Halte mich

von fusina
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
16.06.2019
20.09.2019
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Hallo,
Ich muss mich heute zu Wort melden.
Also, erstmal, ja es hat gedauert. Meine Schreibblockarde in Kombination mit, keine Idee ist natürlich nicht förderlich.
Ich hatte schonmal angeboten, gerne Ideen für den weiteren Verlauf anzunehmen, aber leider leider, scheint kaum einer Interesse zu haben.
Nun gut, ich habe festgestellt, dass romantische, glückliche Verläufe nicht so meine Welt sind. Ich bin doch eher der Dramatyp.
Ich hatte wirklich 100 Möglichkeiten, wie es hätte hier weitergehen können und habe mich für eine spontane Idee entschieden. Man ist mir das schwer gefallen...
Also seid nicht zu sehr enttäuscht.
Ich habe diesmal aus der Sicht von Marinette und Adrien geschrieben. Also es klingt alles etwas anders als bisher und ich hätte gerne eure Meinung dazu, welche Schreibweise euch am besten gefällt, ganz unabhngig zum Inhalt.
Übringens sind die hier: ~.~ Zeitsprünge :-)
Seid doch so lieb und hinterlasst mir einen Kommentar.

Also dann :-)
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Marinettes Sicht
Ein unangenehmes Gepolter erreichte mein Unterbewusstsein und rüttelte mich aus dem tiefen Schlaf. Ich wollte nicht die Augen öffnen und zog die Decke ein Stück höher, um mich tiefer in mein Bett zu kuscheln.
Für einen Moment dachte ich wieder in den Schlaf zu gleiten, als es noch lauter über mir donnerte. Erschrocken riss ich meine Augen auf und spürte meinen heftigen Herzschlag in der Brust.
Müde rieb ich mir die Augen und blinzelte in die dunkle Nacht. Es dauerte kurz bis ich mich an die Dunkelheit gewöhnt hatte und  erkannte die leichten Umrisse einer Gestalt über mir.
Zwei leuchtend grüne Augen sahen auf mich herab und in mir machte sich Unbehagen breit.

Plötzlich fiel mir Adrien wieder ein. Es war stockfinster und ließ mich darauf schließen, dass es bereits nach Mitternacht sein musste. Ich hatte in meinem Bett gesessen und noch ein Buch gelesen, wobei ich offensichtlich eingeschlafen war.
Ob ich Adrien verpasst hatte?

Wankens stellte ich mich auf die Knie, wobei Chat ein weiteres Mal eilig klopfte, und hielt mir die Decke vor die Brust. Herr Gott, ich bin wach und noch nicht taub!

Mit einer leichten Handbewegung öffnete ich die Verrieglung, als er stürmisch die Dachluke aufriss und sich mit einem Satz neben mir fallen ließ.
Müde beobachtete ich, wie Chat die Verrieglung wieder schloss. Er wirkte gehetzt und außer Atem. Ein ungewöhnlicher Anblick.

Ich konnte nicht viel erkennen und griff nach meiner Nachttischlampe, als Chats Hand sich um meine legte und er mich an meinem Tun hinderte.
„Nicht“, sagte er heiser und ich spürte einen eisigen Schauer über meinen Rücken wandern.
„Was? Wieso? Ich sehe doch nichts.“ Ich zog meine Hand zurück und rückte ein Stück von ihm weg, um ihn besser ansehen zu können. Irgendwas schimmerte in seinem Gesicht und ich hörte wie er immer wieder nach Luft rang. Mir wurde immer kälter. Was war hier los?

„Marinette“ Seine Stimme war brüchig und mit jeder Sekunde wurde ich unruhiger.
Ich rückte wieder zu ihm und umfasste sein Gesicht. Etwas warmes erreichte meine Fingerspitzen und ließ mich gefrieren – Blut?

„Chat, was ist passiert?“ Ich hatte meinen Partner noch nie so zerstreut gesehen und ich spürte, dass er mit sich selbst kämpfte. Eilig griff ich nach meinem Nachtlicht und schaltete es an, bevor er mich wieder daran hindern konnte.
Für eine Sekunde setzt mein Herz aus, als ich mich zu im wandte und das Blut entdeckte, dass ihm ungehindert von der Stirn lief.

