Kiss me like you mean it - Cap Pair

von Kosakoni
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Echizen Ryoma Fuji Syusuke Sanada Genichirou Yukimura Seiichi
14.06.2019
14.06.2019
1
17.253
3
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
14.06.2019 17.253
 
Hallo meine lieben Leser,

die Geschichte hat sich meine liebste Muse gewünscht, der ich die Story auch von Herzen widme. Ohne ihre stetigen Reviews, Ideen und so viel Unterstützung in diesem sowie anderen Fandoms, hätte ich schon sehr lange, sehr vieles nicht geschrieben, geschweige denn gepostet.

Ich hoffe nicht nur ihr, sondern auch euch gefällt die Story. Es ist übrigens meine erste Echizen/Sanada (Cap Pair) - Geschichte und ich hoffe, dass sie dennoch gut ist.
Auf Kommentare freue ich mich natürlich wie immer wahnsinnig und wünsche viel Spaß beim Lesen.

Eure Kosa

~*~

Ryoma lag in der Badewanne, als er erneut den weichen Druck auf seinen Lippen spüren konnte. Hauchzart und beinah schüchtern, aber auch irgendwie … Errötend ließ er die Hand unter das Wasser fallen, sobald er sich dabei ertappte, seine Lippen zu berühren. Er konnte es immer noch nicht fassen. Wie hatte ein witziger Nachmittag, der eigentlich darauf beruht hatte, Kirihara in Verlegenheit zu bringen – sowie gratis Reisbällchen abzustauben – nur darin enden können, dass er ein Kleid mit fucking Pumps tragen musste und … und … und von dem geküsst wurde, der eigentlich ein Feind sein sollte.

Oder … gut aussehender Rivale.

Augen rollend schnappte er nach Luft durch diesen dummen Gedanken und sank dann schnaubend unter das heiße Wasser. Scheiß Hormone!

~*~

„Naaa, wie war's?“, fragte Eiji am nächsten Tag, zum Morgentraining, woraufhin er diesen erschrocken unter der Kappe ansah. „Ich weiß nicht, was Senpai meint!“ Sofort blinzelte Eiji. „Nyaa … das Essen, die Aufführung … Momo sagte –...“ „Alles was Momo-senpai sagt, ist gelogen!“ Damit stürmte er aus dem Clubhaus und hinterließ einen deutlichst verwirrten Akrobatenspieler.

„Saa, hattet ihr auch viel Spaß gestern?“ Fujis Lächeln … jagte Ryoma eine Gänsehaut über den Nacken. „Yadda!“, fauchte er verteidigend, doch mischte sich Inui sogleich ein, der nachdenklich auf sein Notebook blickte. „Unüblich. Die Festivitäten Rikkaidais sind immer abwechslungsreich. Außerdem versprach Sanada Tezuka, euch ein guter Führer zu sein. Hat er dir ein paar Dinge zeigen können?“

„Nein. Ich – er hat nichts gezeigt und absolut nichts war abwechslungsreich. Könnt ihr also aufhören, mich zu löchern!“ Wütend stürmte er davon, wobei er gegen Kaidoh stieß, welcher sogleich einen Schritt zurückmachte. Dabei jedoch gegen Tezuka stolperte, der gerade Wasser trinken wollte und dieses komplett über sich ergoss.

~*~

Der Rest des Schultags verlief relativ entspannt. Wenn man davon absah, dass, egal wohin er ging, nur ein Thema zu hören war. Küssen. Schließlich kam endlich das Training, wo er zum ersten Mal seit damals gegen Fuji ein Trainingsspiel haben sollte und es auch der erste Lichtblick dieses beschissenen Tages für ihn war. „Saa … da sind wir wieder.“, lächelte der Tensai, wobei Ryoma nicht einmal anders konnte, als selbst zu grinsen. „Ja. Nur fast ein Jahr zu spät.“

Auf seine Erwiderung neigte Fuji den Kopf und lächelte mehr. „Saa, sei zärtlich.“, schnurrte es, was ihn beinah erröten ließ. Doch zog er sich nur die Kappe ins Gesicht und versuchte zu ignorieren, wie warm die langen Finger seine drückten. „Wenn Senpai ernst spielt.“ Damit linste er zu dem Tensai auf, dessen azurblaue Augen ihn tief ansahen. Schließlich wandten sie sich beide ab und gingen auf ihre jeweiligen Seiten. Kurz sah er zu Tezuka, der knapp nickte.

Da hatte er so lange versucht, ihr Spiel anzuleiern und nie eine Chance gehabt …
Er musste zugeben, dass er auch nicht geglaubt hatte so kurz nach seinem Spiel mit Yukimura, wieder eine echte Herausforderung zu bekommen. Von daher bedeutete ihm dieses Spiel mehr, als er zugeben würde.

Ein paar Mal ließ er den Ball auf den Platz aufkommen. Fühlte das weiche, fusselige Material. Die Leichtigkeit des Balles. Lauschte dem Klang, wie er auf den Platz aufkam. Es beruhigte das Adrenalin, das durch seinen Körper rauschte, weil er nicht anders konnte, als an damals zu denken. Und dann spürte er es, diese innere Ruhe, wenn man sich bereit fühlte. Womit er den Ball in die Luft warf, den Rücken leicht nach hinten beugte, um den Ball genau zu beobachten, bis er an seinem Limit angekommen war und wieder hinabsank. In dem Moment holte Ryoma aus und rannte im gleichen Augenblick los, wie er über das Netz schoss.

Denn ab hier konnte er nicht mehr denken. Die Ruhe war vorbei und alles was existierte, waren Fuji, der Ball und er.

~*~

Fuji könnte sagen, wie vielen Tennisspielen er bereits zugesehen hatte, wenn er sich die Mühe machen würde, darüber nachzudenken. Er wusste aber mit Gewissheit, wie vielen Matches er zugesehen hatte, die in ihm wirklich das Bedürfnis wachriefen, selbst sogleich ein Spiel zu bestreiten. Es war eines. Ein Spiel. Ein einziges Spiel. Drei Stunden und neunzehn Minuten hatten ihn komplett verändert. Denn bis zu diesem Spiel war es sein Plan gewesen, das Halbjahr zu beenden und danach den Tennisclub zu verlassen, um in den Fotografieclub zu wechseln. Aber dann spielte Echizen gegen Yukimura und … er wusste von da an, nicht mehr aufhören zu können. Jedenfalls bis er genau das erreichen würde, das an dem Tag Yukimura und Echizen erreicht haben.

Also sprach er es noch am selben Abend an, wie Tezuka und er von Kawamuras Sushishop den Heimweg einschlugen. An der Kreuzung, an der sie in verschiedene Richtungen gehen würden. „Ich will erneut gegen Echizen spielen.“ Daraufhin blickte ihn Tezuka an, bevor der nickte und schweigend weiterging. Aber Fuji wusste … dass er es verstand.

Und dann kam es. Endlich.

Pulsierend und energiegeladen, wie auch schon beim ersten Mal. Und doch so komplett anders. Denn wenn Echizen damals schon unglaublich war, war er heute atemberaubend. Fuji durfte nicht einmal spielen oder unachtsam sein. Es war dieses Mal anders. Er konnte es sich nicht erlauben, Ryoma mit Chancenbällen auf ein Brechen seines Counters hinzulocken. Er musste ernst spielen. Zum ersten Mal von der ersten Sekunde an, weil er wusste, der Jüngere würde jede Chance gegen ihn verwenden. Sie wahrscheinlich erkennen, noch bevor sie Fuji für ihn auslegen würde. Das machte das Ganze atemberaubend berauschend.

Aber auch wenn es deutlichst an seiner Ausdauer kratzte, so gewann er am Ende doch mit 7 – 5. Außer Atem blickte er in tiefes Goldgrün, wobei ihm auffiel, dass auch Echizen außer Atem war. Die sonst so wilden, grünschwarzen Haare ihm in der Stirn sowie dem Nacken klebten, während die Kappe am Rand lag. „Saa … ich hoffe, es war, wie du es dir erhofft hast.“, lächelte er, wobei er Ryoma ein wenig necken wollte. Der jedoch grinste, eh die langen Finger sich um seine schlangen und Fuji unter seinem Zeigefinger den rasenden Puls unter weicher, leicht feuchter Haut wahrnehmen konnte. „Besser. Senpai braucht neue Counter, die noch nicht geschlagen wurden.“, grinste Ryoma frech zurück und Fuji spürte fast ein Brennen in seinen Augenwinkeln vor Freude, weil … er wusste, wie wütend Yuuta geworden wäre, hätte er gegen ihn verloren. Doch Echizen … „Saa, ich hätte noch welche für ein Rückspiel.“, erwiderte er lächelnd. „Wenn es nicht wieder so lange dauert ...“, murmelte der leicht frech.

Schmunzelnd schlang er den Arm um Ryomas Schultern, wobei er ihn von den Courts führte und dabei beiläufig mit dem Griff seines Schlägers die Kappe vom Rand aufsammelte; es ignorierte, wie Tezuka sie musterte.

Nach einer langen Dusche und nachdem ihre Teamkollegen verschwunden waren, konnte er es sich jedoch nicht nehmen, den Jüngeren aufmerksam zu mustern. „Saa … was hat dich heute Morgen so aufgeregt?“ Für einen Augenblick sah ihn Echizen so an, als wusste er nicht ganz, wovon er sprach. Bis sich dessen Züge leicht veränderten und sich ein Rotschimmer über das hübsche Gesicht legte. Niedlich!

„Senpai erzählt es nicht weiter?“, murmelte Ryoma leise, woraufhin Fuji blinzelte. „Natürlich nicht.“ Man konnte ja viel über ihn sagen, aber Geheimnisse waren bei ihm bestens aufgehoben. Nicht zuletzt, weil sie sonst nicht als Erpressung dienen konnten. Lange zögerte der Jüngere, weshalb sich Fuji neben ihn auf die Bank setzte und die Augen aufschlug. „Da war dieses komische Theaterstück, das Yukimura geschrieben hat und sein Team aufführen sollte. Kirihara sollte die Prinzessin spielen, aber er war zu fett für das Kleid, also hat er es kaputt gemacht.“, murmelte Ryoma, woraufhin er schmunzeln musste. „Jedenfalls kam er nicht mehr rein, da …“ Echizen rollte die Augen gen Decke, als sei es ihm unangenehm, was Fuji verstehen konnte. „Yukimura … bat mich, als hab ichgezognusanaküst.“

„Saa, wie bitte?“, fragte er perplex schmunzelnd, weil der Rest so schnell und unverständlich gemurmelt wurde, das er es nicht mehr verstanden hat. „Ich sagte …“ Tief durchatmend sah ihn Ryoma an. „... da hab ich das Scheißteil angezogen und Sanada hat mich geküsst.“ Na das … erklärte vieles, dachte Fuji wirklich überrascht.

Verlegen sah Ryoma auf die Spitzen seiner Sneaker. Es fühlte sich komisch an, es ausgesprochen zu haben. Doch Fuji lachte nicht, noch machte er sich auf andere Weise darüber lustig. Weshalb er es wagte, den Kopf wieder zu heben und den Tensai anzublicken. „Saa … hat es dir gefallen?“

„Fuji-senpai?!“ Er wollte aufspringen, doch hielt ihn der Ältere zärtlich am Handgelenk fest. „Das war nicht böse gemeint.“, lächelte Fuji ernst. Trotzdem … „Aber es ist … ich … woher soll ich wissen, ob es gut war, wenn ich noch nie – ...“ Ryoma stockte der Atem, als weiche Lippen über seine glitten und es ihn fast ein wenig an gestern erinnerte. Nur, dass Sanadas Hände sachte an seinen Schultern gelegen hatten und er irgendwie nach Sandelholz roch. Nicht wie Fuji nach Minze.

Fassungslos starrte er in die azurblauen Augen, nachdem der Tensai sich gelöst hat und ihn sanft anlächelte. „Also? War das gut?“, fragte Fuji und Ryomas Augenbraue zuckte leicht.

~*~

Es war schweigsam auf dem Weg zu dem Jüngeren, aber nicht unangenehm. Stattdessen sah Fuji von der Seite den nachdenklichen Ausdruck auf dem hübschen Gesicht. Aber nicht einmal den Ansatz von Abneigung oder einer anderen Form von Missfallen. Er war wirklich froh, in Ryoma einen Freund gefunden zu haben, der ihn seine Art und Eigenschaften nicht übel nahm. So waren nicht viele. Eigentlich keiner, mit denen er befreundet war. Sie alle hielten ihn auf eine eigene Weise auf Abstand, um sich zu schützen. Was er auch verstehen konnte. Nur eben Ryoma nicht.

Schließlich kamen sie vor der Haustür zu stehen, wo sich Ryoma zu ihm wandte und er eigentlich mit einer Verabschiedung rechnete. Dem normalen Bis Morgen, Fuji-senpai. Aber nicht mit Fingerspitzen, die seine Haut streiften, als sie nach seinem Kragen griffen und er im nächsten Augenblick die weichen Lippen auf seinen spürte. Allerdings nicht so vorsichtig, wie er ihn eben geküsst hat, sondern mit der gleichen Leidenschaft, wie sie eben auf dem Court gestanden hatten. Weshalb er auch nicht anders konnte, als den Kuss zu erwidern. Dabei genussvoll aufseufzte, während seine Hände die schmalen Hüften nahmen und Ryoma sachte gegen die Tür zurück schob, um den Kuss noch weiter zu intensivieren. Dabei durchfuhr ihn ein heftiges Ziehen im Unterleib, bei dem erregenden Gefühl wie sinnlich sich ihre Zungenspitzen berührten, doch so schnell konnte er gar nicht schauen, da zog sich Ryoma zurück und er glaubte, er sah ein Grinsen. „Den fand ich gut, Fuji-senpai.“ Damit schloss die Tür praktisch direkt vor seinem Gesicht und Fuji brauchte tatsächlich eine halbe Minute um die Situation zu begreifen. Jedenfalls bis er leise schmunzelte. „Saa … Sanada wird noch viel Spaß haben.“, wisperte er amüsiert und ging dann ebenfalls nach Hause.

~*~

Müde rieb sich Ryoma die Augen, als er darauf wartete, das die Ampel endlich auf Grün umschaltete. Plötzlich hörte er einen lauten Ruf, gefolgt von lautem Bellen, als ein Hund direkt über die Straße rannte; dort jedoch erschrocken stehen blieb, als ein Auto an diesem vorbeirauschte. In dem Moment handelte er schneller, als das er nachdachte. Sofort rannte er los, ungeachtet über den Verkehr, wobei er den kleinen Hund packte und mit ihm auf die andere Seite rannte. Jedoch beinahe stolperte, hätte ihn eine große Hand nicht noch rechtzeitig am Arm gepackt und nach vorne gezogen. Etwas hart kam er auf sein Handgelenk auf sowie einem Knie, aber er wäre es fester, wäre sein Sturz nicht von jemanden gedämpft worden.

„Scheiße ...“, keuchte eine Stimme über ihn, die er …

Ruckartig hob er den Kopf, nur um in dunkelbraune Augen zu blicken, die ihn teils erschrocken, teils wütend musterten. „Tu so eine Scheiße nie wieder!“, fauchte Sanada, den Ryoma nur anstarren konnte. Jedenfalls bis der kleine Hund zwischen ihnen bellte und er erleichtert auf diesen sah.

