Ein Jahrhundertereignis

KurzgeschichteHumor, Sci-Fi / P16
15.06.2019
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Im Januar des Jahres 1890, mitten im Herzen des schönen Sankt Petersburg, trug sich damals ein außergewöhnliches Ereignis zu, welches fast die gesamte Bevölkerung, vom einfachsten Bauerntrottel bis zum großen Zaren (der durchaus auf seine Art auch ein Trottel war), in Atem hielt. Es war ein Ereignis, welches in die Annalen der Geschichte eingehen und dessen Einfluss noch bis ins späte 73. Jahrhundert noch deutlich spürbar sein würde! Es war ein Ereignis, ein Wunder, welches nicht nur die Bürger des Russischen Kaiserreichs, sondern auch unzählige Menschen auf der ganzen Welt und zu verschiedensten Zeitaltern, verwundern und inspirieren, verängstigen und anwidern wie auch in Ehrfurcht versetzen und zu großen Taten bewegen würde! Es war ein fantastisches und berührendes, ein schreckliches und zugleich wunderschönes, ein abartiges und zugleich faszinierendes, von tiefster Leidenschaft erfülltes Ereignis, welches die Welt für immer veränderte!
Die Rede war aber selbstverständlich nicht von der sich am frühen Morgen des 1. Januars 1890 ereigneten Geburt eines kleinen süßen Mädchens, welches sich entgegen allen Gesetzen der Physik aus dem Leib ihrer schreienden Mutter hinausteleportieren konnte und durch diesen Umstand im Grunde nicht einmal wirklich im traditionellen Sinne geboren wurde. Denn zu dieser Zeit war dieses, von einer sich selbst für sehr schlau und gutaussehend haltenden außerirdischen Macht ausgelöste, Ereignis, diese erste Geburt eines Kindes mit Superkräften, dieser Anfang einer Reihe von Geburten tausender besonderer Kinder in diesem Jahr, niemanden wirklich bekannt und an sich interessierten sich seltsamerweise auch später ein Weilchen lang nicht herausragend viele Homo sapiens für die Entstehung der neuen Menschenrasse, welche sie definitiv irgendwann einmal ablösen würde… Denn wie es einst beim ersten Homo erectus war, welcher herausfand wie man sich das Feuer zunutze machen konnte und von seinen primitiveren Artgenossen zu Anfang ignoriert wurde, weil sie ein durch den permanenten aufrechten Gang revolutioniertes Kotweitwerfen weitaus interessanter fanden, wurde auch hier ein wichtiger und erst etwas später als ernsthaft anerkannter Schritt in der menschlichen Evolution von einen Sportereignis überschattet. Am frühen Abend des 13. Januars 1890, Tage nach der Geburt dieses Mädchens wie auch einiger anderer einmal mehr und einmal weniger besonderer Kinder auf der ganzen Welt, war nämlich der Tag an dem sich das eigentliche, schier alles überschattende, große Jahrhundertereignis in Sankt Petersburg ereignete: Der unglaubliche Kampf zwischen Pjotr Grigorjewitsch Iwanow und einen Weltraumtintenfisch!

Für manche Individuen mag es wohl seltsam oder gar verrückt klingen, dass solch einen Ereignis weitaus grössere Aufmerksamkeit zuteil wurde, als die Geburt des ersten Metamenschen – oder dass irgendjemand überhaupt auf die Idee kam, mitten unter tausenden Zuschauern unbewaffnet gegen einen Weltraumtintenfisch kämpfen zu wollen! Manch einer könnte auch sagen, dass die absurde Vorstellung überhaupt, tausende Menschen (darunter sogar der russische Zar!) würden solch einen Sportereignis beiwohnen wollen und sogar dafür bezahlen, wäre so verrückt wie die Vorstellung eines mit Maschinengewehren ausgestatteten Astronauten-Cowboy-Jesuskind auf einen bionischen Tyrannosaurier, welches in den marsianischen Wüsten von einer Horde fleischfressender Kaninchen gejagt wurde!
