Echelon Child

GeschichteDrama, Familie / P12
Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto
13.06.2019
21.08.2019
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52. Kapitel

~ PoV Jared~

Ich war ziemlich beruhigt, dass meine Tochter wenigstens wieder mit mir redete und wir wieder zusammen sitzen konnte, ohne irgendwelche Vorfälle. Die letzten Tage hatten mir das Herz zerrissen, so kurz vor der Tour war das Ganze doppelt so schwer als sonst. Mir fiel ein, dass ich mit Christin auch noch einmal darüber reden musste, was auf Tour los war. Ich schüttelte den Kopf, jetzt war nicht der Zeitpunkt dafür. Wir saßen im Studio, ich hatte sie absichtlich hier hingebracht. Zwar hatte sich der Sturm relativ schnell gelegt, aber ab uns zu blitze und donnerte es eben doch noch. Ich wollte nicht dass sie Angst haben musste, nicht wegen so etwas. Das Studio war schallgedämpft, man hörte draußen nicht was drinnen passierte und andersherum auch, ich hatte einfach die Außenrollos runter gemacht und sie überzeugen können her zu gehen. Anfangs hatten wir einfach beide eine Gitarre genommen und gespielt, zu mindestens hat Christin es versucht. Ich schmunzelte bei dem Gedanken daran, sie hatte sich einiges gemerkt, die paar Fehler die sie noch machte ließ ich durchgehen, es war ja nicht schlimm. Lange hatten wir allerdings beide nicht gespielt, bei ihr lag es vielleicht auch an den Saiten, aber vor allem konnte sich keiner von uns wirklich konzentrieren. Meine Gedanken waren ständig bei ihr, ich hatte gemerkt dass meine Tochter noch etwas hatte, es musste wichtig sein und ich war mir sogar sehr sicher, dass es mit dem Vorfall am Abend zu tun hatte, als ich sie rein tragen musste. Ich fragte nicht, diesmal wollte ich wirklich warten bis sie von ganz allein kam, ganz garantieren konnte ich es nicht, aber ich wollte nicht zu schnell sein. Genau das war nämlich eines ihrer Probleme, wie ich feststellen musste. Ich sah auf, wir schauten mittlerweile irgendwelche Filme, zu mindestens dachte ich das. Als ich zu Christin sah, musste ich lächeln. Sie hatte die Augen geschlossen und sich an eines der riesen Kissen gelehnt. Ich nahm eine Decke und legte sie ihr über, „Danke.“, ich war kurz erschrocken. „Ich dachte du schläfst.“, sagte ich ehrlich. „Hmnn.“, sie schüttelte den Kopf. Ich machte einfach nichts weiter und setzte mich wieder zurück, vielleicht würde sie ja doch noch schlafen. Wenigstens einer von uns, dachte ich mir. Ich zerbrach mir immer noch den Kopf darüber was mit ihr los war, da war etwas und ich konnte nicht sagen was. Ich lehnte mich zurück und versuchte wenigstens ein klein wenig Ruhe zu finden, denn wenn ich ehrlich war, war ich auch erschöpft. Nicht so sehr wie Christin es zu sein schien, aber genug um zu wissen, dass ich besser etwas ändern sollte, so kurz vor der Tour. Wenn ich schon so losfahren würde, wäre eine Erkältung, oder was auch immer kommen mochte, schon vorprogrammiert. Ich schloss die Augen, es war gegen fünf Uhr, als ich das letzte Mal auf die Uhr geschaut hatte. Es würde nicht mehr lange dauern, dass mein Bruder aufwachte und mich wahrscheinlich suchen würde.

