30 Tage

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan
17.06.2019
13.10.2019
9
26004
14
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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ACHTUNG TRIGGER WARNUNG: Die Story ist echt düster. Themen wie Folter, Drohungen und sexuelle Gewalt werden behandelt.

Die Kapitel werden abwechselnd die Zeit während Reginas Gefangenschaft behandeln und die Zeit danach. Ich war echt unsicher, ob ich die Story überhaupt posten soll, aber irgendwie hat sie mich nicht losgelassen. Ich bin also wirklich gespannt, ob das überhaupt etwas ist, das jemand lesen will? Ich hoffe, es ist nicht zu düster...?

Deshalb hier also mal so etwas wie ein "Testkapitel". Ich bin gespannt, was ihr davon denkt :S
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Tag 1: Gefangennahme

«Willkommen in Ihrem neuen Zuhause, eure Hoheit», blaffte Charming sie an und stiess sie hart in eine der kalten Zellen der Psychiatrie im Untergeschoss des Krankenhauses.

Regina konnte sich gerade noch an dem klapprigen, stählernen Bettgestell festhalten, so dass sie nicht hinfiel. Sie bekam unweigerlich eine Gänsehaut; von dem kalten Stahl unter ihren Händen, den grauen tristen Wänden und der Dunkelheit dieses kleinen beengenden Raumes. Alles war kalt und klamm und Regina konnte jetzt schon spüren, wie diese aussichtslose Kälte durch den dünnen Stoff ihrer entwürdigenden grau verwaschenen Gefangenenkluft drang. Das Oberteil war ihr zu gross und der Bund der Hose war ausgeleiert. Sie fühlte sich nackt und schutzlos und ausgeliefert.

Sie hörte Charming leise und schadenfreudig lachen. «Hat es Ihnen etwa auf einmal die Sprache verschlagen?»

Regina richtete sich auf und zog das Oberteil wieder ihre Schulter hoch, wo es immer runterrutschte, bevor sie sich wieder zu ihm umdrehte. Da stand er mit diesem dämlichen, triumphierenden Lachen im Gesicht, welches sich auch in seiner Gefolgschaft wiederspiegelte, die ihm hier runter gefolgt war, um ihre Niederlage zu sehen.

Direkt hinter ihm stand Whale; natürlich stand er in erster Reihe, um das mitzuerleben. Sein Grinsen war hinterhältig, fast schon gierig und es liess Reginas Magen unangenehm zusammenziehen. Und gleich neben ihm war George. Es war schon fast ironisch, dass es nur einen gemeinsamen Feind zu brauchen schien, damit er und Charming sich versöhnen konnten. Er sah weniger angriffslustig aus, mehr selbstgefällig und überheblich, sie in dieser Situation zu sehen. Genau zwischen den beiden hindurch erkannte sie dann auch die verrückten Augen von Jefferson, die sie unverblümt und voller Hass fixierten. Regina wollte sich lieber nicht ausmalen, was im Kopf des Hutmachers in diesem Moment vorging und was er bereit war zu tun, um ihre Situation zu seinen Gunsten auszunutzen.

«Keine letzten Worte?», sprach Charming sie erneut an.

Nur mit Mühe gelang es Regina ihren Blick von der wütenden, aufgeregten Meute abzuwenden; wie ihr aufgefallen war, fast alles Männer, die den kleinen Raum alleine mit ihrer dominanten Aura noch mehr einzuengen schienen. Alle waren sie da, um sie auf die eine oder andere Art leiden zu sehen und Regina wusste, sie war ihnen gnadenlos ausgeliefert. Wie von selbst griff sie an das schwere Lederarmband, das sie ihr angelegt hatten, um ihre Magie zu unterbinden. Sie konnte rein gar nichts tun. Ihre Brust fühlte sich auf einmal zu eng zum Atmen an, ihr verkrampfter Magen wurde von einer nervösen Übelkeit überrollt und doch stand sie stoisch da und liess sich nichts anmerken. Sie hatten es nicht verdient zu wissen, dass sie ihr eine riesen Angst einjagten.

«Was wird Henry denken, wenn er erfährt, dass ihr mich hier unten gefangen haltet?», fragte sie vorwurfsvoll.

Charming verschränkte die Arme. «Er wird irgendwann verstehen, dass es das Beste ist.»

