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Von Liebe, Tod und Freiheit

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Lorenor Zorro Marco der Phoenix Monkey D. Ruffy Nico Robin / Miss Bloody Sunday OC (Own Character) Trafalgar Law
18.06.2019
25.11.2020
75
188.372
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
25.08.2020 1.583
 
~61~


„Kannst du mich nicht jetzt sofort töten? Bitte, Raffit. Lass uns all das hinter uns bringen.“
Ihr liefen die Tränen die Wangen herunter und mischten sich mit dem Blut, das aus ihrer Nase lief, weil er ihr diese erst vor wenigen Momenten gebrochen hatte. Gott. Nur noch mehr Schmerz zu all dem, den sie sowieso schon hatte. Ihre Stimme war kaum mehr als ein flüstern. Mehr bekam sie nicht hin, dazu fehlte ihr einfach die Kraft. Er grinste sie einfach nur an. Sie kannte dieses Grinsen nur zu gut. Sie hatte es selbst so oft auf den Lippen gehabt. Er hatte es geschafft, dass sie um ihren Tot flehte, denn das wollte sie jetzt so sehr, damit sie nicht mehr all diesen Schmerz spüren musste, den sie fühlte, denn es war qualvoll. All das hier. Auch wenn man betrachtete, dass sie immer noch in Blackbeards Fängen war.
„Ach Kleines. Seit wann ist du eigentlich so schwach und verweichlicht?“
Sie sah zu ihm. In letzter Zeit hatte sie immer mehr an Kraft verloren und schwirrte irgendwo in einem Delirium zwischen wach und bewusstlos sein. Sie war so schwach geworden in all der Zeit, die sie in diesem verdammten Raum steckte. Wie lange das war konnte sie nicht sagen. Es kam ihr vor wie Ewigkeiten. Vielleicht waren es ein paar Wochen, vielleicht ein paar Tage. Was auch immer es war, es war schrecklich und sie hatte Angst noch länger hier zu bleiben, denn ewig würde sie das nicht mehr aushalten. Vor allem nicht psychisch.
„Du weißt, dass ich das nicht tun werde. Ich will ja nicht auch noch vom Boss getötet werden. Du kennst ihn. Wenn er lebend sagt, dann heißt das auch lebend, sonst zahlst du mit deinem Eigenen dafür. Wir dürfen alles tun, was wir wollen, bevor sie sterben und Gott, das macht bei dir so viel mehr Spaß, als bei irgendwelchen mickrigen Opfern. Weißt du, die meisten hätten schon lange das Bewusstsein verloren und wären langweilig geworden, aber du bist echt taff.“ er lachte wieder dieses dreckige Lachen, dass ihr mittlerweile so verdammt egal geworden war. Sie befürchtete nur, dass sie es in ihren Alpträumen hören würde. Ach was sagte sie da. Sie würde sterben und nie wieder Alpträume haben können. Dieser Gedanke war gar nicht mal so schlimm. Sie könnte endlich ihre Ruhe haben und müsste nicht ständig Angst um sich selbst oder ihre Freunde haen. Wenn sie tot war, dann würden ihretwegen auch ihre Freunde nicht mehr in Gefahr gebracht werden. Aber Raffit würde sie leider nicht töten und so musste sie hier sitzen bleiben. Kraftlos und voller Schmerzen. Ihr liefen immer noch die Tränen die Wange runter. Es schmeckte salzig und etwas nach Eisen. Sie musste durch den Mund atmen, weil ihre Nase immer noch blutete.  Sie hatte schon vor Ewigkeiten den Gedanken aufgegeben, gerettet zu werden. Dies lag nicht daran, dass sie an dem Können ihrer Freunde zweifelte, sondern daran, dass sie irgendwann Tief in Blackbeards Gebiet sein würden und Raffit war leider nicht dumm. Er würde dafür sorgen, dass man ihn nicht fand. Gleichzeitig schwebte in Yumikos Kopf immer noch der Gedanke, dass ihre wichtigsten Freunde bei der Explosion umgekommen waren. Sofort kam ihr wieder Law in den Sinn. Sie hatte versucht nicht über ihn nachzudenken, weil es immer so extrem im Herzen weh tat, wenn sie daran dachte, dass er gestorben sein könnte. Sie hoffte so sehr, dass es nicht so war, denn irgendwer musste sie retten. Irgendwer musste sich doch um die Heart-Piraten kümmern, denn Bepo und Penguin und Shachi brauchten ihn. Law. Sie vermisste seinen strengen Ton und den ärztlichen Blick. Wieso litt denn immer jeder, den sie anfing zu lieben oder gern zu haben?! Argh! Es war zum verrückt werden. Sie hasste Blackbeard und jetzt würde er sie bekommen und töten.
„Hey! Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede!“ Raffit riss ihr Kinn nach oben, sodass sie ihn ansehen musste. Sein hässliches Gesicht und seinen abartíg, glücklichen Blick. „Du bist kein Kind mehr Yumiko. Hör gefälligst auf zu weinen, meine Güte.“ er ließ ihren Kopf wieder los und sah auf sie herab. Sie spürte seinen Blick auf ihr liegen. Es war ein ekelhaftes Gefühl.
Die Tür wurde geöffnet und einer von Raffits Männern trat ein.
„Wir sollten nicht mehr weit von ihm entfernt sein.“ Raffit nickte und schickte seinen Mann wieder weg.
