Es begann im Supermarkt

GeschichteRomanze, Familie / P18
Bilbo Beutlin Dis Dwalin Fili Kili Thorin Eichenschild
14.06.2019
18.07.2019
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"Und du musst wirklich schon gehen?", fragte Bilbo in ihrem bunten Patchwork-Morgenrock und zog die Nase kraus - eine Angewohnheit, die Thorin sehr niedlich fand, erinnerte sie ihn doch an ein Häschen.
"Ja, leider - heute ist unser Firmen-Event... Verkaufsoffener Sonntag im Rahmen des Straßenfestes", erklärte er und nahm einen Schluck Kaffee.
Es war noch früh, kurz nach acht, und trotzdem hatte ihn Bilbo - nach der gemeinsamen Dusche - mit einem tollen Frühstück verwöhnt: Eier mit Speck, gebratene Dattel-Tomaten, selbst gemachter Obstsalat, Kaffee, frisch gepresster Orangensaft.
Aber Thorin musste gegen halb neun gehen um sich zu Hause noch umziehen zu können, bevor er mit Dís, den Jungs, Balin und Dwalin zum EREBOR fuhr, denn ab zehn Uhr sollte ihr Schmuck- und Antiquitätenladen im Rahmen des Straßenfestes öffnen und vorher waren noch letzte Vorbereitungen zu treffen - wie die Getränke und Häppchen bereit zu stellen, die ihnen von Thrandy's Deli geliefert wurden... Thorin hasste den Inhaber, Thranduil Grünling - ein hübscher, reicher Schnösel, der in seiner Jugend als Model gearbeitet und ordentlich Geld gescheffelt hatte - doch Dís war ganz begeistert von dem Angebot an Bio-Waren, die es dort gab... Und Dís hatte nun einmal das Event geplant und organisiert.
"Schade", murmelte Bilbo und schob sich eine Datteltomate in den Mund.
Thorin seufzte. "Ich weiß... Glaub mir, Bilbo, ich würde viel lieber den Tag heute mit dir verbringen, doch die Pflicht ruft - so ist das halt, wenn man selbständig ist", meinte er.
Bilbo zuckte die Schultern. "Klar. Ist ja nicht so, dass ich nichts zu tun hätte... Ich sage nur Klassenarbeiten", erklärte sie lächelnd und Thorins Herz machte einen Hüpfer... Scheiße, war er verliebt, fast wie ein blöder Teenager!
Aber vielleicht hatte das auch sein Gutes.
Vielleicht konnte er das Leben nun so genießen, wie es jeder tun sollte.
"Siehst du - wir haben also beide zu tun... Aber wir können uns ja heute auf dem Laufenden halten, was bei uns so los ist - wenn du magst!", bemerkte er und wurde sofort rot. Vielleicht empfand sie es ja als anmaßend, dass er mit ihr im regen Austausch sein wollte...
"Sehr gern - obwohl ich mir sicher bin, dass du den Vorschlag noch verfluchst, sobald du mich über blöde Rechtschreib-und Stilfehler jammern hören wirst", sagte Bilbo und sah so bezaubernd aus, dass Thorin sie einfach küssen musste.
"Ganz bestimmt nicht", war seine Antwort, bevor er ihre weichen Lippen eroberte.
Knapp eine Dreiviertelstunde später schlich sich Thorin in der Kleidung vom Vortag in sein Elternhaus.
"Bei aller Liebe... Natürlich freue ich mich für den Jungen, doch er sollte trotz allem seine Pflichten nicht vernachlässigen", sagte Balin gerade, als Thorin leise die Eingangstür hinter sich schloss.
"Ach, ich kenne meinen Bruder: Er wird schon pünktlich hier auf der Matte stehen", erklärte gerade Dís mit Nachdruck und Thorin entschied diesen Moment zu wählen um die Küche zu betreten, in der seine Familie gerade über ihn sprach.
"Morgen!", sagte er betont munter und setzte sich an seinen Platz, so als sei nichts Außergewöhnliches passiert.
"Guten Morgen!", erwiderte Dís, während sich ein zufriedenes Grinsen auf ihrem hübschen Gesicht ausbreitete; Thorin kannte seine kleine Schwester und wusste somit auch, was sie als nächstes sagen würde, also kam er ihr zuvor: "Bevor ihr fragt: Ja, es war eine sehr erfreuliche und erfolgreiche Verabredung... Vielen Dank, nochmal, Dwalin, für dein Präsent - ich konnte es sehr gut gebrauchen - genau genommen, hättest du ruhig mehr davon einpacken können", meinte er, woraufhin sich Dwalin an seinem Eiweiß-Schinken-Käse-Omelett verschluckte, sodass ihm Fíli erstmal den Rücken klopfen musste.