Eilige Schritte stoppten plötzlich neben ihnen, bevor sich blaue Haare in seinen peripheren Blickwinkel schoben. „Geht's euch gut? Tut mir leid, er muss aus dem Halsband gerutscht sein.“, entschuldigte sich Yukimura reuevoll, während Ryoma jetzt erst bewusst wurde, den Hund immer noch an sich gepresst zu halten, während er auf dem Becken des Fukubuchous saß. Errötend wollte er aufstehen, doch durchzuckte ihn sogleich ein ziehender Schmerz durch seinen rechten Arm, woraufhin er von Sanada wie Yukimura besorgt angesehen wurde. „Bist du etwa verletzt?“, fragte Sanada sogleich, der nach seiner rechten Hand griff, Ryoma den Arm jedoch instinktiv wegzog. „Yadda.“

„Vertraust du uns nicht?“ Dunkelbraune Augen sahen ihn auf eine Weise an … die ihn irgendwie daran erinnerte, wie sie ihn angesehen haben, als er sein Gedächtnis verloren hatte. Schließlich entließ er ein stures Schnauben, eh er dem Schwarzhaarigen die Hand hinhielt. Kurz darauf spürte er lange, leicht raue Finger an seinem Handgelenk, die jedoch zärtlicher waren, als sie aussahen, wenn sie mal wieder davor waren, jemanden zu schlagen. „Ist das dein Hund?“, fragte er Yukimura leise, der dem Welpen das Halsband vorsichtig umlegte. Dieses Mal jedoch sicherging, dass es enger saß. „Meiner? Nein, meine Mutter ist allergisch gegen Hundehaare. Nein, es ist der Hund seiner Nichte. Aber sie ist zusammen mit seinen Eltern und ihren Eltern auf einen Wochentrip in die Berge, also … bat er mich, ihm zu helfen.“

Beiläufig wollte er nicken, doch fuhr Sanada im selben Augenblick über seine Handkante, woraufhin er leise fauchte und ruckartig seine Hand wegzog. Entschuldigend flackerten die Augen zu ihm auf. „Sorry. Ich denke, du solltest zum Arzt damit.“ Ryoma rollte mit den Augen. „Tse, ich hatte schon schlimmere Verletzungen.“ Erneut versuchte er sich daran, aufzustehen, wobei er die Zähne hart zusammenbiss, um seinen Worten mehr Gewicht zu geben. Auch, wenn sein Knie brannte, weil es unter der schwarzen Hose wohl aufgeschürft war. Aber das hier war Rikkaidai. Zum einen Yukimura und dann noch Sanada – zwei seiner härtesten Gegner. Vor ihnen Schwäche zu zeigen … Doch fiel im selben Moment eine breite Handfläche, wenn auch etwas kleinere als Sanadas, auf seine Schulter und hielt ihn sachte fest. „Ryoma-kun … ich wäre wirklich, wirklich böse, wenn die Person, gegen die ich das bisher beste Spiel meines Lebens spielen durfte, wegen mir arg verletzt wäre und ich mein Rückspiel nicht mehr bekommen kann. Wir gehen zum Arzt.“

Tiefes Violett blickte ernst in sein stures Goldgrün.

Sanada der zwischen den beiden stand, wusste es Yukimura nicht zu verärgern. Denn auch wenn sie beste Freunde waren, musste er zugeben, vor seinem Buchou ein wenig Schiss zu haben. Nicht zuletzt, weil er wusste, zu was Yukimura fähig war. Allerdings kannte er Echizen nun auch ziemlich lange. Und auch wenn er sich vor dem kleinen Spieler nicht fürchtete, wusste er um dessen enormen Sturkopf. Aus dem Grund fand er das Blickduell der beiden auch, je mehr Zeit verging, immer unangenehmer. Gerne würde er den Jüngeren ja warnen, doch …

„W-Ya-yadda! Lass mich … sofort! Yukimura!“ So schnell hätte er gar nicht reagieren können, da hatte sich sein Buchou den jüngeren Spieler Seigakus über die rechte Schulter geworfen und schritt nun mit dem sowie dem Welpen den Bürgersteig entlang, Richtung Innenstadt zum Krankenhaus. Geschockt – ebenso wie einige Passanten – starrte er Yukimura nach, eh er sich rasch bückte, um Ryomas Tennistasche aufzunehmen, sowie die Schultasche und den beiden eilig zu folgen. Hoffentlich würde niemand die Polizei rufen …

~*~

Eine Verstauchung, sagte der Arzt, hatte er. Nichts Ernstes, aber eben auch stark genug, dass er sich in der nächsten Zeit etwas schonen sollte. Sein Knie war zwar deutlichst besser davon gekommen, musste jedoch gereinigt werden, was scheiße wehtat, da es schlimm aufgeschürft war. Trotzdem … war es nichts im Vergleich zu andere Verletzungen, die er sich beim Tennis schon zugezogen hatte. Aus dem Grund war er auch besonders … pissig, während violette Augen aufmerksam den Arzt beobachteten, jedoch nicht, was Ryoma tat.

Nachdem die Behandlung also vorbei war und sie aus dem Krankenhaus gingen – Ryoma konnte verdammt noch mal sehr gut selbst laufen! Standen dort bereits Tezuka und Fuji, weshalb er sich ein siegreiches Grinsen verkniff. Sanada und Yukimura jedoch perplex stoppten. „Yukimura … hast du Echizen wirklich vor ein Auto gestoßen, bevor du ihn entführt hast?“, fragte Tezuka ernst, woraufhin der Blauhaarige blinzelte, eh der zu ihm hinabsah und Ryomas Augenbraue herausfordernd zuckte. „Du Biest.“ Ryoma grinste leicht. „Saa ...“

„Okay. Was ist hier los?“ Tezuka, der wohl erkannt hatte, dass sie nur wegen Ryomas leicht übertriebener SMS hier waren, ihn sofort zu retten, weil Yukimura ihn gezielt aus dem Weg räumen wollte. Während Yukimura ihn schon wieder so anblickte, wie bevor er ihn einfach wie einen scheiß Reissack über die Schulter geworfen hatte, entließ Sanada einen leisen Laut. „Der Hund meiner Nichte ist Buchou entwischt und auf die Straße gelaufen. Echizen hat es gesehen und hat ihn von dort gerettet, wurde jedoch selbst fast überfahren, hätte ich ihn nicht rechtzeitig weggezogen. Wir sind gestürzt, er hat sich das rechte Handgelenk verstaucht, das Knie aufgeschürft und Buchou hat ihn sich dann über die Schulter geworfen und ins nächste Krankenhaus gebracht. Wir hatten nie die Absicht, ihn umzubringen. Er ist einfach nur so verflucht sturköpfig!“ Letzteres wurde direkt in seine Richtung geknurrt, woraufhin Ryoma zu ihm aufsah und Yukimura einen leisen, zufriedenen Laut machte. Verdammt!

Eine ganze Weile blieb es still, bis Fuji begann amüsiert zu schmunzeln und Tezuka sich über das Nasenbein rieb. „Echizen … stimmt das?“ Grummelnd schlang Ryoma die Arme wieder ein wenig fester um den Labradorwelpen, der sich an seine Halsbeuge schmiegte. „Im Grunde war es seine Schuld, wenn er das Halsband richtig angebracht hätte ...“ Damit sah er mit seinen großen Augen auf zu Yukimura, der wirklich nicht wusste, ob er beeindruckt oder geschockt sein sollte, von so viel … Manipulationskunst.

„Ich hab dich ins Krankenhaus getragen.“, sagte er zu dem Jüngeren, der jedoch blinzelte unschuldig. „Hab dich nie drum gebeten.“ Gott, Sanada hatte recht. Der Junge war ein verfluchter Dickkopf!

~*~

Amüsiert beobachtete Fuji das neckische Hin und Her zwischen Yukimura und ihrem Jüngsten, auf ihrem Weg entlang. Er kannte Yukimura schon seit fast drei Jahren – wenn auch nur von außerhalb und einigen Matches – aber er wusste, dass es niemanden gab, der so uneingeschüchtert gegenüber den Blauhaarigen war, wie Ryoma. Nicht einmal Sanada würde sich das erlauben. Vielleicht gefiel es Yukimura darum auch so. Weil Echizen keine Angst vor ihn hatte und sich daher auch ganz normal verhielt.

Apropos …

„Saa … wie sind deine Absichten gegenüber Echizen?“ Lächelnd drehte er den Kopf in Sanadas Richtung, der neben ihm ging. Jedenfalls bis der Fukubuchou einen Schritt stoppte, eh er mit seinen langen Beinen wieder aufholte und Fuji einen Hauch Befriedigung durch sich strömen spürte. Er liebte es, andere aus dem Gleichgewicht zu bringen. „Meine … Absichten?“

„Hm.“, bestätigend nickte er, während er den Rücken ihres Jüngsten sanft musterte. „Saa, genau. Er mag vielleicht wie ein unnahbarer Kaktus wirken, aber tief in ihm steckt ein verletzliches und äußerst liebes Wesen, das beeindruckend gut küssen kann.“ Spätestens hier befand sich Sanada nicht mehr an seiner Seite, was Fuji jedoch wenig störte. Lächelnd beobachtete er viel lieber, wie Ryoma sich unter Yukimura heraus duckte, der ihm die Kappe abnehmen wollte.

„Fuji ...“, murmelte Tezuka neben ihm, woraufhin er den Kopf leicht drehte. „Saa.“
„Woher weißt du, wie Echizen ...“ Seine Augen öffneten sich bei Tezukas Pause, bevor der ruckartig nach vorne sah und Fuji den Hauch von Rosa beobachtete, der sich auf dem sonst unbewegten Gesicht ausbreitete. „Ich will es nicht wissen.“

~*~

„Dein Hund.“, murmelte Ryoma leise, nachdem er den Welpen in Sanadas Hände übergab und es irgendwie jetzt schon bereute. Er konnte einfach nichts für seine Affektion gegenüber Vierbeinern. „Ich – danke.“, erwiderte Sanada leise, während die großen Hände das kleine Hündchen zärtlich umfassten. Automatisch durchfuhr ihn die Erinnerung, wie die Hände erst kürzlich so zart an seinen Schultern gelegen hatten, bevor weiche Lippen sich auf seine legten und … Ruckartig blickte er von den Lippen weg, zur Seite, an seinen Senpais vorbei, die sich etwas weiter weg mit Yukimura unterhielten.

„Danke … dass du wegen ihm auf die Straße bist.“ Ryoma zuckte automatisch mit der Schulter. Für ihn war das selbstverständlich. Selbst wenn es ihn dafür ein paar Tage Tennis kostete. Tiere waren ihm einfach heilig. Vielleicht, weil er einfach wusste, wie weh es tat, ein Tier verlieren zu können … schließlich musste er in den letzten Jahren schon mehr als einmal nach Karupin suchen und musste sich immer wieder die schmerzhafte Frage stellen … „Halsbänder bei so kleinen Hunden sind meist zu locker … ihr solltet ihm ein Geschirr kaufen.“ Spätestens wenn er größer war – und das würde bei einem Labrador nicht lange dauern – würden sie echt Probleme bekommen, weil er sich daran gewohnt hat, getragen zu werden.

„Ja … sollten wir ...“, erwiderte der Ältere langsam, während er mit den Fingern hinter die pechschwarzen Ohren fuhr und das weiche Fell dort streichelte. „Hast du … hast du noch Zeit?“ Überrascht hob er den Kopf. „Ich ...“ Er biss sich leicht unsicher auf die Innenseite seiner Unterlippe, eh er verlegen nickte. „Hätte ich.“ Da war etwas Warmes, das in den dunkelbraunen Augen aufstieg und seine Wangen warm werden ließ. In seinem Bauch begann es leicht zu prickeln. Fast wie bei seinem Spiel gestern gegen Fuji. Nur … dass ihm der Schläger fehlte und ein Court auch ziemlich weit weg war.

So fanden sie sich kurze Zeit später in einem Tierladen wieder, wo sich Ryoma einige Geschirre für kleine Welpen ansah. „Du interessierst dich sehr für Tiere.“, murmelte Sanada neben ihm, woraufhin er ihn überrascht ansah. „Hm.“, langsam nickte er. Eigentlich war das sogar allbekannt. Zumindest unter seinen engsten Freunden. Und er wäre wohl kaum über die Straße gerannt, wären sie ihm egal. „Ich … wollte immer eine Katze, als ich jünger war.“ Seine Fingerspitzen stoppten bei einem dunkelblauen Geschirr, während er überrascht zu Sanada aufblickte. Erneut. Doch dieses Mal war es irgendwie anders. Wahrscheinlich, weil es das erste Mal war, das der Fukubuchou sich ihm gegenüber öffnete.

Sein Herz schlug plötzlich merkwürdig hart in seiner Brust, als Sanada ihn schließlich ansah. „Du … kannst vorbei kommen und … mit Karupin spielen … wenn du ...“ Seine Schulter zuckte leicht nervös, weil er nicht wusste, wie er den Satz sinnig beenden sollte. Allerdings brauchte er das auch nicht, so, wie Sanada leicht lächelte. Nicht wirklich, aber sein Mundwinkel zuckte und es sah irgendwie … nett aus.

Nach einer ganzen Weile sah er schließlich weg und nahm das dunkelblaue Geschirr vom Haken. „Darf ich?“, fragte er Sanada, doch der nickte leicht, bevor ihm der Welpe hingehalten wurde und er diesem das Geschirr anlegte. „Woher kennst du dich mit so was aus?“ Verlegen duckte er den Kopf ein wenig ein. „Wir sind in Amerika einmal umgezogen und Karupin hat sich oft verlaufen. Also hab ich so ein Geschirr gekauft und bin mir ihr … spazieren gegangen.“ Er spürte die Wärme in sein Gesicht aufsteigen, doch lachte ihn Sanada zu seiner eigenen Überraschung nicht aus, sondern nickte nur verstehend.

Der letzte Verschluss klickte, womit Sanada sich dann hinab bückte, um den Welpen abzusetzen. Dieser schien für einen Moment ein wenig perplex, lief dann aber munter zu einem der Futterregale, bis die Leine ihn zurückhielt und er dann groß zu Sanada aufsah. Ryoma fast lächeln musste. „Scheint zu funktionieren.“ Nickend bückte sich Ryoma und streichelte durch das seidenweiche, schwarze Fell. Überlegte, ob er Karupin nicht noch was mitbringen sollte, nachdem sie sowieso schon hier waren. Doch bevor er sich darüber Gedanken machen konnte, was, räusperte sich Sanada verlegen und … „Darf ich übrigens fragen, warum Fuji denkt, ich hätte … nun ja … Intentionen dir gegenüber?“

Ryoma blickte auf und spürte den Drang zu töten.

~*~

Böse und hintergangen blickte er auf seinen Senpai hinab, der sich gerade die Nikes zuband. „Fuji-senpai! Wieso zur Hölle warnst du Sanada, mir nicht wehzutun?“, fauchte Ryoma wütend, woraufhin der Tensai den Kopf hob und ihn aus seinen azurblauen Augen aufmerksam anblickte. „Saa, ist das nicht offensichtlich?“ Seine Augenbraue zuckte leicht, eh er den Blick verengte. „Wenn Senpai meint, dass Yuuta recht hatte, zu sagen, Fuji-senpai wäre –...“ Doch bevor er zu Ende sprechen konnte, unterbrach ihn Fuji, wobei der sich erhob. „Weil du mein bester Freund bist.“

Entgeistert blinzelte Ryoma. Er spürte, wie die Rage, die ihn bis eben noch seit gestern Abend gepackt hatte, seinen ganzen Körper komplett verließ. Stattdessen fühlte er sich … verwirrt. „Aber … Buchou ist doch ...“, murmelte er kaum hörbar, woraufhin Fuji langsam mit dem Kopf schüttelte. „Nein. Wir kennen einander, zwar seit wir vier sind, aber er ist nicht die Person, mit der ich den meisten Spaß haben kann. Oder weißt du nicht mehr, was du am letzten Valentinstag gemacht hast?“ Aufgrund der Frage musste er leicht blinzeln. „Ich … hab dir geholfen die Schokolade des Valentinkomitees zu verstecken.“, antwortete er langsam, woraufhin Fuji nickte. „Saa, genau. Und als wir Hyotei damals am Strand getroffen haben?“ Ryoma musste fast grinsen. „Ihre Sonnenmilch mit Wasser verdünnt.“

Fuji nickte erneut. „Und als ich herausfand, dass dieser Idiot meinem kleinen Bruder wieder einen gefährlichen Schlag beigebracht hat?“ Sein Herz machte einen leichten Satz. „Hab ich Enthaarungscreme für dich in dessen Dusche geschmuggelt.“ Weil Yuuta ihn vertraute, aber der in seinen Augen ein Vollidiot war, seinen Bruder anzuzweifeln … Darum fühlte er sich gerade auch ziemlich idiotisch. „Denkst du, Tezuka hätte auch nur einmal bei so was mitgemacht?“

„Tse ...“, zweifelnd schnaubte Ryoma. „Genau. Ich hab nicht viele Freunde, weil ich so bin, wie ich bin. Selbst die, die ich habe, meiden es, mir persönliche Sachen anzuvertrauen, weil sie denken, ich würde es gegen sie nutzen. Und mir direkt zu sagen, was sie von mir halten, mal abgesehen von Tezuka, würde sich auch keiner trauen. Aber du schon. Also wenn ich Sanada sagte, er soll es nicht wagen, dir wehzutun, tat ich es, weil du mir wichtig bist.“ Mit diesen Worten blitzten die azurblauen Augen leicht nachdrücklich vor Intensität, was Ryomas Herz nur umso schneller schlagen ließ. Denn auch wenn er seine Kämpfe stets selbst ausfocht, so fühlte es sich unglaublich wärmend an, jemanden zu haben, der so auf ihn aufpassen wollte, wie Fuji.

