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Sleepy Head

von IamLenny
OneshotAllgemein / P12
Haytham Kenway Shay Patrick Cormac
13.06.2019
13.06.2019
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Assassin's Creed Rogue Fanfiktion

Titel: Sleepy Head

Autor: IamLenny

Hallo, hier meine Fanfiktion, die ich mal wieder geschrieben habe, anstatt zu schlafen. Upps. Naja wie immer gehören die genutzten Charaktere nicht mir sondern Ubisoft. Viel Spaß.



Die Uhr im Flur zeigte bereits zwei Stunden nach Mitternacht an, als Haytham sein Büro mit einem Stapel Papiere unter den Arm geklemmt verließ. Dunkle Schatten zeichneten sich unter seinen Augen ab. Ein anstrengender, von gefühlt niemals endendem Papierkram durchzogener Tag lag hinter ihm und er sehnte sich danach, einfach endlich in sein weiches Bett zu fallen und seinen brennenden Augen etwas Ruhe zu gönnen. Aber selbst dieser kleine Luxus blieb ihm verwehrt.



Einer seiner Informanten hatte ihm gegen Nachmittag von der zunehmenden Aktivität der Assassinen am Hafen berichtet. Und als ob das noch nicht genug wäre, wurde zwei Stunden später der Hafenmeister tot aufgefunden. Die Assassinen mussten herausgefunden haben, dass er ein Verbündeter der Templer war. Das war's mit den Vergünstigungen der Zölle. Verdammtes Assassinenpack, dachte Haytham mürrisch. Normalerweise fluchte er nicht, doch die Assassinen trieben ihn noch in den Wahnsinn. Sie waren wie Parasiten. Ließ man welche übrig, wurde man sie nie los.



Der Großmeister hatte daraufhin Hickey an den Hafen geschickt, um die Lage im Auge zu behalten und Informationen zu sammeln. Dieser wurde aber kurz darauf (mal wieder) verhaftet, als er falsches Geld unter die Leute gebracht hatte.  So langsam zweifelte Haytham wirklich an Hickeys Kompetenz. Wie konnte man nur so dumm sein, und Falschgeld an einem Hafen in Umlauf bringen, an dem es nur so von Wachen wimmelte?! Das Ende vom Lied? Haytham musste Charles nach Bridewell schicken, um Hickey freizukaufen. Natürlich wollte Lee danach mal wieder dafür gelobt werden, wie toll er doch seine Pflichten erfüllte, was der Großmeister genervt ignorierte und hielt stattdessen  Hickey einen Vortrag darüber, wie wichtig die Arbeit des Ordens war und dass er sich doch gefälligst nützlich machen sollte.



Am liebsten hätte er gleich Shay auf die Mission geschickt. Er hätte sich sofort um die Assassinen gekümmert und sie wären das Problem los. So hätte Haytham massenhaft Papierkram  verhindern können. Das Problem?  Shay war am Morgen mit Gist und der Crew losgesegelt, um Wale zu jagen. Der Großmeister selbst hatte ihm einen freien Tag eingeredet, damit der depressionsgefährdete Jäger etwas zu Ruhe kommen konnte.



Keine Frage, er machte sich Sorgen um den ehemaligen Assassinen. Natürlich wusste er um Shays Schlafstörungen und vor allem seine Albträume, die ihn nachts wachhielten. Wenn sie sich auf gemeinsamen Missionen ein Zimmer teilten, hatte nicht nur Shay schlaflose Nächte. Sein leises Wimmern und das ununterbrochene Hin- und Hergewältze hielten auch Haytham wach. Von dem, was er mitbekommen hatte, musste es für Shay einfacher zu sein, Nächte lang wachzubleiben als auch nur einmal kurz zu schlafen.



Natürlich war das  nicht gesund und der Templer wurde gereizt und unvorsichtig. Haytham nahm es ihm nicht übel. Wem ging es schon gut, wenn er seit Tagen nicht geschlafen hatte? Der Großmeister hatte ihm selbst das eine Mal verziehen , als Shay ihn angefahren hatte, dass er sich seinen verdammten Orden doch quer in den Arsch schieben und sich verdammt nochmal verpissen sollte. Danach konnte Shay ihm tagelang nicht richtig in die Augen sehen.



Haythams Schritte trugen ihn zu Shays Räumen in dem großen Anwesen.  Er wollte Shay in die Mission einweihen. Der jüngere Mann war jetzt wahrscheinlich auch wieder wach und brütete über seinen Seekarten. Er würde ihn also nicht stören.



