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Von Liebe, Tod und Freiheit

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Lorenor Zorro Marco der Phoenix Monkey D. Ruffy Nico Robin / Miss Bloody Sunday OC (Own Character) Trafalgar Law
18.06.2019
25.11.2020
75
188.372
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30.07.2019 2.289
 
~6~


Amara rannte ihrer Gruppe hinterher. Ruffy legte ein ordentliches Tempo vor, teilte Schläge aus um die Tiere von ihnen fern zu halten. Amara umfasste den Speer fest, spürte das vertraute Gewicht ihrer Äxte auf ihrem Rücken. Ein Windhauch warnte sie vor einem weiteren Tier, das von hinten auf sie zusprang. Sie wirbelte herum, ließ den Speer durch die Luft sausen. Die Spitze durchschnitt die Haut des Tigers, der jaulend zurück zuckte. Blut dran aus der Wunde, färbte das Fell rot. Amara hatte Mitleid mit dem Tier, für das die Crews Eindringlinge in seiner Heimat waren. Es hatte sich auf die einzige Art verteidigt, die ihm möglich war. Der Tiger zog sich zurück und Amara konnte nur hoffen, dass sie ihn nicht zu schwer verletzt hatte.
Nur langsam lichtete sich der Wald, die Tiere zogen sich zurück. Am Himmel zogen Greifvögel umher, doch diese schienen sich nur wenig für ihre Gruppe zu interessieren. Amara verlangsamte ihre Schritte, lauschte ihrer Umgebung, immer darauf bedacht sich nicht zu weit von der Gruppe zu entfernen. Sie waren noch lange nicht außer Gefahr und Amara hoffte, dass es den beiden anderen Gruppen gut ging. Wer wusste schon wie die Fische dieser Insel aussahen? Wenn sie Pech hatten, dann spielten gerade zwei Seeschlangen Ping-Pong mit der Sunny und der Polar Tang.
Der Geruch von verbranntem Holz und Rauch stieg ihr in die Nase. Sie mussten dem Dorf ganz nah sein. Wie schafften es die Menschen hier zu überleben? Bei solchen Tieren musste es sich bei den Menschen um Riesen handeln, doch dafür war das Dorf zu klein. Riesen brauchten wesentlich mehr Platz und man hätte die Häuser vom Schiff aus sehen müssen.
Noch immer rennend verließ Ruffy den Wald und nur seinem Glück war es wohl zu verdanken, dass die Gruppe um Law ihn früh genug erkannte um ihn nicht anzugreifen. Das Dorf vor dem sie nun standen war von einer Mauer umgeben, die keines der Tiere jemals überwinden konnte. Bis auf Yumiko schienen alle unverletzt zu sein, das Ausmaß ihrer Wunde war schwer zu erkennen, doch das Blut, hatte sich bereits in den Stoff ihres Pullovers gesaugt. Ihr Blick wanderte über die Gruppe und schlagartig wurde ihr bewusst, dass eine Person fehlte.
„Hey, wo steckt Zoro?“, Ruffy sprach ihre Gedanken aus bevor sie es konnte.
„Er ist wohl irgendwo auf dem Weg verloren gegangen“, antwortete Franky und schien tatsächlich etwas niedergeschlagen. Letztendlich war es wohl kaum eine gute Idee gewesen Zoro mit auf die Insel zu nehmen. Alleine die Tatsache, dass er sich immer verlief war ein Ausschlusskriterium wenn es um die Erkundung einer unbekannten Insel ging.
„Wie konnte das passieren?“, Amaras Stimme war scharf und ließ Franky kurz zusammen zucken. Law hingegen schien unberührt davon. Er blickte sie einfach an, schien sich nicht einmal daran zu stören, dass sie mit einem Mal die übrigen Mitglieder ihrer Gruppe überragte.
„Wir wurden von den Tieren der Insel angegriffen. Wahrscheinlich hat er bei unserer Flucht einen anderen Weg gewählt.“ Oder aber sie hatten ihn schon lange zuvor verloren und es einfach nicht gemerkt. Ein Seufzen entwich Amara, Ruffy allerdings schien sich nicht allzu sehr zu sorgen und Sanji verkniff sich einen eindeutig bösartigen Kommentar. Sie hatten Zoro bereits öfter verloren und bisher hatten sie ihn noch immer wieder gefunden. Jetzt konnten sie an der Tatsache, dass er verschwunden war auch nichts mehr ändern.
„Da das geklärt ist“, Law sprach weiter ohne auf eine Reaktion zu warten, „sollten wir eventuell versuchen aus der Reichweite dieser Bestien zu kommen. Yumikos Wunde muss richtig versorgt werden.“ Yumiko schien sich unter der plötzlichen Aufmerksamkeit, die ihrer Verletzung zuteil wurde unwohl zu fühlen. Ruffy stellte sich vor das Tor, die Hände in die Seiten gestemmt.
„Soll ich einfach mal klopfen?“ Ohne auf eine Antwort zu warten hämmerte er gegen das Tor. Obwohl sie nicht wusste, was sie erwartete, bereitete Amara sich innerlich auf einen weiteren Kampf vor, als sich das Tor einen Spalt weit öffnete.
Eine junge Frau trat aus dem stark befestigten Dorf. Sie war eine kleine, schmale Gestalt mit dunklem Haar und hellen Augen. Sie sah nicht aus wie jemand der im Kampf erprobt war. Unsicher blickte sie die Gruppe an und alleine Choppers Anblick schien sie in Angst zu versetzen.
„Was wollt ihr?“, ihre Stimme war leise, kaum hörbar.
„Wir erhoffen Zuflucht in eurem Dorf“, sagte Robin noch bevor ein anderer antworte konnte, „Unsere Freundin ist verletzt und wir würden ihre Wunde gerne versorgen.“ Die junge Frau verschwand wieder hinter dem Tor, leise Stimmen tuschelten miteinander, dann kam sie zu ihnen zurück.
„Ihr dürft eintreten“, sagte sie, „Ist euer tierischer Gefährt ungefährlich?“ Wenn man bedachte, dass sie von monströsen Tieren umgeben waren, dann war es verständlich, dass das kleine Rentier sie auf irgendeine Weise verstörte.
„Keine Sorge“, versicherte Sanji hinter ihr plötzlich, „Chopper ist ein äußerst gut erzogenes Tier.“ Chopper verzichtete auf einen lauten Protest, sondern begnügte sich damit Sanji seinen bösesten Blick zu schenken.