Der griff jedoch nach seinem Tennisschläger, um an ihm vorbeizugehen, als Ryoma instinktiv nach dessen Hand griff und ihn sachte zurückhielt. „Mir … ist Senpai auch wichtig.“, wisperte er leise, bevor er Fujis Arm um seiner Hüfte spürte und dessen Schläger leicht gegen seinen Hintern, aber das war ihm egal, als er die Stirn gegen die warme Schulter sinken ließ und die Augen genießend schloss.

~*~

„Wärst du bei Rikkaidai, würdest du das nicht essen dürfen.“, murmelte Sanada neben ihm, während er seine Karupin streichelte und Ryoma nur leicht mit den Augen rollte. „Na dann ist es ja gut, dass ich nicht bei euch im Team bin.“, grinste er, bevor er sich ein weiteres Stück Schokolade in den Mund schob. Dabei einen Blick auf Sanada warf, dessen Augen seine Finger verfolgten, bis ihm wohl bewusst wurde, das Ryoma seinen Blick sah und der Fukubuchou sogleich wegblickte. Belustigung und ebenso Hitze durchflutete ihn, während er das Stück auf seiner Zunge zergehen ließ. Schließlich griff er nach dem Nächsten. „Sanada.“, sagte er, nachdem er geschluckt hatte. Braune Augen richteten sogleich auf ihn und warme, frisch geschnittene, schwarze Haare streiften seine Fingerknöchel, als der Fukubuchou den Kopf drehte, bevor er die Schokolade in dessen Mund schob und dann lachend davon lief, weil der Ausdruck auf dem Gesicht des anderen zu gut war. Zwischen Schock und gewohntem Ärger, weil Ryoma ihn gelinkt hatte.

Allerdings kam Ryoma gerade mal vier Meter, bevor lange Arme sich um seine Mitte schlangen, gefolgt von einem heißen Körper, der sich von hinten an ihn presste. „Na warte.“

~*~

„Das ist für dich.“

Ein wenig perplex nahm Ryoma die weiße Karte, auf der eine geschwungene, irgendwie künstlerische Zeichnung war, die er nicht ganz einzuordnen wusste. Es konnte aber auch daran liegen, weil er nichts mit Kunst am Hut hatte. „Was ist das?“, fragte er und drehte die Karte. Jedenfalls bis Sanada seine Finger still hielt und die Karte wieder herumdrehte. „Das ist die Kalligrafie für deinen Namen.“

„Du hast meinen Namen gezeichnet?“, fragte Ryoma erstaunt, woraufhin er die schwungvollen Rundungen und Linien musterte, welche … ja … es sah hübsch aus. Schließlich sah er auf in Sanadas Gesicht, der ihn unter seiner Kappe einfach nur ansah. „Das … ist hübsch. Danke.“, wisperte er leise und spürte, wie etwas tief in ihm regelrecht prickelte.

~*~

„Genichirou. Sieh, ich hab die Bilder wieder.“, lächelnd hatte Yukimura zu ihm aufgeholt, wobei er automatisch stehen blieb, um seinen besten Freund anzusehen. Die taubenblauen Haare fielen dabei heute wieder ein wenig lockerer an Seiichis Gesicht hinab, während die violetten Augen aufgeregt aber freudig auf die Abzüge blickten, die er aus dem Fotostudio geholt hat. „Und wie sehen sie aus?“

Sein Blick fiel auf das erste Bild, wobei er ebenso schnell wieder wegblickte, weil seine Wangen sich röteten und seine Augen sich heftig weiteten. „Absolut perfekt.“, hauchte Seiichi neben ihm, während der das Bild mehr als aufmerksam musterte. „Yukimura ...“, murmelte er verlegen, woraufhin der lächelnd zu ihm aufsah. „Sag nur, das beschämt dich, denn das sieht aus, als hättet ihr beide ziemlich viel Spaß.“

Aus reinem Automatismus heraus linste er zurück zu dem Bild, das zwischen den langen Fingern klemmte, nur um sein eigenes Gesicht von der Seite zu sehen sowie das von Ryoma. Ihre Augen waren geschlossen, wobei er ein heißes Prickeln durch seinen Unterleib rauschen spürte, bei der Erinnerung, wie es sich angefühlt hat, die weichen, schwarzen Wimpern gegen seine Wangen flattern zu spüren. Und das ihm niemals jemand näher gewesen war … In dem Moment glaubte er, wieder den Hauch von Pfefferminze wahrzunehmen, eh seine Lippen so sachte über die weichen des Jüngeren geglitten waren. Jedenfalls bevor sie beide fast synchron den Mund öffneten und er immer noch den heißen Atem gegen seine Unterlippe schlagen spürte … Es sich jetzt gnadenlos visuell in seinen Frontallappen prägen würde, so wie genau dieser Augenblick ihm mitten ins Gesicht zu schreien schien. Aufgenommen auf 21 x 13 beschissenen Zentimetern Fotopapier.

„Und … küsst er so gut, wie es aussieht?“, fragte Yukimura leise, was ihm den letzten normalen Verstand raubte. Weil er seit Tagen versuchte, nicht daran zu denken. Allerdings war es ab sofort unmöglich, sobald er fassungslos beobachtete, wie Seiichi die Fotos mit dem Daumen abblätterte und er sich davon machte, um eiligst nach Hause zu kommen.

~*~

„Saa, schau, was ein Vöglein vorbeigebracht hat.“ Ryoma saß gerade auf der Bank, sich die Schuhe zuknotend, als zwei Arme sich von hinten auf seine Schultern drapierten und er Fujis Kinn sachte auf seinen Kopf absenken spürte. Allerdings war es nicht das, was ihn einfrieren ließ, sondern viel mehr das, was der Tensai ihm direkt vors Gesicht hielt. Fassungslos weiteten sich seine Augen, während ihm die Schnürsenkel aus tauben Fingern entglitten und er nicht wusste, wohin mehr Blut floss. Sein Gesicht oder …

„Saa, jetzt so ich weiß, wie gut du küssen kannst, bin ich fast etwas neidisch.“, wisperte es neckisch über ihm.

~*~

„Versucht … dein Buchou ...“
„... uns zu verkuppeln? Ja.“, vervollständigte Sanada seine Frage, woraufhin Ryoma verlegen nickte und an seiner Kappe zupfte. Aus den Augenwinkeln beobachtete er skeptisch, wie sich Yukimura und Fuji unterhielten. Ziemlich intensiv und ein Lächeln nach dem Nächsten austauschten, weshalb er gar nicht wissen wollten, über was sie sprachen. Es sich leider nur zu gut denken konnte.

„Wir haben merkwürdige beste Freunde ...“, merkte er leise an, woraufhin ihm bewusst wurde, wie ihn Sanada ansah. „Was?“ Knapp schüttelte der Größere den Kopf, wobei die so akkurat geschnittenen Haare, die seitlich unter der schwarzen Kappe hervorlugten, leicht mitschwangen. „Nichts. Nur … ich wusste nicht, dass Fuji und du … ihr euch so nahe steht.“ Beiläufig zuckte Ryoma mit der Schulter. „Er ist ganz witzig.“

Sanada hatte ja schon sehr viele Beschreibungen über Seigakus Tensai gehört. Von gestörtem Genie, bis absoluten Wahnsinnigen. Unterschwellig wurde oft das Synonym Sadist benutzt, aber witzig … Sein Blick fiel leicht geschockt auf den Tensai, der leise zu etwas schmunzelte, das Yukimura diesem zuflüsterte und ihm auffiel, dass beide den gleichen Ausdruck auf dem Gesicht trugen. Den einen, von dem er wusste, wenn Yukimura etwas dabei war zu planen und ihn gleichzeitig in leicht unangenehme Situationen brachte … Darum schluckte er auch hart, nur um zurück zu Ryoma zu blicken, der abwesend am Trageriemen seiner Tennistasche zupfte. „Du lässt dich nicht leicht einschüchtern oder?“, fragte er, weil er zugeben musste, beeindruckt zu sein.

Daraufhin blickte ihn Ryoma wieder an und machte einen leisen Laut. Fast wie ein Seufzen, eh er leise erklärte. „Ich bin in Amerika aufgewachsen, Sanada. Da drüben gehen Schüler mit Waffen in die Schule und haben nicht die leiseste Zurückhaltung davon, sie dir ins Gesicht zu halten, wenn ihnen etwas an dir nicht passt. Also … wenn du denkst, es würde mich einschüchtern, nur weil mein Senpai gerne stalkt und Streiche spielt …“ Sanada hatte sich schon damals gefragt, als sie zum ersten Mal aufeinandertrafen, wie es sein konnte, dass dieser Junge sich ums Verrecken nicht einschüchtern ließ, sondern noch frech einen drauf setzte. Ihm tatsächlich tief unter die Haut ging. Und wenn er ehrlich sein sollte, so erfüllte es ihn mit einem unangenehmen Gefühl, zu wissen, was ihn so geprägt hat. Auch, wenn es aus ihn jemanden mit einer sehr harten Schale gemacht hat. So wusste er von seinem Großvater, wie erschreckend es war, sich einer Waffe gegenüber wiederzufinden.

Vielleicht musste er aus dem Grund auch zurückdenken. An die Zeit, in der Ryomas Gedächtnis verloren war und Sanada nicht anders konnte, als zu versuchen, ihm zu helfen es zurückzuerlangen. Yukimura ihn mehr als skeptisch beäugt hat. „Was ist an ihm so besonders, dass es dich so kümmert?“

Damals hatte er gesagt, weil er Yukimura das Spiel geben wollte, was er verdiente. Schließlich wusste er, wie berauschend es damals gewesen war, gegen Ryoma zu spielen. Denn auch wenn er ihn in ihrem damals ersten und inoffiziellen Spiel im Regen besiegt hat, schien das Spiel … nicht richtig. Doch danach – bei ihrem Offiziellen im Turnier, raubte es ihm den Atem. Denn egal was er aufbrauchte, Echizen konterte. Und das sogar überraschend stark wie schnell. Vielleicht nicht so schnell wie Sanada es konnte, aber verdammt …

Heute konnte er also sagen, dass er ihm helfen wollte, weil Ryoma etwas in ihm geöffnet hat, was er bis zu dem Augenblick hier nie ganz verstanden hat.

Automatisch blickte er zu Yukimura, der sie lächelnd musterte und ihm bewusst wurde, dass sein Buchou es damals schon erkannt hat. „Lass uns essen gehen.“, sagte er daher. Weil sein Buchou wusste, was gut für ihn war. Selbst, wenn er es manchmal selbst nicht erkannte.

~*~

„Fuji-senpai … es ist nur Essen!“, fauchte Ryoma frustriert und fuhr sich durch die Haare, während der Tensai ein Kleidungsstück nach dem Nächsten aus seinem Schrank zog. Doch kaum hatte er ausgesprochen, drehte der sich mit offenen Augen zu Ryoma und nickte eindringlich. „Exakt. Essen, Ryoma-kun, ist eine der sinnlichsten Erfahrungen. Weshalb sonst dient es als erstes Date so perfekt?“ Fuji sah ihn an, als sollte er es wissen, weshalb er nur skeptisch mit den Schultern zuckte und gleichzeitig mit den Augen rollte. „Ich … weiß nicht, weil ich pissig werde, wenn ich hunger hab?“

Amüsiert schmunzelte Fuji. „Nicht ganz. Denk doch mal darüber nach, was man alles Sinnliches mit dem Mund machen kann? Oder der Zunge? Und jetzt stell dir vor, was dein Gegenüber denkt, wenn du, wie sonst auch, nachdenklich an deinem Strohhalm knabberst oder leckst …“ Ryoma wusste nicht, warum Fuji ihm so nahekommen musste, aber seinen heißen Atem und die dadurch abgesenkte Stimme so an seinem Ohr zu hören, während er solche Dinge sagte, … ließ ihn nur knallrot werden.

Und später ruckartig den Erdbeermilchshake sinken, noch bevor er am Strohhalm saugen konnte, weil Fujis Worte ihm nicht mehr aus dem Sinn kamen. Verfluchter Tensai!

Allerdings fiel ihm auf, dass er nicht der Einzige war, der nervös schien. Auch Sanada schien mehrfach darüber nachzudenken, was er machte, weshalb Ryomas sonst recht dicker Geduldsfaden riss. „Wir sollten das nicht machen.“

„Was? Essen?“, skeptisch runzelte Sanada die Stirn und sah ihn ein wenig verloren an. Tief atmete Ryoma ein. Das war doch dämlich. „Ernsthaft. Fühlst du dich gerade wohl?“ Er blickte eindringlich in die dunkelbraunen Augen, bis Sanada langsam mit den Kopf schüttelte und Ryoma nickte. „Ich auch nicht. Und ich weiß nicht, was Yukimura dir sagte, aber egal, was es war … scheiß drauf.“ Er wusste zwar, dass Yukimura ein Heiligtum in Sanadas Augen war, aber im Moment war ihm das egal. Darum stand er auch auf und griff nach Sanadas Hand. „Komm mit.“

„Wo-hin gehen wir?“, fragte der Fukubuchou ihn ein wenig skeptisch, während sie das Burgerrestaurant verließen. Auf dem Bürgersteig blieb Ryoma schließlich stehen und blickte erneut auf in tiefbraune Augen. „Wir gehen zu mir, haben dort ein Match, bestellen uns ne Pizza und … du … magst doch Pizza oder?“ Plötzlich unsicher musste er blinzeln, nachdem Sanadas Lippen leicht zuckten. „Ja. Ich … eigentlich nicht vor einem Turnier, aber ich kann morgen eine Stunde länger trainieren.“ Ryoma musste ernsthaft gegen ein Lächeln ankämpfen. „Na dann … machen wir es auf unsere Weise.“ Und gerade als er sich abwenden wollte, um Sanada erneut mit sich zu ziehen, wurde ihm bewusst … Verlegen ließ er die größere Hand los und zog an seiner Kappe.

Nach einigen Minuten der Stille, in der sie nebeneinander gingen, hoffte Ryoma das Richtige getan zu haben. Denn er hatte von diesen komischen Ritualen keine Ahnung. Aber steif in einem Restaurant zu sitzen und sich Gedanken darüber zu machen, was der andere darüber denken mochte, wie intensiv er an seinem Strohhalm saugte oder … sonst was, war nicht normal oder gesund. Und noch weniger schön. Aber Tennis … das verstanden sie beide und machte ihnen Spaß.

Er war so in Gedanken, dass er beinah zusammenfuhr, als warme Fingerspitzen seine Fingerknöchel streiften und sich dann sanft zwischen seine Finger schoben. Dabei machte sein Herz ganz merkwürdige und harte Schläge, bei dem Gefühl, wie angenehm warm und auch wenn sie vom Tennis leicht rau waren – wie seine – fühlte es sich auf komische Art, verflucht gut an. Weshalb er die eigenen Finger sachte um die des Fukubuchous schloss und sich beiläufig die Kappe etwas tiefer ins Gesicht zog, weil er nicht wollte, dass der seine Röte sah.

