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Von Liebe, Tod und Freiheit

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Lorenor Zorro Marco der Phoenix Monkey D. Ruffy Nico Robin / Miss Bloody Sunday OC (Own Character) Trafalgar Law
18.06.2019
25.11.2020
75
188.372
5
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21.10.2020 2.435
 
~70~


Hilflos musste Amara dabei zusehen, wie Zoro in die Grand Line sprang und nach Marco tauchte. Um sie herum tobte noch immer der Kampf und sie konnte nur hoffen, dass es beide wieder an die Oberfläche schafften.
„Alles bereit um zu verschwinden!“, rief Franky aus.
„Noch nicht!“, Amara warf einen der Soldaten über die Reling in die Grand Line, „Zoro und Marco sind noch nicht wieder an Bord.“ Sie war sich nicht sicher ob die anderen überhaupt gemerkt hatten, was sich am Himmel abgespielt hatte und dass Zoro über Bord gegangen war. Auf der Tang herrschte ein ähnlicher Aufruhr. Amara fragte sich was genau passiert war, dass dieser Tag so schrecklich schief gelaufen war.
„Wir haben nicht mehr viel Zeit, Amara. Wir müssen hier weg!“, rief Nami, die sichtlich damit rang die Worte auszusprechen. Immerhin waren Zoro und Marco auch ihre Freunde. „Das da oben sieht nicht besonders gut aus.“ Amara folgte Namis Blick und das Blut gefror ihr in den Adern. Was dort auf sei zukam sah aus wie ein riesiger Komet. Es war wahnsinnig. Einfach wahnsinnig.
„Nur noch eine Minute.“ Ihre Stimme hatte etwas flehendes und ihre Finger bohrten sich so stark in das Holz der Reling, dass sie befürchten musste dieses zu zerbrechen. Die Marinesoldaten flohen zurück auf ihre eigenen Schiffe, ein Zeichen dafür, dass sie diese Attacke kannten und so schnell wie möglich aus deren Reichweite verschwinden wollten.
Amara atmete erleichtert aus, als sie Zoro sah, der mit Marco wieder auftauchte und von seinen Kameraden an Bord gezogen wurde. Marco sah übel aus, die Kugeln steckten noch in seinem Körper und Blut trat aus den Wunden. Wie war das nur möglich?
„Wir müssen ihn sofort in mein Behandlungszimmer bringen!“, wies Chopper sie an. Amara blieb wie versteinert stehen, beobachtete wie Zoro Marco zum Krankenzimmer trug und schaffte es erst sich in Bewegung zu setzen, als Franky sie alle anwies sich in Sicherheit zu begeben, damit sie endlich aus der Gefahrenzone verschwinden konnten. Neben ihnen tauchte die Tang ab.
Amara folgte Zoro und Chopper in den Behandlungsraum, wo Zoro Marco auf dem Bett ablegte und sich dann selbst auf einem der Stühle nieder ließ. Der Schwertkämpfer selbst hatte einige Wunden davon getragen und so wie Amara es mitbekommen hatte war eigentlich keiner von ihnen komplett heil aus dem Kampf hervor gegangen. Ein Ruck ging durch das Schiff, Amara stolperte einige Schritte nach vorne und konnte sich nur knapp abfangen. Was zum Teufel geschah hier gerade? Nur wenig später ging ein weiterer Ruck durch das Schiff, sie wurde erneut durchgeschüttelt, schien aber die einzige zu sein, die das auch nur im geringsten überraschte. Es schien so, als hätte dieses Schiff den ein oder anderen Trick auf Lager, den sie noch nicht kennen gelernt hatte.