«Wird er das?», entgegnete Regina skeptisch, auch wenn sie nur versuchte zu überdecken, dass das auch ihre Befürchtung war. «Und was ist mit deiner geliebten Frau und Tochter? Wie willst du sie ohne mich zurückholen?»

«Lass das meine Sorge sein», antwortete er und wieder huschte das selbstgefällige Grinsen über sein Gesicht. «Ich finde sie. Ich habe sie noch immer gefunden.»

Er wandte sich von ihr ab, ein eindeutiges Zeichen, dass er mit ihr fertig war. Er knallte die schwere Zellentür hinter sich zu und noch mehr Dunkelheit umgab sie. Sie umschloss sie in ihren eisernen Krallen und erdrückte das letzte bisschen Wärme, das Regina noch empfunden hatte. Sie fing an zu frösteln. Draussen hörte sie die Meute johlen, lachen und klatschen und die gedämpften Siegesrufe drangen zu ihr in die Zelle. Auf einmal war sie sogar froh, dass die schwere Metalltür zwischen ihr und diesen Männern lag.

Einige besangen nur ihren Sieg, doch da waren auch andere Stimmen; wütend und durch die Gruppe zu mehr Mut getrieben. Sie verlangten nach einer Strafe, nach einer Züchtigung. Sie sollte selbst erleben, was sie ihren Opfern angetan hatte. Instinktiv machte sie einen Schritt zurück und noch einen, als in einem drängenden Rhythmus gegen ihre Tür gepoltert wurde. Das Poltern dröhnte viel zu laut durch den kleinen Raum, erschütterte sie bis tief in ihre Knochen und drängte sie gleich noch weiter zurück. Doch dann ging es nicht mehr weiter. Viel zu schnell stiess sie mit dem Rücken gegen die eisige Wand. Sie war gefangen, eingepfercht und zum ersten Mal seit einer sehr langen Zeit, sah sie keinen Ausweg aus ihrer Situation.

Regina war bestimmt kein Neuling was Misshandlung betraf, physisch sowie psychisch. Trotzdem hatte sie noch nie eine solche panische Angst verspürt wie in diesem Moment. Bisher hatte sie immer irgendjemand an ihrer Seite gewusst, auch wenn es nur eine Person gewesen war, die noch zu ihr gehalten hatte. Doch nun war sie vollkommen allein und sie wusste, sie war selbst Schuld daran. Vielleicht war das nun der Preis, den sie für den dunklen Fluch bezahlen musste. Sie war alleine, verängstigt und die blutrünstigen Rufe schallten laut und gnadenlos durch ihren Kopf.

Dann wurden sie jedoch immer leiser und plötzlich war es still. Verunsichert wagte Regina einen kleinen Schritt von der Wand weg, horchte in die Stille hinein, denn sie traute dem plötzlichen Frieden nicht. Erst als einige Minuten verstrichen waren und keine neuen lauten Stimmen mehr ertönten, liess sie sich keuchend auf die dünne, harte Matratze sinken. Sie schlotterte am ganzen Körper und auch wenn sie die Beine an den Körper zog und ihre Arme um sie schlang, wollten ihre Glieder nicht aufhören zu zittern, wollte die Wärme nicht zurück in ihren Körper finden. Geschlagen liess sie ihr Gesicht auf ihre Knie sinken; ihre Zähne klapperten und wie von selbst flossen Tränen ihre Wangen hinunter.

Sie schämte sich dafür. Tränen waren ein Zeichen von Schwäche und sie war nicht schwach. Trotzdem schaffte sie es einfach nicht, aufzuhören zu weinen. Die Tränen flossen weiter und ihr Körper zitterte weiter und ihr war schlecht, aber sie war zu erstarrt, um sich zu der dreckigen Toilette rüberzuschleppen, die zusammen mit einem genauso dreckigen kleinen Waschbecken in der einen Ecke ihrer Zelle stand. Also verharrte sie wie ein kleiner zusammengekugelter Ball auf dem harten Bett und weinte, weil sie alles verloren hatte und sie alleine war und es niemanden gab, der es kümmerte, was mit ihr geschah.

