Dazai Osamus fehlgeschlagene Selbstmordversuche

von Kura Sayo
KurzgeschichteAllgemein / P16
Dazai Osamu
16.06.2019
20.06.2019
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Das war eine kleine Idee die ich vor kurzem hatte als ich Twitter-Posts gelesen habe. Ich weiß noch nicht wie lange das hier gehen wird aber ich habe da schon ein paar Ideen. Doch jetzt fangen wir erst Mal mit dem ersten Versuch an.

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17 Jahre

Zu behaupten Chuuya sei sauer, wäre hoffnungslos untertrieben. Er kochte förmlich vor Wut. Eine Tatsache die den Mafia-Mitgliedern denen er auf dem Weg zum Fahrstuhl begegnete nicht entging. Sie alle wichen zurück, als er an ihnen vorbei stapfte, Risse im Boden zurücklassend an den Stellen, an denen er etwas zu heftig aufgetreten war. Vermutlich waren sie erleichtert, als sich die Fahrstuhlstüren hinter ihm schlossen und sie nicht länger Gefahr liefen, Ziel seines Ärgers zu werden.

Chuuya vergrub die Hände in den Taschen seiner Hose und richtete den Blick fest auf die Leuchtanzeige. Zehn Stockwerke. Acht. Sechs. Drei Stockwerke, dann würde er endlich die Gelegenheit bekommen, diesem faulen, nichtsnutzigen Bastard den Schädel einzuschlagen.

Diese Mission war wichtig gewesen und selbst für jemanden mit Chuuyas Kräften nicht einfach zu erledigen. Dazai hätte ihn begleiten sollen, um ihn mit einer seiner cleveren Strategien zu unterstützen oder um als Notbremse zu dienen, sollten sie gezwungen sein auf Corruption zurück zu greifen. Doch sein Partner war nicht am Treffpunkt erschienen. Chuuya hatte lediglich eine kurze Nachricht erhalten, von wegen Dazai hätte wichtigeres zu tun als dem Hutständer unter die Arme zu greifen. Das Handy des besagten Hutständers, hatte die Konversation nicht überlebt.

Letzten Endes hatte Chuuya den Job also doch allein zu Ende gebracht. Keine leichte Aufgabe und seine dreckigen, teilweise gerissenen Kleider waren der beste Beweis dafür.

Kaum das der Fahrstuhl anhielt und die Türen sich öffneten stürmte Chuuya los, hinein in das übergroße Apartment, dass er sich unglücklicherweise mit der Makrele teilen musste. Warum noch einmal hatte der Boss gedacht das wäre eine gute Idee? Sogar Kouyou, nein, besonders Kouyou hatte ihm davon abgeraten gehabt. Mori jedoch hatte nur davon gesprochen das es Soukoku bei ihrer Arbeit helfen würde, wenn sie auch privat Zeit miteinander verbrächten und sich dadurch näher kennenlernten. Das mit dem näher kennenlernen würde Geschichte sein, wenn Chuuya mit Dazai fertig war.

„Hey selbstmordgefährdeter Freak, du bist erledigt!“, brüllte er als er an den Kleiderständern vorbei rannte. Der übergroße schwarze Mantel dem Mori ihm gegeben hatte hing an einem der Hacken, was bedeutete das Dazai hier sein musste. Er ging niemals ohne das Ding aus dem Haus. Seltsam war nur das Chuuya keine Antwort auf seinen Ruf erhielt.

„Ich weiß du bist hier, also zeig dich, damit ich dir endlich das Genick brechen kann, Arschloch!“, knurrte er halb, als er den gemütlichen Wohnbereich betrat. Seine azurblauen Augen weiteten sich, bei dem Anblick der ihn dort erwartete.

Direkt über dem schwarzen Ledersofa hing eine schlaksige Gestalt mit wirren, braunen Haaren welche ohne Zweifel Dazai Osamu war. Eine Schlinge lag um seinen bandagierten Hals, fest zugezogen.

Im ersten Moment dachte Chuuya, er hätte es endlich geschafft. Er hätte erfolgreich Suizid begangen und somit bekommen, was er sich schon immer sehnlichst gewünscht hatte. Doch dann bemerkte er dass Dazais Augen geöffnet waren und den Schmerz der sich in ihnen spiegelte. Dazais Stimme war rau und kaum zu verstehen als er den Mund öffnete. „Chuu… ya…“

Chuuya war sich nicht sicher, warum Dazai ihn ansprach. Er wusste nicht was das dämonische Wunderkind von ihm erwartete. Sollte er verschwinden, damit er in Frieden sterben konnte? Sollte er bleiben und…

Ohne nachzudenken zog er sein Messer und schleuderte es zielsicher in Richtung des Seils. Es schnitt hindurch wie Butter, kein Wunder Chuuyas Messer war ja auch gut gepflegt und geschärft. Gleichzeitig schoss der Rotschopf vor und fing seinen Partner geschickt auf, bevor sich dieser noch den Kopf stieß oder schlimmer das Genick brach.

