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In this life. And the next... Teil 2

GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character)
15.06.2019
12.10.2019
7
18.486
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15.06.2019 3.149
 
Einmal mehr wage ich mich an dieses Genere. Alles, ausser den Predators selbst, ist frei erfunden und reine Spekulation wie es sein könnte. Frei nach dem Motto; meine Geschichte, meine Zeitrechnungen, ist es mehr als gut möglich, dass einige sich damit nicht anfreunden können. Nehmt mir meine Freiheit diesbezüglich nicht übel sondern schreibt mir doch, wie ihr  den Inhalt und den Schreibstil findet - ich würde mich freuen!
In dem Sinn wünsche ich euch viel Spass und grüss euch lieb!


Einmal mehr sass ich in im Studio eines Fernsehsenders und beantwortete brav die Fragen der Moderatorin.
Seit nunmehr zwei Jahren war ich zurück auf der Erde. Eigentlich sollte ich überglücklich sein, aber ich war es nicht. Zu sehr hatte ich die Jäger in mein Herz geschlossen. Ganz besonders diesen einen.
Drizz konnte ich nicht einfach aus meinen Gedanken streichen. Und unsere beiden Söhne Tristan und Ben eben so wenig.
Noch immer hallten die Worte des Commanders in meinem Kopf, warum ich seinen Planeten verlassen musste.
„Ich kann dich hier nicht mehr länger schützen Ella“, erklärte er mit dunkler, sorgenvoller Stimme und strich mir dabei eine Strähne aus dem Gesicht.
„Der Rat wurde von Cro in einem Masse vergiftet, wie ich es nicht für möglich gehalten habe. Sobald Tristan und Ben an den Prüfungen teilnehmen können, wird der Rat meinen Tod wollen. Und derjenige, der meine Punktzahl übertrifft, wird mein Mörder sein müssen, so will es das Gesetz.“
„Aber du kannst nicht mit Sicherheit sagen…“, begann ich, wurde jedoch von Phi unterbrochen.
„Deine beiden Söhne sind jetzt schon schneller, geschickter und intelligenter als jeder junge Jäger, den ich im Laufe meines Lebens untersucht habe“, sagte Phi mit Bedauern in der Stimme.
„Ich werde Dad nicht töten“, meldete sich Tristan trotzig zu Wort. Die beiden jungen Yautja standen gemorpht mit verschränkten Armen im Büro ihres Commanders und Vaters und wirkten verärgert.
Sie sahen Drizz so unglaublich ähnlich wenn sie sich morphten, besonders Tristan. Er hatte sowohl die blauen Augen wie auch das blonde Haar seines Vaters. Aber auch dessen Gesichtszüge, was mir manchmal unheimlich war. Auch Ben hatte dieselben Züge wie Drizz, nur dass sein Haar braun war, wie meines. Doch auch er hatte die durchdingend blauen Augen des Commanders und dessen unwiderstehliches Lächeln.
Selbst mit nunmehr 7 Monaten in meiner Zeitrechnung überragten mich die beiden bereits um beinahe 20 Zentimeter. Sie wirkten ausgewachsen, erwachsen. Doch ich wusste von Phi, dass es mindestens noch zwei Jahre dauern würde bis sie an den Prüfungen teilnehmen durften. Die meisten Yautja nahmen erst mit ungefähr 40 Jahren daran teil. Die Zeit dazwischen nutzen sie, um sich in allen Fähigkeiten zu trainieren, ihre Aufnahmerituale zu bestehen und Trophäen zu sammeln.
Doch Tristan und Ben würde nicht so viel Zeit gewährt werden. Sie sollten, kurz nach ihrer Volljährigkeit mit etwas mehr als zweieinhalb Menschenjahren, beweisen dass sie die ultimativen Jäger seien.
„Ich werde das ebenfalls nicht tun“, bekräftigte Ben die Worte seines Bruders. Im Gegensatz zu Drizz anderen Söhnen hatten diese beiden eine besondere Beziehung zu ihrem Erzeuger. Was sie mir zu verdanken hatten, denn ich hatte darauf bestanden, dass sie bei mir blieben und nicht den Mentoren der Yautja übergeben wurden. Normalerweise hatten die Weibchen nichts mit der Erziehung der Jungen zu tun. Doch was war an mir schon normal?


