Rätsel-Wetten

von Ririchiyo
KurzgeschichteAllgemein / P6
Elijah Kamski Gavin Reed OC (Own Charakter)
15.06.2019
31.08.2019
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4.631
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15.06.2019 910
 
AN: Das hier ist ein Beitrag zur ersten Runde vom Wettbewerb „Wer kann es lösen…Rätsel“ von Mufterling.



Leichter ist (manchmal) schwer


Gavin starrte mit gerunzelter Stirn auf den Zettel, der auf dem Schreibtisch in seinem Büro klebte. Von Elijah, zweifellos. Der scheinbar immer noch versuchte, ein Rätsel zu finden, welches Gavin nicht lösen konnte. Was er wirklich lächerlich fand, wenn man Gavin fragte. Elijah würde niemals ein Rätsel finden, das für Gavin zu schwer zu lösen war.
Und schon gar nicht, wenn er gerade eine Wette mit seinem Bruder am laufen hatte, in der es darum ging, wer zuerst keine Lösungen für Rätsel mehr wusste … und bei der der Verlierer das nächste mal ihre Eltern anrufen musste. Denn Gavin würde das ganz sicher nicht übernehmen! Wart schon schlimm genug, dass sie sich einmal jährlich zu irgendwelchen Familientreffen begeben mussten, aber jetzt auch noch zwischendurch anrufen?! Das würde Gavin ganz bestimmt nicht tun. Das dürfte sein Bruder erledigen.
Mit einem Seufzen ließ er sich auf seinen Schreibtisch fallen, und griff dann nach dem Zettel, und holte gleichzeitig ein Handy hervor, damit er Elijah auch sofort schreiben konnte, worum es ging. Denn kein Rätsel war ihm zu schwer. Ganz bestimmt nicht. Nicht mal dann, wenn er keine Hilfsmittel nutzen durfte. Aber ehrlich, wenn er nur für ein paar Rätsel wirklich Hilfsmittel bräuchte … alleine die Vorstellung war lächerlich.
Er legte sein Handy auf dem Tisch ab, und faltete den Zettel dann auseinander.
„3,14157215… Irgendwas stimmt hier nicht“, las er, und runzelte sofort die Stirn. Das war … unerwartet. Und verdammt offensichtlich. Beinahe zu offensichtlich. Denn natürlich galt sein erster Gedanke bei dem Anfang der Zahlenfolge sofort der Kreiszahl. Pi. Denn 3,141 war immer Pi. Nur, dass er Pi kannte, auch problemlos bis Zehn Stellen hinter dem Komma – eine Sache, die er irgendwann als Kind mal gelernt und nie wieder vergessen hatte, weil man ja nie wusste, wann man solche Dinge brauchen konnte –, und die Zahl auf dem Zettel war nicht Pi. Absolut nicht. Die 7 stimmte nicht, und die 1 am Ende auch nicht. Stattdessen müsste es eine 9 und eine 6 sein. Aber … das konnte es nicht sein, oder? Das war einfach zu einfach! So leicht konnte Elijah ihm das Rätsel nicht machen. Das kostete ihn doch keine Minute, um die Lösung zu kennen. Und gerade wenn es um so wichtige Dinge, wie das Telefonat ging, dann würde Elijah doch-

Gavin seufzte erneut, und holte dann einen Zettel aus einer seiner Schreibtischschubladen, und suchte sich außerdem seinen Kugelschreiber. Er schrieb die ersten Stellen von Pi auf das Blatt, und darunter die Zahl von dem Zettel von Elijah.
Dachte kurz darüber nach, und subtrahierte die Zahl dann. 0,00002050 mit oder ohne Minus davor, je nachdem, was man abzog. Er starrte auf die Kugelschreiber-Notiz. Strich dann alle Nullen vor der 2. 2050. Was sollte das sein? Eine Jahreszahl? Aber 2050 war erst in Jahrzehnten, und es hatte für Gavin definitiv keine Bedeutung. Und wenn er es umdrehte? 05.02.? Ein Datum? Aber auch das ergab keinen Sinn. Nicht den Geringsten. Sieben mal eine 0, eine 2, und eine 5 … aber auch da klingelte nichts bei ihm. Vielleicht doch nicht der richtige Schritt für das Ganze?
Addition? Aber bei 6,28316480 klingelte auch nichts bei ihm. Vielleicht gar keine wirkliche Rechnung?
3,14157215. Das waren drei mal 1, einmal 2, 3, 4, zwei mal 5, eine 7. 29? Aber das sagte ihm jetzt auch nicht wirklich was. Er war gerade mal 19, nicht 29, und Elijah war davon auch noch weit entfernt, also wohl kein Alter. Und überhaupt konnte er sich auch an nichts erinnern, was irgendetwas mit einer 29 zu tun gehabt hätte. 02.09.? 09.02.? Aber … das konnte es nicht sein.
Er strich alle Zahlen, die er auf das Blatt geschrieben hatte, abgesehen von der, die Elijah ihm hatte zukommen lassen. Versuchte sich einfach nur darauf zu konzentrieren. Vielleicht hatte es nichts mit Rechnungen zu tun? Nichts mit irgendwelchen Daten? Nichts mit Pi? Aber konnte es irgendetwas anderes sein? Irgendetwas aus den letzten Aufzeichnungen zu einem der Androiden? Irgendwelche Software-Einstellungen? Aber auch das ergibt keinen Sinn. Weil die Zahl ganz sicher nirgendwo aufgetaucht ist. Weder in den letzten Tagen, noch in den letzten Monaten. Er hat die Zahl noch nie gesehen.
Doch irgendwas mit Pi? Sie Ähnlichkeit kann doch unmöglich Zufall sein … irgendwas mit der 2050? Das multiplizieren? 0? Das Ende? Als wäre ihr kleines Spiel jetzt vorbei? Nein, das konnte es nicht sein. Wäre das die Nachricht, hätte sie anders ausgesehen, denn Elijah war niemand, der mit der Lösung eines Rätsels einen Hinweis auf das Verlieren einer Wette gab, wenn ausgerechnet die Lösung des Rätsels hieß, dass man einen weiteren Tag überstanden hatte.
Also doch die einfachste Lösung? Dass es aussah wie Pi, aber nicht Pi war? Konnte es wirklich so einfach sein? Konnte Elijah sich wirklich an etwas so simplem versuchen? Wo er doch wusste, wie schnell Gavin hinter solche Dinge kam? Oder war es genau das? Dass sein Bruder hoffte, er würde nach einer schweren Lösung suchen, und dass es einfach keine gab? Weil es wirklich so einfach war? Konnte es das tatsächlich sein? Nicht, dass es nicht funktionieren könnte, Gavin merkte es ja gerade selbst, aber dennoch … das war doch einfach …

Er legte den Kugelschreiber neben dem Papier ab, und starrte das Blatt vor sich auf dem Tisch wütend an.
Verdammt, noch mal! Was zum Teufel wollte sein Bruder von ihm?!
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