Chopper rannte durch sein kleines Behandlungszimmer, wusste kaum wessen Verletzungen er zuerst behandeln sollte, während Amara einfach nur Marco anstarrte. Es musste an den Kugeln in seinem Körper liegen, dass er sich nicht selbst heilen konnte. Sie beobachtete Chopper dabei, wie er begann die Projektile zu entfernen und zum ersten Mal sah sie wie Blut aus einer von Marcos Wunden trat. Ein Anblick von dem sie nicht gedacht hatte, dass er sie so schockieren würde. Hinter ihr wurde die Türe aufgerissen, Ruffy und Usopp brachten Sanji zu ihnen, der recht übel zugerichtet war. Das schlechte Los eines Nahkämpfers, wenn er es mit vielen Gegnern zu tun bekam. Irgendwann konnte man nur noch verlieren, vor allem wenn die Feinde über Waffen verfügten.
Amara stieß sich von der Wand ab und blickte zu Chopper, der etwas verzweifelt wirkte. Wer konnte es ihm verübeln, er war der einzige arbeitsfähige Arzt an Bord und gerade hatte er alle Hufe voll zu tun.
„Kümmer dich um Sanji, ich übernehme Marco.“
„Bist du dir sicher?“ Chopper klang fragend und gleichzeitig etwas besorgt.
„Ja bin ich. Keine Angst, ich weiß was ich tue.“ Zumindest in der Theorie und zum Großteil in der Praxis, woran auch Chopper sich zu erinnern schien. Wenn doch nicht überall so viel Blut wäre, wo Chopper bereits die ersten Kugeln entfernt hatte. Chopper nickte ihr zu, machte sich sofort daran Sanji zu versorgen, während sie sich Marco zuwendete. Nach und nach entfernte sie die Kugeln aus seinem Körper, achtete dabei sie nicht mit den bloßen Fingern zu berühren und ließ sie in eine kleine Schale fallen. Franky musste sie sich im Verlauf des Tages eindeutig ansehen, denn wenn Amara Recht hatte, dann hatte die Marine eine neue Art von Waffen geschaffen, die ihnen gefährlich werden konnten. Die ersten kleinen Wunden, Streifschüsse und Prellungen, begannen bereits zu heilen, als sie Wunden zunähte. Es war befremdlich Marco so zu sehen. Seine Haut war blass durch den Blutverlust und sein Atem ging nur schwach. So hatte sie ihn noch nie gesehen und bisher hatte sie nie geglaubt ihn jemals so sehen zu müssen. Amara sank auf dem Stuhl neben ihm zusammen, starrte auf ihre Hände, die voll von seinem Blut waren und wusste plötzlich nicht mehr wohin mit sich.
Ruckartig stand sie auf, ignorierte die Blicke, die man ihr zuwarf, als sie aus dem Raum stürmte und lief direkt in Richtung des Bads, wo sich jetzt mit Sicherheit niemand aufhalten würde. Sie schloss die Türe hinter sich, ließ sich daran herunter gleiten, starrte weiter auf ihre Hände und unterdrückte den Drang sich übergeben zu müssen. Sie wusste nicht, seit wann sie den Anblick von Blut nicht mehr so gut ertrug, doch sie war froh, dass sie es in wichtigen Situationen diesen Teil ihres Kopfes ausschalten und sich auf das Wesentliche konzentrieren konnte. Dafür war der Moment danach umso schlimmer, wenn die Eindrücke ungefiltert auf sie einstürmten. Dann nahm sie alles so viel stärker war und erkannte sich oft selbst nicht wieder. Ihr Körper wurde von einem Zittern erfasst, sie stand auf, ging zum Waschbecken und drehte das Wasser auf. Amara beobachtete wie das Blut von ihren Händen gespült wurde und das Wasser rot färbte.

