They´ll never be good to you

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
Borussia Dortmund OC (Own Character)
16.06.2019
09.10.2019
23
37918
7
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Dieses Kapitel
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Hallo :)
Heute möchte ich mit der Veröffentlichung einer Story beginnen, die für mich mehr ist. Tatsächlich kann man es auch eher Projekt, als Story nennen, da sie aus drei Teilen besteht und über Jahre von mir immer mal wieder weiter geschrieben wurde. Angefangen zu schreiben habe ich Anfang April 2017, die Idee entstand noch etwas eher.
Teil 1 dreht sich um die Jugend von Robert und meinem OC Jarkko. Nun möchte ich euch aber nicht länger aufhalten und wünsche viel Spaß beim ersten Kapitel :)


Kapitel 1

Robert:

"Vergiss uns nicht,Alter."
Ich umarmte Kamil ein letztes Mal, dann stieg ich in den Wagen.
"Ich komme wieder, wenn ich 18 bin. Keine Sorge. In Deutschland werden Sie mich eh nur für einen scheiß Polen halten."
"Robert! Ich bitte dich. Gehe nicht so negativ an die Sache heran. " mahnte mich meine Mutter.
Sie drückte mir eine Topfpflanze in die Hand.

"Stellst du sie bitte neben dich?"
Böse sah ich sie an.
"Ach Robert! Jetzt guck doch mal fröhlich. Du kannst Kamil und Jelena in drei Wochen doch besuchen, was hältst du davon?"
Mein bester Kumpel nickte begeistert. Doch ich war nicht so freudig.
"Ich will nicht nach Deutschland. Dortmund, wie klingt das denn?"
Genervt warf ich mich in meinen Sitz zurück und verschränkte die Arme beleidigt vor der Brust.

"Dein Vater hat nun endlich einen neuen Job. Gut bezahlt. Wir ziehen in ein schönes Haus. Und wie gesagt, du hast auch was davon. Drei Wochen, dann machst du dir ein schönes Wochenende und besuchst deine Freundin und deinen besten Freund."
Ich antwortete nicht, setzte nur meine Kopfhörer auf. Nach vielen Stunden, in welchen ich schlief oder Musik hörte, kamen wir endlich an, in meiner neuen "Heimat", die sich Dortmund schimpfte. Mama hielt vor einem kleinen Häuschen, welches eng an einem anderen stand. Vielleicht drei Meter waren zwischen der einen und der anderen Wand. Dazwischen eine Hecke und nicht sehr hoch. Und vorne jeweils ein kleiner Vorgarten.

Typisch deutsch und spießig bis zum umfallen. Hier sollte ich wohnen? In Nummer 9? Die Tür öffnete sich und meine Schwester kam uns entgegen gerannt. Sie war mit meinem Vater schon letzte Woche nach Deutschland gezogen, Mama und ich kamen heute nach.
"Rob!"
Sie zog mich freudig in eine Umarmung, welche ich nicht erwiderte.
"Wo ist mein Zimmer?" wollte ich nur unfreundlich wissen.
"Komm, ich zeig es dir."
Und schon hatte sie mich ins Haus gezogen. Stumm sah ich mich um. Es war größer, schöner. Außerdem roch es nicht muffig. Anscheinend verdiente mein Vater auch einiges mehr an Geld, anders hätten wir uns das niemals leisten können.

Unser Haus in Polen war kleiner, meine Schwester und ich hatten uns ein Zimmer geteilt. Doch wollte ich für diesen Luxus mein altes Leben aufgeben? Natürlich nicht! Kamil kannte ich seit der ersten Klasse, wir wurden erst zusammen gesetzt, als die Lehrer aber merkten, dass wir nur quatschten, schnell wieder auseinander. Doch die Freundschaft war entstanden. Später unterhielten wir uns über die Köpfe der anderen hinweg, schrieben Zettel und warfen sie uns zu. Irgendwann gab unser Mathe Lehrer resigniert auf, er setzte uns wieder zusammen. So störten wir dann doch am wenigsten. Und vor drei Monaten war Jelena in mein Leben getreten. Kamil hielt sie für arrogant, aber meiner Meinung nach war sie perfekt.

Sie sah gut aus, hatte schon Erfahrung und interessierte sich für mich. Damals wusste ich noch nicht, dass mein Vater was Festes in Deutschland gefunden hatte und wir nachziehen mussten. Er ging ab und zu mal in ein anderes Land, da er dort einfach mehr verdiente und so die Familie ernährte. Aber bis jetzt war es immer nur kurzzeitig und befristet gewesen. Jelena hatte mir versprochen, sooft wie möglich zu schreiben und auf mich zu warten, bis ich endlich 18 war und wieder zurück kam. Ich wiederum versicherte ihr, sie anzurufen und zu besuchen. Aber konnte das gut gehen? Eine Fernbeziehung war eigentlich nicht das, was ich in meinen jungen Jahren wollte.

Eigentlich wollte ich das gar nicht. Vielleicht später, wenn es absolut nicht anders ging. Aber jetzt doch nicht. Jelena war meine erste Freundin und dementsprechend hatte ich mit ihr auch meine ersten Erfahrungen gesammelt. Aber nicht genug! Mein Plan bestand darin, auch mit ihr zu schlafen. Und nachdem ich erfuhr, dass wir aus Polen weg zogen, erst recht. Doch irgendwie hatte es sich nicht ergeben. Und so kam ich jungfräulich nach Deutschland. Na toll. Kamil hatte natürlich schon Sex gehabt, wie vermutlich jeder fast 16 Jährige in Polen und Deutschland, ach was, der ganzen Welt. Nur ich nicht. Das Leben war so ungerecht zu mir. Meine Schwester holte mich aus meinen trüben Gedanken zurück, indem sie meine Hand griff und mich eine Treppe nach oben zog.