„Dämliche Makrele… Ich dachte du hasst Schmerzen? Von der Decke zu baumeln und langsam zu ersticken, klingt nicht nach einer schmerzfreien Methode ins Gras zu beißen!“, murrte er, während er Dazai unsanft auf das Sofa plumpsen ließ. Seine Finger begannen automatisch an der Schlinge zu arbeiten, um sie dem Dunkelhaarigen abzunehmen.

„Es ist nicht so… als hätte ich das geplant… Chibi. Die Schlinge hätte mir… das Genick brechen… sollen…“

Chuuya hob eine Braue, unterdrückte den Drang dem Jüngeren eine Kopfnuss zu verpassen. Die Schlinge warf er achtlos zur Seite als er sie endlich hatte lösen können. „Idiot… eines Tages bringst du dich wirklich noch um.“

Dazais Gesicht war unschuldig als er zu Chuuya hinauf blinzelte. Wäre die ganze Lage nicht so ernst gewesen, hätte Chuuya es genossen das er einmal nicht derjenige war der aufblicken musste. „Aber das… ist doch der Sinn… der Sache, Chuuya~.“

„Du bist wirklich ein Idiot, Vagabund… Warum rette ich überhaupt noch deinen bescheuerten Hintern?“

Dazai grinste von einem Ohr zum anderen, rieb sich mit der Hand leicht über die schmerzenden Stellen an seinem Hals. Er konnte froh sein, dass seine Verbände die Hämatome abdecken würden, so würde niemand unangenehme Fragen stellen. Andererseits war es Dazai, es würde niemanden wundern ihn mit den Beweisen seines letzten fehlgeschlagenen Selbstmordversuches durch die Gegend spazieren zu sehen. „Tja, warum wohl, Petit Mafioso? Vielleicht bist du ja in mich verliebt und kannst nicht ohne deinen Osamu-senpai?“

„Das könnte se- Was zur Hölle redest du da für einen Quatsch, Bastard?!“, schnappte Chuuya ihn an. Und während Dazai noch schallend lachte, sammelte er sein Messer ein und stapfte in Richtung des Weinkabinetts. Er würde eine ganze Flasche seines stärksten Exemplars ausleeren müssen, um nicht komplett auszurasten. Er würde es niemals zugeben, aber er war froh, dass Dazai bereits wieder die Kraft hatte ihn zu nerven und in ganzen Sätzen zu sprechen.

„Aber Chuuya-chan macht sich immer solche Sorgen um mich. Ganz sicher bin ich für ihn eine besondere Person die er immer an seiner Seite wissen will!“

„WIE HAST DU MICH GENANNT!“ Fast hätte er die Weinflasche in der Hand zerbrochen. Sich nicht darum kümmernd ein Glas zu holen, trank er einen großen Schluck, genoss den Geschmack für einen Moment auf der Zunge. Als er hinunter geschluckt und sich wieder einigermaßen im Griff hatte sagte er: „Du legst es heute wirklich an von mir abgestochen zu werden, Arschloch.“

Dazai grinste nur noch mehr, seinen Kopf auf die Lehne des Sofas legend. Natürlich legte er es darauf an. Für ihn wäre es sicher nur eine weitere kreative Art des Selbstmordes, würde er Chuuya dazu bringen ihn zu ermorden. Zuzutrauen war es ihm zumindest.

„Tut mir ja Leid zu enttäuschen, aber da musst du dir jemand anderen suchen. Anders als ein gewisser Unterboss in diesem Raum habe ich eine Mission hinter mir und will mich aufs Ohr hauen. Wenn du vor hast heute Nacht noch einmal von einer Decke zu baumeln, tu es woanders.“

Dazai lachte leise auf. „Ich würde es niemals wagen Chibikkos Schönheitsschlaf zu stören!“

Chuuya verzichtete darauf etwas zu erwidern und schloss stattdessen lauter als nötig die Tür hinter sich. Sich sicher das dieser Trottel von einem Partner nichts mitbekommen würde warf er sich auf sein Bett und starrte erschöpft an die Decke. Er war froh, dass Dazai nicht tot war. Dass er rechtzeitig zurück gekommen war um den Bastard los zu schneiden. Doch Chuuya hatte auch Angst. Angst eines Tages nicht schnell genug zu sein.

„Dummer Dazai… Ohne dich wäre es schrecklich langweilig.“

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Tatsächlich wollte ich schon sehr lange etwas zu Chuuya und dieser Situation schreiben und diese Sammlung gab mir die Möglichkeit es endlich zu tun. ^^

Falls es euch gefallen hat, lasst es mich doch bitte kurz wissen. Ich freue mich immer sehr über Reviews, egal ob kurz oder lang. Und falls ihr Ideen habt auf welche Art Dazai noch Selbstmord versuchen könnte, könnt ihr mir das auch gerne schreiben. Vielleicht setzte ich die Idee dann sogar um.
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