Er klopfte an die Tür zu Shays Arbeitszimmer und wartete. Keine Antwort. Haytham unterdrückte den Drang mit den Augen zu rollen. Wahrscheinlich war der ehemalige Assassine mal wieder so intensiv mit seiner Flotte beschäftigt, dass er ihn nicht gehört hatte.



Der Templer öffnete die Tür und wurde von Dunkelheit begrüßt. Allein das durch das Fenster einfallende Mondlicht  spendete etwas Licht. Shay war nirgendwo zu sehen. „Master Cormac?“, rief Haytham in den spartanisch eingerichteten Raum hinein.  Es blieb still. Der Großmeister schritt durch den Raum. Der Jäger musste hier doch irgendwo sein. Die Morrigan lag unten am Dock und Gist war auch daheim, was bedeutete, dass der Templer auch hier irgendwo sein musste.  Er legte seine Papiere auf Shays Tisch ab.



„Shay?“ Noch immer keine Antwort.  Haytham betrat das Schlafzimmer des Templers und was er sah überraschte ihn. Shay lag tief und fest schlafend in seinem Bett. Sein Atem war flach und regelmäßig und sein Gesicht sah… friedlich aus. Haytham lächelte etwas. Noch nie zuvor hatte er den jüngeren Templer so entspannt gesehen wie jetzt gerade. Kein Albtraum verzerrte seine Mimik. Die Decke lag locker um seine Hüfte und ließ den Rest seines Oberkörpers der kühlen Luft ausgeliefert.



Haytham schlich näher an ihn heran. Obwohl der Templer schlief schien er die Anwesenheit des Großmeisters zu spüren. Seine Stirn hatte sich in Falten gelegt und er atmete noch unauffälliger als vorher. Haytham legte den Kopf schief. Natürlich spürte ein trainierter Killer, wie sie beide es waren, wenn sich ihm jemand im Schlaf näherte. Erst jetzt fiel ihm die Gänsehaut auf, die den Oberkörper des anderen bedeckte. Haytham zog die warme Decke wieder über Shays Schulter und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht. Er wusste, dass er es nicht riskieren sollte, den Jäger zu wecken, wenn er endlich mal ruhig schlief aber er war übermüdet und sein rationales Denken ließ ihn dann schon einmal im Stich.



Der ehemalige Assassine öffnete verschlafen die Augen. „Sir?“, fragte er mit von Schlaf schwerer Stimme. „Was ist los?“ Der Großmeister lächelte. Immerzu so pflichtbewusst… Monro hatte recht. Er war einer seiner besten Männer.



„Ich habe eine Mission für euch, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ihr mal schlafen würdet. Anscheinend hat euch der freie Tag gut getan.“ Shay  gähnte.



„Ich kann mich nicht beschweren, Sir.“ Er vergrub sich wieder tiefer unter der Decke und sah den älteren Templer müde an. Haytham lächelte.



„Ich habe es euch doch gleich gesagt.“, lachte Haytham amüsiert. Shays Mundwinkel zuckten.



„Mag sein. Ich bin mir aber relativ sicher, dass ich euch hier mehr hätte helfen können. Was ist das für eine Mission? Church hat mir von Schwierigkeiten berichtet, während ich weg war. Wieder die Assassinen?“, fragte er und machte Anstalten aufzustehen. Haytham drückte ihn sanft  wieder zurück in sein Kissen.



„Das kann noch bis morgen warten. Schlaft noch etwas Cormac. Ihr könnt die Ruhe gebrauchen.“ Shays Stirn runzelte sich. Er musterte Haythams müdes Gesicht.



„Die könntet ihr aber auch gebrauchen,  Sir. Ihr seht furchtbar aus.“, bemerkte er mit einem besorgten Unterton in der Stimme. Haytham seufzte.



„Dafür habe ich keine Zeit, Shay. Ich muss noch ein paar Dinge erledigen. Diese verdammten Assassinen machen mich noch fertig.“



„Wartet. Mich zwingt ihr zu einer Auszeit, aber ihr gönnt euch nicht einmal ein paar Stunden Ruhe?“, fragte er skeptisch. Haytham seufzte.



„Shay, bei mir ist das was anderes. Ich bin der Großmeister.  Ich kann nicht einfach für ein zwei Tage verschwinden.“



„Lee kann den Papierkram auch machen. Außerdem seid ihr dem Orden von größerem Nutzen, wenn ihr ausgeruht seid.“, schoss er genau den Satz zurück, mit dem ihm Haytham seinen freien Tag aufgezwungen hatte. Die Augen des Großmeisters verengten sich zu Schlitzen.