„Ella, verzeihen Sie mir die Frage: Wie hat es sich angefühlt unter ihnen zu leben?“, unterbrach Cloe meine Gedanken.
Ich schloss ganz kurz die Augen. Auch dieser Frau würde ich nur Bruchteile dessen erzählen, was wirklich auf Yautja Prime vorgefallen war. Auch sie würde nicht erfahren, dass ich freiwillig das Bett und mehr als ein Jahr meines Lebens mit einem Yautja geteilt hatte.
„Ich kann mich nur an Bruchstücke erinnern Cloe. Ich weiss, dass sie eine ganz strenge Hierarchie haben, dass weibliche Wesen im Besitz eines Jägers sein können und sie von einem einzigen Predator angeführt werden“, erklärte ich ihr ausweichend. „Wie es sich angefühlt hat? Als wäre ich in einem Traum gefangen und alles in Watte gepackt. Das was sie mir eingeflösst haben, hat meinen Verstand vernebelt.“
Bedauernd schüttelte ich den Kopf. Das beherrschte ich unterdessen recht gut.
Denn das einzige was meinen Verstand vernebelt hatte, war der Commander gewesen. Mit seiner Stimme, seinem Wesen, seiner Art. Doch das brauchten diese Frau und auch der Rest der Welt nicht zu wissen.
Die Erde hatte sich in der Zwischenzeit soweit erholt, dass man es geschafft hatte, die Xenomorphe bis auf ein paar einzelne Exemplare beinahe komplett auszulöschen. Dass die Menschheit dies nur mit Hilfe der Jäger geschafft hatte vertuschte man damit, Helden zu feiern, die eigentlich gar keine waren.

Seit ich mich auf dem Einwohneramt von Los Angeles zurück gemeldet hatte um meine Papiere zu erhalten, wurde ich wie ein Star behandelt. Ich war die Frau, die zurück gekehrt war. Diejenige, welche die Entführung durch die Predators überlebt hatte.
Seither musste ich mindestens zweimal die Woche Interviews geben, verdiente mein Geld damit, Fragen zu beantworten und schaffte es nicht, mir einen normalen Job zu besorgen.
Immerhin konnte ich mir die Miete für ein kleines, hübsches Haus mit zwei Stockwerken leisten, was mich für vieles Entschädigte.
Ein weiterer Überlebender der Alien-Odyssee war der australische Schauspieler Chris Hemsworth. Den lernte ich drei Wochen nach meiner Rückkehr in Oprah Winfreys Show kennen.
Es schien, dass solche Überlebende ziemlich rar und damit sehr gefragt waren.
Noch während Cloe den Zuschauern erklärte, was sie eh bereits alle wussten, schweiften meine Gedanken zu eben jenem Tag im Studio der wohl bekanntesten Moderatorin zurück.