~*~

Sobald sie auf dem Court des Jüngeren standen, fühlte sich Sanada, als sei er wieder er selbst. Denn er musste schon zugeben, mit Yukimuras Ratschläge im Kopf hatte er sich nicht mehr wie Sanada gefühlt, sondern wie ein Fremder.

Ihr Spiel lag lange zurück und sie hatten bis heute viel Neues gelernt. Neue Höhen erstritten, aber trotz allem machte es Spaß gegen ihn zu spielen. Dabei war es nie in seinem Vordersten gestanden, zwecks Spaß zu spielen. Irgendwann ging es ihm nur noch darum, zu gewinnen. Aus dem Grund war Rikkaidai auch besonders verschrien; weil sie praktisch alles für einen Sieg taten. Zum Teil lag es aber auch an seiner traditionellen Erziehung, seinen eigenen Stolz zu wahren und einfach alles aus sich herauszuholen, wenn es um die Ehre ging. Dass dann aber auch Ryoma gegen Yukimura gewann, veränderte so ziemlich alles.

Durch ihn erkannten sie beide, dass mehr auf einem Court existierte, als ein Sieg. Und zwar eine Niederlage ehrenvoll anzunehmen und das Beste aus ihr zu lernen.

Was lernte er also gerade, während er perfekte, lange Beine beobachtete, die wie auch damals schon schnell sowie agil über den Platz stürmten. Unermüdlich. Es war eines der Dinge, die er instinktiv von jemanden wollte, den er in seinem Leben sah. Eine Person, die mit ihm mithalten konnte. Die ihn auch herausfordern konnte, auch, wenn es Personen gab, von denen er es hasste, wenn sie an seiner Beherrschung kratzten. Darum war er damals auch ziemlich … nahe daran Echizen in seine Schranken zu weisen. Heute war er natürlich froh, es nicht getan zu haben. Auch wenn er wusste, dass es diesen nicht aufgehalten hätte.

Ebenso wie sein neuer Schlag den Jüngeren nicht davon abhielt, ihm Konter zu geben. Darum musste er auch schneller, als bei ihrem zweiten Spiel damals erkennen, wann er sein eigenes Schicksal besiegelt hatte. Und er musste zugeben, ihn so zu sehen, erinnerte ihn an Yukimura. An diese unbeschreibliche und wilde Schönheit seines Spiels.

Sein Herz schlug immer noch unbändig und hart gegen seinen Brustkorb, während er für einen Moment auf den Ball blickte, der noch eine Millisekunde zuvor neben seinen Yonex aufgeschlagen war und den letzten Punkt entschieden hat. Schließlich konnte er sich von dem Anblick lösen, eh er zum Netz ging. Er klemmte sich den Tennisschläger unter seinen Arm, um seine Kappe anzuheben, damit er sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn streichen konnte. Ryoma trat ihm währenddessen ohne seine entgegen, wobei er glaubte, sie war ihm irgendwann beim vierten Satzsieg vom Kopf geflogen. Weshalb die grünschwarzen Haare auch entsprechend an seiner Stirn und im Nacken klebten. Aber er sah einfach unbeschreiblich glücklich aus. So komplett in seinem Element; der Anblick ließ sein Herz anschwellen und ein heißes Prickeln durch seinen Unterleib ziehen.

„Du hast viel gelernt ...“, sagte er sanft. Und meinte es so. Ihr letztes Spiel war schließlich mit 7 – 5 für Ryoma ausgegangen und nicht wie heute mit 6 – 4. „Du auch … Dein neuer Schlag ist gut.“ Sie reichten sich die Hände, wobei es sich irgendwie ebenso intim anfühlte, wie eben auf der Straße. Was komisch war … auf einem Court. „Aber vielleicht solltest du einen anderen Aufschlagwinkel versuchen.“

Überrascht durch Ryomas Vorschlag neigte er interessiert den Kopf. „Inwiefern?“ Schweigend nickte der Jüngere auf den Ball auf Sanadas Seite, woraufhin er sich zu diesem bückte und ihn in die langen Finger legte. Aufmerksam musterte er Ryoma, der ein paar Schritte zurücktrat und den Ball dann auf die gleiche Weise aufschlug, wie Sanada es sonst tat, allerdings neigte Ryoma den Schläger dabei um fast ein sechstel mehr, als er es machte, wodurch der Ball eine überraschende Kante schlug, welche ihn verdutzt zurück zu Ryoma blicken ließ. Er arbeitete schon seit Wochen auf diesen Schlag drauf hin und er wusste nicht, ob er innerlich geknickt oder beeindruckt sein sollte, dass der Jüngere es ohne große Mühe ausmachen konnte.

Doch als er in die großen, schönen Katzenaugen blickte, die ihn weder selbstgefällig noch arrogant ansahen, sondern einfach nur sanft … wusste er es. Darum lächelte er auch kaum merklich und nickte. „Das ist …“ Er fand keine Worte, doch als er Ryoma so ansah … konnte er irgendwie nicht anders, als seine eigene Kappe abzusetzen und sie dem Jüngeren sachte auf den Kopf zu setzen.

Nur so liebenswert er es auch gemeint hatte …
So war der Anblick von Ryoma, der seine schwarze Kappe trug, verflucht … heiß.

~*~

„Honey, ich bin wieder da.“ Leise erwiderte er den Gruß seiner Mutter, wobei er versuchte nicht zu erröten, weil sie ihn so liebevoll bei seinem Spitznamen vor seinen Freund nannte. Der legte den Pinsel zur Seite, mit dem er Ryoma gezeigt hatte, wie man Kalligrafie zeichnete und stand sofort auf. „Konbanwa, Echizen-san.“ Traditionell verbeugte sich der Fukubuchou vor seiner Mutter, welche sofort lächelte. „Sanada-kun, bitte, ich hab dir doch schon gesagt, du sollst mich Rinko nennen.“

„Gomen, Echi- Rinko-san.“ Ryoma musste leicht schmunzeln. Er würde es gern verbergen, aber … er freute sich, dass Sanada und seine Mutter so wahnsinnig gut auskamen. Abwinkend ging seine Mutter zur Kücheninsel, wo sie die Einkäufe abstellte. „Kann ich Ihnen helfen, Rinko-san?“ Sofort schüttelte seine Mutter den Kopf. „Nicht doch Schätzchen, so viel ist das nicht. Außerdem soll Ryomas fauler Vater lieber mal helfen!“ Genau an der richtigen Stelle erhob sich die Stimme seiner Mutter, woraufhin ein verschlafenes Murmeln aus dem Wohnzimmer kam und Rinko mit den Augen rollte. „Bleibst du heute wieder zum Essen?“, fragte sie schließlich, während Nanjiroh in die Küche trat und beiläufig durch Ryomas Haare wuschelte. Schnaubend schob er die rauen Finger aus seinem Haar heraus.

„Wenn es keine Umstände macht.“, erwiderte Sanada, der ihm einen Blick zuwarf, den Ryoma leicht giftig erwiderte, weil er es nicht nett fand, dass der Fukubuchou sich über ihn lustig machte. Auch wenn sie sich hier beide nur gegenseitig neckten. „Ach, du machst ja vieles, aber gewiss keine Umstände, Schatz. Ihr könnt ja oben in Ryomas Zimmer weitermachen und ich ruf euch dann zum Essen runter.“

„Also eigentlich könnten die Burschen schhaahuu!“ Empört rieb sich Nanjiroh den Hinterkopf, nachdem Rinko ihm auf diesen geklatscht hatte und Ryoma einen amüsierten Laut machte. Schließlich nahm er den Block auf, sowie die zwei Pinsel und ging zur Treppe, wo ihm Sanada mit der Tinte folgte. „Schneid dich nicht wieder am Buttermesser.“, ärgerte er seinen Baka Oyaji, der ihm gerade den Vogel zeigen wollte, er jedoch dann schon die Treppe hinaufstieg.

In seinem Zimmer legte er die Sachen auf seinem Schreibtisch ab, ebenso wie Sanada die Tinte darauf abstellte. „Und es macht deinen Eltern wirklich nichts aus?“ Ryoma seufzte leise bei der Frage. „Das fragst du jedes Mal, wenn du hier bleibst. Nein. Absolut nicht. Hör auf dir immer so viele Sorgen zu machen.“

Seit ihrer ersten Verabredung von vor drei Wochen verbrachte Sanada wirklich viel Zeit bei ihm. Allerdings glaubte Ryoma, weil Sanada immer noch haderte, wie seine Familie reagierte, wenn er mit einem Jungen nach Hause kam, der … mehr als ein Freund war. Was für Ryoma okay war, aufgrund der extrem traditionellen Erziehung des Älteren. „Denkst du … deine Eltern wissen …?“

Ryoma musste leicht grinsen, während er hochschaute, in dunkelbraune Augen und spürte, wie es in seinem Bauch flatterte, weil sich Sanada hinter ihm auf dem Schreibtisch abstützte und sich ihre Gesichter so sehr viel näher sein konnten. Er würde es Inui nicht erzählen, doch trank Ryoma jetzt seit drei Wochen einen Liter Milch mehr am Tag – die Hoffnung starb schließlich zuletzt. Doch bis dahin … mussten sie sich anderweitig helfen. „Oka-san vermutet etwas, ja. Aber Baka Oyaji wird es wohl erst checken, wenn du mich vor ihm vernascht.“ Bei seinen direkten Worten wurde Sanada rot und Ryoma leckte sich leicht grinsend über die Lippen.

Schließlich stemmte er sich auf seinen Schreibtisch, um auf diesem sitzen zu können und es Sanada leichter zu machen. Sofort spürte er die warmen, leicht rauen Fingerspitzen unter sein T-Shirt gleiten. „Ich bin nicht sicher, ob ich dir den Gefallen tun werde, Ryoma.“, wisperte Sanada leise gegen seine Lippen, nachdem er den Kopf sachte gedreht hatte und die Augen halb schloss. Es genoss, wie warm und angenehm sein Atem sich auf seinen Lippen anfühlte. „Ich könnte dich gegen ihn spielen lassen … wenn du damals von mir schon genervt warst, wirst du ihn hassen.“, grinste er, doch spürte er gleichzeitig Sanadas Knie, das sachte gegen seines stieß, so dass er die Beine automatisch spreizte und auf keine Erwiderung mehr wartete. Stattdessen küsste er die weichen Lippen zunächst vorsichtig, nur um den Druck zu erhöhen und es zu genießen, wie Sanadas Finger sich vollends um seine Hüften schlossen.

Sogleich schlang er die Arme um den langen Nacken. Während ihn Sanada näher an die Schreibtischkante zog, bog er den Rücken leicht durch, um den Fukubuchou tiefer über sich zu ziehen. Das linke Bein schlang er kurz darauf um die Hüfte des Schwarzhaarigen, woraufhin der in den Kuss keuchte und Ryoma über seine Unterlippe leckte. Atemlos krallte er sich in die kurzen Haare, als sich ihre Zungen endlich berührten und ihm heiß wurde aufgrund der Erregung, die sich hart sowie unnachgiebig gegen seinen Innenschenkel presste. Ryoma hatte schon ziemlich viele Penisse gesehen, nicht zuletzt wegen den Gemeinschaftsduschen, die sie hatten und es einfach unvermeidbar war, in einem Team nicht mal … na ja … hinzukucken … Aber er musste zugeben das Sanada schon … wenn er nicht schon mit seiner körperlichen Größe für sein Alter überragend war, es definitiv in seiner Hose war.

Jetzt wurde er wenigstens nicht mehr knallrot, alleine ihn so zu spüren. Stattdessen löste er eine Hand um den Nacken, nur um mit ihr über seinen Oberkörper zu gleiten, welcher sehr durchtrainiert war. „Ryoma ...“, hauchte Sanada atemlos sowie rau. „Deine … deine Eltern.“

„Kommen erst in 'ner Stunde frühestens. Oka-san kocht nicht schnell.“, wisperte er und biss sich leicht auf die Lippen, als er beobachtete, wie er mit der Hand Sanadas Hose öffnete. „Warte. Bist du … bist du bereit?“, fragte ihn der Ältere zärtlich, wobei Ryoma fast lächeln musste. „Bist dus?“, fragte er leise zurück, wobei dunkelbraune Augen seinen Blick lange erwiderten, bis Sanada nickte und Ryoma seine eigene Erregung anschwellen spürte. „Dann … definitiv.“ Schließlich wollte er die Hose der Rikkaidai-Schuluniform öffnen, als Sanada ihn jedoch erneut zurückhielt. Jedoch nicht weil er aufhören wollte, sondern über seinen Hals küsste. „Nicht, ich will … darf ich dich zuerst anfassen?“

Seine Fingerspitzen waren so nahe an dem, was er schon seit Tagen sehen und anfassen wollte. Aber … Etwas abgehakt nickte er, während ein lustvolles Seufzen seinen Mund verließ, nachdem sich Sanada sachte an seiner Halsbeuge festgesaugt hatte. Doch dann wurde ihm die Hose geöffnet und sein Herz raste so hart in seiner Brust … dass er fast zusammenfuhr, bei dem Gefühl fremder Finger, die sachte über seine Erregung fuhren. Zunächst vorsichtig; erkundend und sanft. Ihn dann vollends umfassten, wobei er die Finger in Sanadas kurze Haare sowie dessen Oberarm krallte, weil es sich sagenhaft gut anfühlte.

„Ah ...“ Leises Stöhnen entkam ihn, wann immer er es nicht unterdrücken konnte. „Du fühlst dich so gut an ...“, raunte ihm Sanada ins Ohr, wobei ihm ein heißer Schauer über den Rücken fuhr. Erregt schnappte er nach Luft, welche begann knapp zu werden, je intensiver sich sein Höhepunkt näherte. Allerdings … „Sanada … bitte ...“, keuchte er, eh er die Hand von seinem starken Oberarm löste, nur um die Hose vollends zu öffnen und sie dann endlich hinabschob.

Überwältigt starrte er auf die pralle Erregung, wurde jedoch fast wieder abgelenkt, bei dem Gefühl wie Sanada seinen Nacken küsste. Gleichzeitig mit dem Daumen über seine bereits empfindliche Spitze fuhr. Unterdrückt aufstöhnend griff er schließlich nach Sanadas Glied, das sich so gut in seiner Hand anfühlte. Groß und dick und leicht feucht an seiner Spitze, was ihn stöhnend mit den Kopf nach vorne sinken ließ, gegen die breite Schulter. Ryoma schlang die Finger zur Gänze um seinen Schaft, um die Hand zu bewegen, dabei ein unterdrücktes sowie erregtes Knurren gegen sein Ohr keuchen hörte. „Fuck … Ryoma.“

Er hätte nie gedacht, dass es sich mal so gut anfühlen würde, jemanden intim zu berühren, geschweige denn selbst so intim berührt zu werden. Aber … das hier war der Wahnsinn. Es fühlte sich an, wie ein Spiel gegen all seine liebsten Gegner an einem Tag. Erfüllend und berauschend.