Erst das plötzliche Klicken, welches das Öffnen des Schlosses andeutete, liess sie abrupt aus ihrer Starre erwachen. Sie schreckte vom Bett hoch, wischte sich hastig die Tränen aus dem Gesicht und blinzelte gegen den plötzlichen hellen Lichteinfall an, der durch die offene Tür in ihre Zelle strömte. Sie konnte drei Gestalten ausmachen; gross und breitschultrig standen sie im Türrahmen. Regina schluckte. Sie hätte wissen müssen, dass sie sie nicht so einfach davonkommen liessen. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf und sie wurde wieder einmal von einem heftigen kalten Schauer erfasst, als die drei langsam auf sie zu kamen. Dann sah sie ihre Gesichter. Es war Whale, Jefferson und Sidney.

«Ich habe euch doch gesagt, mit dem Universalschlüssel des Krankenhauses komme ich überall rein», prahlte Whale und schritt gemächlich auf sie zu.

«Was ist mit Charming?», fragte Jefferson.

«Der ist bestimmt eine Weile damit beschäftigt seine Familie zu finden», meinte Whale selbstsicher. «Der wird so schnell nicht mehr hier her kommen.»

«Was, wenn doch?», wollte Jefferson wissen und verschränkte die Arme.

Whale zuckte nur mit den Schultern. «Es könnte jeder gewesen sein.»

«Sie weiss aber, dass wir es sind», meinte Jefferson.

«Wer wird denn auf sie hören?», konterte Whale vergnügt lachend. «Das Wort der Bösen Königin gegen unseres. Wem wird man wohl glauben?»

Nun fing auch Jefferson an zu lachen und Regina wusste, dass sie verloren hatte. Sie blickte abwechselnd zwischen den dreien hin und her. Sie wusste nicht, vor wem sie sich am meisten fürchten musste. Whale war ein sadistischer Arsch und Jefferson war eindeutig verrückt genug, um ihr einigen Schaden zuzufügen, aber Sidney war die ganze Zeit still gewesen. Er sah sie einfach nur an, ohne irgendeine Regung im Gesicht. Es war da, dass Regina erkannte, dass sie seine Zuwendung verloren hatte und das machte ihr am Ende wohl am meisten Angst.

Sie wusste, er begehrte sie und sie hatte seine Gefühle für sie schon zu oft für ihre Zwecke ausgenutzt. Was würde er wohl tun, wenn er nun keine Rücksicht mehr auf sie und ihre Bedürfnisse nahm? Was, wenn er sich einfach nahm, was ihm schon so lange verwehrt geblieben war? Er wollte ihr schliesslich nicht mehr gefallen. Jetzt wollte er sie nur noch benutzen.

«Haltet sie fest», sagte er ruhig.

«Sidney, bitte…», hauchte sie, auch wenn sie wusste, dass er nicht vor hatte sie zu schonen.

Sie versuchte vergeblich sich gegen die beiden anderen Männer zu wehren, die sie packten und zurück aufs Bett warfen, das unter ihr quietschte und ächzte, als wollte es ebenfalls einen Hilfeschrei von sich geben. Aber niemand hörte hin. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass niemand bemerkte, wie sie schrie und um sich schlug. Es interessierte einfach niemanden, was mit ihr geschah. Und dann auf einmal sass Whale auf ihr, umschloss ihre Kehle mit seinen grossen, groben Händen und drückte zu.

«Halt still und sei ruhig», knurrte er und drückte fester zu.

Regina bekam keine Luft mehr, langsam verklärte sich ihre Sicht und es war ein Wunder, dass sie überhaupt noch mitkriegte, wie Sidney langsam die Zellentür schloss. Sie hörte das Blut in ihren Ohren rauschen, merkte, wie sie immer schwächer und ihr schwindlig wurde, wie länger Whale ihre Kehle zudrückte und sie fing an zu hoffen, dass sie bald ohnmächtig wurde, so müsste sie zumindest nicht miterleben, was sie mit ihr machen wollten.

Doch genau in dem Moment liess der Arzt wieder von ihr ab. Automatisch schnappte sie laut nach Luft und sie war wieder zu wach, um bewusstlos zu werden, aber immer noch zu schlapp, um sich zu wehren. Whale kletterte wieder von ihr runter und sie lag einfach da. Sie wollte sich bewegen, sich wehren, aber sie konnte sich einfach nicht rühren. Ihr war so unglaublich schwindlig und schlecht und ihr Herz raste, als würde es im nächsten Moment aus ihrer Brust springen. Noch immer schnappte sie stockend nach Luft, versuchte wieder richtig zu atmen und sah hilflos dabei zu, wie Sidney auf sie zu kam.

Er beugte sich zu ihr runter und streichelte ihr sanft über das Gesicht. «Nun werden wir endlich vereint sein, meine Königin.»