Unter tosendem Applaus betrat der grosse, muskulöse, blonde Mann die Bühne. Er winkte scheu den Zuschauern zu, bevor er sich Oprah zuwandte und lächelnd deren Hand schüttelte.
Ich starrte ihn an. Natürlich kannte ich Chris Hemsworth. Nicht persönlich, doch bevor die Hölle auf Erden ausgebrochen war, war der charismatische Schauspieler ein aufsteigender Stern in Hollywood gewesen. Was natürlich auch mir bekannt war.
Allerdings hatte er sich etwas verändert. Die Art wie er sich bewegte, wie sein Blick durch den Raum schweifte, erinnerte mich an ein wildes Tier, das seiner Umgebung nicht traute.
„Chris, wie schön Sie wieder unter uns zu wissen“, flötete Oprah und kam mit ihm aufs Sofa zu. „Wie sie sicher alle wissen, ist Chris erst seit einer Woche aus dem Krankenhaus raus. Umso schöner, Sie bei bester Gesundheit bei mir zu haben.“
Der blonde Mann lachte leise.
„Beste Gesundheit würde ich nicht sagen liebe Oprah“, erwiderte er, trat auf mich zu und sah mich an. Beim Klang seiner Stimme blieb mir beinahe das Herz stehen. Und als ich mich erhob um ihn zu begrüssen und ihm in die Augen sah, entglitten mir für den Bruchteil einer Sekunde die Gesichtszüge.
Mein Verstand gaukelte mir vor, Drizz stünde vor mir. Dieselben Augen, beinahe dieselbe Stimme, ebenfalls gross und muskulös. Aber ich wusste es besser. Es konnte nicht sein, denn der Commander würde erstens nicht gemorpht hier sein und war zweitens auf Yautja Prime. Ich schüttelte die Innere Starre ab und reichte dem Australier die Hand.
„Chris, dies ist Ella und eure Geschichten sind beinahe identisch. Auch sie wurde von den Predators auf deren Planeten gebracht und auch sie hat einige Zeit unter ihnen gelebt“, stellte uns die dunkelhäutige Moderatorin einander vor.
Seine Hand war warm, der Druck angenehm und die Berührung wirkte seltsam vertraut. Der Schauspieler neigte nur leicht den Kopf und lächelte scheu. Und ich brachte nur ein kurzes Nicken zustande. Ich kam mir vor wie eine Idiotin.
Souverän leitete Oprah das Gespräch, stellte sowohl ihm wie auch mir immer wieder gezielte Fragen, die ich gekonnt ungenau beantwortete. Sollte doch der Schauspieler erzählen, wie es bei den Yautja zu und her ging. Doch zu meiner Freude und Oprahs Leid waren auch Chris Antworten mehr als vage.
Seine Geschichte war aber im Gegensatz zu meiner sehr dramatisch. Schwer verletzt durch ein Schlangenwesen wurde er in der Wüste Australiens von den Jägern gefunden und zu Forschungszwecken nach Prime gebracht. Er wurde gesund gepflegt und musste danach für die Forschung der Jäger hart trainieren. Laut seiner Erzählung wollten sie männliche Menschen besser verstehen. Was für mich keinen Sinn ergab, doch ich schwieg und liess ihn dieses Märchen weiter erzählen. Scheinbar verabreichten sie ihm zu Forschungszwecken Tränke, die seine Muskeln, Leistung und Fähigkeiten verbesserten. Was auch immer er damit meinte.
Wohingegen ich ihm meine Sympathie entgegenbringen konnte, war der Verlust seiner Familie. Diesen Teil der Geschichte glaubte ich ihm, da ich nur zu gut wusste, wie sehr der Verlust geliebter Menschen schmerzte. Dass er verlobt gewesen war, war scheinbar nicht nur mir verborgen gewesen, denn Oprah hob erstaunt die Augenbrauen, als er von seiner Verlobten erzählte.