Sie folgten der jungen Frau durch das Tor, welches sich mit einem lauten Knall hinter ihnen schloss. Durch die Mauer, welche sie von den Tieren trennte fühlte Amara sich eher eingesperrt als sicher. Wie konnten Menschen nur so leben? Der Aufbau der Stadt schien keinem direkten Muster zu folgen. Viel mehr war es ein Dorf, das sich nach und nach um ein großes, bunkerähnliches Gebäude herum erbaut worden war. Es gab keinen wirklichen Dorfplatz, die Menschen schienen lieber in ihren Häusern zu bleiben, welche wie die Mauer auch, aus Baumstämmen erbaut worden waren. Lediglich das Gebäude in der Mitte war aus Stein erbaut und fensterlos. Nichts an diesem Haus schien irgendwie einladend und Amara war froh, als sie an diesem vorbei in ein daneben erbautes Holzhaus geführt wurden, welches die anderen Häuser in seiner Größe bei weitem überstieg. Der Türrahmen war trotz allem für ihre derzeitige Körpergröße zu niedrig, so dass sie wieder auf ihre normale Größe schrumpfte. Der Vorgang wurde von der jungen Frau misstrauisch zur Kenntnis genommen, doch wenn sie irgendwelche Bedenken hatte, so äußerte sie diese nicht. Wenn man in der Neuen Welt lebte gewöhnte man sich an allerlei Kuriositäten. Sie wurden in einem kleinen Vorraum stehen gelassen, während die Frau in dem dahinterliegenden Zimmer verschwand. Leise Stimmen unterhielten sich und Amara konnte die meisten davon als weiblich identifizieren. Die Menschen redeten wild durcheinander, verstummten dann irgendwann jedoch und die Türe wurde erneut geöffnet. Eine weitere Frau, groß und blond, winkte sie hinein. Die Crews warfen einander kurze Blicke zu, als wollten sie die Bestätigung der jeweils anderen haben, dass sie der Fremden wirklich folgen würden. Ruffy und Law waren die ersten, die durch die Türe traten, danach der Rest der Crews.

