, gesprächig bist du ja nicht.“ Der damalige Zeal lachte.
Er klang so fröhlich.
Ginny meinte leise. „Naja. Eigentlich rede ich mehr, aber ich komme von weiter weg...“
Sie verstummte. Ihrer Meinung nach machte das nicht viel Sinn, was sie da von sich gab. „Vielleicht taust du noch auf.“
Er lachte. „Ich bin Zeal!“
Munter streckte er ihr die Hand hin. Sie hatte eingeschlagen, etwas unsicher, da sie nur auf seine Hände sah, aber immerhin.
„Ginny!“ Anscheinend hatte er sie verstanden. Und das sogar gut. Ihr fiel ein gewaltiger Brocken vom Herzen.
Er grinste. „Süß!“, sagte er.
Sie lächelte erleichtert.
„Nen paar Kumpels von mir und ich wollen einen Revierkampf austragen.“
Sie wurde hellhörig. Kampf?
„Magst du vielleicht mitmachen? Wir brauchen noch wen.“ fuhr er fort.
Wieder drehten sich tausende von Fragen in ihrem Kopf. Was sollte sie machen? Es waren bestimmt nur Inklinge. Sie würde auffallen. Es würden Fragen gestellt werden. Und vor allem hatte sie keine Ahnung, wo sie landen würde.
Zeal bemerkte ihre Unsicherheit. „Du musst nicht, war nur 'nen Angebot...“
Ginny ballte ihre Hände zu Fäusten. Sie konnte sich nicht ewig verstecken. So hob sie die den Kopf und sah diesen Zeal an.
„Nein, alles gut. Ich bin dabei!“
Ein funkelnder Glanz erfüllte Zeals blaue Augen. Er grinste, nein, er jubelte: „Super!“
Dann zog er sie an der Hand. Sie wusste gar nicht, was da passierte, als er sie zu einem großen Turm mit hinzog und meinte:
„Aber, nur so: Wenn meine Kumpels dich fragen, Ginny, du wurdest nicht gezwungen!“
„Hä?“ Sie war verwirrt. „Wurde ich doch gar nicht.“
„Dann ist ja gut.“ Wieder ein Lachen. Wie oft bitte lachte der Kerl den? Doch ihr schwirrten noch mehr Unklarheiten im Kopf herum.
„Aber eine Frage hab ich trotzdem?“
„Ja?“
„Wohin gehen wir denn überhaupt?“
Ja, und ab dann entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Sie lernte sich besser kennen, sodass sie schnell vergaßen, dass es eigentlich noch gar nicht so lange her war, was an diesem Tag passierte...

„Oh, bist du fertig?“ Sie zuckte zusammen, als Zeal plötzlich neben ihr stand.
„Guck doch nicht so erschrocken!“ Er lachte.
„Du bist so schreckhaft.“
Dann sah er über ihren Kopf auf das Blatt.
„Darf ich es mal lesen?“
„Später vielleicht!“ Ginny streckte ihm die Zunge entgegen, als er sie überrascht ansah.
„Die Pfandflaschen sammeln sich nicht von alleine.“
„Ach, sammeln wir jetzt welche?“ Er schien immer weiter verwundert.
„Klar, warum nicht?“
„Wir können doch eines deiner Gedichte veröffentlichen...“
„Ach halt die Klappe!“
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