Nach der Show wollte ich so schnell wie nur irgendwie möglich verschwinden. Doch der Australier machte mir einen Strich durch die Rechnung.
„Miss McDean, hätten Sie einen Augenblick Zeit für mich?“
Seine Stimme erreichte mein Gehör, obwohl er im ganzen Trubel der hinter den Kulissen herrschte, sehr leise gesprochen hatte. Nach wie vor waren meine Sinne überragend, was mir im Alltag nicht immer ein Vorteil war. Oft störten mich die zu lauten Geräusche und zu aufdringlichen Gerüche meiner Welt.
Langsam drehte ich mich um und blickte nach oben. Der Kerl war riesig! Ich fragte mich, ob er das zuvor auch schon gewesen war, denn auf den Bildern an die ich mich erinnern konnte, hatte er nie so ungeheuer gross gewirkt. Vielleicht hatten die angeblichen Jäger etwas an seinem Skelett und damit an seiner Grösse verändert?
Ich legte den Kopf leicht schräg und sah ihn skeptisch an. Dass dabei meine linke Augenbraue nach oben wanderte, bemerkte ich nicht einmal.
Ihm aber zauberte diese kleine Ungeduldsgeste ein Lächeln auf die Lippen.
Ungeduldig starrte ich ihn an und musste mir eingestehen, dass ich sein Lächeln mochte. Mehr noch, es raubte mir den Verstand. Und das verwirrte mich.
„Danke, dass Sie heute auch da waren“, sagte er leichthin und streckte mir erneut die Hand entgegen. Völlig entgeistert starrte ich ihn an.
„Wieso danken Sie mir?“, fragte ich perplex und starrte weiter.
„Weil keiner die Komplexität des Ganzen versteht.“
Nun verstand ich überhaupt nichts mehr, schüttelte aber brav seine Hand und blieb wie vom Blitz getroffen stehen, während er mit seinem Bodyguard verschwand.


„Und nun begrüssen Sie mit mir Chris Hemsworth, der ebenfalls unglaubliches mit den Predators erlebt hat“, rief in diesem Moment Cloe und beförderte mich zurück ins hier und jetzt.
Alle erhoben sich und klatschten laut Beifall, nur ich liess ganz kurz den Kopf fallen und schloss die Augen. Nicht schon wieder!
Seit wir vor zwei Wochen gemeinsam für die GQ vor der Kamera gestanden hatten, war ich nicht mehr gut auf den smarten Australier zu sprechen. Die Presse hatte uns als Traumpaar angepriesen und das stiess mir mehr als sauer auf. Da Chris sich nicht dazu geäussert hatte ging ich davon aus, dass es ihm entweder egal war oder er es sogar toll fand. Und dieser Umstand liess mich in eben diesem Moment tief seufzen.
Zwei Küsschen auf die Wange später sass er neben mir und grinste von einem Ohr zum anderen. Er steckte Cloe damit an, welche sogleich auf den Punkt kam.
„Erzählen Sie uns von ihrem gemeinsamen Shooting, Chris? Ella will damit nicht so recht rausrücken“, kicherte sie und zwinkerte Chris dabei zu. Ich hätte am liebsten gekotzt.
Chris drehte den Kopf und sah mich an. Da mein Gesicht Bände sprach unterliess er es, auf Cloes forderndes „Na?“ einzugehen. Sein Lächeln veränderte sich, wurde sanft, beinahe besänftigend.
Ich kannte dieses Lächeln. Mein Herzschlag setzte einen Moment aus.

