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Verzweiflungstat

DrabbleFreundschaft / P12 / Gen
Glorfindel Lindir
16.06.2019
16.06.2019
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Disclaimer: Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Alle bekannten Namen, Figuren, Orte, Ereignisse etc. gehören J.R.R. Tolkien. Die vom Original abweichende Handlung dieser Geschichte und mögliche OCs gehören jedoch mir.

Kurzbeschreibung: Glorfindel sieht sich einer schier unmöglichen Aufgabe gegenüber und bekommt unerwartete Hilfe… [Glorfindel, Lindir; mentions of: Elrond, Erestor]

A/N: Mehr digitale Papierkarotten für immer mehr Plotbunnys…
Dieses Drabble darf gerne in Kombination mit Sommerregen gelesen werden, weiterhin ist es eine Fortsetzung des Oneshots Alltagssorgen, den man zum besseren Verständnis definitiv gelesen haben sollte.





Verzweiflungstat


Er war kurz davor, wirklich so kurz davor, das Pergament einfach… Ach, warum denn nicht?! Abrupt stand er auf, der Stuhl fiel zu Boden und kam dumpf auf dem dicken Teppich auf. Er beachtete es nicht weiter, riss den zur Hälfte beschriebenen Pergamentbogen vom Schreibpult und erreichte mit wenigen langen Schritten den Kamin.

Er war einfach kein Geschichtenerzähler und würde es ganz sicher auch nicht mehr werden!

Verärgert knüllte er eine unförmige Kugel aus dem Pergament und pfefferte sie ins Feuer im Kamin.

Ja!

Das war der einzige Ort, an den dieser stümperhafte Versuch einer Erzählung wirklich gehörte!

Mit einem frustrierten Ächzen stützte er sich mit beiden Händen am Kaminsims ab, senkte den Kopf und schloss die Augen. Das war zweifellos einer von Elronds weniger brillanten Einfällen gewesen, hielt er stumm fest. Es sei denn, der Herr Bruchtals wollte ihn bis zum Ende seiner Tage beschäftigt wissen. Dann war es wiederum sehr brillant.

Im Kamin schwelte das Pergament vor sich hin. Nicht einmal richtig brennen konnte es! Es war zum Verzweifeln!

„Ihr solltet das Erestor besser nicht sehen lassen.“

Erschrocken wirbelte er herum. „Wie bitte?!“

Lindir lehnte am Türrahmen, die Arme scheinbar beiläufig, nicht abwehrend vor der Brust verschränkt. Vage zuckte der Sänger die Schultern. „Ich meine nur, dass es taktisch unklug wäre. Erestor wäre nicht begeistert von verkohlten Pergamentresten.“

„Und er wäre es genauso wenig, müsste er seine eigene Lebensgeschichte aufschreiben“, versetzte er mürrisch.

„Wenigstens wüsste er es aufzuschreiben“, erwiderte der Sänger ungerührt, „allerdings wäre es nur wenig unterhaltsam.“

Sollte ihn das nun aufheitern, trösten, ermutigen? Glorfindel wusste es nicht und eigentlich war es ihm auch gleichgültig, denn es half ihm keineswegs dabei, es besser…

„Ich bin hier, um Euch einen Vorschlag zu machen“, fügte Lindir leise und überraschend ernst an.

„So?“

„Wenn Ihr mir erzählt, was ihr aufschreiben wollt, mache ich Euch eine Geschichte daraus. Eine, bei der sich niemand langweilen wird.“

Das klang durchaus verlockend, das musste zugeben, aber…

„Es hat einen Haken“, merkte er an. „Erestor würde Eure Schrift erkennen und wüsste -“

„Nicht doch“, wurde er unterbrochen. „Mit fremden Federn schmücke ich mich nicht. Wenn Ihr aufschreibt, was ich Euch diktiere, wird Erestor keinerlei Verdacht schöpfen.“

„Seid Ihr sicher?“

Er zumindest war skeptisch, doch hatte er überhaupt eine Wahl? Vermutlich nicht, wenn er die gestellte Aufgabe je zu seiner und vor allem Elronds Zufriedenheit zu erfüllen.

Lindir grinste vage. „Sonst hätte ich es nicht vorgeschlagen. Nichts läge mir ferner, als Euch zu diskreditieren, und keine Jahreszeit wäre günstiger als diese. Nur jetzt ist Erestor voll und ganz mit all diesen Abschriften beschäftigt, um altes Wissen zu erhalten.“

Glorfindel seufzte, nickte dann kurzentschlossen. „Nun gut, einen Versuch ist es wert.“

[444 Wörter]




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