Bevor ich ihn erneut fragen konnte, was passiert war, erhob er seine Stimme.
„Mari, wir müssen hier weg“ Er nahm meine Hand und wollte offensichtlich die Verrieglung der Dachluke öffnen, als ich ihn sie wieder entzog.
„Warum? Chat, sag endlich was los ist!“, polterte ich. Er hielt inne und ich sah, dass er gehetzt war. Aufgebracht fuhr er sich durch seine Haare und wischte sich mit dem Handrücken das Blut zur Seite, ehe es an seinem Kinn hinab tropfen konnte.
„Du bist in Gefahr. Eine Frau wurde akumatisiert und sucht dich. Ich habe keine Ahnung wer sie ist und was sie von dir will, aber wir sollten hier schleunigst verschwinden“
Nur langsam sickerte diese Information zu mir durch und ich spürte die Gänsehaut, die sich auf meiner Haut breit machte. Ich konnte seinen Worten kaum folgen. Ich verstand den Sinn einfach nicht. Wer sollte nach mir suchen und warum?
„Wir… Wir sollten deine Wunde versorgen“, flüsterte ich schon fast und setzte mich langsam in Bewegung, um die Leiter hinunter zu steigen. Diese Situation überforderte mich maßlos und ich schaffte es einfach nicht, einen klaren Verstand zu behalten.

„Marinette!“, polterte Chat plötzlich und ließ mich zusammenzucken. Mit eingezogenem Kopf drehte ich mich zu ihm. Er hatte sich aufgesetzt und sein ernster Blick durchbohrte mich förmlich. Langsam machte sich die Nervosität in mir breit.
Gott, was sollte ich tun?

Jeder Versuch einer logischen Erklärung, endete in meinem Kopf in einem Black out.

Ein rauschendes Geräusch traf auf mein Gehör und holte mich aus meiner Starre. Hektisch entriegelte Chat die Dachlucke und stieß sie auf, um einen Blick nach Draußen zu werfen.
Ein leises Fluchen verließ seine Lippen.

Bevor ich weitere Fragen stellen konnte, packte er mich grob am Oberarm und zog mich mit sich. Aufgebracht schnappte ich nach Luft, doch war zu keinen Wiederworten fähig, als er mich auf meine Dachterrasse zog.
Die kalte Nachtluft legte sich um meine freien Beine und Arme. Es war außergewöhnlich kühl.
Hätte der Mond nicht so stark am wolkenlosen Nachthimmel geschient, hätten wir mit Sicherheit keine Sicht durch die Dunkelheit gehabt.
Ich folgte Chats Blick. Irgendwas sah er und zog mich geschickt hinter sich.
Egal wie sehr ich mich bemühte, es war mir nicht möglich irgendetwas zu erkennen.

Ich wandte mich um und warf einen Blick durch die Dachlucke. Tikki schlief mit Sicherheit noch in der Schublade und hatte noch nichts mitbekommen. Irgendwie musste ich unbemerkt zu ihr kommen, dachte ich und setzte einen Fuß nach vorne, als Chat mich um die Hüfte packte und sich mit seinem Stab vom Boden abstieß.

Ein Angstschrei verließ meine Lippen, als wir auch schon auf dem nahegelegenen Dach landeten. Ich spürte meine wackeligen Beine. Ich bin einfach nur noch verwirr. Ich weiß nicht was hier los ist und wer dort im Dunkeln auf mich lauern sollte. Oder ist Chat einfach nur verrückt geworden?
Ich konnte mir dennoch seine Verletzungen nicht erklären.
Seine Hand löste sich von mir und ergriff sofort meine Hand. Ohne Vorwarnung setzte er sich in Bewegung und lief über das Dach, welches zur jeder Seite Steil hinab ging.

„Chat! Rede mit mir!“, protestierte ich und versuchte ihn zu bremsen.
Er wurde langsamer und sah in meine Richtung. „Ich kann nicht zulassen, dass dir etwas passiert“

„Wer ist dort? Was hat sie gemacht?“ Ich wollte endlich Gewissheit.

„Marinette!“, kreischte eine hohe Stimme und zwang uns fast schon in die Knie. Schmerzhaft verzog ich das Gesicht und hielt mir die Ohren zu. Ich sah wie Chat es mir gleichtat. Gott, was war das?
Hecktisch sah ich mich um und entdeckte hinter uns dunkle Umrisse, die sich uns näherten.

Er hatte Recht. Es war keine Einbildung. Und gerade jetzt war Tikki nicht bei mir. Ich spürte mein Herz schneller schlagen. Ich war Schutzlos und konnte mich nicht selbst verteidigen, oder kämpfen.

Langsam ließ ich meine Hände sinken und konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Je näher sie mir kam, desto mehr erkannte ich eine Frau, in einem dunklen Kleid. Sie trug eine ebenso dunkle Maske und langes weißes Haar.