„Vorsichtig Cormac.“, drohte er halbherzig. Shay lachte leise. Haytham war froh, dass der andere Mann endlich mal wieder lachen konnte. Die Auszeit, so kurz sie auch war, schien ihm gut getan zu haben.  Er wirkte entspannter. „Außerdem wäre Lee total überfordert. Und ich habe nicht das Bedürfnis, sein Chaos zu beseitigen.“ Shay grinste.



„Kommt Sir, legt euch hin. Wir können uns immer noch morgen früh um die Mission kümmern, oder?“, gähnte Shay. Der Großmeister nickte müde und versuchte erfolglos gegen den Drang ebenfalls zu gähnen zu kämpfen.



„In Ordnung. Schlaft jetzt weiter Shay. Ich wollte euch nicht wecken.“



„Kein Problem Sir.“, brummte Shay. Ein plötzlicher Gedanke ließ ihn grinsen. „Ihr könntet es vielleicht wieder gutmachen,  indem ihr euch zu mir legt?“, schlug er über beide Ohren grinsend vor. Er wusste, dass Haytham ihn mochte… sogar mehr als einfach nur mögen. Der arrogante, britische Bastard hatte nur den Stock zu tief im Arsch stecken, als dass er das jemals freiwillig zugeben würde. Warum sollte Shay dann nicht etwas nachhelfen?



Der hochrangige Templer starrte ihn für einen Moment geschockt an. Hatte ihm sein Kopf gerade nur einen Streich gespielt oder hatte Cormac wirklich die Eier in der Hose, um ihn das zu fragen? Das freche Grinsen im Gesicht des anderen bestätigte seinen Verdacht. Er hatte es wirklich gesagt. Der Großmeister konnte spüren,  wie sein Gesicht rot anlief. Haytham wählte seine nächsten Worte mit bedacht. „Shay, ich glaube wirklich nicht,  dass das eine gute Idee ist. Wenn uns Lee oder Church finden, werden sie das sicher nicht für sich behalten.“ Shay schmunzelte.



„Ihr habt Gist vergessen,  Sir.“



„Stimmt… Seid ihr euch ganz sicher?“, fragte er den ehemaligen Assassinen streng. Jedoch fehlte seiner Stimme die charakteristische höfliche Kälte. Shay zuckte mit den Schultern.



„Ich hätte nichts dagegen Sir. Und wenn, dann hätte ich euch nicht gefragt.“ Nun war es an Haytham  zu schmunzeln.



„Ihr überrascht mich wirklich immer wieder Cormac. Einverstanden,  aber wir machen nichts in die Richtung Sex, verstanden?“ In Shays Brust rumpelte das tiefe Lachen.



„Keine Sorge Sir. Nur kuscheln.“ Der Captain war zugegebenermaßen überrascht,  wie einfach es war, den Großmeister dazu zu bringen sich ein Bett mit ihm zu teilen. Haytham musterte ihn für einen Moment skeptisch,  bevor er langsam seinen Schwertgurt abnahm und ihn über einen Stuhl legte. Als nächstes folgten sein Shirt und seine versteckten Klingen, die er beinahe nie ablegte.



„Wehe ihr versucht etwas Shay.“, warnte Haytham, als er sich die Stiefel  abstreifte und neben dem anderen ins Bett stieg.



„Ich würde nicht einmal im Schlaf daran  denken, Sir.“ Haytham nickte und kroch unter die warme Decke,  die sie beide nun vor der kühlen Raumtemperatur schützte. Er ließ zu, dass Shay seinen Kopf auf seine Schulter legte und sich an seine Seite herankuschelte.



„Zufrieden Cormac?“, fragte er mit gespielter Verärgerung. Shay gluckste.



„Jetzt schon.“ Verdammter Ex-Assassine., dachte er amüsiert und legte seinen Arm schützend um Shay Hüfte. Haytham ließ zu, dass sich langsam jeder Muskel in seinem Körper entspannte. Es fühlte sich gut an, dem jüngeren Templer so nahe zu sein. Er könnte sich an seine Gegenwart gewöhnen. Ebenso an seine Wärme. Zum ersten mal seit langem verspürte er wieder ein Gefühl von Sicherheit und…Geborgenheit.  Haytham schloss die Augen und lauschte dem regelmäßigen Atem des anderen.  In dieser Nacht wurde keiner der beiden von den Geistern ihrer Vergangenheit heimgesucht.



Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages fielen durch das große Fenster in Shays Schlafzimmer hinein… Und direkt in Haythams Gesicht. Er öffnete seine blauen Augen langsam und kniff sie direkt wieder zu. Ein leises Stöhnen drang aus seiner Kehle heraus. Doch dann würde ihm plötzlich klar, wo er war.



Diesmal vorsichtiger öffnete er erneut die Augen und sah zu dem Templer herunter, der sich an ihn herangekuschelt und seinen Arm um seine Hüfte geschlungen hatte. Sein Gesicht hatte er in Haythams Brust vergraben und er schien noch tief und fest zu schlafen, wenn der stetige, warme Atem, der über seine Brust strich, etwas aussagte. Der ältere Templer lächelte zufrieden. Shay sah so unglaublich ruhig aus. In etwa so ruhig, wie sich Haytham fühlte.



Der Templer ließ den Blick an seinem Körper herunterschweifen und stellte überrascht fest,  dass er sich wie eine Krake um den jüngeren Mann gewickelt hatte. Sein Arm lag noch immer um Shays Hüfte geschlungen und sein Bein lag auf den Beinen des anderen und drückte ihn sanft an ihn.



Haytham warf einen Blick aus dem Fenster heraus. Die Sonne ging gerade erst auf. So gerne er noch weiterhin mit Shay in dem gemütlichen Bett liegen bleiben würde, er hatte noch mehr als genug zu tun.  Vorsichtig,  um den anderen nicht zu stören, lockerte er seinen Halt um den Körper des Templers. Als er sein Bein von Shays nahm, machte dieser ein leises Geräusch des Protests und verstärkte seinen Halt um Haythams Hüfte.  So viel zu aufstehen und den anderen weiterschlafen zu lassen.



Der Großmeister nahm seinen Arm von Shays Hüfte und spürte sofort, wie dessen Atem stockte. Das war's… Jetzt wird er wach., dachte Haytham sah zu dem jüngeren Templer hinunter. Müde, braune Augen sahen ihn verschlafen an. „Sir?“ Haytham seufzte.



„Ich muss los, Shay. Tut mir leid,  dass ich euch geweckt habe.“, sagte er leise. Der ehemalige Assassine sah ihn verwirrt an.



„Ihr wollt schon gehen?  Die Sonne geht gerade erst auf, denkt ihr nicht, dass ihr noch etwas Zeit habt?“, jammerte er und hörte sich dabei wie ein kleines Kind an, dass um etwas Süßes bettelte. Haytham sah ihn streng an.



„Shay, ich habe einen Orden zu leiten. Ich würde wirklich noch gerne bei euch bleiben, aber ich habe noch genug Briefe zu schreiben.“ , erklärte er mit einer unglaublich ruhigen Stimme. Shay schlug die Decke zurück und stand auf. „Was macht ihr da?“ Der jüngere Templer grinste ihn frech an.



„Ich komme mit Sir. Vielleicht kann ich euch helfen?“ Haythams Stirn legte sich in Falten und sein Blick wurde skeptisch.



„Ihr hasst Papierkram. Und außerdem  müsst ihr für später ausgeruht sein. Ihr könnt keine Assassinen bekämpfen, wenn ihr übermüdet seid. Ich kann es nicht riskieren euch zu verlieren. “ Shay nickte nachdenklich. „ Ruht euch noch etwas aus. Wir treffen uns in der Küche zum Frühstück und dann besprechen wir eure Mission, in Ordnung?“



„Verstanden Sir.“, brummte er und legte sich wieder hin. Haytham lächelte kurz.



„Bis später Cormac.“



„Bis später Kenway." Haytham sah ihn kurz irritiert an, bevor ein gefährliches Funkeln in seine Augen trat. Wäre das leichte Lächeln nicht auf den Lippen des anderen, so hätte sich Shay bereits jetzt schon entschuldigt.  



„Vorsichtig Cormac.“, lachte er und sammelte seine Sachen ein. Kurz bevor er ging, strich er Shay noch eine Strähne aus dem Gesicht und drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Stirn. Der Jäger lächelte Haytham glücklich an und sah noch Minuten später an die Tür, durch die der andere Templer ihn verlassen hatte.



Als er sich wieder gemütlich zum Schlafen hinlegte, vergrub er seine Nase in dem Kissen, auf dem Haythams Kopf die Nacht über gelegen hatte.  Er atmete den schwachen Geruch des Großmeisters tief ein und ließ sich vom Schlaf wieder überwältigen.
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