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Von Liebe, Tod und Freiheit

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Lorenor Zorro Marco der Phoenix Monkey D. Ruffy Nico Robin / Miss Bloody Sunday OC (Own Character) Trafalgar Law
18.06.2019
25.11.2020
75
188.372
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11.02.2020 2.547
 
~35~


Schmerz. Mehr spürte sie seit zwei Tagen nicht mehr. Nur noch diesen stechenden Schmerz in ihrem Herzen. Sie starrte in den Spiegel, bürstete sich seit zwanzig Minuten abwesend die Haare. Er würde vielleicht sterben. Das Leben ihres Familienmitgliedes stand auf dem Spiel und es war wieder Teach gewesen, der ihre Familie zerstören wollte. Sie kümmerte sich seit zwei Tagen um die Crew. Sie war der Vize und da Law derzeit nicht wirklich zu gebrauchen war, hatte sie seinen Platz eingenommen. Kümmerte sich um alle, weil sie sich alle Sorgen machten. Law war quasi mit Amara auf der Krankenstation eingezogen und um ihn machte sich Yumiko die meisten Sorgen.
Sie betrachtete ihr Spiegelbild. Sie hatte seit zwei Tagen nicht wirklich geschlafen und hatte es auch erst Mal nicht vor, weil sie wollte, dass es ihrer Crew gut ging. Sie hörte auf sich die Haare zu bürsten und schlug sie gegen das Waschbecken, weil sie irgendwie diesen stechenden Schmerz aus ihrem Körper bekommen wollte, doch er blieb. Er war einfach da.
Sie ging in die Küche. Sie sah zu Sanji, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte jetzt für beide Crews zu kochen.
„Wie geht es dir?“ Sanji reichte ihr den Teller. Sie wollte versuchen Law dazu zu bringen etwas zu essen. Sie sah zu Sanji. Ihr ging es beschissen, doch sie wollte stark wirken. Hoffen. Für Penguin. Sie musste stark sein, weil jemand das für die Crew sein musste.
„Gut.“ sie versuchte zu lächeln. Wahrscheinlich sah sie alles andere als gut aus, doch er nickte nur. In seinem Blick lag Mitleid. Sie nahm den Teller und ging rüber zur Krankenstation und öffnete die Tür. Amara saß konzentriert über dem Schreibtisch und bemerkte sie gar nicht. Yumiko stellte ihr auch einen Teller hin, damit sie aß. Sie sah zu Law. Er saß auf einem Stuhl vor Penguins Bett und starrte ins Leere. Sein Blick war von Trauer und Schmerz erfüllt, weil er an seine Grenzen gestoßen war. Weil er sich nicht sicher war, ob sein engster Freund überhaupt überlebte. Sie kniete sich vor ihn, mit dem Teller in der Hand. Er sah zu ihr herunter, sah ihr in die Augen und sofort zog ein tiefer Schmerz durch Yumikos Körper, denn sie hatte ihren Kapitän noch nie so sehr leiden gesehen. Sie atmete tief ein, um bei seinem Anblick nicht weinen zu müssen, denn sie konnte ihm nicht helfen. Das machte sie fertig. Es tat ihr so verdammt weh ihn so verletzt zu sehen ohne etwas tun zu können.
„Law. Ich hab dir essen gebracht. Du hast seit zwei Tagen nicht gegessen. Ich mache mir Sorgen.“ Ihre Stimme war ruhig. In ihrer Stimme schwang tiefe Sorge mit. Er schüttelte den Kopf und sah wieder zu Penguin.
„Bitte Law, du musst etwas essen.“ ihre Stimme war mittlerweile fast flehend. Sie schloss die Augen, konnte den Anblick ihres Kapitäns nicht ertragen. Sie hasste mit jedem Moment Blackbeard nur mehr. Sie legte eine Hand auf seine. Versuchte ihm einen aufmunternden Blick zu schenken, doch all das half nicht. Sie sah verzweifelt zu ihm. Sie wollte ihm doch nur helfen. Sie wollte doch wenigstens irgendetwas tun können, um zu helfen. Sie war mal wieder zu schwach, um zu handeln.
„Sieh mich an.“ Law sah wieder zu ihr. „Es wird dir nichts bringen zu verhungern. Du musst bei Kräften bleiben. Für Penguin.“ sie sah ihn eindringlich an. „Bitte.“ ihre Stimme zitterte leicht, weil sie sich bemühen musste nicht zu weinen. Sie musste  für ihn stark sein, für alle.  Er zögerte kurz und nahm den Teller in die Hand. Yumiko seufzte erleichtert. Sie setzte sich auf den Boden vor Law und nahm den Kopf in die Hände. Sie konnte nicht lange hier bleiben, weil sie nach Bepo und Shachi sehen wollte, welche sich ebenfalls zurück gezogen hatten, nachdem sie Laws Nachrichten zu Penguin gehört hatten. Die Strohhüte übernachteten viel im Wohnzimmer, weil sie bei Amara sein wollten. Yumiko blendete sie meistens aus, weil sie wichtigeres im Kopf hatte.