Diese wenigen Individuen hatten wahrscheinlich durchaus ein wenig recht. Aber da Menschen im Regelfall nun mal an sich eine sehr seltsame und verrückte Spezies waren, war es schlussendlich doch möglich gewesen, dass jemand auf diese absurde Idee kam und dann noch tausende zahlende Zuschauer fand… Und dass dies überhaupt in Russland geschah, wo – wie jeder wusste – seit den sich am 1. April 1785 ereigneten Meteoriteneinschlag eine Weltraumtintenfischplage herrschte, wo die kleineren Zwergweltraumtintenfische den Ernten wie auch Vorräten schadeten und sich schlichtweg als nervigere Schädlinge als Ratten entpuppten, während die größeren Vertreter dieser außerirdischen Tiergruppe Vieh rissen und Menschen angriffen, erschien recht logisch. Denn nach dem Meteoriteneinschlag hatten die zähen, russischen Bauern für diese zwei neuen Arten von Schädlingen recht schnell diverse, höchst kreative Verwendungsmöglichkeiten gefunden: Die Zwergweltraumtintenfische wurden gejagt oder mit Fallen gefangen genommen, um auf verschiedenste Art zubereitet und gegessen zu werden (im Regelfall als köstlicher und nahrhafter Eintopf), während die größeren, aber ungenießbaren, Weltraumtintenfische auch gejagt wurden… Zu Anfang von notdürftig bewaffneten Gruppen von Männern, welche mit der Zeit professionellen Berufsjägern und Wahnsinnigen, welche ihre Männlichkeit bestätigen und mit der Zeit auch den Weltraumtintenfischkampf zu einen wahren Nationalmännersport erheben wollten, wichen. Mehrere Generationen und dumme Wettkämpfe später, entwickelte sich der Weltraumtintenfischkampf zu einer weitverbreiteten Sportart… welche selbstverständlich völlig unbewaffnet vollzogen wurde.
Es ist an dieser Stelle bestimmt unnötig noch zu erwähnen, dass dies (zu dieser Zeit) die gefährlichste und tödlichste mit Tieren verbundene Sportart auf Erden war – und dazu noch eine der hundert gefährlichsten mit großen Raubtieren ausgeübten Sportarten in der Galaxie! (Nebenbei: Platz 1 war die heilige riginoianische Jagd auf den riesigen, säureschwitzenden Donnerwurm. Bei diesem religiösen Sport sterben im Regelfall alle an der Jagd beteiligten bereits gleich am Anfang – der bisher einzige Überlebende in der zwanzigtausendjährigen Geschichte dieser Jagd, war ein nicht einheimischer Unsterblicher mit starker Zellregeneration, der einen säureabweisenden Trenchcoat trug.)
Aber nun zurück zum unglaublichen Kampf zwischen Pjotr Grigorjewitsch Iwanow und dem Weltraumtintenfisch: Nachdem sich dieser ultramännliche, geisteskranke Sport bei der Bevölkerung des Russischen Kaiserreichs endgültig etabliert hatte, war es am 13. Januar 1890 endlich soweit, dass der erste professionelle, öffentlich im Ring ausgetragene Kampf zwischen einen Menschen und einen Weltraumtintenfisch vor den Augen tausender, aus allen Gesellschaftsschichten stammender, Zuschauer stattfand! Der Kampf selbst, dieses Jahrhundertereignis, dauerte genau zweiundachtzig Minuten und zwölf Sekunden – nicht mehr und nicht weniger. (Und dies ist auch ganz genau bestätigt, da der vorhin erwähnte Außerirdische im Trenchcoat unter den Zuschauern anwesend war und ganz penibel, während des ganzen Kampfes, immer wieder auf seine Taschenuhr geschaut hatte.)

Es war damals ein ziemlich kalter und trockener Montagabend (zumindest nach dem gregorianischen Kalender…). Der eiskalte Wind wehte durch die Scharen aus wartenden Zuschauern, während in der Luft ein gewisses schicksalhaftes Knistern lag, welches bereits den folgenden Jahrhundertkampf ankündigte und nur von irgendwelchen Leuten unterbrochen wurde, die irgendwelche Verpflegungen (wie z.B. gebratene oder geräucherte Zwergweltraumtintenfisch-Tentakel am Spieß) verkauften oder schmatzend aßen.
Nach einer schier endlosen Zeit des dramatischen Wartens und der etwas problematisch verlaufenden, letzten Vorbereitungen, war es dann an der Zeit: Entschlossenen stieg eine gedrungene, aber doch kraftvolle, Männergestalt in den Ring. Die Zuschauer blickten schweigend, völlig gebannt, auf den kleinen, muskulösen und stark behaarten Mann Anfang Vierzig, dessen hässliches und grobschlächtiges Gesicht fast völlig von seinem verfilzten, nachtschwarzen Haar und dem ebenso ungepflegten, pechschwarzen Bart verdeckt wurde, sodass fast nur seine wulstigen Lippen, die grimmig blickenden dunklen Augen und seine unförmige Knollennase mit dem riesigen Muttermal sichtbar waren. Nur mit einer Hose aus dunklen Leder bekleidet, Stolz den nackten Oberkörper mit der dunklen Haarpracht und den drei Nippeln präsentierend, ging der bald ehemalige Bauer Pjotr Grigorjewitsch Iwanow durch den Ring. Er hob grimmig die Faust und plötzlich durchbrachen laute Jubelrufe aus tausenden Kehlen die fast völlige Stille!