„Ella komm schon“, lachte Drizz und klopfte sanft an die Badezimmertür. „Du weisst genau, dass Phi das nicht so gemeint hat.“
Natürlich wusste ich das, aber es war mir im Moment ziemlich egal. Der Mediziner hatte meine Gefühle verletzt und ich brauchte keinen, der das herunterspielte. Schon gar nicht den Commander.
„Lass mich in Ruhe“, schrie ich und versuchte, nicht in Tränen auszubrechen. Wieder einmal. Seit ein paar Tagen fuhren meine Gefühle Achterbahn und ich wusste nicht warum. Und das machte mich wütend auf mich selbst.
„Geh weg“, bat ich mit brechender Stimme und rutschte innen an der Tür runter. Ich wollte nicht, dass Drizz mich so erbärmlich sah. Doch dem stand der Sinn nicht nach weggehen. Nachdem ich die Tür nur noch mit meinem Gewicht versperrte und nicht mehr mit aller Kraft dagegen hielt, war es ihm ein Leichtes, sie nach innen zu schieben. Eine der wenigen Türen, die sich nicht auf Knopfdruck zur Seite wegschoben.
„Geh weg“, nuschelte ich erneut, verbarg den Kopf zwischen den Armen, die ich auf die Knie aufstützte und hoffte darauf, dass der Commander wenigstens einmal tat, worum ich ihn bat.
„Sieh mich an Ella.“
Seine Stimme war sanft aber fordernd, eine klitzekleine Spur lockend doch nicht drängend. Langsam hob ich den Kopf.
„Ich hasse Phi“, warf ich ihm entgegen und wischte mir die nassen Augen ab.
Drizz lächelte besänftigend. Ich liebte dieses Lächeln, bei dem eine Reihe perfekter, weisser Zähne zum Vorschein kam. Eine blonde Strähne fiel ihm ins Gesicht.
Als seine Hand meine Wange berührte, schmiegte ich meinen Kopf daran und lächelte ebenfalls.
„Du hasst ihn nur, weil er Recht hat. Du bist ziemlich emotional im Moment und das weisst du“, erklärte er mir. Dann schloss er die Augen, sog langsam und tief die Luft ein.
„Und ich weiss jetzt auch, warum“, knurrte er erstaunt, als er den Atem ausstiess und die Augen öffnete.
Verlangen brannte darin wie ein wildes Feuer. Ich schluckte und als er mich küsste, entbrannte auch in mir das Feuer der Leidenschaft.


„Ella und ich sind Freunde Cloe, falls es das ist, was Sie wissen wollen“, erklärte der blonde Hüne und lächelte noch immer. Mein Herz schlug weiter, allerdings schneller als mir lieb war.
Mir wurde heiss und ich konnte mir nicht erklären warum. War es zuvor schon so warm gewesen?
Enttäuschung zeichnete sich auf Cloes Gesicht ab, als Chris ihr ausführlich von unserem Shooting erzählte.
Dass wir an diesem Tag ziemlich viel Körperkontakt hatten liess er aussen vor, schliesslich war das auf den Fotos ersichtlich. Was dieser Körperkontakt allerdings für Gefühle ausgelöst hatte, sprachen weder er noch ich an.
Den Rest des Interviews führten die Moderatorin und Chris beinahe alleine. Mein Schädel drohte zu platzen und ich war mir nicht wirklich sicher, wie ich Chris Lächeln interpretieren sollte.

Zum Schluss wurde ich allerdings auch wieder ins Gespräch miteinbezogen, als die Sprache auf mein Hobby kam.
„Ich habe eine kleine Überraschung für Ella“, sagte Chris zu Cloe, sah dabei aber mich an. Erstaunt hob ich die Augenbrauen.
„Während unseres Shootings konnte ich hören, wie Lars Ulrich und du euch über die Fotografie unterhalten habt“, erklärte er und drehte sich leicht zu mir. „Daraufhin hat Lars mir erzählt, dass du begeisterte Hobbyfotografin bist aber kein eigenes Studio hast.“
Meine Augen weiteten sich. Wollte er mir etwa das sagen, was ich glaubte, dass er mir sagen würde? Vor meinem inneren Auge spielten sich allerlei Szenen ab.
„Ich habe mir, im Rahmen meiner Jungunternehmer-Förderung erlaubt, dir ein Fotostudio für ein Jahr kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bis du auf eigenen Beinen stehst. Du brauchst nur noch den Vertrag zu unterzeichnen.“
Sprachlos starrte ich den blonden Mann an. Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, während das Publikum und auch Cloe heftig applaudierten. Es schien, dass der smarte Australier nicht nur Schauspieler, sondern auch Geschäftsmann mit Verstand war. Was ihn noch eine Spur attraktiver machte als er so schon war.

