Von Liebe, Tod und Freiheit

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Lorenor Zorro Marco der Phoenix Monkey D. Ruffy Nico Robin / Miss Bloody Sunday OC (Own Character) Trafalgar Law
18.06.2019
21.10.2020
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Von Liebe, Tod und Freiheit


~Prolog~


„Nimmst du mich dieses Mal mit?“ Das Mädchen bekam als Antwort auf ihre Frage nur ein Lachen. Die Nacht hatte sich über das Dorf gelegt, doch die Piraten saßen noch immer ums Feuer, Bierkrüge in den Händen und Lieder singend, die von der großen Freiheit auf dem Meer erzählten. „Du hast versprochen du nimmst mich mit, wenn ich alt genug bin.“ Ihre Stimme war fordernd, sie saß auf dem Bein des Kapitäns und schaute zu ihm auf. Whitebeard strich sich durch den Bart, bevor er seinen Krug abstellte und auf sie hinab sah.
„Wie alt bist du jetzt?“ Egal wie alt sie werden würde, für ihn würde sie wohl immer ein Kind bleiben.
„Sechzehn. Alt genug.“ Wieder lachte der Kapitän nur, mittlerweile hatten sie die Aufmerksamkeit der Kommandanten auf sich gezogen. Zumindest die derer, die noch nicht zu betrunken waren, um den Unterschied von Oben und Unten noch zu kennen.


Amara schüttelte die Erinnerungen mit einem tiefen Seufzen ab. Es war Jahre her und doch verfolgten die Bilder dieser Nacht sie immer wieder. Das Ende einer glücklichen Zeit in ihrer Heimat und der Beginn einer noch glücklicheren bei den Whitebeard-Piraten. Den alten Kapitän hatte sie bereits seit Kindesbeinen an gekannt, war sie doch auf der selben Insel geboren worden wie er, und Whitebeard hatte die Angewohnheit gehabt seine Heimat mindestens zwei Mal im Jahr aufzusuchen. Begleitet wurde er dabei von einem Großteil seiner Söhne und Töchter, nur wenige ließ er zurück, um für den Schutz seiner Inseln zu sorgen. Doch diese Zeiten hatten ein jähes Ende gefunden. Blackbeards Verrat hatte das Ende der Bande eingeläutet. Eine Tatsache, die damals noch niemandem bekannt gewesen war. Die Tat ihres ehemaligen Verbündeten hatte eine Kettenreaktion an Ereignissen in Gang gesetzt. Ace‘ Suche nach dem Verräter, seine Gefangennahme, die Schlacht bei Marine Ford, die im Tod ihres Bruders und ihres Vaters gegipfelt hatte und letztendlich die letzte Schlacht der Whitebeard-Piraten, gegen Blackbeard. Sie waren gescheitert und wahrscheinlich waren sie alle nur noch am Leben, weil Teach wollte, dass sie mit der Schande leben mussten, nicht in der Lage gewesen zu sein ihre Familie zu rächen. Diese Familie war nun verschwunden, die Mitglieder ihrer Bande in alle Windrichtungen verstreut. Ein hartes Los, hatte es doch einmal eine Zeit gegeben, in der sie sich für unsterblich gehalten hatten. Amaras Blick wanderte über die Insel, die vor ihr lag. Punk Hazard war eine Insel der Gegensätze, auf der einen Seite glühend heiß, auf der anderen klirrend kalt. Man hätte sie beinahe für eine weitere Laune der Natur halten können, wenn man ihre Geschichte nicht kannte, und irgendwo auf dieser Insel befand sich ihre neue Crew, während sie selbst dazu verdammt war das Schiff zu bewachen. Die Thousand-Sunny war nicht mit der Mobby-Dick zu vergleichen, die Gänge und Räume wirkten geradezu winzig, wenn man ein Schiff gewohnt war, das auf Whitebeards übermenschliche Maße ausgerichtet gewesen war. Amara stieß sich von der Reling ab, wanderte über das Schiff, um ihre Gedanken zu ordnen. Drei Tage, das war die Frist, die die Crew gesetzt hatte. Nun war der dritte Tag. Wenn sie bei Anbruch der Nacht nicht zurück gekehrt waren, dann sollte Amara sie suchen gehen. Mein Bruder kann anstrengend sein, aber er ist die Mühe wert. Beinahe konnte sie Ace Stimme in ihrem Kopf hören und sein sommersprossiges Gesicht mit dem breiten Grinsen vor sich sehen. Damals war Monkey D. Ruffy nur ein Gesicht auf einem Steckbrief gewesen, das ihr immer wieder unter die Nase gehalten wurde, nun aber konnte sie nicht anders als Ace Recht zu geben. Ruffy, ihr neuer Kapitän, war mehr als nur anstrengend, aber er hatte sich ihren Respekt verdient. Er war ein guter Mann, ein guter Freund. Er hatte sie ohne zu zögern bei sich aufgenommen, als sie nichts anderes gewollt hatte, als ihren Kummer in einer Bar auf dem Sabaody-Archipel zu ertrinken. Er hatte ihr wieder eine Richtung gegeben, nachdem sie geglaubt hatte den Weg verloren zu haben.
Langsam senkte sich die Sonne dem Horizont entgegen, der dritte Tag neigte sich dem Ende zu und Amara war drauf und dran ihren Speer zur Hand zu nehmen und die Sunny zu verlassen, als sie ihre Crew erblickte, die sich auf dem direkten Weg zur Sunny befand. Ihre Crew und eine weitere Person, die sie aus der Entfernung nicht zu erkennen vermochte. Je näher sie kamen, desto besser konnte sie sehen, wen Ruffy im Schlepptau hatte. Sie wollte ihren Augen nicht trauen, als sie Trafalgar Law erkannte, der eine Engelsgeduld bewies, während Ruffy ihm ein Ohr ab zu kauen schien. Ihr Kapitän winkte ihr gut gelaunt zu und Amara erwiderte den Gruß. Wo zur Hölle hatte Ruffy Law aufgetrieben und wieso schien dieser ihn bereitwillig zu seinem Schiff zu begleiten? Ihre Suche nach einer Antwort auf ihre Fragen wurde unterbrochen, als die Crew an Bord kam und Ruffy verlauten ließ, dass Sanji in die Küche gehen solle um alles für ein Festessen vorzubereiten.
„Darf ich fragen, was ich verpasst habe?“ Amara verschränkte die Arme vor der Brust und stellte sich neben Nami, die nur wenig begeistert von ihrer derzeitigen Situation war.
„Ruffy hielt es für eine gute Idee eine Allianz mit den Heart-Piraten einzugehen.“ Mehr würde Nami dazu nicht sagen. Zumindest nicht unaufgefordert.
„Und du hältst es für eine schlechte Idee?“
„Für unseren Kapitän sind Freundschaften und Allianzen das selbe. Eine Allianz kann man einfach auflösen, würde mich nicht wundern, wenn uns Law irgendwann das Schwert in den Rücken rammt.“ Entweder war Nami eine geborene Schwarzseherin, oder aber sie war weniger naiv als Armara anfänglich geglaubt hatte. Es gab immer Gefahren, wenn man sich einer Allianz anschloss. Vor allem die Gefahr des Verrats, doch alleine weil Ruffy seine gute Menschenkenntnis bereits des öfteren bewiesen hatte, war Amara gewillt Law eine Chance zu geben. Sanji verschwand in der Küche, nicht aber bevor er jede der drei anwesenden Damen nach ihrer bevorzugten Speise gefragt hatte, während die Männer wohl das essen mussten, was übrig blieb. Als sie zu Law blickte, war dessen Aufmerksamkeit aufs Meer gerichtet. Wenn sie sich richtig erinnerte, dann nannte seine Crew ein U-Boot ihr eigen. Wahrscheinlich hielt er nach eben diesem Ausschau.