Nachdem der bärenhafte Pjotr nach einigen Sekunden des Prahlens so Müde war wie seine Kampfeslust ins schier Unermessliche stieg, ließ er sich von seinen Söhnen einen kleinen Sack mit Mehl wie auch eine Flasche Wodka reichen, woraufhin er seine raue Haut mit Mehl einrieb und den Inhalt der Flasche mit einen Zug leerte. Dann wurde zeitgleich auch schon der Weltraumtintenfisch von zwei Dutzend Männern mit Speeren und Ködern zum Ring gebracht… Und was für ein Prachtexemplar dieses Tier nur war! Ein ausgewachsenes, höchst aggressives Alphaweibchen mit zehn Tentakeln und einer fleckigen, dunkelolivgrünen, schleimigen, ledrigen Haut – welch ein abstoßender und zugleich majestätischer Anblick!
Aufmerksam, wie es sich für ein in die Enge getriebenes Raubtier gehörte, blickte sich der wütende wie auch verängstigte Weltraumtintenfisch mit seinen zwei schwarzen Glubschaugen wie auch den zwei Paar kleineren Nebenaugen und den vier langen, violetten Fühlern um. Zuerst richtete er sein Augenmerk auf die jubelnde Menschenmasse (wobei er insbesondere den gut sichtbaren Zaren weiter hinten bei den hochgelegenen Sitzplätzen anstarrte), ehe er dann seinen wahren Gegner erblickte, der breitbeinig und kampfbereit auf der anderen Seite des Ringes stand.
Ein gurgelndes, schleimiges Fauchen von sich gebend, richtete sich der Weltraumtintenfisch bedrohlich auf. Bevor er aber zum Angriff übergehen konnte, rannte Pjotr Iwanow bereits todesmutig auf ihn zu, sprang hoch und verpasste ihm einen Schlag mit der Rechten direkt ins Glubschauge! Und so begann der erbitterte Jahrhundertkampf: Zweibeiner gegen Kopffüßler, bestialischer Mensch gegen außerirdische Bestie, im grausamen und höchst dreckigen Zweikampf!

Der starke und talentierte Pjotr gab während dieses harten Kampfes alles nur Menschenmögliche, steckte in jeden Schlag seiner Fäuste und jeden Tritt seiner Beine seine hundertprozentige, testosterongeschwängerte Manneskraft. So stark wie ein Bär, rang er mit den vielen Tentakeln. So geschickt wie ein Schneeleopard, wich er den mächtigen Schlägen und Greifversuchen des Weltraumtintenfisches aus. So beweglich wie ein Affe, kletterte er auf dem Leib seines größeren Gegners herum. So bösartig wie eine Schlange, biss er seinem Gegner in die dicke, ledrige Haut. So hartnäckig wie eine Zecke, hielt er sich an den langen Tentakeln oder den riesigen Kopf fest. Und so grausam, unberechenbar, strategisch, leidenschaftlich und unnachgiebig wie es nur ein Mensch sein konnte, kämpfte er immer weiter gegen den Weltraumtintenfisch, obwohl auch dieser seine Momente im Kampf hatte, wo er die Oberhand (oder eher den Obertentakel?) gewann und den im Grunde physisch unterlegenen Pjotr teils schwere Verletzungen zufügen konnte.
Immer wütender und wilder schlug der Weltraumtintenfisch um sich, während er immer mal wieder schwarze, stinkende, auf der Haut brennende Tinte in Richtung von Pjotr spuckte, der im Regelfall den Schüssen auswich oder die Tinte sogar nutzte, um sich rutschend schneller im Kampf zu bewegen und aus den starken Griff der Tentakel heraus zu flutschen. Den brennenden Schmerz auf seiner Haut, blendete der starke Pjotr dabei genauso aus, wie den seiner offenen Wunden, inneren Verletzungen und gebrochenen Knochen.