Sehnsüchtig drängte er sich mehr an Sanadas Hand, während er die eigene schneller bewegte, je mehr heiße Feuchtigkeit über seine Finger glitt. „Bitte … Hm … mehr ...“, wisperte er atemlos, woraufhin sich Sanada ihn ein weiteres Mal näher an die Kante zog, nur um Ryomas Hand sachte von seiner eigenen Erregung zu lösen und bevor er sich beschweren konnte, ihre beiden in eine Hand nahm. Alleine bei dem Gefühl wie heiß und feucht Sanadas Glied gegen seines rieb, fiel sein Kopf in den Nacken und schlang die Beine hart um den Älteren. Die berauschende Hitze in Weiß, die ihn mit einem Mal so heftig durchzog, war tausend Mal intensiver als das, was er sich selbst in der Badewanne bescherte. Weshalb er sich auch hart auf die Lippen beißen musste. Gleichzeitig spürte er beiläufig, wie sich die Finger um seine Hüfte festigten und dann vergrub Sanada das Gesicht in seiner Halsbeuge, wo er ihn einen Laut machen hörte, den er noch sehr viel öfter hören wollte …

~*~

„Saa … hatten wir gestern vielleicht Spaß zusammen?“, fragte eine weiche, warme Stimme neckisch gegen seinen Nacken, woraufhin Ryoma beinah seine Tasche fallen ließ. Perplex blickte er über die Schulter zu Fuji, der ihn unschuldig anlächelte. Es war doch erst sieben Uhr Morgens, warum musste Fuji um diese gottlose Zeit schon so gut gelaunt sein, fragte er sich skeptisch, doch dann kam ihn die Aussage in den Sinn, woraufhin er rot wurde und Fuji anstarrte. Stand es ihm etwa ins Gesicht geschrieben? Doch noch bevor er fragen konnte, lächelte Fuji und drehte ihn sanft zu sich herum. „So ein schönes Schlüsselbein und so verführerisch, um sich dort festzusaugen ...“, murmelte der Tensai, während der mit langen, geschickten Fingern seinen Hemdkragen einfing und den zweiten Knopf schloss, um ihn vor den Blicken neugieriger Mitschüler zu beschützen. Dabei war ihm nicht einmal aufgefallen, was Sanada so offensichtlich hinterlassen hatte.

Verlegen duckte er leicht den Kopf. „Danke ...“, murmelte er, woraufhin Fuji amüsiert lächelte und sanft durch seine Haare strich. Sie zu dessen Glück allein in der Umkleide waren. Ansonsten hätte er ihm die Hand brechen müssen, um seinen Ruf zu bewahren. „Saa, ich will ja nicht, dass man uns Zweien nachher noch eine geheime Affäre andichtet.“, damit wurde ihm zugezwinkert und Ryoma konnte nur den Kopf schütteln. Was für verrückte … obwohl …

~*~

„Ihr fragt euch gewiss, warum ihr alle hier seid.“, sprach Saeki-sensei – Hyoteis Trainer – vorne auf einem Podium, während der Saal gefüllt war mit brillanten Tennisspielern, na ja und leider auch manch anderem Amateur. Dabei konnte er es sich nicht nehmen, den Saal nach Sanada abzusuchen, bis er seinen Hinterkopf sah und ein angenehmes Gefühl durch sich hindurch rasen spürte; beinahe verpasste, was der Trainer vorne sprach. „In acht Wochen werden wir hier in Tokio ein Freundschaftsspiel gegen die amerikanische Juniorenliga abhalten. Zeitgleich zum Jahrestag des Friedensabkommens zwischen Japan und Amerika. Aus dem Grund wird es innerhalb der nächsten Woche Rankingspiele in jeder Mannschaft geben, worin die besten vier Spieler ermittelt werden. All diese Spieler werden schließlich in den nächsten Wochen trainieren, bis eine Woche vor dem Spiel das finale Team zusammengestellt wird sowie ein Ersatzspieler. Wir erwarten euer Bestes!“

„Zwölf Spieler plus einem Ersatzmann … unter 119 Spielern wird eine echte Herausforderung.“, sagte Inui eine halbe Stunde später, wobei Ryoma eigentlich gar nicht so weit voraus rechnen wollte. „Ich will ja nicht wie ein Arschloch klingen ...“, begann Momo, wobei Kaidoh leise zischte und Ryoma die Augen verdrehte, weil die beiden sogleich aneinander hingen. Wenige Minuten später und einen nassen Oishi, der wegen Momo in den Wasserspender geknallt war, sprach der weiter. „Wir wissen doch eigentlich schon, welche drei bei uns ins Team kommen oder etwa nicht?“ Dabei fiel unter anderem der Blick aus dunkelblauen Augen auch auf ihn und er würde seinem Freund gern sagen, dass es nicht vorhersehbar war, nur … dass es das irgendwie war.

Aber noch ehe eine Diskussion entbrennen konnte, unterbrach Tezuka seine Gedanken. „Nein, ist es nicht, Momo. Die auserwählten sechsundfünfzig Spieler werden in drei Gruppen unterteilt, damit das Training ausgeglichen ist. Die Leiter der drei Gruppen stehen bereits fest. Yukimura, Shiraishi und ich werden diese Gruppen leiten, mit Hilfe von jeweils zwei Personen. Ebenfalls aus unseren Teams. Das bedeutet, jeder von euch gibt sein Bestes. Denn auch ein Echizen oder Fuji kann als Assistent oder auf der Ersatzbank enden.“ Argumentierend öffnete er den Mund, hielt sich durch Tezukas Blick jedoch zurück. Er musste zugeben, keine Lust auf Runden zu haben. Außerdem … „Saa, Assistent klingt verlockend. Stell dir mal die vielen Strafrunden vor, die wir verteilen dürften.“, schnurrte Fuji amüsiert in sein Ohr, woraufhin Ryoma schmunzeln musste. Sich jedoch die Kappe ins Gesicht zog. Verfluchter Tensai … er kannte seine Schwächen bereits zu gut.

~*~

„Und?“ Sanada blickte hinab auf Ryoma, der ihm entgegen kam. Die Ärmel seines Hemds hatte er sich bis in die Ellbogen hochgeschoben. Schlampig, aber er konnte sich wenig daran stören, wenn er den Anblick der wohlgeformten und sehnigen Unterarme genoss. Was ihn etwas störte, waren die noch nassen Haare, weil Ryoma sich wieder mal nicht richtig abgetrocknet hat, nach der Dusche. Selbst im Sommer war das etwas, das zu Erkältungen führen konnte und er ihn noch einmal darauf aufmerksam machen musste …

„Tezukas Assistent.“, sagte Ryoma trocken, als dieser vor ihm stehen blieb und Sanada beinahe die Tasche entglitt. Doch dann grinste der Jüngere. „Hättest du das ernsthaft geglaubt?“ Seiichi, der ihn begleitet hatte, schmunzelte neben ihm und Sanada spürte, wie sein Auge leicht zuckte. „Du verbringst zu viel Zeit mit gewissen Tensais.“, murmelte er, während sein Blick über Ryomas Kopf, besagten Tensai erblickte. Der ihnen freudig zuwinkte. „Und bei euch?“, fragte Ryoma schließlich, noch bevor Fuji bei ihnen ankam und den Arm um Ryomas Schultern legte. Sanada es irgendwie nicht verhindern konnte, die langen, filigranen Finger mental mit seinem Katana abzuschneiden.

„Yanagi, Bunta, Akaya und Sanada sind im Team. Niou und Jackal assistieren beim Training.“, führte Seiichi neben ihm auf, worauf Sanada leicht nickte. „Schade, dass die Teamleiter nicht ins Finalteam können …“, murmelte Ryoma, wobei Yukimura nur geheimnisvoll lächelte und er skeptisch zur Seite sah. Sanada kannte Seiichi seit sie beide vier waren. Und er war nicht dumm. Die Teamleiter hatten ihren Platz im finalen Team gewiss sicher. Wäre dem nicht so, wäre Saeki ebenso ein Idiot, wie dessen Bratz Atobe. Aber so, wie er Ryoma kannte, wusste der es doch auch schon, sonst würde er Yukimura nicht so herausfordernd anblitzen.

„Saa, Ryoma und ich haben es nebst Eiji und Kaidoh geschafft. Inui und Oishi assistieren. Wer auch immer in unsere Gruppe kommt, wird viele Runden und interessante Mixgetränke bekommen.“ Amüsiert blitzte ihn Fuji an, woraufhin seine Augenbraue leicht zuckte. Schließlich nahm er sich die Kappe ab und setzte sie Ryoma auf den Kopf, damit zumindest seine tropfnassen Haare geschützt waren. Aber auch, um Fuji klar zu machen, wer Ryomas Freund war. „Wir bei Rikkaidai sind gegenüber Laufen und Mixgetränken abgehärtet. Wie steht es denn um deine Ausdauer?“

„Saa, ausgezeichnet. Allerdings geht es beim Tennis nicht alleine um die Ausdauer, sondern vielmehr um das, was man mit seinem Schläger machen kann.“, schnurrte Fuji, wobei dieser die Augen aufschlug, und Sanada einen Schritt näher an den anderen herantrat. Dabei deutlich die 1,70 ausnutzte, die Fuji gerade mal erreichte. „Oh, ich hab da einige Dinge, die ich mit meinem Schläger machen kann. Die werden dir nur nicht sonderlich gefallen.“, wisperte er dunkel, während Fujis Augenbraue leicht zuckte und der herausfordernd sein Kinn hob. „Saa, wer weiß, vielleicht regt es ja meine Fantasie an.“

„Eh … wollt ihr das nicht lieber auf einem Court fortführen?“, fragte Ryoma, der praktisch zwischen ihnen war und Sanada perplex auf seinen Freund hinabsah. „Hier wären ein paar ...“, grinste der Jüngere deutlich angetan, wobei er zugeben musste … dass sein Freund echt durchtrieben war.

~*~

„Sag … bei einem Spiel zwischen Fuji und mir, wer denkst du würde gewinnen?“ Ryoma öffnete langsam die Augen, eh er von seiner Position auf Sanada aufsah und ihm in die dunkelbraunen Augen blickte. Lange erwiderte er den Blick. „Kann ich nicht beantworten.“, antwortete er schließlich aufrichtig, wobei Sanada blinzelte, als hätte er mit etwas anderem gerechnet und Ryoma leise seufzte. „Bevor du sauer wirst, ihr seid beides außergewöhnliche Spieler. Aber … ich kann es nicht sagen. Ihr seid beide wirklich … atemberaubend. Doch bevor du nicht mit ihm spielst, kannst du sein ganzes Potential nicht erkennen. Zumal er gegen jede Person anders spielt.“

Er musste Sanada gar nicht so lange und intensiv kennen, wie er ihn inzwischen kannte, um zu wissen … dass seine Worte an seinem Ego gekratzt haben. Aber er konnte sich nicht für etwa entschuldigen, das er so meinte. „Du denkst also, er ist besser, als ich.“, sagte Sanada und Ryoma schloss kurz die Augen. „Nein. Ich sage nur, dass ich nicht sagen kann, wer von euch gewinnen würde. Wer denkst du denn, würde zwischen Fuji und mir gewinnen?“

„Du.“, sagte Sanada so gerade heraus und ohne nachzudenken, das es ihn für einen Moment lähmte. Denn von jemanden besser angesehen zu werden, als Seigakus Tensai … das Gefühl kannte er nicht. „Tja … dann tut es mir leid, dich enttäuschen zu müssen, weil er gewonnen hat.“

„Ernsthaft?“ Ryoma biss leicht die Zähne zusammen. „Entschuldige. Es ist nur … er wirkt nicht so. Ich meine, er ist gut. Aber manchmal scheint es, als wäre er gar nicht mit dem Herzen dabei.“ Seufzend setzte er sich auf, wobei seine Knie außerhalb von Sanadas Hüften auf die Matratze rutschten und er sich ganz auf die Oberschenkel seines Freundes zurücksetzte. „Er hat bis vor Kurzem seine Motivation verloren. Er ist eben … Fuji nimmt seine Gegner nur in dem Maß ernst, wie er es für nötig hält und das zeigt er auch beim Tennis. Das macht aus ihm jedoch keinen schlechten Spieler, sondern nur jemanden, der ...“ Schon zu oft verletzt wurde, weil er so war, wie er war. Das sprach er jedoch nicht laut aus, weil es das war, was Fuji Ryoma zeigte. „Er ist dein Yukimura.“, hauchte Sanada leise, woraufhin er den Blick hob und es nicht wagte, zu nicken. Allerdings musste er das auch nicht, weil Sanada es bereits erkannt hat. Es gab nicht viele, die er gut fand und weniger atemberaubend. Aber Fuji … den bewunderte er auf eine Weise, wie noch nie jemanden.

Nach einer Weile des Schweigens spürte er schließlich große, warme Handflächen, die sich auf seine Schenkel legten und zärtlich darüber streichelten, bis zu seinen Hüften, aufwärts über seinen Rücken. „Du bist nicht böse?“, fragte er langsam sowie ein wenig unsicher. Sanada jedoch schüttelte nur leicht den Kopf, bevor er sachte an seinen Schulterblättern stoppte und ihn zu sich hinab drückte; völlig ohne seine Gegenwehr, weshalb es sich irgendwie wie eine versuchte Umarmung anfühlte, jedenfalls bis er die Hände an Sanadas Brust legte, um sich dort abzustützen. „Kann ich gar nicht. Mir geht es mir Yukimura ebenso. Auch wenn du ihn damals besiegt hast, ändert es nichts an dem, wie ich ihn sehe. Das macht dich nicht zu einem schlechteren Spieler in meinen Augen.“

„Na das will ich auch hoffen.“, murmelte er gegen die weichen Lippen, bevor er diese sachte küsste und die Augen sogleich schloss. Dabei begann er langsam mit den Händen über die starke Brust zu streicheln, hinab zu Sanadas definierten Bauch und tiefer, zum Bund seines T-Shirts. Er liebte es, seine heiße, weiche Haut unter seinen Fingern zu spüren. Noch mehr jedoch die Art, wie sich Sanadas Körper unter ihm bewegte, um ihn sachte fester zu umschlingen. „Ryoma ...“, wisperte der Ältere schließlich gegen seine Lippen, sobald Ryoma begonnen hatte, mit dem Daumen unter die Stelle an seiner Shorts zu streicheln, wo sein Hüftknochen lag und er wusste, dass sein Freund dort etwas empfindlich war – es deutlichst zwischen seinen Schenkeln spüren konnte.

Lange, kräftige Finger durchfuhren seine Nackenhaare, was ihm einen erneuten Schauer über den Rücken jagte. Das machte ihn jedes Mal so wahnsinnig. Neckisch rutschte er über die wachsende Erregung zwischen seinen Schenkeln herum, bis Sanada den Kuss erneut löste und den Kopf in den Nacken legte; tief hinab ins Kissen drückte. Er musste zugeben, dass der Fukubuchou so aussah, als wollte er sich zurückhalten. Und Ryoma glaubte, dass ihn das ziemlich anmachte. Nicht zuletzt, weil es ihn an den Doujinshi erinnerte, den er in Fujis Regal gefunden und heimlich gelesen hatte, während der seine Kakteen düngte. Wobei ihn eine Szene ganz besonders … angesprochen hat.

„Soll ich dir zeigen … wie gut ich dich finde?“, wisperte er leise gegen den langen Hals, über den er sanft begann zu küssen und spürte, wie Sanadas Finger sich um seine Schulter sowie die Strähnen, in die er sich krallte, festigten. Schließlich setzte er sich auf, nur um sachte an dem dunklen T-Shirt zu zupfen, das Sanada trug und leicht grinsen musste, weil der leicht rot auf seinen Wangen wurde. Nach einem Moment richtete der sich unter ihm auf, sodass er ihm das T-Shirt über den Kopf ausziehen konnte. Wobei sich seine eigenen Wangen röteten, sobald ihm bewusst wurde, wie … heiß sein Freund eigentlich aussah. Nicht, dass er das nicht schon gewusst hat, nur … hat er ihn nie oben ohne gesehen …

Und irgendwie … wurde ihm gerade dadurch bewusst, wie schmal und delikat er im Gegenzug zu Sanada wirken musste. Aber bevor er sich noch Gedanken machen konnte, die sonst nur Mädchen hatten, glitten lange Finger unter sein Kinn und hoben es zärtlich an. „Du bist wunderschön, Ryoma. Also kuck nicht so.“ Er wollte argumentieren, doch küsste ihn Sanada bereits wieder so leidenschaftlich, dass er nicht anders konnte, als die Hände in seinen Nacken zu legen und darauf einzugehen. Gleichzeitig wurde ihm das T-Shirt nach oben geschoben, wobei sich Sanadas breite Handflächen so brennend heiß auf seiner Haut anfühlten, dass er leise in den Kuss aufkeuchte vor Lust. Nachdem er sich aus dem Kuss herauslöste, zog ihm Sanada das T-Shirt ebenfalls über den Kopf, nur um es neben das Bett fallen zu lassen und mit der nun freien Hand zärtlich über seine Brust zu streichen, hinab zu seiner Hüfte. „Absolut perfekt.“, wisperte Sanada warm, bevor ihn Ryoma zurück ins Kissen drückte. Dabei eine neckische Bewegung mit seinem Becken machte, womit die dunkelbraunen Augen sich sofort wieder überwältigt schlossen.