„Amara?“, Robins Stimme war durch die geschlossene Türe gedämpft, doch sie konnte die Sorge trotzdem heraus hören, „Amara, geht es dir gut?“ Amara atmete einmal tief durch, stellte das Wasser ab, obwohl sie noch immer das Gefühl hatte, dass ihre Hände rot waren und öffnete dann die Türe.
„Hey. Ja es geht mir gut. Tut mir leid… ich habe einfach kurz eine Pause gebraucht. Ich…“ Sie wusste nicht einmal was genau sie sagen wollte, doch Robin nickte einfach verstehend. Sie verstand meistens, was Amara mit Worten nicht ausdrücken konnte. Sanft legte Robin ihre Arme um Amara und zog sie an sich.
„Keine Sorge. Es wird alles wieder gut.“ Amara wollte den Worten ihrer Freundin glauben, sie erwiderte die Umarmung und legte ihren Kopf an Robins Schulter. Wie oft hatte sie Yumiko in letzter Zeit gesagt, dass alles wieder gut werden würde? Wie oft hatte sie es sich selbst gesagt? Oft genug, um es sich selbst nicht mehr wirklich glauben zu können und so fiel es ihr auch scher Robin zu glauben. Trotzdem löste sie sich von ihrer Freundin, setzte ein leichtes Lächeln auf und nickte. Wenn sie es sich nur lang genug selbst sagte, dann würde sie auch wieder an die Wahrheit der Worte glauben. Gemeinsam verließen sie das Bad wieder und begaben sich zum Krankenzimmer. Der Lärm darin war bereits an Deck zu hören und Amara verspürter etwas Mitleid für den armen Chopper. Als sie die Türe öffnete wurde es kurz still und erst, als sie ausatmete, wurde ihr bewusst, dass sie die Luft angehalten hatte. Mehrere Augenpaare blickten sie an, doch alles worauf sie sich in diesem Moment konzentrieren konnte, war Marco, der halb aufrecht auf dem Bett saß und sie ansah.
„Gott sei dank.“ Ihre Stimme kam ihr in der Stille des Raumes etwas zu laut vor und als sie auf ihn zu ging und ihn in ihre Arme schloss, fühlte sie sich von allen Seiten beobachtet.
„Pass doch auf“, in Marcos Stimme schwang ein leichtes Lachen mit, als er einen Arm um sie legte, „du tust mir weh.“
„Hast du verdient“, nuschelte sie gegen seine Brust.
„Ach und wieso?“ Wieso erlaubte er es sich überhaupt sich schon wieder so gut anzuhören?
„Weil du beinahe draufgegangen bist.“ Sie wurden von Chopper unterbrochen, der am Saum von Amaras Kleid zupfte und so ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
„Amara? Glaubst du es wäre möglich, dass wir Marco und ein paar andere zur Tang bringen? Ich habe hier einfach nicht genug Platz.“ Amara tauschte einen kurzen Blick mit Marco, der ihr zunickte.
„Natürlich… aber wir sollten zu erst sehen, was Law dazu sagt, Chopper. Wir wissen nicht wie es um seine Crew steht.“ Chopper nickte, Amara half Marco aus dem Bett, damit er sie zur Tang begleiten und sich mit Law austauschen konnte. Sie musste Marco stützen, der noch immer relativ schwach wirkte, aber in ein paar Tagen würde sich das legen und so dauerte es ein wenig, bis sie zur Tang kamen, die vor wenigen Minuten neben ihnen aufgetaucht war.

Es herrschte eine merkwürdige Stille und als sie an der Krankenstation ankamen, traut Amara ihren eigenen Augen nicht. Die Krankenstation war ein Schlachtfeld und in diesem ganzen Chaos war Yumiko. Schnell hatten sie erfahren, welche Szenen sich auf der Tang abgespielt hatten und Yumiko wurde von Chopper für ihre Arbeit gelobt und Amara war froh, dass sie das alles verpasst hatte.
Sie half Marco sich in eines der Betten zu legen, während Chopper Law aus dem Operationsaal holte und Yumiko sich an den Schreibtisch ihres Kapitäns setzte.
„Kannst du hier bleiben und aufpassen, Amara?“, fragte Chopper, „so wie es aussieht, muss ich doch alle auf der Sunny behandeln… Law braucht dringend Ruhe… aber ich denke für Marco ist es hier besser.“ Dann pfuschte er Chopper nicht ins Handwerk und konnte sich selbst auch ausruhen.
„Aber natürlich, Chopper. Geh nur.“
Yumiko schien am Tisch einzuschlafen und auch Marco hatte nach wenigen Minuten wieder die Augen geschlossen und war in einen tiefen Schlaf gesunken. So ließen sie beide Amara mit ihren Gedanken und der unerträgliche Stille alleine. Sie stieß ein Seufzen aus, zog sich einen Stuhl neben Laws Bett, der wohl von allen am meisten Überwachung brauchte, nahm sich ein Buch über Heilkräuter aus dem Schrank und begann zu lesen. So wurde ihr zumindest nicht allzu langweilig und sie konnte sich ein wenig fortbilden. Wer wusste wann man dieses Wissen noch einmal brauchte.