Der Weltraumtintenfisch versuchte Pjotr zu packen, versuchte ihn zu erdrücken, zu würgen, ihm die Knochen zu brechen, ihn zu schlagen, ihn in den Schwitzkasten zu bekommen, seine Haare zu ergreifen, ihm die Tentakel in die Körperöffnungen zu schieben… Und – zugegebenermaßen – schaffte er es durchaus, seinen menschlichen Gegner oftmals zu packen, sich auf ihn zu setzen, ihn wie eine Boa zu würgen, erfolgreiche Schläge zu landen und ihn auch mehrmals hochzuwerfen. Manchmal bekam der Weltraumtintenfisch soweit die Oberhand, dass er Pjotr hätte töten können – aber bevor er es schaffen konnte, befreite sich sein menschlicher Gegner bereits wieder aus der Zwickmühle und nahm ihn in den Schwitzkasten, stürzte sich mit voller Wucht auf ihn, riss an seinen Fühlern, rammte seine Zähne in die Weltraumtintenfischmilchdrüsen, ließ Faustschläge regnen und rang mit aller Kraft gegen seine mächtigen Tentakel, während er stets darauf achtete, nie seine Deckung all zu stark zu vernachlässigen.

Als der Kampf sich dann langsam dem Ende zu neigte, waren Pjotrs Kräfte erschöpft (wobei es aber beim Weltraumtintenfisch auch nicht gerade rosig aussah!). Er wurde langsamer, ging mehr in die Defensive, fühlte zunehmend die vielen Schmerzen seiner Verletzungen, machte immer mehr Fehler und konnte mit seinem noch verbliebenen Auge nicht mehr alle Angriffe kommen sehen. Darum geschah, was früher oder später kommen musste: Mit einen letzten verzweifelten Angriff von allen Seiten, schlug der Weltraumtintenfisch den geschwächten Pjotr nieder und ergriff ihn mit allen Tentakeln ganz fest, bis er kaum noch Luft bekam. Der nun fast bewegungslose, halbbewusstlose Kämpfer, wurde vom Weltraumtintenfisch immer näher in Richtung seines weit aufgerissenen Schlunds geführt.
Der scheußliche Mundgeruch der außerirdischen Bestie, weckte den halbbewusstlosen Pjotr zum Glück aber wieder, welcher sich von Tentakeln festgehalten und nur wenige Zentimeter vor einen großen Schlund voller spitzer Zähne wiederfand… Es sah nicht gerade gut für ihn aus. Pjotr wusste es. Die plötzlich ganz stillen Zuschauer wussten es auch. Der Mann im Trenchcoat wie auch der Zar wussten es ebenfalls. Der Weltraumtintenfisch wusste es ganz bestimmt. Jeder wusste es!
Und in diesem einen Moment, als alles endgültig verloren schien, fand Pjotr Grigorjewitsch Iwanow einen letzten Hoffnungsschimmer in Form einer langen, weichen, violetten Zunge! In diesem üblen Augenblick, als er diese Zunge im Schlund des Weltraumtintenfisches sah, erwachten wieder seine Lebensgeister und sein Kampfesmut. Instinktiv, ohne noch ein zweites Mal darüber nachzudenken, ließ Pjotr seinen Kopf nach vorne schnellen und biss seinem Gegner mit voller Wucht die Zungenspitze ab!
Schnell ließ der vor Schmerzen kreischende Weltraumtintenfisch Pjotr los, sodass er einen gewissen Abstand von der Kreatur gewinnen und nun, wo sein geschwächter, kurz abgelenkter Gegner mit heruntergelassener Deckung wie auch verwundeter Achillesferse vor ihm lag, sein finales Vernichtungsmanöver durchführen konnte… Es handelte sich dabei um die erste historisch aufgezeichnete Durchführung des komplizierten und nur unter ganz bestimmten Umständen mit der richtigen Erfahrung wie auch dem nötigen Talent zu bewerkstelligenden „Westrussischen-Sankt-Petersburger-Weltraumtintenfisch-Vernichtungsmanöver“! Dieses Manöver galt für über ein Jahrhundert lang als das schwierigste nur auszuführende Manöver im Weltraumtintenfischkampf, sozusagen als die Königsdisziplin dieser Sportart – bis am 15. März 1995 der Amerikaner Hiram „The Beast“ Sanchez mit seinem „Die-Vereinigten-Staaten-des-ultimativen-Weltraumtintenfisch-Zerstörungsmanövers“ ein noch schwerer durchzuführendes Manöver in die Welt setzte.