„Chat“, flüsterte ich leise und behielt die Frau genau im Auge. Ich spürte seine Hand, die meine langsam erfasste. Die Angst die uns umgab, war fast schon greifbar. Ich fühlte mich erstarrt und die Kälte lähmte meine Glieder.
Wir mussten sofort hier weg. Aus den Augenwinkeln sah ich mich um, doch nichts konnte uns hier retten.

„Du wirst büßen, für das, was du meinem geliebten Freund angetan hast, Prinzessin“, säuselte die Frau nun einige Tonlagen tiefer und deutlich leiser. Meine Augen weiteten sich. Was redete sie da? Ich durchforstete meine Gedanken und Erinnerungen, doch konnte weder sie noch ihren Freund zuordnen.

„Wir springen“, flüsterte Chat an meinem Ohr. Erschrocken hielt ich die Luft an. Wir hatten keine Wahl. Sie kam mit jedem Schritt näher und es gab keine andere Option. Ich musste ihm vertrauen.
Erstarrt nickte ich und spürte seinen Arm der sich um mich legte.

Mit einem Ruck stieß er sich ab und ich sah in letzter Sekunde, dass die Frau etwas von ihrem Rücken hervor zog und sich ebenso abstieß, um uns zu folgen.
Der Wind wurde eisiger, als wir vom Dach stürzten. Ich konnte den Blick nicht von dieser unheimlichen Frau lassen und verpasste den Moment, als wir am Boden aufkamen.  
Schmerzhaft zog es durch meine Beine und ließen mich einknicken.

„Hast du dir weh getan?“, hörte ich Chat fragen, doch viel Zeit hatte ich nicht um zu antworten, denn er zog mich bereits an der Hand weiter. So schnell wir konnten liefen wir die Straße entlang.
Ich traute mich nicht einen Blick zurück zu werfen. Die Eiseskälte machte mich langsamer und mein Herz schlug mir bis zum Hals.
Wovor liefen wir weg? Ich hatte nicht einmal die Möglichkeit mich dem Ganzen zu stellen.
Ohne Tikki war ich Machtlos und ich wusste nicht ob Chat dem gewachsen war, ganz alleine.

Ein helles Lachen erhellte die Straße und jagte mir einen Schauer über den Rücken. Es schien von allen Seiten zu kommen,  als sich etwas um meinen Knöchel wickelte und mich mit einem Ruck zum Fall brachte. „Nein!“´Chats Hand trennte sich von meiner, als er einen Schritt zurück stolperte.

Mit Wucht wurde ich über den Boden zurück gezogen und spürte schmerzhaft meine Haut, die sich an den Asphalt aufschürfte. Meine Wirbelsäule und Schulterblätter brannten wie die Hölle. Reflexart streckte ich meine Hände in Richtung meines Partners aus.
„Verdammt! Lass sie in Ruhe!“, hörte ich ihn, doch im nächsten Moment wurde ich am Hals gepackt und musste in zwei graue Augen hinaufsehen. Purer Hass sprang mir entgegen und ich hielt erschrocken die Luft.

Mit einer Handbewegung brachte das Biest meinen Partner zum Stillstand. Ich hörte sein leises Stöhnen. Wie? Was tat sie?
Ich konnte mich unter ihrem erdrückenden Griff nicht bewegen und ihn nicht sehen. Er kam nicht.
Wieder widmete sie sich mir, als hätte sie jetzt aller Zeit der Welt.

„Du“, begann sie und erhöhte den Druck auf meinen Hals. „Du widerliche Kreatur, hast meinen geliebten Freund in Schwierigkeiten gebracht. Wie konntest du behaupten, er wäre dir zu nahe gekommen?“, säuselte sie und griff erneut mit ihrer freien Hand hinter ihren Rücken.
Panisch weiteten sich meine Augen.
Ihr Freund? Phillip… hatte eine Freundin? Fassungslos starrte ich sie an und rang verzweifelt nach Luft.
„Du wirst büßen und nie wieder glücklich werden!“
Sie zog einen kleinen Pfeil hinter ihrem Rücken hervor und platzierte ihn vor meinen Unterbauch.
Panisch strampelte ich mit den Beinen, aber ihr Gewicht auf mir war zu hoch.
Ich spürte einen stechenden Schmerz, als sie den Pfeil durch meine Haut, in mein Fleisch stieß und im selben Moment entließ sie meinen Hals aus ihrem Griff.
Ich schnappte nach Luft und doch wurde im selben Moment meine Kehle von dem aufsteigenden Schmerz zusammengeschnürt. Ein Feuer breitete sich in meinem Körper aus und versetzten mir Höllenqualen. Jede Faser meines Körpers begann zu krampften und meine Sicht verschwamm mit jeder Sekunde. Sie erhob sich.
Mir wurde schlecht. Grauenhaft schlecht.
Ihr Schatten entfernte sich.
Panisch rollte ich mich mit letzter Kraft auf die Seite und zog meine Beine an. Hilfe…

„Viel Freude mit ihr“, hörte ich ihre verzerrte Stimme und wenige Sekunden später ein Fluchen, was auf mich zukam. Ein letztes Mal versuchte ich die Augen zu öffnen, aber der Schmerz hatte meinen Kopf und Körper eingenommen. Alles drehte sich um mich herum.
„Marinette! Scheiße!“, hörte ich die vertraute Stimme meines Partners, als alles um mich herum Schwarz wurde.



