Zuhälter, leichte Mädchen und andere Ganoven

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Alfons Sonnbichler Boris Saalfeld Christoph Saalfeld Tina Kessler Tobias Ehrlinger / Saalfeld
15.06.2019
22.08.2019
17
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Boris saß im Aufenthaltsraum des Pflegeheimes und hatte den Kopf in den Händen vergraben. Tobi stand etwas hilflos daneben und streichelte ihm zärtlich über den Rücken. Mehr Vertraulichkeiten wagte er in der Öffentlichkeit nicht zu zeigen. Dabei hätte er seinen Boris am liebsten in den Arm genommen und getröstet. „Mach Dir doch nicht so viele Vorwürfe, Schatz. Du hättest es nicht verhindern können.“ „Doch Tobi, wenn ich früher was gemerkt hätte, würde Torsten jetzt noch leben.“ Boris schüttelte verzweifelt den Kopf. „Das ist Quatsch, und das weißt Du auch,“ Tobias wurde jetzt etwas energischer. Er musste Boris unbedingt aus diesem Tief herausholen bevor er sich noch mehr in seine Schuldgefühle hinein steigerte. „Komm jetzt, wir müssen diesen Körner finden, bevor er nochmal zuschlägt. Reiß Dich jetzt verdammt nochmal zusammen!“ Boris richtete sich auf und fuhr noch einmal mit der Hand über seine Augen, in denen es verdächtig glitzerte. Der Tod seines ehemaligen Kollegen ging ihm doch sehr nahe. Aber dann gewann der kühle Polizist wieder die Oberhand. „Okay, lass uns fahren Tobi, aber Gnade Gott dem Körner, wenn ich ihn erwische. Da kann ich für nichts garantieren.“
Als sie ins Büro zurückkamen, lagen die Bänder der Überwachungskameras aus dem Gericht schon auf ihren Schreibtischen und die beiden Beamten machten sich sofort an die Auswertung.
Sie hatten schon über eine Stunde geschaut, als Boris plötzlich ausrief: „Da, das ist er. Schau Tobi!“
Tobias sah einen Mann mittleren Alters in einem einfachen Trenchcoat auf das Zimmer der Richterin zugehen. „Okay, dann können wir jetzt sicher sein, dass es dieser Körner ist, der die Morde begangen hat. Aber wie kriegen wir ihn?“
„Ganz einfach, indem ich den Lockvogel spiele. Er wird es ganz sicher auch bei mir versuchen. Die Anderen sind ja sehr gut bewacht, da kann nichts passieren. Und er muss ganz nahe an mich herankommen, wenn er mit dem Messer zustechen will. Dann kommst Du ins Spiel. Du wirst unauffällig in meiner Nähe sein und ihn dann überwältigen. Ich werde eine schusssichere Weste tragen, die hält auch einen Messerstich etwas ab, dann kann mir nicht so viel passieren.“
„Okay Boris, mir ist zwar nicht ganz wohl bei diesem Gedanken, aber ich sehe ein, dass es gar nicht anders geht. Und keine Angst, ich werde sehr gut auf Dich aufpassen. Ich werde nicht zulassen, dass dem liebsten Menschen den ich auf der Welt habe etwas zustößt. Das würde ich nicht überleben, glaub mir.“ „Weißt Du eigentlich wie sehr ich Dich liebe?“ fragte Boris.
********
Die nächsten beiden Tage blieb alles ruhig, aber bei Boris und Tobias lagen die Nerven doch etwas blank. Sie mussten ja jeden Moment mit einem Angriff von diesem Körner rechnen. Und ausgerechnet als Tobias kurz zur Toilette gegangen war, kam Körner herein und stellte sich vor Boris hin. „Na, Saalfeld, da schaust Du, hast wohl gedacht, ich würde Dich verschonen. Aber da hast Du Dich geschnitten, auch Du wirst für das bezahlen, was Ihr mir angetan habt.“ „Was soll das, Körner?“ fragte Boris. Er musste Zeit herausschinden, bis Tobias zurückkam, „Du weißt genau, dass wir damals gar nicht anders konnten als Dich zu verhaften. Immerhin hattest Du drei Morde begangen. Was soll also dieser Rachefeldzug, und warum musstest Du meinen Kollegen umbringen, einen wehrlosen Mann im Rollstuhl.“ Boris Stimme wurde immer lauter. Er hoffte, dass Tobias ihn von draußen hören konnte. „Das ist mir egal,“ zischte Körner und sein Gesicht verzog sich zu einer wütenden Fratze, „ich habe Euch ja gesagt, dass Ihr dafür bezahlen werdet. Und heute ist Zahltag, Herr Saalfeld.“ Bei diesen Worten zog er ein Messer aus der Manteltasche und ging auf Boris los. In diesem Moment riss Tobias die Tür auf, stürzte sich auf Körner und überwältigte ihn.
Boris sprang vom Stuhl auf und stellte sich vor den Mörder hin. „Sei froh, dass mein Kollege dabei ist, Körner. Wenn ich jetzt allein mit Dir wäre, ich weiß nicht was ich mit Dir machen würde. Bring ihn raus Tobi, bevor ich mich vergesse.“
Als Tobias mit dem Mörder hinaus gegangen war, ließ sich Boris auf seinen Stuhl fallen und atmete erst mal tief durch. Er war zwar nie in unmittelbarer Gefahr gewesen, denn er war durchaus in der Lage sich zu wehren. Außerdem trug er ja diese schusssichere Weste, aber trotzdem konnte er sich nicht so richtig freuen. Er musste an seinen Ex Partner denken, der so unsinnig gestorben war. Genauso wie die Richterin und der Gutachter. Und das nur, weil so ein Psychopath sich rächen wollte. Als Tobias wieder hereinkam, nahm er Boris einfach in den Arm und hielt ihn ganz fest. Er fuhr ihm zärtlich über den Rücken, denn er wusste ganz genau wie es in seinem Freund aussah. „So mein Schatz, wir gehen jetzt gemeinsam in die Kantine und Du trinkst erst mal einen doppelten Schnaps, damit sich Deine Nerven beruhigen.“ Als die beiden Kommissare in die Kantine kamen, wurden sie von ihren Kollegen beglückwünscht. „Na, da hat ja unser Dreamteam wieder einen tollen Erfolg verbucht.“
Auch Staatsanwalt Riedlmaier, der gerade in die Kantine kam, schüttelte Boris und Tobias die Hände und bedankte sich für die gute Arbeit.
Als sie abends im Bett lagen, konnte Boris lange nicht einschlafen. Er lag mit offenen Augen da und schaute nur an die Decke ohne was zu sagen.
Er konnte einfach diesen unsinnigen Tod seines Ex-Kollegen nicht begreifen.
Tobias merkte, dass sein Freund einfach etwas Zeit brauchte um über die ganze Sache hinweg zu kommen. Er nahm ihn wortlos in die Arme und fuhr ihm zärtlich durch sein schönes blondes Haar.
Boris schaute ihn dankbar an, kuschelte sich in seine starken Arme und ließ sich von ihm trösten. Dann schlief er endlich ein. Tobias lag noch lange wach und betrachtete liebevoll seinen schlafenden Freund. Er wusste, dass Boris stark genug war um das Geschehene zu verkraften, auch wenn es ganz bestimmt noch eine ganze Weile dauern würde. Und er würde alles in seiner Macht stehende tun, um ihm dabei zu helfen.
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