"Was war denn dein Präsent, Dwalin?", wollte nun Kíli - neugierig wie eine Katze - wissen, und Thorin musste sich auf die Zunge beißen um ein Lächeln zu unterdrücken.
Touché, dachte er.
Dís fasste sich als erste. "Nichts, Kíli, Onkel Thorin macht nur Spaß", bemerkte sie und sah genauso schockiert aus wie Dwalin, wobei sie jedoch in ihrem weißen Vintage-Kleid mit ausgestelltem Rock und blauem Blumenmuster eindeutig eine bessere Figur machte als Dwalin in seinem dunkelgrauen T-Shirt mit Band-Logo, schwarzem Sakko und ebenso schwarzen Jeans; anscheinend war die ganze Familie schon ausgehfein beziehungsweise eventfein, inklusive Thorins Neffen und Balin: Fíli trug ein hellblaues Hemd mit kurzen Ärmeln im Piloten-Stil und beige, enge Chinos, Kíli ein ähnliches Hemd in dunkelblau und enge, schwarze Jeans im Biker-Stil, Balin eine dunkelgraue Hose mit passender Weste, weißem Hemd, dunkelrotem Sakko, Fliege in gleicher Farbe und dunkelgrauem Einstecktuch.
Fast schien es so, als hätte Dís Thorins Gedanken gelesen, denn während sie ihm eine Tasse Kaffee einschenkte, sagte sie: "Übrigens, wenn du geduscht hast, kannst du direkt in das hellblaue Hemd mit Stehkragen, deinen graumelierten Salt-and-Pepper-Sakko und deine neue, graue Karohose im 'Earl Grey Check' schlüpfen."
Thorin, der noch gar nicht gewusst hatte, dass er so eine Hose besaß (wahrscheinlich war sie eine der Eroberungen, die Dís von ihren regelmäßigen Shoppingtouren mitbrachte), räusperte sich. "Geduscht habe ich schon. Und gefrühstückt auch", stellte er klar, als ihm Dís ein eindeutig selbst gebackenes Vollkornbrötchen (das letzte, so wie es aussah) auf den Teller legen wollte.
Unbeeindruckt zuckte sie die Schultern und legte das Brötchen zurück in den antiken, silbernen Brotkorb, woraufhin sich Fíli und Kíli fast gleichzeitig darauf stürzten.
"Na dann können wir ja in zehn bis fünfzehn Minuten aufbrechen - ich möchte Grünling nur ungern mit den Häppchen warten lassen", sagte Balin und trank seinen Kaffee aus, während Dwalin zustimmend brummte. "Recht hast du - wer weiß, ob das Bio-Zeugs nicht welk wird!", bemerkte er, was ihm einen wütenden Blick von Dís einbrachte.
"Thranduils Waren sind immer von ausgezeichneter Qualität - und nicht nur seine Lebensmittel... Du hast selbst gesagt, dass du seine Pflegeserie 'Mr Right' gerne benutzt", warf sie ein und Thorin horchte auf; Thranduil Grünlings Bio-Laden umfasste nämlich das bereits erwähnte Deli, das eine Art Bio-Delikatessen-Geschäft und Café war, sowie eine umfangreiche Bio-Kosmetik-Abteilung inklusive Kosmetik-Studio, Thrandy's Spa... Es verstand sich von selbst, dass Dís dort Stammkundin war, was auch zur Folge hatte, dass nicht nur sie, sondern die ganze Familie die dort angebotenen Pflegeprodukte benutzte, wie die bereits von ihr erwähnte Pflegeserie 'Mr Right', die aus unerfindlichen Gründen nur Dwalin zugedacht war, oder 'Success', von der sowohl Thorin als auch Balin sämtliche Produkte besaßen, sowie 'Grünschnabel', eine Produktreihe, die Dís für ihre Söhne gekauft hatte, und die anscheinend von Thranduil Grünlings talentiertem Sohn selbst kreiert worden ist, wobei der Junge (ein jüngeres Ebenbild seines Vaters, das in Thorin jedes Mal den Verdacht des Clonings aufkommen ließ) etwa in Fílis und Kílis Alter war.
Dwalin druckste herum. "Nun, es ist schon ein Unterschied für mich, ob ich mir etwas auf die Glatze schmiere oder ob ich es mir in den Mund stecke", erläuterte er und Thorin musste sich ob der Doppeldeutigkeit auf die Zunge beißen, doch anscheinend ging es ihm nicht allein so; Fíli und Kíli prusteten augenblicklich los.
"Schluss jetzt!", donnerte Dís und schlug mit der Faust auf den Tisch; sofort waren alle still und widmeten sich den Resten ihres Frühstücks.
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