~PoV Shannon~

Ich war für meine Verhältnisse spät wach, der vergangene Abend mit June war lang. Ich grinste bei dem Gedanken und spürte sogar wie sich mein Herzschlag ein wenig beschleunigte. Ich musste es zugeben, ich hatte mich in sie verliebt. Ich dachte an ihre braunen Haare und grünen Augen, die so perfekt waren, in Gedanken versunken ging ich raus. Jareds und auch Christins Tür standen immer noch offen, mein Bruder hatte mir gestern Nacht noch erklärt was los gewesen war. Ich hatte mich ja wirklich gefreut, dass sie beide einen Schritt nach vorne gehen konnten und das sogar zusammen. June meinte zu mir es wäre nur eine Frage der Zeit und sie hatte Recht. Ich dachte darüber nach, während ich unten Kaffee machte. June hatte, wenn ich ehrlich war, ziemlich gut verstanden wie es meiner Nichte ging und das ohne sie wirklich gut zu kennen. Sie hatte gewusst wie sie mit ihr umgehen musste, was mich schon irgendwie beeindruckt hatte. Natürlich musste es auch an ihrem Psychologie Studium liegen, ich fragte mich immer noch, warum sie es spät abgebrochen hatte, jedes mal wenn ich sie fragen wollte, kam etwas dazwischen. Ich ging kurz ins Wohnzimmer um die Tür aufzumachen und ein wenig Luft rein zu lassen, es war schon wieder viel zu warm, trotz des Gewitters in der Nacht. Mir fiel das rote Handy meiner Nicht ins Auge, sie hatte noch immer keine Hülle, ging es mir durch den Kopf. Ich stutzte, warum lag es hier unten, war sie heute Nacht noch hier? Ich hob es auf und machte mich auf den Weg zu ihrem Zimmer. Ich war mir nicht so ganz sicher, ob es so eine gute Idee war, einfach so zu ihr zu gehen. Sie hatte mit meinem Bruder gesprochen, das hieß nicht sie würde es auch wieder mit mir tun. Wir hatten auch etwas zu bereden, das war sicher. Ich dachte wieder an die blauen Flecken an ihren Armen, ich konnte nicht beschreiben wie leid es mir tat. Ich hätte alles dafür gegeben um es rückgängig zu machen, wenn ich doch nur geahnt hätte wie viel Angst ich ihr machen würde... Ich blieb abrupt stehen, Christin lag nicht in ihrem Bett. Kurz dachte ich sie wäre wieder weg, aber der Gedanke verflüchtigte sich schnell, sie müsste bei ihrem Vater sein, etwas anderes konnte ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen. Unten hätte ich sie mit Sicherheit gesehen, ich ging zum Zimmer meines Bruders. Ich runzelte die Stirn, auch er war nicht da, wo ich ihn erwartete. Ich ging davon aus, sie wären irgendwo zusammen und ging wieder runter, der Kaffee wartete nicht auf mich. Ich hatte schon längst einen getrunken und schrieb mit June seit über einer Stunde und immer noch gab es kein Lebenszeichen von den Beiden. Das war nicht Jared Stil, er hätte mir geschrieben, es sei denn, er hat auch sein Handy liegen lassen. Nur Christins Handy war im Wohnzimmer, vorsichtshalber schaute ich im Flur nach, die Schuhe meiner Nichte waren da und auch alle Auto- und Haustürschlüssel. Ein wenig verwirrt griff ich selbst zum Handy und rief meinen Bruder an, es dauerte ewig bis er endlich abnahm.