Das Zimmer erinnerte stark an ein Büro, der Schreibtisch war eine ausrangierte Türe, die auf Kisten stand, dahinter saß ein kleiner etwas untersetzter Mann, welcher von vier Frauen umgeben war, die allesamt zu hübsch für ihn waren. Die kleine Brünette stand rechts neben ihm und flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf der Mann nickte.
„Ihr seid also die Fremden, die Zuflucht in meinem Dorf wünschen?“ Amara verkniff sich einen Kommentar, darüber dass sie offensichtlich die einzigen Fremden in diesem Dorf waren. Man musste den Mann ja nicht sofort auf dem falschen Fuß erwischen.
„Ja, die sind wir“, Law musste den selben Gedanken geteilt haben, denn er war der erste, der dem Dorfoberhaupt antwortete, „Wir danken euch, dass ihr uns Einlass in euer Dorf gewährt habt.“
„Noch ist es etwas früh für Dank“, winkte der Mann ab, „Noch kann ich euch immer vor das Tor setzen und dabei zusehen, wie die Tiere des Waldes euch zerfleischen. Also was wünscht ihr?“ Law war sichtlich vor den Kopf gestoßen und Ruffy setzte eindeutig bereits zu einer Antwort an, als Robin hervor trat und ihrem Kapitän das Wort abschnitt.
„Wie wir bereits sagten, bevor man uns Einlass gewährte, wünschen wir nur einen ruhigen Ort, um die Verletzung unserer Kameradin zu versorgen.“ Hinter ihr stöhnte Yumiko genervt auf und Amara glaubte aus dem Augenwinkel sehen zu können, wie das Mädchen die Augen verdrehte. Ja, sie mochte es eindeutig nicht, so in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt zu werden.
„Wenn das alles ist, so sollt ihr es haben.“ Das Dorfoberhaupt, der noch immer nicht die Güte besessen hatte sich ihnen namentlich vorzustellen, wendete sich bei seiner Antwort an Law, als wäre er es gewesen, der ihm geantwortet hatte. Robin wurde völlig ignoriert. „Was führt euch auf meine Insel?“ Zu erst war es sein Dorf und nun gehörte ihm schon die ganze Insel? Ein eindeutiges Anzeichen für Größenwahn, wenn man Amara fragte.
„Unsere Crews bereisen die Grand Line und die Neue Welt. Der Logport hat uns an die Küste ihrer Insel gebracht. Wir hatten gehofft unsere Vorräte etwas aufstocken zu können.“ Wieder antwortete Robin, doch der Mann tat erneut so, als hätte Law diese Worte gesprochen. Verstehend nickte er dem Kapitän zu, strich sich über seinen langen Bart und stützte dann die Ellbogen auf dem Schreibtisch ab.
„Die drei Frauen, sind das Ihre?“ Alleine die Betonung verriet, dass der Mann davon ausging, dass sie alle, wenn sie überhaupt verheiratet waren, Laws Ehefrauen waren. Eine äußerst merkwürdige Vorstellung, wenn man bedachte, dass lediglich Yumiko den Piraten länger als ein paar Tage kannte.
„Nur eine“, antwortete Law und deutete mit einem Kopfnicken zu Yumiko, die zwar erst verwirrt blinzelte, dann jedoch ebenfalls nickte um die Worte ihres „Mannes“ zu bestätigen.
„Und die anderen beiden? Unverheiratet? Witwen? Gehören sie einem anderen?“ Was zur Hölle sollte das werden? Eine Brautschau?
„Die hinreißende Robin“, Sanji warf Robin einen Kuss zu und grinste sie breit an, „ist meine wundervolle Ehefrau und die gute Amara ist-“
„Verwitwet.“ Ganz sicher würde sie sich nicht mit einem der Männer verheiraten lassen. Vor allem da die übrigen Optionen Ruffy, Franky, Shachi und Penguin waren. Sie mochte jeden einzelnen von ihnen, aber niemals würde sie einen von ihnen heiraten, nicht einmal als Teil einer Show. Man schien mit ihren Antworten zufrieden zu sein, auch wenn Robin so aussah, als müsste sie sich an den Ehe-Gedanken erst noch gewöhnen. Wer konnte ihr das schon verübeln?
„Ich verstehe, ich verstehe. Nun, da das geklärt ist, ist es wohl an der Zeit meine Wenigkeit vorzustellen“, dieser Zeitpunkt war lange vorbei, aber wenigstens kam er endlich einmal auf die Idee. Er stellte sich ihnen als Siegfried vor und war, wie bereits angenommen das Dorfoberhaupt. Die fünf Frauen, die ihn umgaben waren seine Ehefrauen. Die kleine Brünette hieß Amalia und war die jüngste und wohl auch neueste seiner Ehefrauen. Sie wurde mit der Aufgabe betraut sich während des Aufenthalts der Crews um die Frauen zu kümmern. Die Männer wollte Siegfried unter die Aufsicht eines gewissen Lorenz stellen. Bevor sie Lorenz allerdings kennen lernen würden, sollte Amalia sie zu einem ruhigen Ort führen, an dem sich um Yumikos Wunde gekümmert werden konnte.