Lange Zeit geschah nichts, die Stille machte sie ganz wahnsinnig und raubte ihr sämtliche Konzentration, als sie merkte, wie Law sich neben ihr bewegte. Nur ganz leicht, sein Kopf drehte sich zu ihrer Seite, seine Augenlider flatterten etwas, bevor sie sich öffneten und er ein paar Mal blinzeln musste, bevor er sie richtig ansehen konnte.
„Amara?“ Laws Stimme klang kratzig und kraftlos. „Was ist passiert?“ Das war eine berechtigte Frage und eine wirkliche Antwort hatte sie nicht darauf.
„Mit dir? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Alles was ich weiß, ist dass du beinahe draufgegangen wärst, wenn Yumiko nicht doch ein bisschen Ahnung davon hätte, wie man Menschen wieder zusammen flickt.“ Nicht ihre Glanzleistung was Sensibilität anging, aber für Glanzleistungen und Sensibilität hatte sie an diesem Tag keinen Nerv mehr. „Muss ziemlich übel ausgesehen haben. Bin froh, dass du wieder wach bist.“
„Wie geht es den anderen?“ Typisch Arzt, immer die anderen zuerst.
„Meine Crew ist okay, keiner ist unverletzt aus der Sache raus gekommen, aber da uns hier sonst niemand Gesellschaft leistet, nehme ich an, dass es deiner soweit gut geht. Oh… und wir haben ein Problem.“ Das sagte man einem von den Toten auferstandenen nicht, doch Laws resignierendes Seufzen sagte ihr, dass er nicht mehr mit guten Nachrichten gerechnet hatte. „Es sieht so aus, als hätte die Marine mittlerweile aufgerüstet. Marco wurde von Kugeln aus Seestein, zumindest nehme ich an, dass es Seestein ist, getroffen… sah schlimm aus, aber wir konnten alle Kugeln entfernen und der Selbstheilungsprozess ist bereits eingetreten, also kein Grund sich über ihn Gedanken zu machen…“
„Das Problem bleibt allerdings bestehen.“
„Stimmt… aber darüber sollten wir uns Gedanken machen wenn wir alle wieder bei Kräften-“, ein dumpfer Schlag ertönte, sie fuhr herum zu Yumiko, deren Kopf nicht mehr auf ihrer Hand abgestützt war, sondern auf der Tischplatte lag, „… sind. Himmel, wie kann das Mädchen so schlafen?“
Law machte sich nicht einmal die Mühe sich aufzusetzen, wahrscheinlich wusste er, dass sein Körper die Anstrengung in diesem Moment nicht verkraften würde.
„Nach dem was sie geleistet hat, wäre wohl jeder eingeschlafen“, meinte er nur, doch sein Blick wanderte besorgt zu ihr. Amara erhob sich seufzend von ihrem Platz, ging zu Yumiko, die sie vorsichtig vom Stuhl hob und in eines der Betten legte. Warum sie sich in erster Linie an den Schreibtisch gesetzt hatte, war Amara so oder so schleierhaft. Dann kehrte sie auf ihren Platz neben Law zurück.
„Vielleicht solltest du auch  noch etwas schlafen“, schlug sie ihm vor, doch er schüttelte nur leicht den Kopf.
„Nein. Zumindest jetzt noch nicht.“ Amara lächelte verstehend. Er musste all die Informationen, die er von ihr hatte immerhin erst einmal verarbeiten. Immerhin hatte sie ihm auf mehr oder weniger unsensible Weise mitgeteilt, dass er beinahe gestorben wäre und das relativ kurz, nachdem Yumiko dieses Schicksal fast ein zweites Mal ereilt hatte.
„Du weißt, dass das eure Schuld ist, oder?“
„Bitte?“ Amara legte den Kopf schief und meinte sich doch glatt verhört zu haben.
„Ich kann mich nicht an besonders viel erinnern, was wohl mit dem Blutverlust zu tun hat, aber ich wage mich daran zu erinnern, dass du und Yumiko eine Katastrophe herauf beschworen und zugestimmt habt, die Verantwortung für diese zu übernehmen, sollten wir heil aus ihr heraus kommen.“ Diese Unterhaltung hatte es tatsächlich gegeben und sie bereute es, dass er sich daran erinnern konnte. Andererseits, bewies es, wie einfach es war sich mit Law zu unterhalten und es nahm dem Raum die Stille. Alles in allem war es gut so.
„Ja, ich kann mich dunkel daran erinnern. Es tut mir leid… vor allem, weil deine Freundin bei Gott nicht nähen kann und du damit jetzt leben musst.“ Wieder einmal war ihr ein Gedanke gekommen und wieder einmal hatte ihre fehlende Impulskontrolle dafür gesorgt, dass sie ihn ausgesprochen hatte.
„So schlimm?“
„Keine Sorge. Nichts das Marco nicht hinbekommt. Hab ich ja Erfahrung mit.“ Law lachte ganz leise und kurz darauf, fanden sie sich in einem angenehmen Schweigen wieder. Amara schlug die Beine übereinander, widmete sich wieder ihrem Buch und obwohl die Stille in den Raum zurückkehrte, war sie nicht unangenehm und machte sie auch nicht wahnsinnig. Alleine die Tatsache, dass Law wach neben ihr lag und sie jederzeit mit ihm reden konnte, machte die gesamte Situation wesentlich ertragbarer und irgendwie ziemlich okay.

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Kapitel von CyberAngel
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