Zuhälter, leichte Mädchen und andere Ganoven

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Alfons Sonnbichler Boris Saalfeld Christoph Saalfeld Tina Kessler Tobias Ehrlinger / Saalfeld
15.06.2019
16.07.2019
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Als Boris und Tobias die Wohnung von Boris betraten, sah sich Tobias interessiert um. Eigentlich war es so, wie er es erwartet hatte. Die Wohnung war überaus elegant und stilvoll eingerichtet, aber für seinen Geschmack etwas sehr unpersönlich.
Boris, der Tobis Blick bemerkte, sagte entschuldigend: „Die Wohnung hat mir der Innenarchitekt meines Vaters eingerichtet, ich habe mich hier eigentlich nie so richtig wohlgefühlt. Mein wahres Leben spielte sich nur auf meiner Arbeit ab, dort geht es mir richtig gut. Aber ich glaube, jetzt wo Du da bist, wird sich das grundlegend ändern.“ Und er nahm seinen Tobi in den Arm und gab ihm einen zärtlichen Kuss. „Wir werden Deine Wohnung schon in ein kuscheliges Heim verwandeln,“ versprach Tobias und erwiderte Boris Kuss leidenschaftlich.
Dass Boris zuerst etwas kochen wollte, hatte er unter Tobis leidenschaftlichen Berührungen bald vergessen. Sie zogen sich hastig gegenseitig aus und ließen sich auf das große Bett von Boris fallen.
Als sie nach einem überaus heißen Liebesspiel erschöpft nebeneinander lagen, bemerkte Boris plötzlich, dass aus dem Bauch von Tobias ein leises Grummeln ertönte. „Du meine Güte, Schatz,“ sagte er erschrocken, „Du musst ja großen Hunger haben, und ich habe Dir doch was Gutes versprochen.“ „Das Gute habe ich ja auch bekommen,“ lachte Tobi und küsste liebevoll Boris Gesicht, „und das nicht zu knapp. Es war wirklich wunderschön, mein Liebling. Aber jetzt könnte ich wirklich was zu essen vertragen.“
„Wie wäre es mit Spaghetti mit Tomatensoße?“ fragte Boris, „meine Nudelsoße ist legendär, da wirst Du staunen.“ „Da bin ich mal gespannt,“ erwiderte Tobias, „denn Nudeln kochen ist auch mein Hobby, da wirst Du Dich sehr anstrengen müssen.“
Es wurde dann noch ein sehr gemütlicher Abend und Tobi musste Boris Kochkünste wirklich anerkennen.
Sie hatten es sich gerade nach dem Essen auf der Couch gemütlich gemacht, als das Handy von Boris klingelte. Nach einem Blick auf das Display stöhnte er: „Der Bereitschaftsdienst. Was wollen die denn um diese Zeit?“ Er meldete sich und hörte eine Weile aufmerksam zu. „Okay,“ sagte er dann, „ich komme sofort. Ich sage auch Herrn Ehrlinger Bescheid und hole ihn dann ab. Bis später.“
Als er auflegte, sah er Tobias entschuldigend an, „tut mir leid Tobi, aber wir müssen nochmal raus. Mord an einem Barbesitzer in der Innenstadt. Jetzt muss ich nur noch meinen Kollegen Ehrlinger informieren und abholen, dann geht es los.“ „Okay, aber bis Du Deinen Kollegen abgeholt hast, bleibt uns noch ein wenig Zeit für ein kleines Kuss Intermezzo, oder?“ Und schon hatte er Boris in den Arm genommen und in eine wilde Knutscherei verwickelt.
Als die beiden Kommissare am Tatort eintrafen, waren schon die Spurensicherung und der Doktor am Werk. „Der Mann wurde mit zwei Schüssen regelrecht hingerichtet,“ informierte sie der Doc, „aber Genaueres wie immer erst nach der Obduktion.“
„Okay, dann machen wir uns mal an die Arbeit,“ seufzte Boris. Da in der Bar viele Gäste anwesend waren, dauerten die Vernehmungen die ganze Nacht an. Dementsprechend müde und schlecht gelaunt saßen Boris und Tobias morgens an ihren Schreibtischen. „Puh, so habe ich mir die erste Nacht bei Dir auch nicht vorgestellt,“ seufzte Tobias und sah Boris aus ganz kleinen Augen an. „Ich auch nicht, Tobi,“ erwiderte dieser, „aber das holen wir ganz bestimmt nach, versprochen. So, aber jetzt an die Arbeit, mein Lieber. Wir haben schließlich einen Mord aufzuklären.“
***********
Ein paar Wochen später hatten sie auch diesen Fall geklärt und machten damit ihrem Namen als „Dream Team“ alle Ehre. Aber so ein Fall brachte auch viel Schreibarbeit mit sich und so waren die beiden Kommissare dabei, ihre Akten auf Stand zu bringen.