„Verdammt Ryoma ...“ Zufrieden grinste er, eh er die definierten Oberschenkel hinabglitt und mit den Händen von seinem Oberkörper, hinab zu der dunkelblauen Stoffhose fuhr, welche er langsam öffnete und es genoss, wie Sanada ihn aus seinen halboffenen Augen ansah. „Was hast du vor?“, fragte der Fukubuchou ihn leise, woraufhin er nur leicht grinste. Er musste zugeben, es recht amüsant zu finden, was für einen leichten Kontrollzwang der Ältere hatte. „Lass dich überraschen.“, schnurrte er dabei schon fast vor Erregung, sobald er die Hose hinabschob, samt den Shorts und sein Herz einen gewaltigen Schlag aussetzte, weil er ihn zumindest noch nie aus der Position so komplett entblößt gesehen hat. Tief und wohl um sich zu festigen, atmete Sanada unter ihm ein, während die lange, pralle Erregung sich zwischen ihnen emporragte und Ryoma seine Wangen heiß pochen spürte.

Unter der Hitze seiner eigenen Erregung, musste er sich jedoch fragen, wie zur Hölle er das in den Mund bekommen sollte. Ob sich das für seinen Freund noch gut anfühlen würde oder ob er … Allerdings kam er nie dazu, zu Ende zu denken, als er das laute Tadaima Kaerimashita von seinem Vater die Treppe hoch brüllen hörte und erschrocken zusammenfuhr. „Scheiße!“ Wenn der alte Sack Sanadas Schuhe am Eingang sah, würde er nur wieder nach einem Match fragen wollen und das bedeutete …

Sein Blick fiel auf das Glas Wasser, das er für seinen Freund mitgenommen hatte, was er eilig griff und … „Sorry!“ Es ihm übergoss, nur um vom Bett zu stolpern und ihm rasch die Klamotten ins Gesicht zu werfen. „Bad. Schnell!“ Eilig zog er den halbnackten Fukubuchou von seinem Bett, ins Bad, wo der ihn jedoch böse anfunkelte. „Das bekommst du zurück!“ Augen rollend schlug er ihm die Tür vor die Nase zu, keine Sekunde zu spät, als er sich gleichzeitig das eigene Shirt über den Kopf zog und dann schwer atmend seinem Vater entgegensah, der die Tür öffnete. „Ne, Seishonen, wo ist der junge Samurai.“

Ryoma verzog leicht das Gesicht, bei dem neuen Spitznamen, den sein Vater seinem Freund gab, seit der Alte wusste, das Sanada tatsächlich seit Jahren Kampferfahrung mit einem Katana besaß – irgendwas mit seiner traditionellen Erziehung, Ryoma musste zugeben, als Yukimura ihm ein kurzes Video am Handy von Sanada zeigte, der einen Kimono trug und dem Schwert trainierte, nicht mehr ganz aufgepasst zu haben … „Dusche. Wir haben gespielt.“

Skeptisch hoben sich die Augenbrauen seines Vaters. „Ich hör aber keine Dusche.“ Ryoma rollte mit den Augen. „Liegt daran, weil er schon fertig ist, du Genie.“ Zur Bestätigung öffnete sich hinter ihm die Tür, wo Sanada sich mit einem Handtuch über dem Kopf die Haare trocken rubbelte. Oh ja … das würde er Ryoma wirklich heimzahlen, dachte er. Aber lieber das, als es zu riskieren, dass sein Vater sie so vorfand. Denn dann würde er sie nie mehr alleine lassen …

~*~

Wenn er gedacht hatte das Training bei seinem Buchou war hart, war es nichts gegen das Yukimuras … in dessen Gruppe sie gekommen waren. Zumindest war Fuji bei ihm, dachte er, während er sich mit dem Rücken gegen den Baum sinken ließ und die Mittagssonne dadurch abblocken konnte. Na ja das und den irren Yukimura, dachte er ein wenig wehleidig. Denn nun wo sie seit dem Wochenende im Trainingscamp waren, herrschte eine eiserne Diät. Keine Schokolade, kein Zucker oder sonstige leckere Sachen. Und Ryoma brauchte seinen Zucker, weil er sonst nicht überleben konnte. Ganz zu Schweigen diese Hitze ihn förmlich umbrachte. Allerdings hatte es eben immer ein Gutes mit Fuji Syusuke befreundet zu sein. Der war nämlich auch ein Genie im Schmuggeln von Süßigkeiten.

Ein letztes Mal blickte er sich vorsichtig um, nur um dann aus seiner Hosentasche das Schoko-Pop-Circle zu holen und es auszupacken. Er wollte gerade über die Kuppel lecken, als er innehielt und sich an letzte Woche erinnerte. Daran, was er machen wollte und … es irgendwie nicht konnte, weil er zu viel hat nach gedacht hatte … nicht zuletzt, weil Sanada so überwältigend groß war. Sein Blick fiel auf das Eis in seiner Hand, welches lang und rundlich war. Nachdenklich neigte er den Kopf, während er die Länge musterte. Es kam nicht an Sanadas ran und noch weniger in der Dicke, aber … es wäre Übungsmaterial. Er könnte trainieren … Training war alles, sagte man ihnen ja schließlich dauernd.

Also schloss er die Lippen um die Spitze, um mit der Zunge darüber zu lecken. Es sich langsam tiefer in den Mund schob, wobei er zugeben musste, dass es Vorteile hatte, wie warm es war, andernfalls würde er sich eine nette Gehirnvereisung zuziehen. Prüfend saugte er ein wenig und schloss gerade genießend die Augen, weil es irgendwie richtig gut und lecker war, als … „Schmeckts?“

Erschrocken riss er die Augen auf, riss sich das Eis aus dem Mund und warf es im hohen Bogen von sich in den nächsten Busch. „Igghhh!“ Schrie es sogleich, während er unschuldig zu Yukimura aufsah, dessen Jersey im Wind wehte, ebenso wie seine Haare und Ryoma es immer noch nicht ganz erklären kann, wie, wenn es absolut windstill war. Allerdings glaubte er, dass der Buchou eine eigene Atmosphäre um sich hatte, so energiegeladen war er. Beiläufig leckte er sich ein wenig über die Lippen. „Was denn?“ Er erwiderte aus großen Augen den Blick, der ziemlich lange unerbittlich auf ihm lag, bevor der Buchou leise schmunzelte und sich dann zu ihm lehnte. „Fufu … du hast da noch was.“ Womit eine kühle Fingerspitze etwas von seinem linken Mundwinkel strich und Ryomas Augen sich weiteten, als der sich über die eigene Fingerkuppe leckte. Sich gleichzeitig wieder aufrichtete.

Er starrte in amüsiert funkelndes Violett, als gerade jemand hinter dem Gebüsch hervorkam und Ryoma sich eine Hand vor den Mund schlagen musste, weil … „Wer war das?!“ Ryoma hatte ja schon oft Scheiße gebaut, aber … das könnte ihn tatsächlich den Arsch kosten, dachte er, während er den wirklich, wirklich wütenden Ausdruck Saeki-senseis musterte. „Atobe-kun. Er sagte Ore-sama hält die Hitze nicht aus.“, antwortete Yukimura ohne mit der Wimper zu zucken, woraufhin Saeki an ihnen vorbeirauschte. „Verzogene Göre.“, murmelte der wütend. Sprachlos sah er dem Coach nach, nur um den Buchou dann perplex anzustarren. „Wieso?“, fragte er leicht perplex, der Blauhaarige aber nur lächelte.

„Hätte mich mein größter Gegner mit einem Eis im Rachen erwischt, beim Üben für meinen ersten Blow Job, wäre das schon genug Bestrafung für mich.“, schnurrte dieser und Ryoma wurde knallrot. „So … ya-yadda ...“, murmelte er, doch wurde er nur sachte auf den Kopf getätschelt. „Ach Ryoma … wir sind doch am Anfang alle über Genichirous Größe geschockt.“ Er wollte ja gern argumentieren, doch die Tatsache das Yukimura wusste, wie groß sein Freund da unten war … „Wie wäre es mit einem Trainingsmatch?“ Seine Augenbraue zuckte biestig und Yukimura schmunzelte leise. „Zu gerne … und vielleicht zeig ich dir danach, wie du schluckst.“

~*~

Seiichi kannte Sanada nun seit der Vorschule. Seit also über vierzehn Jahren waren sie beste Freunde. Und auch wenn sie zwischendurch ein paar Meinungsverschiedenheiten hatten, so standen sie immer zueinander. Vielleicht konnte er ja darum nicht mit dem Jüngeren schimpfen, wenn der sich mal heimlich Schokolade oder sonst was reinzog. Weil Ryoma seinen besten Freund wirklich glücklich machte. Zumindest hatte er ihn noch nie so oft lächeln sehen, wie seit die zwei zusammen waren. Hinzukam natürlich auch diese Leidenschaft, mit der der Jüngere Tennis spielte. Wenn er damals noch geglaubt hatte, zu verlieren, wäre sein Ende, so war es erst ein Anfang für ihn. Nicht zuletzt, weil er innerlich ab einem gewissen Punkt wirklich sehen wollte, wie Ryoma gewann.

Denn dieses Potenzial und diese Sturheit ihm mit Amnesie entgegen zu treten und dann nach drei verlorenen Satzpunkten, aufzuholen sowie zu gewinnen … Natürlich hätte er das Spiel leicht gewinnen können. Schließlich wollte der Schiedsrichter Echizen ausschließen, weil er die kurze Pause überzog – jedoch nur, weil er sich begann zu erinnern. Aber zum Einen wäre das für ihn nur ein geschenkter Sieg gewesen und für den Jungen, für den sich Sanada so lange bemüht hatte, ihm einen Aufschlag beizubringen, ein Schlag ins Gesicht. Und Yukimura gewann mit Ehre oder ließ es sonst ganz bleiben.

Und dann stand er da … genauso, wie Sanada es ihm erzählt hat, nachdem er ihn fragte, warum er sich überhaupt um den Jungen kümmerte. Wobei es eigentlich nur ein Satz war, der es ihn kaum erwarten ließ, ihm gegenüber zu stehen. Weil sich Tennis noch nie so angefühlt hat.

Er wollte wissen was so … zu bedeuten hatte. Was er erfuhr, nachdem er ihm endlich gegenüber stand und Echizen trotz verlorener Sinne sein Spiel fortsetzte. Seine mächtigste Waffe sogar durchbrach und er nie ein perfekteres Spiel gesehen hat. Das sah er auch heute wieder, bei der Art wie der Jüngere es erst gar nicht zuließ, das er seinen Yips einsetzte. Stattdessen an Schnelligkeit gewonnen hatte. Sowie mit sechs Punkten, während Seiichi nur vier erzielen konnte. Aber es störte ihn nicht. Weder direkt nach dem Spiel, noch später, als sie im Speisesaal saßen und er amüsiert beobachtete, wie sich ein rosa Hauch über die hübschen Wangen legte, wann immer Ryoma ein Stück Sushi an seine Lippen führte.

Wobei ihn die goldgrünen Augen biestig entgegen blitzten, wann immer er leise schmunzelte. „Ore-sama ist überrascht, Yukimura nach so einem Spiel so gut gelaunt zu sehen.“

„Es war ein außerordentlich gutes Spiel.“, lächelte er, während Echizens Augen sich leicht verengten, nachdem sich Atobe neben ihn setzte. „Bestimmt. Trotzdem glaubt Ore-sama, Yukimura muss sich seine Augen untersuchen lassen, weil Ore-sama gewiss kein verpacktes Eis essen würde.“ Unbeeindruckt erwiderte er den arroganten sowie selbstgefälligen Blick. „Mit seinen Augen ist alles bestens, wie steht's um dein Ego?“, fragte Ryoma so beiläufig, als würde er über das Wetter sprechen und er ein Schmunzeln unterdrücken musste, weil seine Art ihm gefiel. Er war so erfrischend unerschrocken.

„Wie bitte?“, fragte Atobe langsam, woraufhin Ryoma leicht grinste. „Schwerhörig zu sein, ist gar nicht gut im Tennis. Am besten lässt du dich untersuchen.“

„Na warte, du dreckiges, kleines Brat!“ Yukimura stand sofort auf, nachdem Atobe nach Ryomas Kragen griff, doch war es nicht mehr nötig einzugreifen, nachdem Sanada bereits nach Atobes Handgelenk griff und ihn daran von Ryoma wegzog. Er konnte zwar nicht hören, was Sanada zischte, ebenso wenig sehen, wie er Atobe anblickte, doch kannte er seinen besten Freund lang genug, um genau zu wissen, wie er in solchen Augenblicken wirken konnte. Mörderisch. Fuji hatte sich inzwischen zu ihnen gesellt und blickte Ryoma kurz prüfend an, als wolle er sichergehen, das seinem besten Freund nichts fehlte. Der nickte nur knapp und aß unbeeindruckt weiter.

Seufzend setzte sich Seiichi wieder. Sein Blick fiel auf Tezuka, der unbewegt am Nachbartisch saß und sie musterte. Allerdings glaubte er, sah er in seinen Augen etwas, das darauf hinwies, dass es ihm nicht gefiel, wie unbeeindruckt Ryoma war. Woraufhin er sich fragen musste, in wie vielen Situationen der Junge schon an die falsche Adresse gekommen war, mit seiner Art.

„Du sollst nicht immer so frech sein.“, murmelte Sanada kurz darauf, der nun auf Atobes Platz neben den Jüngeren saß, Ryoma jedoch nur die Augen zur Decke rollte. „Ich war nur ehrlich, wer das nicht erträgt, ist bei mir falsch.“

„Saa, ist er zu dir auch so ehrlich?“, fragte Fuji amüsiert und Sanada atmete tief durch. „Eiskalt.“

~*~

„Das ist echt okay für dich?“, fragte er Fuji, der ihn nur amüsiert musterte. „Saa, du wirst es merken, sollten deine Kontaktlinsen morgen nicht mehr da sein.“ Warnend sah er Fuji an, der jedoch nur breiter lächelte. Kurz darauf klopfte es an ihrer Zimmertür, die Ryoma sogleich öffnete und Yukimura, der bereits im Pyjama war, ihn begeistert anstrahlte. „So –...“ „Yadda! Du darfst es nicht mal denken!“, fauchte er warnend, weil er genau wusste, was für ein ekelhaftes Wort der Blauhaarige benutzen wollte. Fuji hatte es ebenfalls benutzt, als Ryoma in der ersten Nacht damit aus dem Bad gekommen war.

Mit geöffneten Mund hielt Yukimura seinen Blick lange, bis … „Niedlich!“ Und Ryoma ihn töten wollte. Stattdessen hob er nur sein Kinn und streckte den Rücken ein wenig durch. „Denk dran, wenn wir das nächste Mal auf einem Court stehen ...“ Danach passierte er ihn, damit er sich zu dessen Zimmer schmuggeln konnte. Allerdings konnte er so leider auch hören, wie die zwei sogleich über ihn ablästerten. Diese üblen Verleumdungen und Beleidigungen würde er ihnen noch heimzahlen.

Doch sobald er bei seinem Ziel angekommen war, klopfte er knapp an der Tür, eh er dieses betrat und sie leise hinter sich schloss. Sogleich begegnete er dunkelbraunen Augen, die sich sofort weiteten, nachdem sie ihn aufnahmen. Oder besser gesagt das Etwas, das in seinem Gesicht war. „Verdammt sieht das –...“ „Nicht du auch noch!“, flehte Ryoma schon fast, als Sanada aufstand und kurz darauf sanft sein Gesicht in die Hände nahm. „Ich wollte sagen, heiß. Du siehst heiß aus.“, hauchte der Ältere, bevor er geküsst wurde und Ryoma sich sogleich auf die Zehenspitzen stellte. Oh ja. Das Wort durfte er nutzen. Auch wenn er zugeben musste, das es ungewohnt war, mit Brille zu küssen.