«Ja, und danach vereinst du dich noch mit ihm und mir, Schlampe», lachte Whale und deutete auf Jefferson und sich.

Sidney starrte wütend zu ihm hoch. «Lasst uns allein.»

«Bist du sicher?», fragte Whale bedenklich.

«Ja, jetzt geht schon», blaffte er ihn an. «Ich rufe euch, wenn ich fertig bin.»

Die beiden anderen blickten sich unsicher an, taten dann aber, was er von ihnen wollte. Regina bekam nicht mit, wie sie gingen, sie hörte nur, wie die Tür sich öffnete und wieder schloss. Zurück blieb nur die Dunkelheit und der Atem eines Mannes in ihrem Nacken, der ihr einen eisigen Schauer über den Rücken jagen liess. Sie konnte spüren, wie er ihren Hals küsste, bevor er wieder etwas zurückwich und seine Hände wieder in ihrem Gesicht waren. Er war sanft in seiner Berührung, wie er ihr über ihre Wange strich und ihren Mund und trotzdem fühlte es sich schrecklich und ekelhaft an und sie musste sich zusammenreissen, dass sie nicht wieder anfing zu weinen.

Stattdessen biss sie in seinen Daumen und er schlug sie dafür hart ins Gesicht. «Ich wollte das nicht tun, aber du lässt mir keine andere Wahl.»

«Du musst das nicht tun, Sidney», flüsterte sie heiser, während sie Blut in ihrem Mund schmecken konnte.

«Oh, aber ich möchte es», antwortete er erstaunlich sachlich und drehte sie grob um, so dass sie hustend auf ihrem Bauch landete.

Erneut versuchte sie sich zu wehren, ihr Herz raste panisch und Adrenalin schoss durch ihren Körper, welches sie jeden Schmerz vergessen liess. Er musste sie mehrmals treten, ihre Arme auf dem Rücken verdrehen und sich auf sie setzen, bis sie sich schliesslich geschlagen geben musste. Sie konnte es nicht verhindern. Egal, was sie auch tat. Er war zu stark und hatte zwei Freunde dabei, die ihm zu Hilfe eilen würden. Sie konnte nichts tun.
Sie fühlte sich so unglaublich machtlos, so wie sie sich noch niemals zuvor in ihrem Leben gefühlt hatte. Nicht einmal bei ihrer Mutter oder Rumpelstilzchen oder dem König. Noch nie war sie so tief gesunken. Und als er anfing ihre ausgeleierte Hose nach unten zu ziehen, war ihr bewusst, dass sie nichts mehr weiter als ein Gebrauchsgegenstand war. Das war der Moment, wo sie tatsächlich wieder anfing zu weinen.

Regina schluchzte stumm in sich hinein, als sie wehrlos dalag, während sie hören konnte, wie er seine Hose öffnete, spüren konnte, wie er auf sie kletterte und anfing sich an ihr zu reiben. Er stöhnte ihr laut ins Ohr, seine Hände waren an ihrem nackten Hintern, er hob sie weiter hoch, zog sie in seinen Schoss, so dass sie mit dem Bauch immer noch auf der Matratze lag und ihr Hintern halb in die Luft ragte und sie konnte spüren, wie seine Erektion gegen die Innenseite ihres Oberschenkels presste.

«Sidney, bitte tu’ das nicht», flehte sie in einem letzten verzweifelten Versuch verschont zu werden.

«Findest du nicht, wir haben schon oft genug getan, was du wolltest?», raunte er wieder an ihr Ohr. «Es ist Zeit, dass wir endlich mal das tun, was ich will. Ich bin mir sicher, das wird dir auch gefallen.»

Regina liess es geschehen. Geschlagen lag sie da, biss die Zähne in das muffige, durchgelegene Kissen und weinte still, so wie sie das schon oft beim König getan hatte. Sie hatte gelernt, wie weniger sie zappelte, sich wehrte oder einen Ton von sich gab, umso schneller war es vorbei. Sie kapselte sich ab von der Realität, verkroch sich in ihre Gedanken und versuchte den demütigen, verheerenden Schmerz auszublenden, den der Mann ihr gerade zufügte. Doch zu wissen, dass nach ihm noch zwei weitere Männer kommen würden, um ihr genauso wehzutun, trieb ihr nur noch mehr Tränen in die Augen.
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