Zuhälter, leichte Mädchen und andere Ganoven

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Alfons Sonnbichler Boris Saalfeld Christoph Saalfeld Tina Kessler Tobias Ehrlinger / Saalfeld
15.06.2019
11.09.2019
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Hallo Ihr Lieben,
heute starte ich meine neue FF.
Ich möchte Euch aber bitten, nicht allzu kritisch zu urteilen, denn nicht alles konnte ich so
realitätsnah schreiben. Das wäre doch zu langatmig und damit langweilig geworden.
So eine FF sollte ja vor allem unterhalten. So, nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen.
Ich freue mich schon auf Euer Feedback.

*************

Als Hauptkommissar Boris Saalfeld an diesem Morgen sein Büro im K20 betrat, schaute er betreten zu dem leeren Schreibtisch, der seinem eigenen gegenüberstand. Dort saß bis vor kurzem noch sein Kollege Hans Mayerhofer. Der war vor einer Woche bei der Verhaftung eines Zuhälters im Dienst erschossen worden.
Gestern war nun die Beerdigung und Boris konnte es einfach nicht fassen, dass sein Kollege ihm nie mehr gegenübersitzen und mit ihm reden würde. Aber mit so was musste man in seinem Beruf eben immer rechnen. Seufzend nahm er sich den Aktenstapel vor, den die Nachtschicht auf seinen Schreibtisch gelegt hatte und begann mit seiner Arbeit.
Als er auf die Uhr schaute, bemerkte er, dass es schon nach acht Uhr war. Heute sollte doch der neue Kollege anfangen. Na, der Pünktlichste war der ja schon mal nicht. Das gefiel dem peniblen Hauptkommissar überhaupt nicht, denn er selber war ein Ausbund an Korrektheit und vor allem legte er großen Wert auf Pünktlichkeit.
Gegen neun Uhr klopfte es an seiner Bürotür. „Herein,“ rief er unwillig, denn er war gerade mitten in eine Akte vertieft.
Als er den jungen Mann sah, der eintrat, musste er erst mal schlucken. Das musste der neue Kollege sein. Na ja, er sah ja sehr attraktiv aus mit diesem Dreitagebart und den vollen dunklen Haaren , aber die Kleidung, das ging ja gar nicht. Abgetragene Jeans und eine Lederjacke, die auch schon bessere Tage gesehen hatte, vervollständigten das Outfit des Besuchers. Dem Hauptkommissar, der stets sehr elegant gekleidet war, gefiel das überhaupt nicht. Der junge Mann ging mit einem offenen Lächeln auf ihn zu und reichte ihm die Hand. „Hallo, Herr Saalfeld, ich bin Kommissar Tobias Ehrlinger und ich soll mich bei Ihnen melden. Bitte entschuldigen Sie die Verspätung, aber ich kenne mich in München noch nicht so gut aus und bin aus Versehen in die falsche Straßenbahn eingestiegen. Als ich es bemerkte, musste ich durch die halbe Stadt wieder zurück und deshalb mein verspätetes Eintreffen.“
„Ist schon gut,“ antwortete Boris, „das kann schon mal vorkommen. Jetzt sind Sie ja da. Gut, Herr Ehrlinger, wir müssen ab jetzt sehr eng zusammenarbeiten und dazu möchte ich folgendes bemerken: Ich lege sehr viel Wert auf Pünktlichkeit, korrektes Benehmen, vollen Einsatz und vor allem absolute Offenheit während der Bearbeitung eines Falles. Vor allem keine Extratouren, wir sind ein Team und müssen an einem Strang ziehen. Und ich muss mich auf meinen Partner hundertprozentig verlassen können. Wenn Sie sich daran halten, werden wir gut miteinander auskommen.“ „Keine Angst, Herr Saalfeld, wir werden uns schon verstehen,“ sagte Tobias mit diesem netten bayrischen Akzent, der Boris ausnehmend gut gefiel. „Okay, gut, Herr Ehrlinger. So, hier sind ein paar Akten von unerledigten Fällen. Bitte schauen sie sich diese sehr gut an, dann werden wir darüber sprechen. Sollte allerdings ein akuter Fall rein kommen, müssen wir dann vor Ort ermitteln.“ „Geht klar,“ gab Tobias zur Antwort und vertiefte sich in die Akten. Ab und zu warf er heimlich einen Blick zu seinem neuen Kollegen hinüber. 'Mh, der sieht ja gar nicht schlecht aus' dachte er. 'Diese schönen blonden Haare, das hübsche Gesicht und diese breiten Schultern. Aber seine Kleidung ist doch schon sehr altmodisch. Das wäre nicht mein Fall. Dabei ist er doch höchstens ein paar Jahre älter als ich. Dem würden ein paar legere Klamotten auch viel besser stehen.'