„Weißt Du was Tobi, ich würde Dich heute Abend gerne in das Restaurant meines Vaters im Hotel Fürstenhof einladen, als Dank für die hervorragende Arbeit, die Du immer leistest.“ Tobias sah ihn an und grinste. „Welche Arbeit meinst Du, die dienstliche oder die private Arbeit?“
„Jetzt bin ich aber enttäuscht,“ sagte Boris gespielt beleidigt, „ich dachte immer privat wäre es für Dich das reinste Vergnügen. Aber da habe ich mich wohl geirrt, wenn Du das als Arbeit ansiehst.“
„Nein, da hast Du Dich nicht geirrt, mein Schatz. Für dieses private Vergnügen mit Dir müsste ich eigentlich Luxussteuer bezahlen.“ Sie sahen sich beide an und mussten laut loslachen. „Aber natürlich komme ich heute Abend gerne mit Dir in Euer Sternerestaurant,“ sagte Tobias, „aber da muss ich doch keinen Smoking tragen, oder?“ „Nein, das musst Du nicht, Tobi, aber bitte nicht diese fürchterliche Lederjacke. Ein einfacher Anzug genügt.“ „Ich weiß gar nicht, was Du gegen meine geliebte Lederjacke hast, ich jedenfalls finde sie todschick. Aber okay, Dir zuliebe werde ich heute meinen besten und einzigen Anzug anziehen. Er ist zwar schon etwas älter, und ich habe ihn das letzte Mal bei der Silberhochzeit meiner Eltern getragen, aber den Ansprüchen des Fürstenhofs wird er sicherlich genügen.“
Als sie am Abend gemeinsam die Lobby des Fürstenhofes betraten, wurde Boris vom Chefportier, Herrn Sonnbichler, freudig begrüßt. „Hallo, Herr Saalfeld, ach ist das schön, Sie wieder mal hier zu sehen. Sie lassen sich in letzter Zeit ja gar nicht mehr blicken.“ Und er schüttelte zuerst Boris und dann Tobias die Hand. „Sie wissen ja, Herr Sonnbichler, die Arbeit frisst einen auf ,“ seufzte Boris, „sagen Sie, ist mein Vater im Hause?“ „Tut mir leid, Herr Saalfeld, Ihr Vater ist bei einem Empfang der Hoteliers Innung, da kann es spät werden.“
„Schade, dann werde ich ihm eben beim nächsten Mal meinen neuen Kollegen vorstellen, aber jetzt wollen wir mal in aller Ruhe den Abend genießen.“
Nach dem Essen lehnte sich Tobias zufrieden zurück. „Also ich muss sagen, das hat wirklich hervorragend geschmeckt, Boris. So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen.“ „Das freut mich, Tobi. Na, da kannst Du Dich gleich mal bei der Küchenchefin bedanken.“ Er rief einen der Kellner herbei. „Christian, wir hätten gerne noch zwei Espressi und würden Sie bitte Frau Kessler an unseren Tisch bitten?“ „Gerne, Herr Saalfeld.“
„Ach Boris, das braucht es doch nicht,“ sagte Tobias etwas verlegen. Als die Küchenchefin an ihren Tisch trat, kam Tobias aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Sein sonst so zurückhaltender Kollege sprang auf und die Frau warf sich ihm in die Arme und sie drückten und küssten sich vor allen Gästen.
„Hey Tobi, darf ich Dir Tina Kessler vorstellen, meine allerbeste und älteste Freundin hier am Fürstenhof.“ „Na, das „älteste“ will ich aber überhört haben, Boris,“ lachte Tina und boxte ihm spielerisch in die Seite. Dann musterte sie Tobias von oben bis unten. „Ist er das?“ fragte sie und schaute Boris lächelnd an, „ da hast Du Dir aber eine richtige Sahneschnitte ausgesucht. Ich wusste ja schon, dass Du einen exzellenten Männergeschmack hast, aber diesmal hast Du Dich wirklich selbst übertroffen.“
Sie gab Tobias, der bei diesen Worten ganz rot geworden war, die Hand und lachte ihn freundlich an. „Hey Tobias, ich bin die Tina, wir können uns ruhig duzen, denn die Freunde von Boris sind auch meine Freunde. Aber eins muss Dir klar sein, wenn Du meinem Boris weh tust, kriegst Du es mit mir zu tun.“
„Keine Angst Tina,“ lächelte Tobias, „ich liebe Deinen Boris viel zu sehr um ihm weh zu tun.“
„So, jetzt muss ich leider wieder in die Küche zurück,“ sagte Tina bedauernd, „ aber wir werden uns in Zukunft bestimmt öfter sehen. Wir Drei könnten uns ja mal einen schönen Abend bei mir zu Hause machen.“ „Das machen wir ganz bestimmt Tina, versprochen.“ Boris drückte Tina noch einmal ganz fest an sich und auch Tobi gab ihr die Hand.
Als Tina gegangen war, sah Tobias Boris lächelnd an. „Na, das ist aber mal eine tolle Frau. Bei der könnte man glatt hetero werden.“ „Untersteh Dich, mein Schatz,“ gab Boris grinsend zurück, „ich will Dich so wie Du bist. Wehe Du änderst Dich.“
Sie mussten alle beide lachen und ließen den Abend bei einem schönen Glas Wein ausklingen.
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