Adriens Sicht

So schnell ich konnte befreite ich mich von den Seilen, die sich um mich geschlungen hatten und rannte zu Marinette. Ohne die Schurkin zu beachten, die sich zügig von uns entfernte, kniete ich mich zu ihr. Regungslos lag sie eingerollt vor mir. Mein Herz setzte aus…
Blut floss aus ihrer Wunde und ich wusste, ich durfte diesen Pfeil nicht entfernen, um ihr keine weiteren Verletzungen zuzufügen.
Dunkle Striemen bildeten sich um die Wunde und wuchsen in jede Richtung – färben ihre Haut schwarz.

Mit zitternden Händen griff ich unter ihr und hob sie auf meine Arme.
Ich hatte keine Ahnung was mit ihr geschah, was das alles zu bedeuten hatte, aber ich musste mich beeilen. Ihre Atmung ging flach und stoßweise, die Augen fest verschlossen.

~.~

Eilig lief ich die Treppe hinauf und klingelte ungeduldig an der Tür. Es war mitten in der Nacht, aber der Meister musste auf solche Situationen vorbereitet sein. Er war meine – unsere letzte Chance.
Kein Krankenhaus dieser Welt hätte dem Mädchen in meinen Armen je helfen können.

Sogleich die Tür aufging, stürmte ich an Meister Fu vorbei und legte Marinette auf die Laken in mitten des Raumes. Kurz rang ich nach Luft, denn der Sprint hierher ging nicht ohne weiteres an mir vorbei.

Ehe ich etwas sagen konnte, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und blickte zu dem düster dreinblickenden Meister neben mir.
„Helfen sie ihr“ Fest hielt ihr ihre Hand in meiner und betete, dass es gleich vorüber war.
Mit jeder Minute die verstrich, stieg eine Panik in mir an – Angst, sie zu verlieren.
Ihr Gesicht ist war Leichenblass geworden und die schwarzen Striemen bedeckten ihren Unterbach und wanderten ihre Rippen empor.
Ich rückte von ihr ab und löste meine Verwandlung, wodurch ich das Beben in meinem Körper umso deutlicher spürte. Ich fühlte mich schwach – machtlos…

„Mach uns einen Tee“, bat mich der alte Mann und fast hätte ich fassungslos den Kopf geschüttelt. Ich bewahrte meine Fassung und wusste, dass er an seine Arbeit gehen würde um ihr zu helfen.
So stand ich auf und begab mich wankend in die Küche, um heißes Wasser auf zu setzten.
Gedankenlos stützte ich mich an der Küchenzeile ab und sah dem stillen Wasser zu wie es sich erhitzte.
Mein Kopf war wie leergefegt. Ich konnte und wollte mir nicht ausmalen, was geschehen würde, wenn wir versagten. Trotzdem musste ich jetzt ruhig bleiben und auf die Zeit vertrauen.

Meine Augen brannten, als sie sich mit den ersten Tränen füllten, die ich angestrengt wegblinzelte.
Ich habe falsch gehandelt. Wäre ich nur nicht so feige gewesen ihr zu erzählen, dass ich über ihre Identität bescheid wusste, dann hätte ich sie nicht so schutzlos mit mir gerissen.
Seufzend goss ich den Tee auf und stellte die Tassen auf das freie Tablett, um wenig später wieder in den Wohnbereich zu treten. Bevor ich zu ihnen sah, stellte ich das Tablett sicherheitshalber auf dem kleinen Tisch ab.

„Meister Fu“, sprach ich den alten Mann leise an, um ihm keinen Schrecken einzujagen und kniete mich in seine Nähe. Seine Hände ruhten auf Marinettes Bauch und seine Augen waren konzentriert geschlossen. Eine grüne Substanz hatte er um die Einstichstelle verteilt, den Pfeil jedoch noch nicht entfernt. Mein Magen verkrampfte sich. Ich konnte und wollte mir nicht ausmalen, wie sie sich gefühlt haben muss, als diese Bestie sie damit angegriffen hatte…

„Adrien“, begann Fu und ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf ihn. „Wir werden ihr jetzt den Pfeil entfernen und die Wunde damit füllen“ Er zog eine Schale mit der grünen Substanz näher zu sich und bedachte mich noch mit einem bestätigenden Blick.