Sie ging die Treppen runter zu den Schlafräumen. Klopfte an das große Schlafzimmer und trat ein. Fast alle Mitglieder waren hier. Yumiko war eigentlich die einzige, die so viel auf der Tang herum lief. Seit zwei Tagen hatte keiner mehr das Zimmer verlassen außer vielleicht zum Essen. Wenn sie im Speisesaal waren, dann sprach keiner. Es war nur eine bedrückte Stimmung im Raum. Sie sah sich im Zimmer um. Es standen acht Doppelbetten im Raum verteilt. Es war dunkel und die meisten lagen in ihren Betten. Es machte jeden Heart-Piraten vollkommen fertig, dass keiner wusste, ob er jemals wieder aufwachen würde. Genau das war das Schreckliche. Das Ungewisse, ob ihr Familienmitglied jemals wieder die Augen öffnen würde. Bei dem Gedanken daran, dass er dies nicht tat kam Wut in ihr auf, aber vor allem Verzweiflung. Verzweiflung darüber, dass sie es immer noch nicht schaffte ihre Familie zu beschützen. Dass noch immer Familienmitglieder sterben würden, obwohl sie alles gab, damit dies nicht geschah. Mit jedem einzelnen Mal schwand ihre Vertrauen in sich selbst. Mit jedem neuen Familienmitglied welches so sehr leiden musste, verlor Yumiko einen Teil ihres Willens. Sie atmete tief durch, versuchte sich zu sammeln, um ihren Mitgliedern gegenüber hoffnungsvoll gegenüber zu treten. Sie setzte sich auf die Bettkante von Shachis Bett. Über ihm schlief eigentlich Penguin, doch da hatte sich Bepo jetzt hingelegt. Sie legte eine Hand auf Shachis Bein.
„Er ist stark. Das weißt du.“ Er lag auf dem Rücken. Starrte an die Decke. Sie konnte sein Gesicht fast deutlich sehen, weil sie im dunkeln recht gut sehen konnte. Er hatte die Sonnenbrille abgelegt und man sah, wie ihm Tränen die Wange herunter liefen. Penguin und er waren Freunde seit der Kindheit.
„Was ist wenn nicht, Yumiko? Was ist wenn er nie wieder aufwacht? Was mache ich dann? Er ist doch mein Bruder.“ Seine Stimme war leise und gequält und Yumiko starrte an die Wand ihr gegenüber. Sie atmete ein paar Mal tief ein. Sie fühlte sich machtlos.
„Das wird er nicht. Er wird dich niemals alleine lassen. Er wird uns niemals alleine lassen. Amara sucht Marco. Der wird ihm helfen.“ Sie schaffte es ihre Stimme stabil zu halten, trotz des riesigen Kloßes in ihrem Hals.
„Ich hab einfach solche Angst davor.“ Yumiko kannte das Gefühl. Die Angst, dass jemand jederzeit sterben konnte. Sie nahm ihn in den Arm. Sein Körper bebte durchs Weinen.
„Ich weiß wie du dich fühlst.“ sie strich ihm beruhigend über Rücken. Er löste die Umarmung und sah sie an.
„Nein. Das kannst du nicht. Versuch es nicht erst. Du hast doch überhaupt keine Ahnung.“ Yumiko hatte ihren Crewmitgliedern nie ihre komplette Geschichte erzählt. Sie wussten nur, dass sie nicht freiwillig bei Blackbeard war. Shachi sah sie sauer an. Er war nur sauer, weil er Angst hatte und Traurig war. Und sie ließ es zu, dass er sauer auf sie war, weil sie wusste es würde helfen.