Es dauerte nur wenige Minuten, Sanji hatte bereits die ersten Leckereien aufgetischt und Zorro hatte, mit Hilfe von Franky und Chopper, den Rum geholt, da erzitterte das Meer unter ihnen und das Schiff der Heart-Piraten brach aus den Wellen hervor. Als die Luke sich öffnete war der erste, der den eisernen Bauch des Boots verließ, ein Eisbär, der sein feuchtes Fell ausschüttelte. Franky warf eine Strickleiter aus, an der die Crew sich entlang hangeln musste, um an Bord der Sunny zu kommen und schon bald war das Deck mit den zwanzig Mitgliedern der Bande gefüllt. Neben dem Kapitän kannte Amara nur drei der vielen Gesichter und selbst diesen drei wusste sie keine Namen zuzuordnen. Ihr Personengedächtnis ließ sie nur allzu oft im Stich, vor allem wenn sie keinen triftigen Grund hatte sich an diese Menschen zu erinnern. Als letztes betrat eine junge Frau das Deck. Ihre Haut war bleich und dunkle Schatten lagen unter ihren Augen. Im ersten Moment hätte man sie für einen Zombie halten können. Ein leicht fiebriger Glanz lag in ihrem Blick, der jedoch in dem Moment in dem sie Amara sah etwas ganz anderem wich. Amara kannte diesen Blick und auch wenn sie nicht wusste, was sie diesem Mädchen getan hatte, sie hasste sie augenscheinlich vom ersten Moment an.

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Kapitel von CyberAngel
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