Was jedoch nicht lange andauerte, nachdem sich Sanada wieder löste und begann über seinen Nacken zu küssen. „So lange ...“, hauchte der sehnsüchtig, wie dunkel gegen seine Haut, nur um seine Handgelenke zu nehmen und ihn sachte daran herumzudrehen. Ryoma stockte der Atem, als ihn Sanada so gegen die Tür hielt; mit den Handgelenken über seinen Kopf und die Nase in seinen Nackenhaaren vergrub. „Du riechst so gut …“

„Sanada ...“, wisperte er leise, fast fragend, weil … es etwas neu war, dass der die Initiative so übernahm. Nicht, dass er sich beschweren wollte. Im Gegenteil. Es erregte ihn ungemein. Ganz besonders nachdem der Größere begann, seine eigene Erregung mit sinnlichen Bewegungen gegen seinen Hintern zu reiben. „Hast du … eine Ahnung, wie wahnsinnig du mich seit Tagen machst? Und dann besiegst du heute Tezuka so … so verflucht brutal …“

Und hier dämmerte es ihn. Denn er wusste ja von der tiefen Rivalität der beiden. Welche so intensiv war, dass Sanada auch ein wenig empfindlich war, sobald es um Tezuka ging. Aber das es ihn erregte, wenn Ryoma ihn beim Training besiegen würde … Das machte ihn selbst ganz scharf, weil es hier um Tennis ging. „Was denkst du … wie Buchou reagieren würde, wenn er wüsste, wie du mich berührst ...“, hauchte er erregt, wobei er die Beine automatisch spreizte, bei dem Gefühl, wie Sanadas freie Hand nach vorne glitt, unter seine Pyjamahose und seine Erregung umfasste. „Er würde so … so wütend werden.“, keuchte er atemlos, während Sanada das Gesicht in seinen Haaren vergrub und dort begann schwerer zu atmen.

Vollkommen erregt drängte er sich sehnsüchtig gegen seinen Freund, nur um seine Erregung für sich zu nutzen und sich geschickt unter seinem Griff herauszuwinden und Sanada von sich aus, gegen die Tür zu drücken. Überrascht blickte der zu ihm hinab, noch eh Ryomas Knie den Boden berührten. In dem Augenblick … empfand er vieles, aber nicht einen Hauch von Unsicherheit. „Ryoma ...“, hauchte der Fukubuchou atemlos, als er die Shorts seines Freundes ohne zu Zögern hinabschob. Pure Lust durchflutete ihn, als er mit der rechten Hand die dicke Erregung umfasste, womit er sich gleichzeitig nach vorne lehnte und über die glänzende Spitze leckte. Der Laut den Sanada machte … ging ihm direkt zwischen die Beine.

Ryoma schnurrte währenddessen. Zwar schmeckte der Schwarzhaarige nicht so süß, wie das Eis von vor ein paar Tagen. Aber irgendwie … nicht schlecht. Leicht salzig süß, weshalb er mit seiner Zunge über die gesamte Länge fuhr, bis zu der Stelle, wo seine Finger ihn hielten und er langsam zurückfuhr, nur um die Spitze in den Mund zu nehmen und aufzusehen, weil Sanada seinen Namen aufstöhnte. Sofort wurden lange Finger in seine Haare geschoben, die ihn sachte hielten, doch nicht fest, dafür bestimmt. Ihm gleichzeitig ein erregendes Prickeln durch seinen Unterleib jagte, durch die Intensität in Sanadas Augen.

Während sie sich tief in die Augen sahen, begann er langsam zu saugen, wobei Sanadas Lider leicht zuckten und seine Nasenflügel bebten. Er kämpfte so hart um seine Beherrschung, dass Ryoma sie mit allem durchbrechen wollte. Daher rieb er auch neckisch mit dem Daumen über die Unterseite seines Glieds, bevor er die gesamte Hand um seine Länge bewegte. Jedenfalls um den Teil, den er nicht in seinen Mund bekam. Egal wie gerne er mehr aufnehmen würde. Allerdings musste er zugeben, das es sich so gut anfühlte. Das heiße, pulsierende Gewicht auf seiner Zunge, während sich die Finger in seinen Haaren immer mehr anspannten, bis Sanadas Hüfte mit einem Mal nach vorne zuckte und der den Kopf so hart in den Nacken warf, das er gegen die Tür knallte. Einen Augenblick später begann die Länge in seiner Hand anzuschwellen, womit er sich etwas zurückzog um einzig über seine Spitze zu lecken und zu saugen, bis er ihn kommen spürte und hart die Augen zukniff, während er begann zu schlucken. Jedenfalls bis er keine Luft mehr bekam, weil er durch diese unglaublich erregende Erfahrung selbst zu seinem Höhepunkt kam und dabei stöhnend den Kopf zurückziehen musste, um ihn nicht aus Versehen zu beißen oder sich zu verschlucken. Atemlos sank er somit mit der Stirn gegen die warme Hüfte und schmiegte das Gesicht gegen die warme Haut. „Verdammte … so verflucht geil.“, keuchte Sanada über ihm, woraufhin er nickte und sich zitternd die Spuren von der Wange strich. Er irgendwie automatisch an Yukimura denken musste, der, wie damals sich selbst über die Fingerkuppe leckte. Ryoma es ebenfalls tat, wobei Sanada bereits die nächste Erregung über sich kommen spürte. „Du machst mich wahnsinnig.“ Mit diesen Worten endete er auf der Matratze des Buchous, dessen Bett direkt hinter ihnen stand und er glaubte, das war eine gute Rache für dessen Bemerkungen …

~*~

Als Seiichi am nächsten Morgen in ihr Zimmer tapste – natürlich so früh, das noch sonst niemand wach war – blickte er überrascht von Genichirous leerem Bett, zu seinem, wo die beiden Schmusekater lagen und er leicht schmunzeln musste. Ohne zu zögern nahm er sein Handy aus der Tasche und machte ein Foto von ihnen, das er direkt an Fuji schickte. Dann lehnte er sich nach unten, um Ryoma direkt ins hübsche Gesicht zu sehen. Neckisch fuhr er ihm mit dem Zeigefinger über den hübschen Nasenrücken. „Hm ...“ Schmunzelnd wiederholte er es, nur um zu sehen, wie der Jüngere sich verschlafen ins Gesicht fasste. Den Kopf dann drehte und ihn in Sanadas Halsbeuge vergrub, der beide Arme um ihn geschlungen hielt. Dabei erhaschte er einen Blick unter die Decke, wo die linke Hand seines besten Freundes unter dem T-Shirt des Jüngeren lag, welches jedoch so groß war, dass es definitiv das seines Fizecaptains sein musste.

Erneut lehnte er sich hinab, wobei er mehrere Knutschflecke über Ryomas Rücken erhaschen konnte und er mit den Fingerspitzen durch dessen feine Nackenhaare strich. Sofort fuhr der Jüngere einen halben Meter in die Höhe, nur um ihn völlig erschrocken anzustarren. Gefolgt von Sanadas verschlafenen Blick. „So gern ich mich zu euch legen würde, Ryoma sollte zurück in sein Zimmer, bevor der Coach den morgendlichen Rundgang macht.“

Er lächelte nur breiter durch den giftigen Blick Ryomas, eh der sich zu Sanada lehnte und seine Wange küsste. „Bis später.“, hauchte er so liebevoll, das es Seiichi ihm nicht zugetraut hätte. Dann stand der junge Seigakuspieler auf und streckte sich, wobei das T-Shirt nach oben rutschte; trotz der Länge dabei cremefarbene, perfekt geformte, lange Schenkel entblößte. „Yukimura ...“, murmelte Sanada leise, aber mit einem leisen Unterton, der ihn nur noch mehr amüsierte. „Vergiss die Brille nicht.“, schnurrte er, während er Ryoma das schwarze Gestell hinhielt und lauschte zufrieden dem leisen Schnauben, eh Ryoma das Zimmer verließ und er sich auf seine Bettkante setzte. Sanft beäugte er seinen besten Freund. „Ich freu mich so mit dir.“, sagte er sanft. Sanada hingegen wurde nur rot und stand dann auf. „Es ist … schön mit ihm.“

„Genichirou … denkst du dann nicht, dass es Zeit wäre … ihn mal mit nach Hause zu nehmen?“ Er neigte fragend den Kopf, während der Schwarzhaarige erstarrte und er sah, wie seine Augen sich leicht weiteten. Hoffentlich hatte er nichts Falsches gesagt.

~*~

Mit einem tiefen Seufzen beendete Sanada das Gespräch mit seiner Mutter. Sein Herz raste immer noch wie wild in seiner Brust, als er sie eben vorsichtig fragte, ob sie etwas dagegen hätte, wenn er am Wochenende einen Freund mit nach Hause nehmen würde. Natürlich hatte sie nichts dagegen. Aber irgendwie fühlte er sich mies, weil Ryoma einfach viel mehr, als ein Freund war.

„Alles okay?“ Wenn man vom Teufel sprach, dachte er und griff dann sanft nach der schmalen Schulter seines Freundes, um ihn ein wenig zur Seite zu nehmen. „Ich … ich würde dich gerne meiner Familie vorstellen. Als … na ja … als meinen Freund. Wenn du das auch willst.“

Er musste ganz ehrlich sein, nicht die geringste Ahnung zu haben, wie Ryoma hierauf reagieren würde. Denn auch wenn er äußerst liebevoll und sanft war, schien er doch wie Sanada selbst unsicher, sobald sich andere Personen mit ihnen im Raum befanden. Wobei vielleicht unsicher das falsche Wort war, wenn man die Gefühle, die man für diese eine, bestimmte Person, eben nicht mit jedem teilen wollte.

Als ihn Ryoma also mit zart geröteten Wangen ansah … „Okay. Und … was wenn sie mich nicht mögen?“ … da dachte er an jede Antwort, jedoch nicht an das hier. Zärtlich strich er seinem Freund über die Schulter. „Sie werden dich mögen, bestimmt.“

„Und wenn nicht? Machst du dann Schluss mit mir?“ Perplex blinzelte er, wobei er sogleich mit nein antworten wollte, nur um sich bewusst zu werden … Ja, was eigentlich, wenn sie seinen Freund nicht mochten? Seine Eltern und sein Großvater wussten nicht, dass er schwul war. Würden … sie ihn verstoßen für das, was er war? Sein Zögern brachte Ryoma dazu, hart zu schlucken. Aber noch eh er sich rechtfertigen konnte, trat der Jüngere einen Schritt zurück und fasste sich sogleich wieder. „Wenn … du die Antwort weißt, kannst du sie mir ja sagen.“

„Ryo-ma ...“ Er hob die Hand doch … entfernte sich der Jüngere bereits eilig von ihm. „Scheiße.“

~*~

Er brauchte die Stille ebenso, wie die Dunkelheit, um seine Gedanken ordnen zu können. Schon viel zu lange war Ryoma nicht mehr wirklich für sich selbst gewesen. Da … waren Fuji und Yukimura, Sanada und dieser Tokugawa-Typ, den er manchmal Mittags bei sich am Tisch sitzen hatte. Ein recht netter Kerl, der sogar richtig gut Tennisspielen konnte. Hinzukamen andere Freunde aus anderen Teams, Buchou, der ihn manchmal so komisch musterte und dann eben … Tennis sowie das Training.

Ryoma war es gewohnt, in die Schule zu gehen, Tennis zu spielen, zu trainieren, nach Hause zu gehen und dann die meiste Zeit mit Karupin zu verbringen. Klar ging er auch mal mit seinen Senpais essen oder traf sich mit Kaidoh zur Nachhilfe. Wobei der ihn in Algebra half, während er ihm in Englisch helfen konnte. Aber bis vor diesem komischen Theaterstück hatte Ryoma auch sehr viel Ruhe. Viel Zeit für sich selbst.

Jetzt hingegen …
Küsste und schmuste er mit Sanada so oft er konnte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Schlich sich mit Yukimura durch die Gänge des Camps, nur um bei seinem Freund schlafen zu können. Und er wusste, dass es ihn vor Wochen noch egal war, ob die Eltern des Jungen ihn mochten, den er so unglaublich mochte … Der Gedanke jetzt jedoch unaussprechlich wehtat, weil er … es noch nie wichtig empfunden hatte, von jemanden gemocht zu werden. Es war ihm bislang immer egal gewesen.

Seine Augen begannen zu brennen, weshalb er die Arme fester um seine Knie schlang, nur um den Kopf auf die Arme zu betten und sich zu fragen, warum es ihm denn jetzt bitte schön so wichtig war?

„Er wird dich nicht verlassen.“, wisperte eine warme Stimme hinter ihm, wodurch er heftig zusammenfuhr. Sie gerade jetzt zu hören … Er konnte damit leben, das ihn Yukimura bei einem lächerlich peinlichen Versuch erwischte, zu prüfen, wie tief er ein Eis fellationieren konnte. Ja, er konnte es sogar ertragen, von ihm geneckt und angeflirtet zu werden, ja sogar im Schlaf belästigt … Aber das hier, ließ ihn sich nur wütend die Tränen von den Wangen streichen, eh er sich erhob und Yukimura wütend anblickte. „Stecks dir sonst wohin!“, fauchte er daher auch abwehrend.

Nicht, dass es diesen überhaupt zu jucken schien. Stattdessen neigte der Buchou nur leicht den Kopf und blickte ihn aus diesen verdammten, sanft wirkenden, violetten Augen zärtlich an. „Ryoma –...“

„Hör auf mich bei meinem Vornamen zu nennen! Du kennst mich nicht und ebenso wenig brauche ich deine Hilfe oder gut gemeinten, nur peinlichen Ratschläge, die sowieso nur dazu dienen, mich zu erniedrigen!“ Ryoma schnappte leicht nach Luft, die ihm durch seine enge Kehle fehlte, weil er kaum atmen konnte. Er nicht fassen konnte, warum er hier stand. Mitten in der Nacht und Yukimura anschrie, obwohl der … doch gar nichts dafür konnte.

Lange wurde sein Blick erwidert, bevor Yukimura an ihn herantrat und die Hand hob. Abweisend schlug er sie von sich, woraufhin der Ältere kurz innehielt. „Du hast recht, ich kenne dich nicht. Kein bisschen. Nur das, was Sanada mir über dich erzählt, seit er dich kennt. Seit eurem ersten Spiel, wobei er zuvor noch nie so über eine Person gesprochen hat. Und ich kenne ihn jetzt seit der Vorschule. Es hat mich zunächst stutzig gemacht, doch war es genau das, was mich nach meiner OP dazu brachte, erst recht wieder spielen zu können, denn danach … konnte ich nicht mal Bälle aufschlagen.“ Ryoma spürte erneut wie seine Augen brannten, weshalb er den Kopf abwandte. „Als ich dann jedoch vor dir stand … Vielleicht denkst du ja ebenso wie ich, dass ich dich hassen sollte, dafür, dass du mir meinen Traum zerstört hast, dieses Turnier damals zu gewinnen. Aber ich kanns nicht. Und Genichirou wird auch nicht mit dir Schluss machen können. Weil … er ein verfluchter Idiot wäre, würde er.“

Hart presste er die Lippen zusammen, bevor er es wagte, den Blauhaarigen anzublicken. „Er sollte es aber. Weil ich ihn nicht dazu bringe, sich von seiner Familie abzuwenden, sollten sie es nicht akzeptieren.“ Und obwohl Tränen über seine Wangen fielen, lächelte Yukimura sanft, eh er sie ihm zärtlich fortstrich. „Aber genau darum bist du die richtige Person für ihn. Weil du ihn mehr liebst, als dein eigenes Glück.“ Er spürte, wie sich sein Mund öffnete. Allerdings zog ihn Yukimura in dem Moment auch schon sanft an sich heran, in dessen Jersey er sich langsam krallte, weil es ihm einen Halt gab, den er heute ausnahmsweise annehmen wollte.