„Versuch nicht irgendwelchen Bullshit zu labern, um uns aufzumuntern.“ er sah sie ernst an. „Geh. Lass uns alleine.“ sie nickte. Schluckte schwer und stand auf. Er durfte sauer auf sie sein. Sie akzeptierte das, um ihm zu helfen. Vielleicht würde sie irgendwann erzählen, wie ihre Vergangenheit war, aber erst wenn es sich anbot. Sie verließ das Zimmer und schloss die Tür. Sie ließ sich an dieser langsam runter rutschen, bis sie auf dem Boden saß. Sie saß dort, den Kopf in die Hände gestützt und beobachtete, wie die Tränen auf den Boden tropften. Schwer. Das war das perfekte Wort für alles. Es war so verdammt schwer stark zu bleiben, um den anderen zu helfen. Und jede Minute dachte sie mehr an all die Momente, in denen sie sich so gefühlt hatte wie jetzt. Als sie auf dem Schiff von Blackbeard stand und auf ihre brennende Insel sah, mit dem Wissen, dass ihr Vater gerade wahrscheinlich getötet worden war. An den Moment, als sie vor ihrer Mutter kniete, welche qualvoll verblutet war. An den Tag, als sie in der Zeitung las, dass sowohl Whitebeard, als auch Ace den Krieg nicht überlebt hatten. All das hing damit zusammen, dass sie es nicht geschafft hatte einen einzigen Mann zu töten. All diese Momente waren ihre Schuld, weil sie zu feige und zu schwach war, um Blackbeard zu töten. Es waren erst zwei verdammte Tage vergangen und bereits jetzt hatte sie das Gefühl, dass alles aus den Fugen geriet. Sie hoffte so sehr, dass Amara Marco schnell finden würde. Das der ehemalige Arzt der Whitebeard Piraten Penguin retten konnte.
Sie stand auf. Stand in diesem Gang und hatte das Gefühl die komplette Welt drehe sich viel zu schnell. Sie ging in ihr Zimmer. Sah sich um. Dachte an Penguin, an Law und an ihre Crew. An all das Leid, dass all diese Leute gerade durch machten. Dachte an Amara, die nichts anderes mehr tat, als die Karten zu durchsuchen. Yumiko nahm sich ein Buch aus ihrem Zimmer und ging zurück zur Krankenstation. Sie wollte Law dazu bringen ein wenig zu schlafen, weil er das wahrscheinlich in den letzten tagen genau so getan hatte, wie er gegessen hatte, nämlich gar nicht.
Sie betrat erneut die Station und sah zum Schreibtisch. Amara war über den Karten eingeschlafen. Yumiko hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Sie sah zum Stuhl, auf dem Law saß. Sein Teller leer, genau wie sein Blick. Er saß dort unverändert. Sie setzte sich neben ihn auf den Stuhl. Starrte zu Penguin.
„Es tut mir Leid.“ Yumiko sah zu Law, welcher sie ansah.
„Was?“ sie wusste nicht was er meinte. Warum er sich entschuldigen müsse, denn er hatte alles richtig gemacht. Er konnte nichts dafür, dass er an seine Grenzen gelangt war.
„Ich habe mein Versprechen gebrochen. Ich habe es nicht einhalten können.“ Yumiko starrte ihn an. Sie brauchte eine Weile, bis ihr einfiel, was er meinte. Kurz nachdem sie zum Vize ernannt worden war, hatte sie ihm seine Vergangenheit offenbart und er hatte ihr ein Versprechen gegeben.

„Ich verspreche dir, dass ich dafür sorgen werde, dass Blackbeard dir nie wieder solche Schmerzen zufügt.“

Sie erinnerte sich ganz genau an seinen Wortlaut. Sie sah ihn an. In seinen Augen las sie, dass es ihm wirklich Leid tat und das brach ihr das Herz. Es tat so weh, dass dieser verdammte Blackbeard ihn gebrochen hatte. Sie sah wieder zu Penguin, damit er nicht sah, wie bitterlich sie gerade weinen musste, aufgrund seiner Worte, denn obwohl sein engster Freund im Sterben lag, hatte er trotzdem seine Pflicht im Kopf.
„Ich weiß du versuchst stark zu wirken, Yumiko. Du versuchst allen zu helfen und das respektiere ich an dir. Aber ich kann in deinen Augen den Schmerz und die Verzweiflung sehen, den du jetzt verspürst. Das alles muss so verdammt schwer für dich sein und ich kann dir dabei nicht helfen.“ Sie hatte ihre Augen geschlossen. Sie musste bitterlich weinen. Sie dachte genau das gleiche über ihn in diesem Moment und sie hörte diese tiefe Verzweiflung in seinen Worten. Sie sah ihn an. Sie stand auf, setzte sich auf seinen Schoß und nahm ihn in den Arm. Legte ihren Kopf auf seine Schulter und er erwiderte das. So saßen sie da, beide in dieser Umarmung. Weinend. Weinend, weil sie Angst hatten, verzweifelt waren und diesen Schmerz spürten, der einfach nicht weggehen wollte.