„Hast du das gehört, Kleine?“ er grinste und sah zu ihr. „Wir sind bald bei ihm. Dann kannst du ihn endlich wieder sehen und dich dafür entschuldigen, dass du ihn nicht nur verraten, sondern auch getäuscht hast. Hast dich versucht über ihn lustig zu machen, hm?“ er packte ihren Pferdeschwanz und riss ihren Kopf nach hinten. Nicht nur die ruckartige Bewegung ihres Kopfes tat weh, sondern zog er auch ziemlich stark an ihren Haaren. „Die hab ich noch nie gemocht. Vielleicht sollten wir dich für den Boss schön machen.“ er zog ein Messer aus seinem Gürtel und Yumiko versuchte sich  irgendwie aus seinem Griff zu wehren. Ihr fehlte einfach die Kraft, um irgendetwas bewirken zu können. Er setzte das Messer an ihren Haaren an und schnitt ihr einfach einen großen Teil davon ab, sodass ihre Haare nur noch bis zu ihrem Kinn reichten. Sie sah ihn wütend an. Seit sie klein war hatte sie ihre Haare lang wachsen lassen, hatte, seit sie neun Jahre alt war, immer einen Pferdeschwanz getragen. Ihre Mutter hatte ihr damals eine große Sammlung bunter Zopfgummis gekauft, von denen sie eines fast täglich in den Haaren hatte. Das einzige dunkelblaue, dass sie so gemocht hatte. Sie hatte es aufgefangen, als es aus ihren Haaren rutsche, weil sie es behalten wollte. Sie hob ihren Kopf, um Raffit anzusehen und ihr war mittlerweile alles so verdammt egal geworden, dass sie ihm einfach mitten ins Gesicht spuckte. Sie rechnete mit einer Ohrfeige, wie beim ersten Mal, doch dieses Mal dachte sie nicht daran, dass er mit einem Messer bewaffnet war. Shit, dass war dumm gewesen. Ehe sie sich versah packte er mit der einen Hand ihre Schulter von hinten und rammte ihr das Messer in die Schulter, wobei er sie dabei etwas nach vorne zog, um es besser rein zu stechen. Sie sog die Luft scharf ein und wimmerte, denn das tat so verdammt weh. Er verdrehte ihr damit gleichzeitig etwas den Arm, welcher noch immer an den Stuhl gefesselt war. Er ließ das Messer los und stand nun vor ihr. Sie sah ihn mit einem schmerzverzerrten Gesicht an und er grinste.
„Scheiß auf milde. Das überlebst du schon.“ er packte den Griff des Messers und zog es mit einem Ruck wieder raus. Durch ihre Schulter zog ein Schmerz, der Yumiko das Gefühl gab, als würde sie gleich das Bewusstsein verlieren und ein schmerzerfüllter Schrei entwich ihr.
„Das hast du davon, wenn du dich nicht anständig benimmst.“ Yumiko sah dunkle Flecken vor ihren Augen und ihr war verdammt schwindlig. Sie merkte fast gar nicht, wie es wieder dunkel wurde und Raffit den Raum verließ. Langsam lief ihr das warme Blut den Arm und die Brust hinab und sie ließ ihren Kopf hängen. Yumiko wünschte sich, dass ihr Körper einfach dafür sorgen würde, das ssie bewusstlos wurde, doch das war nicht der Fall. Sie weinte wieder, aber nicht aus Verzweiflung, sondern aus Schmerz. Jede winzige Bewegung tat so höllisch weh, selbst wenn sie nur ihre Finger bewegte. Auch wenn sie diese nicht wirklich spüren konnte im Moment.
Sie wollte hier raus, ob sie lebend raus kam oder ob sie starb, dass war ihr so verfickt nochmal egal. Sie wollte Laws beruhigende Stimme, die ihr sagte, dass alles wieder gut werden würde. Sie wollte seine Umarmung, in der sie sich immer so wohlfühlte. Man. Sie wollte einfach mal glücklich sein, ohne immer Angst haben zu müsse, dass es zerstört wurde. Wieso bestrafte man denn immer die Guten und ließ die Bösen gewinnen, indem sie eine große neue Flotte aufbauten und dann ein großes Gebiet hatten, in denen sie ihre Macht ausleben konnten. Das war nicht fair. Nein. Sie hatte doch nie etwas böses getan. Sie hatte ihrer Mutter in der Gaststätte geholfen und hatte sich ihren Eltern nie widersetzt. Alles schlechte, was sie getan hatte, war um ihre Mutter am Leben zu erhalten. Und trotzdem war ihr Vater tot und ihre Mutter und Ace und all die anderen waren gestorben. Sie hatte immer zu sehen müssen. Hatte nicht handeln können und war hilflos. Sie litt, obwohl sie versucht hatte ein gutes Leben zu führen. Jetzt würde sie sterben. Durch die Hand dessen, den sie eigentlich selber töten wollte, weil er es verdient hatte. Es war so ironisch, dass sich alles von früher wiederholte. Es war so erbärmlich, dass sie hier auf diesem Stuhl hockte. Schmerzerfüllt und hilflos ausgeliefert.
Von oben hörte man wilde Schritte. Sie wusste nicht einmal wie viel Zeit vergangen war, seit Raffit gegangen war. Wahrscheinlich würden sie jeden Moment die Insel erreichen, auf der Blackbeard nur wartete, damit er sie endlich töten konnte. Viele von Raffits Männern hatten Teach wahrscheinlich noch nicht persönlich kennen gelernt, jetzt wo Raffit seine eigene Crew hatte. Für die musste es bestimmt aufregend sein, ihn zu treffen, wobei dieser Gedanke, dass ihn wirklich jemand anhimmelte, ekelig war.
Vor der Tür herrschte Tumult. Sie hörte, wie etwas zu Boden fiel und ehe sie sich versah, wurde die Tür aufgetreten und Yumiko sah auf. Amara. Es war Amara, die dort stand. Gott sei Dank. Ihr Kopf war zu schwer um ihn weiter aufrecht zu halten.

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