Inmitten von hohen, in der Nacht schwarz wirkende Tannen, welche im Wind leicht rauschten und die zarten Geräusche der Nacht überdeckten. Sogar sein leises Schniefen, welches durch zärtliche Berührungen über seinen Rücken sowie durch seine Haare beruhigt wurden. Und auch wenn Ryoma später behaupten könnte, er hätte nicht in die Jacke Rikkaidais Buchous geweint, würde er es nicht leugnen wollen. Da sich später, während der ihn zurück in die Schlafräume führte, etwas in ihm löste, das er in den letzten Wochen wachsen gespürt hat. Es jedoch nicht zu benennen wusste. Erst als Yukimura seine Hand losließ und hinter ihm lautlos die Tür schloss – er unsicher Sanadas Blick begegnete, der ihm aus leicht geröteten Augen entgegenkam … „Ich liebe dich.“ Und sich weitete, sobald der Fukubuchou seine Aussage hörte; sich ruckartig von dem Bett erhob und ihn dann so hart umarmte, dass er glaubte zerquetscht zu werden. Doch wenn … wäre es ein schöner Tod.

„Ich liebe dich auch.“

~*~

„Du bist zu spät!“ Lächelnd erwiderte Fuji die zärtliche Begrüßung, womit er schon regelrecht in Ryomas Haus gezogen wurde. „Saa, nur zwei Minuten. Da war dieses Eichhörnchen auf einem Sakurabaum, das musste ich einfach fotografieren.“ Damit hob er sein Handy in Ryomas Gesicht, dessen Auge leicht zuckte und Fuji fast schmunzelte. Sich aber zurückhielt. Schließlich funkelten ihn die goldgrünen Augen leicht biestig an. „Sag mir bitte, du hast sie.“

„Saa, ich hab sie.“ Ein wenig erleichtert schloss Ryoma die Augen und Fuji musste zugeben, es war so süß, wie nervös der Jüngere wegen dem hier war. Darum legte er beschwichtigend die Hände an die schmalen Schultern, welche er zärtlich streichelte. „Entspann dich, okay. Es ist nur ein Abendessen.“

„Und was, wenn sie mich hassen? Wenn … sie wissen nicht, das Genichirou … ich will nicht, dass er es bereut.“, hauchte Ryoma leise, woraufhin der ihn wieder ansah. Dieses Mal jedoch alles andere als biestig, sondern einfach nur genauso, wie jeder normale Mensch, der fürchtete jemanden zu verlieren, den man liebte. Aus dem Grund nahm er auch das hübsche Gesicht in die Hände und blickte tief in die schönen Katzenaugen. Er konnte immer mehr verstehen, wie sich Sanada in ihn verlieben konnte. „Ryoma … als ich den Mut fasste, meinen Eltern zu sagen, homosexuell zu sein, weißt du, was sie sagten?“ Schweigend und mit großen Augen schüttelte sein bester Freund den Kopf. „Danke. Dass ich mich ihnen geöffnet habe und etwas aussprach, das sie bereits wussten. Wenn Sanadas Familie ihn so gut kennt, wie meine Familie mich, dann wissen sie es und wenn nicht … sollte es ihnen egal sein. Zumindest wenn sie ihn wirklich lieben. Oder hat dich dein Frauen-verrückter Vater verstoßen, nachdem er euch vor drei Wochen im Bad erwischt hat?“

Sofort wurden Ryomas Wangen rot, doch schüttelte er ebenso rasch seinen Kopf. „Nein. Er glaubt jetzt allerdings, ich hätte einen Vaterkomplex, weil Sanada ihm so ähnlich sehe.“ Hier musste sich Fuji fast auf die Innenseite seiner Wange beißen, um nichts zu sagen. Denn … so die ein oder andere physische Ähnlichkeit hatten die beiden tatsächlich. Aber das würde er seinem besten Freund nicht antun zu erwähnen.

„Siehst du. Wenn nicht mal er Probleme damit hat … solltest du das heute als … weiteren Schritt eurer Beziehung sehen. Glaub mir, hätte Sanada auch nur einen Zweifel, würde er das nicht machen.“ Lange blickte er in die schönen Augen, bevor er einen Kuss auf die Stirn seines kleinen Freundes hauchte. Dann griff er nach seiner Tasche und holte die Krawatte heraus, die er für Ryoma herausgesucht hatte. Schweigend ließ sich Ryoma den Stoff unter den Kragen des weißen Hemdes legen, eh er die Krawatte begann für ihn zu binden.

„Fuji-senpai?“
„Saa ...“
„Mussten es unbedingt Kakteen sein?“

Lächelnd blickte er auf die dunkelblaue Krawatte, auf der süße, kleine, hellgrüne Kakteen aufgedruckt waren und die er schon seit einigen Jahren besaß. Sie war seine Lieblingskrawatte. „Natürlich. Mini-Kakteen für meinen liebsten Mini-Kaktus.“

~*~

Nervös festigte er den Griff um die kleine Orchidee, die ihm Nanako noch gestern Abend gekauft hatte und von der Fuji sagte, dass sie das perfekte Geschenk für seine zukünftige Schwiegermutter wäre. Unsicher blickte er zur Klingel, nachdem nach einer Minute immer noch nicht geöffnet wurde. Wenn er jetzt noch einmal klingelte, würde er vielleicht unhöflich und ungeduldig wirken, dachte er, als dann endlich die Vordertür aufging und Sanada ihn ein wenig außer Atem musterte. „Entschuldige. Komm – komm doch rein.“

Ryoma atmete tief durch. Schließlich übertrat er die Türschwelle, wodurch es sich anfühlte, als würde er seinem Ende entgegentreten. Egal was Fuji oder Yukimura sagten … es konnte nicht verhindern, was für Unsicherheiten in ihm lagen, aufgrund dessen was vielleicht passieren würde. Leise schloss Sanada die Tür hinter ihm, wobei ihm sofort die beigefarbenen Wände sowie die mahagonihölzernen Balken an der Decke, dem Boden und Türrahmen. Auch wenn die Fassade des Hauses normal schien, so war die Inneneinrichtung sehr traditionell und edel eingerichtet. Beiläufig schlüpfte er aus seinen Turnschuhen heraus und in die Pantoffeln hinein, welche Sanada ihm hinlegt hat. „Danke.“

Nachdem sein Freund seine Turnschuhe anständig neben seine gestellt hatte, richtete der sich wieder auf und Ryoma erkannte seinen sanften, warmen Blick. „Schau nicht so.“, hauchte der Ältere und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Stirn, bevor er überraschender Weise an seiner linken Hand genommen und durch das Haus hindurch geführt wurde, zur Rückseite. Sobald er die Stimmen aus dem Hintergarten hören konnte, wollte er seine Hand aus Sanadas ziehen, doch festigten sich die langen Finger nur mehr um seine. Nicht schmerzhaft, jedoch mit dem deutlichen Hinweis, dass es okay war und er keine Angst zu haben brauchte.

Sein Herz schlug ihm währenddessen immer härter in der Brust, sodass er glaubte, die Sonne die ihm beim Hinaustreten in den Garten ins Gesicht schien, das Licht vor einem heftigen Herzinfarkt sein würde. Aber dann traten sie die zwei Stufen hinab, wodurch sich Äste eines großen, japanischen Rotahorns über die gleißenden Strahlen legte und Ryoma leicht perplex blinzelte.

„Ryoma-kun. Wir schön dich endlich kennenzulernen. Genichirou hat schon so viel über dich erzählt.“ Hatte er? Überrascht musterte er die Frau, die lange, schwarze Haare trug und ihn überglücklich anlächelte. „Es freut mich ebenso, Sanada-san.“, murmelte er immer noch nervös, während die Frau sachte schmunzelte. „Nicht doch. Für dich bin ich Ayumi und das ist mein Mann Keto.“ Freundlich verbeugte er sich, vor den beiden, welche ihn aber freundlich ansahen. Offensichtlich sich nicht einmal daran zu stören schienen, dass ihr Sohn immer noch seine Hand hielt.

„Das … das ist für Sie Ayumi-san.“ Er hielt ihr die lilafarbene Orchidee hin, welche die Frau sogleich annahm und sie begeistert musterte. „Das ist ja – vielen Dank, aber das wäre nicht nötig gewesen. Die kommt zu meinen anderen Orchideen, vielen Dank, Ryoma-kun.“ Freudig ging sie mit der Orchidee ins Haus, während Sanadas Vater sich leicht an die Stirn griff. „Schon wieder eine. Bald wird unser Schlafzimmer zu einem Gewächshaus.“, murmelte der, bevor er Ryoma musterte. Jedoch nicht böse, sondern fast hoffnungsvoll. „Aber du interessierst dich für andere Sachen, als Botanik oder?“ Dabei sah er zu Yukimura, der ihnen zuwinkte, bevor er sich dem alten Herren wieder zuwandte, der sie jedoch mehr als genau musterte. Das musste der strenge Großvater sein, dachte Ryoma schluckend.

„Eh … nein, ich … ich mag Tennis und … Tiere.“ Verstehend nickte der Mann, wobei ihm auffiel, woher Sanada wohl seinen Haarschnitt hatte, der sehr kantig und akkurat schien. Die dunkelbraunen Augen dennoch kurz seine Krawatte musterten, eh er leicht lächelte und zu der Sitzecke deutete, wo Yukimura mit dem Großvater saß. „Hier, komm und setz dich. Das ist übrigens mein Vater und Genichirous Mentor. Und Seiichi-kun kennst du wahrscheinlich.“ Er nickte dem Blauhaarigen leicht zu, bevor er sich vor dem Großvater verbeugte und spürte, wie sich sein Magen unangenehm verknotete. Sanadas Daumen hingegen rieb beruhigend über seinen rasenden Puls. „So … du bist also der kleine Namaikina saru, der meinem Enkel den Kopf verdreht hat.“

Errötend weiteten sich seine Augen. Hatte ihn gerade Sanadas Großvater einen kleinen Frechdachs genannt? Langsam blickte er zu Sanada, wobei er eine Augenbraue hob und sein Freund sich verlegen den Nacken rieb. „Sofu-san … ich bat dich, ihn nicht so zu nennen.“

„Tja, das kommt davon, weil du ihn seit deinem Spiel damals so nennst. Weißt du, Ryoma-kun, Genichirou ist ein richtig schlechter Verlierer im Tennis.“, sprach die Schwarzhaarige belustigt über ihren Sohn, der sogleich verlegen den Kopf einzog und Ryoma sich leicht auf die Lippen beißen musste.

Einige Zeit später saß er zwischen Yukimura und Sanadas Großvater, die ihm beide versuchten japanisches Schach beizubringen und er sich innerlich für seine Dummheit schlagen musste, weil er wirklich geglaubt hatte, Sanadas Einladung würde zu ihrem Ende führen. Stattdessen wurde ihm bewusst, dass diese Familie hier – auch wenn sie traditionell und irgendwie anders als die seine war, ebenso freundlich und willkommen war, wie seine. Und nicht einmal der strenge Großvater sich an ihm zu stören schien. Eigentlich sogar … „Nicht den, nimm den.“, murmelte dieser leise, wobei Ryoma zögernd den schwarzen Stein aufnahm, den der alte Herr meinte und ihn auf das Feld hinter Yukimuras weißen Stein ablegte.

Lange blickten die violetten Augen auf seinen Zug, nur um sich auf ihn zu richten. „Du kannst es nicht lassen oder?“ Und Ryoma Yukimura unschuldig anblinzelte.

~*~ Bonus ~*~

„Warum war denn Yukimura hier?“, fragte Ryoma abends, nachdem Sanada aus dem eigenen Badezimmer getreten war und er versuchte nicht auf diesen perfekten Oberkörper zu starren, der von der Dusche immer noch feucht glänzte. Das Handtuch unterhalb seiner schmalen Hüfte lag, sodass Ryoma genau wusste … „Du warst so nervös, ich wollte sichergehen, dass du dich mit jemanden unterhalten kannst, falls es schwierig wird.“

Sein Herz begann zu rasen, als Sanada an ihn herantrat und Ryoma sich auf dem Bett seines Freundes automatisch leicht aufsetzte. Er nur zu deutlich den Geruch seines Duschgels wahrnehmen konnte sowie die Hitze seines Körpers, sobald Sanada direkt vor ihm stand. „Du meinst … falls dein Großvater noch mehr Spitznamen ausplaudert, die du mir hinter meinem Rücken gibst?“, fragte er murmelnd, wobei er nicht einmal böse war. Eigentlich hatte es ihn ziemlich amüsiert. Doch das musste Sanada ja nicht wissen. Viel lieber hob er eine Hand und fuhr mit den Fingerspitzen über die breite Brust seines Freundes, die sich unter seiner Berührung so warm anfühlte. „Das war … einmal. Einmal hab ich gesagt, dass du … deine freche Art …“

Ryoma blickte auf in die dunkelbraunen Augen, wobei er gegen ein Grinsen ankämpfen musste. „Ja?“ Abwartend musterte er seinen Freund, woraufhin dessen Schultern sich leicht ergebend absenkten. „Ich sagte, ich würde dir gern die freche Art austreiben.“

„Ah … würdest du gern, ja?“, wisperte er amüsiert. Besonders weil es sich echt zweideutig anhörte und Sanada, der so sprach … ging ihm direkt unter die Haut. „Ryoma.“, murmelte der Ältere, aber er schüttelte nur leicht den Kopf, während er sich von ihm löste und sich nach hinten hin auf dem Bett ausstreckte. Mit den Ellbogen stemmte er sich auf die Matratze. Sofort sah er, wie Sanada schluckte und sein Blick deutlich über seine Beine glitt. Was er tatsächlich nicht geglaubt hätte, war, dass so viele auf seine Beine starrten. Yukimura, Fuji – ja selbst Tezuka hatte er neulich spannen gesehen, als er sich am Netz nach seiner Kappe gebückt hat. Neckisch fuhr er mit seinen Zehen unter das Handtuch, das Sanada trug, um mit ihnen dort den strammen Oberschenkel nachzufahren. „Gefällt dir das?“

Schluckend nickte Sanada. Schnurrend fuhr er höher, wobei er deutlich sehen konnte, wie sich Sanadas Glied unter dem Handtuch begann aufzustellen. Bevor er es jedoch erreichen konnte, zog er den Fuß zurück. „Na dann … ich hab ja gesehen, dass du Handcreme hast.“ Damit legte er sich anständig auf die Bettseite an der Wand und um die Decke über sich zog. „Eh … wieso hörst du auf?“ Verwirrt blickte ihn Sanada an. „Weil du recht hast. Ich bin so frech … und durchtrieben …“ Unschuldig blinzelte er auf, bevor sein Freund ihm die Decke entzog und er sich im nächsten Moment direkt unter Sanada befand, mit dessen perfekten, langen Körper zwischen seinen Beinen. „Du bist so – du verbringst eindeutig zu viel Zeit mit Fuji und Seiichi.“

Schmunzelnd biss er sich auf die Lippen. „Yukimura geht alleine auf dein Konto. Aber du musst zugeben, dich zu ärgern ist zu einfach.“ Bestimmt festigten sich die Finger um seine Handgelenke, was seinen Körper mit neuer Erregung flutete. „So ist das?“, fragte ihn Sanada dunkel, woraufhin er nickte und sein Becken leicht hob, gegen die Erregung seines Freundes. „Oh ja. Also … treibst du's mir jetzt aus?“

Er konnte deutlich sehen, wie Sanada mit sich kämpfte, bevor dessen Stirn gegen seine Schulter sank und er glaubte die Wangen des Fukubuchous gerötet zu sehen. „Seiichi hatte recht. Du kannst einfach nicht aufhören.“

Nein. Konnte er nicht. Und um ehrlich zu sein …
Er wollte es auch gar nicht.

~*~ Fin ~*~
Review schreiben