Sie wusste nicht wie lange sie so da saßen, aber irgendwann löste sie sich aus der Umarmung und wischte sich die Tränen weg. Entschlossen Amara zu helfen, damit sie Marco so schnell finden konnten, wie es nur ging. Sie sah zu Law. „Versuch bitte ein wenig zu schlafen. Du siehst fertig aus. Ich verspreche, dass ich auf Penguin aufpasse und dich wecke, falls etwas sein sollte.“ Sie war überrascht, dass er nickte. Er stand auf und legte sich in das Bett neben dem von Penguin. Yumiko blieb still sitzen, bis sie sich sicher war, dass er schlief. Sie starrte in die Leere. Sah zu Law und Amara, welche beide schliefen und wie viel Mühe sie sich gaben, um ihren Freund zu retten. Wie wichtig Zusammenhalt und  Familie war, hatte sie bei den Heart-Piraten wieder aufs neueste gelernt und das war wichtig. Sie saß still da. Beobachtete Penguin, welcher still dort lag. Er sah so blass aus. Er sah friedlich aus. Sie fragte sich, was gerade in seinem Kopf vor ging.
Nach zwei Stunden wurde die Tür zur Krankenstation geöffnet. Yumiko sah abwesend zu dem kleinen Rentier. Sie hielt sich den Finger an den Mund und deutete auf Law, damit er verstand, dass er schlief. Er sah sie an. Flüsterte.
„Wann hast du zuletzt geschlafen?“ er klang voller Sorge. Sie sah wahrscheinlich so aus, wie sie sich fühlte.
„Ich brauche keinen Schlaf.“ sie flüsterte auch. War immer noch fertig von dem Gespräch mit Law. Sie sah wieder zu ihm. Er sah das erste Mal seit zwei Tagen friedlich aus.
„Yumiko, du musst schlafen.“ er sah sie eindringlich an. Sie  schüttelte den Kopf.
„Ich habe ihm versprochen aufzupassen.“ ihre Stimme war brüchig. Das kleine Rentier kam auf sie zu und setzte sich auf den Stuhl neben sie.
„Ein paar Stunden noch, dann gehst du ins Bett in Ordnung? Dann passe ich auf.“ Yumiko nickte und starrte wieder auf Penguin. Die beiden sprachen die nächsten Stunden kein Wort. Yumiko hatte keine Kraft dafür.
Leider musste sie ihr Wort halten und wurde von Chopper nach unten geschickt. Wie von einer anderen Person geführt ging sie die Treppen herunter, bis sie in ihrem Zimmer stand. Sah sich um. Das Gefühl der Angst kam zurück. Die Angst, dass Law enttäuscht war, wenn er aufwachte und sie war nicht da. Die Angst, dass Penguin wirklich nie wieder aufwachte. Sie drehte sich in ihrem Zimmer im Kreis. Fühlte sich plötzlich erdrückt von allem. Der Schmerz in ihrer Brust wurde stärker. Sie musste an Law denken, der von Blaackbeard gebrochen wurde. An ihre Crewmitglieder. An Shachi, der sie hasste. Sie atmete schneller, hatte das Gefühl, dass jemand ihr die Luft abschnürte. Sah sich wieder im Raum um. Sie wollte diesen Schmerz los werden. Diese Last und diesen Druck. Das alles wurde gerade einfach unerträglich. Sie griff nach einem Buch. Warf es gegen die Wand. Viele weitere folgten, bis sie einfach ihr ganzes Bücherregal umwarf. Es ging mit einem lauten Poltern zu Boden. Ihr kamen die Bilde in den Kopf von Law, der weinte. Von dem Tag, an dem Penguin ins Koma versetzt wurde. Sie warf ihren Tisch um, trat gegen das Bett, doch all das half nicht. Der Schmerz er war immer noch da. Unerträglich stechend. Sie ging auf die Knie. Weinte wieder. Bitterlich weinte sie, doch auch das half nicht. Penguin, ihre Familie war dabei zu sterben. Wieder jemand, der sie verließ. Wieder ein Riss mehr in ihrem Herzen und sie hatte das Gefühl, dass sie all dies nicht mehr tragen konnte. Sie hatte Angst weiter zu leben. Es gab so viele Menschen, die ihr noch genommen werden konnten. Sie konnte aufgrund ihrer Tränen nicht mehr sehen. Sie wusste nicht was sie tun sollte, damit der Schmerz wegging. Sie schrie. Sie schrie vor Trauer und vor Schmerz, weil sie wollte, dass alles wegging. Sie schrie und sie weinte in ihrem Zimmer, dass von ihr selbst verwüstet wurde.
Sie spürte eine Hand an ihrer Schulter. Zuckte zusammen und sah in Amaras Augen. Hinter ihr standen einige Strohhüte und Shachi.

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