Ich schluckte schwer. Füllen?
Die Angst, ihr Schmerzen zuzufügen packte mich. Konnte ich ihm wirklich dabei helfen? Wollte ich das?
Beunruhigt betrachtete ich das viel zu dunkle Blut, welches ungehindert aus der Wunde trat und nickte.

Ein leises Stöhnen, holte mich ins Hier und Jetzt und ich beugte mich etwas über Marinette. Ihr Gesicht war schmerzhaft verzogen und beunruhigte mich noch mehr.
„Komm“ Meister Fu nahm die Schale in die Hand und zwei Finger voll von dem grünen Zeug.
„Was? Ich..? Ich soll…?“ Ich schüttelte den Kopf und zog mich zurück.

„Du schaffst das“ Nickte Fu und deutete auf den Pfeil. „Ziehe ihn gerade nach oben raus“

Tief durchatmen – und noch mal.
Zittrig griff ich nach dem Pfeil und verstärkte den Griff um ihn, damit er mir nicht aus der Hand rutschen würde. Ein kurzer Blick in Marinettes Gesicht und der Mut ließ ihn mich gerade herausziehen, als ein lautes Stöhnen von ihr zu hören war.
Verkrampft zog sie die Schultern an und holte immer wieder hektisch nach Luft.
Ich ließ den Pfeil zu Boden fallen und rückte zu ihr hoch, nahm ihr Gesicht in meine Hände. Ich wollte ihr so sehr den Schmerz nehmen, für sie da sein und gerade als ich dachte sie beruhigte sich, sah ich wie Fu ihr die Salbe in die Wunde drückte.
Schmerzerfüllt schrie Marinette auf und ihre Hand schnellte hoch, packte mich an meinem Pullover.
Ihr Körper krampfte und nur mit Mühe, konnte Meister Fu ihre Beine auf dem Boden halten.

Verängstigt schnappte ich nach Luft, unterdrückte meine Trauer die in mir immer größer wurde. Warum wurde ihr sowas angetan?

~.~

Einige Minuten hatte es gedauert, bis Marinette sich halbwegs wieder beruhigt hatte und doch hatte sie ihr volles Bewusstsein dabei nicht erlangt.
Sie schlief jetzt schon einige Stunden und ich saß bei meiner vierten Tasse Tee. Ich habe erst gar nicht versucht zu schlafen. So erschöpft ich mich auch fühlte, es wäre mir ohnehin nicht möglich gewesen.

In Gedanken betrachtete ich das Kwamipaar, welches auf der Kommode in weichen Kissen saß.
Tikki war vor über einer halben Stunde völlig aufgelöst bei ihnen erschienen, auf der Suche nach ihrem Schützling. Ein ganzer Brocken Überwindung hatte es mich gekostet, ihr zu erzählen, was passiert war. Plagg tätschelte ihr beruhigend den Kopf, während sie Marinette immer wieder einen Blick zuwarf. Sie sah mindestens genauso aus, wie ich mich fühlte und setzte meinem schlechten Gewissen um einiges mehr zu.

„Ich bin mir noch nicht sicher, ob sie Marinette wirklich töten oder vergiften wollte“, sprach Meister Fu in leiser Stimme neben mir und ließ mich wieder zu ihm aufsehen.
Ich schluckte schwer.
„Vergiften?“, fragte ich nicht gerade geistreich und fuhr mir durch das blonde Haar.

„Die schwarze Haut verschwindet nicht. Ich kann es nicht abschätzen, was es mit ihr genau macht. Schwarze Magie ist unberechenbar. Wir müssen darauf warten, dass sie erwacht“
Fu nahm den letzten Schluck seines Tees und wandte sich mir noch einem zu.
„Leg dich hin Junge. Du solltest die Zeit wirklich nutzen zum Schlafen“

Nach kurzer Überlegung nickte ich. Im Grunde hatte er Recht. Ich wusste nicht was die nächsten Stunden auf mich zukommen würde und hatte keine Ahnung wie sehr es an meinen Kräften zerren würde.
Deswegen entschied ich mich doch ein Laken neben Marinette auszubreiten und mich zu ihr zu legen.
Ich zog die Decke höher und zupfte auch an ihrer herum. Müde betrachtete ich ihr schlafendes Gesicht. Sie sah entspannt aus, aber ich wusste, dass es nicht mehr von langer Dauer sein würde.
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