Als seine Worte schliesslich meinen Verstand erreichten, sprang ich freudig lachend auf und fiel Chris um den Hals. Die Gefühle welche bei dieser Umarmung durch mich hindurch fegten, ignorierte ich.
Seine Arme hielten mich einige Sekunden länger fest als nötig, doch auch das ignorierte ich.
Ich mochte den Druck seiner Umarmung und von mir aus hätte die Umarmung gerne noch länger dauern dürfen. Doch auch dieses Gefühl ignorierte ich.
Lachend löste ich mich aus der Umarmung. Vor Freude und Überraschung schlug ich die Hände vor den Mund und wusste wirklich nicht, was ich sagen sollte. Schliesslich brachte ich ein „Vielen Dank“ zustande, konnte aber nicht aufhören zu strahlen.
Nachdem wir uns von Cloe und den Zuschauern verabschiedet hatten gingen wir hinter der Bühne zu Chris Kabine. Seine Hand lag in meinem Kreuz, schob mich sanft vorwärts und verursachte eine Gänsehaut.
Warum nur wurde ich das Gefühl nicht los, diesen Mann besser zu kennen, als mir lieb war? Und warum wehrte ich mich nicht gegen seine Hand, die ziemlich besitzergreifend an dieser Stelle lag, die doch eigentlich für die Hand eines anderen bestimmt war?
Ich schob den Gedanken beiseite, trat in seine Kabine und harrte der Dinge, die da noch kamen. Doch mehr als einen Vertrag, den ich unterzeichnen sollte, bekam ich nicht vorgelegt.

Chris setzte sich Wortlos mir gegenüber an den grossen Tisch und schaute mir gebannt beim Lesen zu. Damit machte er mich nervös, doch ich zeigte es ihm nicht. Mir war klar, dass mein Herz viel zu schnell schlug, mein Atem zu hektisch war und ich mir viel zu oft über die trockenen Lippen leckte.
Trotzdem versuchte ich mich zu konzentrieren, was mir total misslang. Nichts desto trotz unterschrieb ich, obwohl ich keinen Schimmer hatte, was genau in dem Vertrag stand.
Langsam legte ich den Stift auf den Tisch und hob den Blick. Seine blauen Augen ruhten auf mir, sahen mich mit einer Sehnsucht an, die ich nicht einordnen konnte und sorgten dafür, dass mir Schweiss den Rücken hinab lief.
„Wo befindet sich das Studio?“, fragte ich in die Stille. Seine Ruhe machte mich nervös, beinahe so wie damals bei Drizz. Der Vergleich liess mich die Stirn runzeln.
„Traust du mir nicht?“, fragte Chris, der meine Reaktion falsch interpretierte.
„Oh. Nein“, versuchte ich zu beschwichtigen, merkte dass ich die falschen Worte benutzt hatte und geriet ins Stottern. „Ich meine, doch, klar traue ich dir. Ich hab nur gerade an etwas gedacht.“
„Lässt du mich an deinen Gedanken teilhaben?“
Seine Frage brachte mich zum Lachen. Diesmal runzelte er die Stirn.

„Du würdest mir nicht glauben“, spielte ich das Lachen runter und hoffte, ihn damit zu besänftigen.
„Wir wissen beide, dass wir Dinge erlebt haben, die kein Mensch glauben kann“, erwiderte er, streckte den Arm aus und angelte nach dem Vertrag. Seine Finger streiften dabei ganz zufällig meine Hand, was mir die Worte im Hals stecken bleiben liess.
„Wir sind also quasi wie geschaffen füreinander.“
Ich lachte, er lächelte. Flirtete er etwa gerade mit mir?
Ich liess es zu und war das erste Mal seit Monaten wieder glücklich.
Nach wie vor wusste ich nicht, was ihn zu seiner Lüge betreffend der Yautja gebracht hatte. Fragen würd ich ihn, schliesslich wusste ich es besser. Allerdings würde ich mich hüten, ihm oder der Welt zu erzählen, dass sich der Commander der Yautja mit den Frauen der Erde paarte um den Nachwuchs der Jäger zu sichern.
Ob Chris das wusste? Wenn ja, liess er es sich nicht anmerken.
Statt über die Jäger zu reden, verriet er mir beim anschliessenden Kaffee trinken, dass er mein erster Auftrag sein werde.
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