Pjotr Grigorjewitsch Iwanow kümmerte diese ihm unbekannte Zukunft aber nur wenig (eigentlich gar nicht), als er sich daran machte, sein legendäres Vernichtungsmanöver durchzuführen: Mit aller nur möglichen Konzentration und Achtsamkeit, bei der die meisten buddhistischen Mönche vor Neid erblassen würden, ging Pjotr in seine breitbeinige Anfangsposition. Er wartete den richtigen Moment, das goldene Zeitfenster, ab, ehe er dann losrannte, mit beiden Armen jeweils einen der kürzeren Tentakel packte und mit voller Wucht auf den Kopf des Weltraumtintenfisch sprang! Ganz nach dem Trampolinprinzip, sprang er mehrmals immer wieder auf dem Kopf seines Gegners herum, während er sich an den beiden Tentakeln des in seiner völligen Desorientiertheit hilflosen Tieres festhielt. Nach mehreren Sprüngen wie auch einigen kunstvollen Drehungen in der Lust, welche den Zuschauern erstaunte Jubelrufe entlockten, hatte Pjotr genug Kraft gesammelt, um die Tentakel loszulassen, sich mehrere Meter in der Höhe in die richtige Position zu bringen und dann mit voller Wucht, wie eine Rakete, dem Weltraumtintenfisch mit seinem Ellbogen einen finalen Knockout zu verpassen.
Die Wucht des finalen Schlages war dabei so heftig, dass ein bösartiger, außerirdischer Parasit – welcher den Weltraumtintenfisch die ganze Zeit über kontrolliert hatte – aus einen der beiden Glubschaugen herauskriechen musste. Schnell verließ das kleine, weiche, rötliche Geschöpf, welches entfernt an einen Hundertfüßer erinnerte, den Ring und versuchte seinen nicht gerade gut durchdachten Plan, sich in Zar Alexander III einzunisten, doch noch umzusetzen… Was nicht gerade erfolgreich endete, da der Parasit auf halben Wege von einer jungen Mutter zertreten wurde, welche nach ihrem sich gerade eben wegteleportierten Baby suchte. Und so endete eigentlich der von keiner Menschenseele zur Kenntnis genommene Plan dieses zehntausendjährigen, außerirdischen Parasiten, welcher nicht gerade der Klügste seiner Brut war. (Wenn man jetzt beispielsweise bedachte, dass sein derzeit letzter noch lebender, weitaus intelligenterer, Bruder zu dieser Zeit in der Schweiz als verrückter Wissenschaftler tätig war und eine lebensfähige Chimäre zu erschaffen versuchte, indem er einen Katzenkopf an einen Äffchenkörper befestigte – mit Erfolg!)

Während der sterbende, von Krämpfen geplagte Weltraumtintenfisch schwarzes Blut erbrach und von einigen Männern auf einen Holzkarren weggebracht wurde, während sein Körper bereits vor den Augen der laut jubelnden und klatschenden Menschenmenge langsam verendete, wurde der plötzlich von einer allesüberwältigenden Schwäche ergriffene Pjotr von seinen beiden ältesten Söhnen gestützt und in eine Wolldecke gehüllt.
Was darauf folgte, waren viele Ehrungen, Liebesbekundungen und unzählige Jubelrufe wie auch der Respekt und die Bewunderung tausender Menschen, für das sportlich motivierte Töten eines wilden Tieres im Namen der Unterhaltung der Massen wie auch dem eigenen Ego. Danach sprach noch der Zar ein paar Worte, welche ungewöhnlich respektvoll und freundlich waren, wenn man bedachte, dass er mit einen Bauern sprach (der aber zugegebenermaßen nun eine lebende Legende war).
Nach nur wenigen Minuten verschwanden fast alle, da sie ja am nächsten Tag ihrer täglichen Arbeit nachgehen mussten. Nur der müde, aber doch breit und zufrieden lächelnde Pjotr blieb gemeinsam mit seinen Söhnen, während immer mehr Menschen gingen und der Ring abgebaut wurde.
Dies war der offizielle Anfang einer Sportart, welche sich trotz aller Umstände noch über Jahrtausende halten würde. Der Weltraumtintenfischkampf würde sich noch großen Veränderungen unterziehen, würde oftmals noch große Hürden (wie z.B vernünftige Tierschützer) bewältigen müssen. Aber am Ende würde er bestehen!

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Anmerkung: Beim Schreiben dieses Oneshots wurden keine wirklichen Weltraumtintenfische in irgendeiner Weise verletzt!
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