Als sie später über die einzelnen Fälle diskutierten, merkte Boris erfreut, dass Tobias Ehrlinger einen messerscharfen analytischen Verstand besaß. Er konnte sich sehr gut in die Fälle hineinversetzen und seine Kommentare waren fundiert und hilfreich für Boris. 'Ich glaube, mit diesem Ehrlinger habe ich einen guten Fang gemacht,' dachte er, 'über seinen unmöglichen Kleidergeschmack muss ich halt hinwegsehen.' „Okay, Herr Ehrlinger,“ sagte er, „ich glaube wir werden gut miteinander auskommen.“
„Das freut mich, Herr Saalfeld, aber sagen Sie mal, könnten Sie nicht Tobias und Du sagen?“
„Tut mir leid, bitte verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Ehrlinger, das geht nicht gegen Sie, aber ich bin kein Freund von dieser kumpelhaften Duzerei. Ich finde ein bisschen Distanz angebrachter.“
„Gut, wie Sie wünschen, Herr Saalfeld,“ Tobias zuckte mit den Schultern. 'Wer nicht will, der hat schon,' dachte er und widmete sich wieder seinen Akten.
Als es Zeit zum Mittagessen wurde, fragte Tobias seinen Kollegen, ob sie gemeinsam in die Kantine gehen würden. „Nein danke,“ erwiderte der Hauptkommissar, „ich esse lieber hier allein an meinem Schreibtisch. Mir liegen Mittagessen in der Kantine einfach nicht. Ich lasse mir immer etwas liefern. Heute habe ich mir Sushi bestellt.“ „Bäh, dieses eklige rohe Fischzeug, das mag ich ja überhaupt nicht,“ Tobias verzog angewidert das Gesicht. „Na ja, die Geschmäcker sind halt bekanntlich verschieden,“ sagte Boris und lachte, „ich liebe dieses 'eklige Fischzeug' über alles.“ Da kam auch schon der Bote mit dem bestellten Sushi. Als Boris anfing zu essen, schaute Tobias ihm trotz seiner Abneigung bewundernd zu. Wie geschickt er mit den Stäbchen umging, er selbst hätte die Dinger nicht mal mit der Gabel aufspießen können.
********
In der Kantine lud sich Tobias sein Essen aufs Tablett und schaute sich dann nach einem freien Platz um. Da sah er, dass ihm jemand zuwinkte. „He, komm doch her, hier ist noch ein Stuhl frei,“ rief ein junger rothaariger Mann, der mit noch zwei anderen Männern an einem Tisch saß. „Oh vielen Dank, sehr nett,“ sagte Tobias und setzte sich. „Du bist neu hier, nicht wahr?“fragte einer der Männer. „Ja, heute ist mein erster Tag.“ „Und, zu welchem Team gehörst Du?“ „K20, Hauptkommissar Saalfeld,“ entgegnete Tobias.
„Oh, da hast Du aber Glück, dass Du bei dem gelandet bist, der Saalfeld ist der Beste, den wir hier im Kommissariat haben, der hat eine Aufklärungsquote von weit über 80 Prozent. Von dem kannst Du garantiert noch viel lernen.“
„Ja, aber sagt mal, der ist doch noch so jung, wieso hat der eigentlich schon den Rang eines Hauptkommissars?“ „Vitamin B?“ Die Anderen schüttelten den Kopf. „Nein, das hat er sich alles selbst erarbeitet,“ sagte der Rothaarige, der Tobias an den Tisch gewunken hatte, „der ist sehr tüchtig und ehrgeizig. Nicht viele sind mit knapp 30 Jahren schon Hauptkommissar. Er hat sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet mit Fortbildungslehrgängen und eine Prüfung nach der anderen absolviert. Das einzig Negative an ihm ist, dass er sehr introvertiert ist. Man kommt nicht so richtig an ihn ran. Aber jetzt haben wir genug über den Saalfeld gesprochen. Erzähl doch mal was von Dir, wie heißt Du, wo kommst Du her, wie alt bist Du?“ Unter lustigem Geplauder ging Tobias Mittagspause zu Ende und er begab sich wieder zurück in sein Büro.
Er hatte sich gerade an seinen Schreibtisch gesetzt, als das Telefon von Boris Saalfeld klingelte. Er hörte einen Moment zu und sagte dann: „Fassen Sie bitte nichts an, wir sind gleich da.“
Dann wandte er sich an Tobias. „Es gibt einen Mord in der Basteigasse, Herr Ehrlinger. Kommen Sie, wir nehmen meinen Wagen und informieren von unterwegs die Spurensicherung und den Doc.“
Als sie vor Boris Auto standen, pfiff Tobias durch die Zähne. „Wow, so einen Dienstwagen lob ich mir. Ganz toll.“ „Tut mir leid, dass ich Sie enttäuschen muss, Herr Ehrlinger, aber das ist mein Privatwagen. Den könnte sich die Münchner Polizei gar nicht leisten. Es ist ein Geschenk meines Vaters zur Ernennung zum Hauptkommissar. Aber jetzt müssen wir los.“
'Du meine Güte, so einen Wagen einfach als Geschenk,' dachte Tobias,' was muss dieser Vater für Kohle haben.“
Dann stieg er ein und sie fuhren los zu seinem ersten Fall.
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