"Dort hinten ist dein Zimmer."
Ich nickte nur stumm und ging auf die Tür zu. Auch wenn ich es nie zugeben würde, in diesem Moment war ich dann doch ein wenig nervös und auch neugierig. Ich öffnete die Tür und sah mich um. Links war ein großes Fenster, umgeben von zwei schwarzen Vorhängen. Eine tiefe Fensterbank war auf Höhe der Knie eingelassen und bot sicherlich einen schönen Platz zum Chillen. Daneben ein Schreibtisch, ein Bett und ein großer Schrank auf der anderen Seite des Zimmers. Ich stellte meine Tasche auf dem Bett ab und sah mich in dem Raum um. Eigentlich ganz hübsch. Aber in Deutschland, Dortmund. Nicht in meiner Heimat.
"Robert? Hilfst du uns mit den Kartons?"

Mein Vater stand mit einem Mal hinter mir. Ich nickte nur stumm und ließ den Blick zu Boden sinken.
"Du kannst ruhig zugeben, dass es dir gut gefällt. Ich verrate es auch keinem."
Er schmunzelte und legte mir seine Hand auf die Schulter.
"Materielle Dinge können mir nicht Kamil und Jelena ersetzen." knurrte ich nur.
"Ach Robert. Versuch es doch wenigstens ein Mal positiv zu sehen. Ich kann mir vorstellen, dass.."
"Nein kannst du nicht! "unterbrach ich ihn und verließ wütend das Zimmer.

Mein Vater hatte doch keine Ahnung. Er verließ ja nicht seine Freunde. Er hatte immerhin Mama und meine Schwester. Nur ich war hier alleine. Ich schnappte mir gleich drei Kartons und trug sie schwankend nach oben. Dann nochmal welche. Zum Auspacken hatte ich jedoch keine Lust, also krachte ich sie einfach neben mein Bett. Ich nahm lediglich meinen Laptop heraus und fuhr ihn hoch. Mein Laptop war auch so eine Art Bestechung von meinem Vater gewesen, damit ich mit nach Deutschland kam, denn er hatte ja jetzt Geld. Als ob Liebe käuflich wäre. Ich hatte Kamil versprochen, ihm sofort zu schreiben, sobald ich da war. Doch dazu brauchte ich WLAN. Ich stand wieder auf und verließ mein Zimmer.

Unten in der Küche saßen meine Eltern zusammen mit meiner Schwester an dem großen Küchentisch.
"Schön, dass du dich zu uns gesellst."
"Ich brauche nur das Passwort für unser WLAN. Kamil wartet auf meine Nachricht."
Mein Vater nannte es mir. Ohne ein weiteres Wort ging ich wieder nach oben. Sie sollten merken, wie sehr ich es ihnen übel nahm, hier zu sein. Wenig später hatte ich mich bei einem sozialen Netzwerk eingeloggt.

Angemeldet war ich nur aufgrund des Umzugs. Eigentlich hielt ich davon gar nicht so viel. Aber irgendwie musste ich ja Kontakt zu meinen Freunden halten. Ich schrieb Kamil eine Nachricht. Er war ebenfalls online und antwortete sofort.
"Sorry Rob, ich hab heute was vor. Schreiben andermal."
Und schon war er wieder offline. Was? Das durfte doch nicht wahr sein! Ich brauchte Kamil, um ihm zu sagen, wie schrecklich es hier war und wie sehr ich alles hasste. Wütend trat ich gegen meinen einen Karton. Dieser fiel um und verstreute meine Klamotten auf dem Boden. Ich seufzte und sah aus dem Fenster, direkt in das Nachbarhaus. Dort stand ein strohblonder Junge am Fenster. Er winkte mir zu. Ich nickte nur. Der Fremde hob ein Blatt.

"Willkommen neuer Nachbar." war dort in krakeliger Schrift zu lesen. Ein Schmunzeln schlich sich auf meine Lippen. Ich kramte mir schnell ein Blatt Papier hervor und fand einen Stift in meiner Tasche.
"Hey :)" schrieb ich zurück.
Wusste auch nicht, was ich sonst noch schreiben sollte. Er grinste und schrieb erneut was.
"Bock zu kicken?" hielt er mir entgegen.

Natürlich hatte ich das! Fußball war mein Hobby, meine Leidenschaft. Bis vor kurzem hatte ich im Jugendverein gekickt. Ich nickte eifrig. Er reckte den Daumen nach oben und grinste breit. Ich verließ mein Zimmer und rannte die Treppe nach unten.
"Bin unterwegs." rief ich meinen Eltern zu.
Von dem Brett im Flur schnappte ich mir einen Schlüssel, steckte ihn ein und trat zur Tür heraus. Der blonde Junge stand schon da, einen Ball lässig unter dem Arm geklemmt.
"Hey, ich bin Jarkko!" begrüßte er mich und hielt mir die Hand von.

"Robert" murmelte ich und schlug ein. Mit einem mal war ich total unsicher. Zwar lernte ich seit vielen Jahren in der Schule deutsch, kam auch sehr gut mit der schwierigen Sprache zurecht, aber reichte das auch für den Alltag?

Ich hoffe, euch hat der Einblick in das Leben von Robert gefallen. Über Rückmeldung würde ich mich sehr freuen, da mir das Projekt doch am Herzen liegt.
Eine schönen Sonntag :)
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