Amalia führte sie zu einem kleinen leerstehenden Haus, dessen Besitzer wie sie sagte vor wenigen Monaten bei einer Erkundungstour das Zeitliche gesegnet hatte. Amalia murmelte etwas von einer Riesenboa und Amara hatte nicht die Lust nachzufragen, was genau geschehen war. Die unverheirateten Männer mussten vor der Türe warten, lediglich Law, Amara, Robin und Sanji war es erlaubt mit Yumiko das Haus zu betreten und die Wunde zu versorgen. Amalia wollte unterdessen zu ihrem Ehemann zurückkehren, um sich nach Schlafmöglichkeiten für ihre Gäste zu erkundigen. Ihrer Aussage nach war Siegfried oft etwas zerstreut und vergaß wichtige Dinge gerne einmal. Außerdem hatten sie seit Jahren keine Gäste mehr gehabt, also war ihrem Ehemann das Wort „Gastfreundschaft“ wohl beinahe ein Fremdwort.
Im Inneren des Hauses entzündete Robin eine kleine Öllampe, um Law etwas mehr Licht zum Arbeiten zu geben. Sanji hatte den Anstand Yumiko den Rücken zuzudrehen, als diese sich ihrem Pullover entledigen musste, damit ihr Kapitän die Wunde genauer inspizieren konnte. Der zuvor angelegte Druckverband hatte die Blutung gestoppt, Amara holte eine Schüssel lauwarmen Wassers und ein Tuch aus dem wahrscheinlich als Bad genutzten Teil der Hütte, damit er die Blutreste von Yumikos Arm entfernen konnte. Während der ganzen Behandlung verzog Yumiko nicht eine Miene und das obwohl die Wunde hatte genäht werden müssen und sie keine Möglichkeit gehabt hatten, die Stelle irgendwie zu betäuben. Es war ihrem Blick zu entnehmen, dass es einige Dinge gab, die sie Law gerne sagen würde, die sich wahrscheinlich alle auf die plötzliche Scheinehe bezogen, doch sie hielt sich im Beisein der Strohhut-Piraten zurück. Nur wenig später kehrte Amalia wieder zu ihnen zurück und erklärte ihnen, dass Siegfried sie zu einem gemeinsamen Essen erwartete. Eine Einladung, die vor allem Ruffy niemals ablehnen würde und auch der Rest der Crews hatte mittlerweile großen Hunger.
Siegfrieds Esszimmer befand sich direkt neben seinem Büro, sie alle saßen auf im Kreis dem Boden auf bunten Kissen und das Essen, eine Ansammlung an Reis, Kartoffeln, Fleisch und anderem Gemüse wurde in ihrer Mitte präsentiert. Das Dorfoberhaupt war umgeben von seinen Frauen, Robin und Yumiko mussten sich nah bei ihren Ehemännern niederlassen, während Amara in sicherer Entfernung von den unverheirateten Männern platziert wurde. Die Stimmung war ausgelassener, als Amara erwartet hatte. Siegfried stellte ihnen Fragen über ihre Reise, über die monogamen Ehen in denen die Männer gefangen waren und über den Verlust von Amaras Ehemann. Es war nicht schwer eine plausible Geschichte dafür zu erfinden, sie musste die Trennung von Marco nur ein wenig drastischer formulieren. Vom Winde verweht und tot kamen einander glücklicherweise äußerst nahe. Lediglich auf die Frage, weshalb sie nach drei Jahren der Trauer nicht bereits neu geheiratet hatte, fand sie keine Antwort, die Siegfried zufrieden stellen schien. Letztendlich meinte sie, dass der Schmerz noch immer zu tief saß und sie daher noch nicht den Verrat an ihrem toten Mann begehen und neu heiraten wollte. Das zustimmende Nicken der fünf Ehefrauen sagte ihr, dass sie die richtigen Worte gewählt hatte.

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Kapitel von CyberAngel
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