~ PoV Christin~

Ich lag einfach nur wach da, Jared lag oder saß halb, wie man es auch immer sehen wollte, ein Stück weiter weg von mir, auf der Couch in seinem Studio. Ich war mir nicht sicher ob er schlief, oder nicht. Ich traute mich einfach nicht aufzustehen, weil ich ihn, falls er tatsächlich schlief, nicht wecken wollte. Mir war klar, er würde nicht sauer sein, aber es war einfach immer noch ein Bisschen von der Angst und Vorsicht da. Würde das jemals ganz weg gehen? Die Frage beschäftigte mich eine ganze Weile, bis ich plötzlich Jareds Telefon klingeln hörte. Erst dachte ich es sei sein Wecker, aber ich irrte mich. „Shannon.“, Jared sah mich verschlafen an und griff nach dem Handy, was auf dem kleinen Tisch vor uns lag. Er war also wirklich eingeschlafen, dachte ich mir und lächelte unbemerkt. „Willst du deinem Onkel nicht gleich Guten Morgen sagen?“, ich schaute ihn etwas fragend an, Jared hatte den Anruf immer noch nicht angenommen. Etwas verunsichert nahm ich ihm das Handy aus der Hand, was sollte ich Shannon denn sagen? Ich hatte noch gar nicht mit ihm geredet, ich wusste das ich es bald musste. „Hallo?“, ich hatte abgenommen. „Christin?“, „Ja.“, er klangt ziemlich verwirrt. „Ich wollte fragen wo ihr seid.“, „Ich, ähh, wir sind im Studio.“, erklärte ich knapp. „Gut, ich hab euch gesucht.“, „Hmm.“, ich hatte keinen Plan was ich sagen sollte. „Kommt ihr zum Frühstück?“, „Ja.“, es war unangenehm still, keiner von uns sagte auch nur ein Wort. Shannon war es der nach einer halben Minute des peinlichen Schweigens, „Bis gleich“, sagte und auflegte. Ich gab Jared sein Handy wieder und stand auf. Etwas zu schnell, es wurde kurz alles schwarz und ich musste mich wieder hinsetzten, automatisch griff ich mir an den Kopf. „Hey, mach bitte langsam. Ist alles gut?“, ich spürte seine Hand an meiner Schulter, kurz hatte ich die Eingebung sie da weg zu streichen, aber der Gedanke war schnell weg. „Ich bin nur zu schnell aufgestanden.“, erklärte ich ihm. „Sicher, ich meine dein Kopf...“, „Mir gehts gut.“, sagte ich und lächelte kurz, mir war klar wie gezwungen es wirkte, aber er glaubte mir. Er stand auf und hielt mir die Hand hin, ich zögerte kurz, er merkte so etwas und ließ sie langsam sinken, ich war schnell genug um sie doch noch zu ergreifen. „Gehen wir zu ihm.“, ich nickte und folgte ihm bis in die Küche. Ich blieb im Türrahmen stehen, verunsichert und irgendwie aufgeregt, ich spürte deutlich wie mein Herz sich beschleunigte. Ich war nicht bereit, aber die Konfrontation mit Shannon stand mir gerade bevor. Ich schluckte und schaute zu Jared, er stand mit dem Rücken zu mir und klopfte Shannon gerade auf die Schulter. Er hatte mich also noch nicht bemerkt, stellte ich ein klein wenig beruhigt fest und trotzdem wäre ich am liebsten weggerannt. „Willst du da ewig stehen bleiben Kleine?“, ich sah ihn ein wenig erschrocken an, unbewusst hatte ich Shannon die ganze Zeit über angestarrt. Ich ging langsam in die Richtung der Brüder, so ganz wohl fühlte ich mich dabei nicht. „Kaffee?“, er hielt mir einfach schon eine Tasse hin, er fragte mich schon gar nicht mehr. „Also, ähhm...“, ich nahm sie einfach in die Hand und sagte nichts weiter. Ich wusste ich wurde rot, „Danke.“, sagte ich leise und schaute kurz zu ihm auf, er lächelte. „Kein Problem.“, ich nickte einfach nur. Jared war kurz rausgegangen um in seinem Garten nach dem rechten zu sehen, da der Sturm doch etwas heftiger war, als gedacht. Ich setzte mich an den Tisch, Shannon saß mir wieder gegenüber, ich musste mich erst daran gewöhnen, dass er jetzt da saß wo früher Jared gesessen hatte. Ich grinste kurz, ich hatte schon die Sitzordnung, wenn man es denn so nennen konnte, durcheinander gebracht und jetzt war es June. Ich hatte natürlich gemerkt, dass da was zwischen den Beiden war, aber konnte bis jetzt nie etwas dazu sagen und ich hielt meinen Mund. Stattdessen beobachtete ich wie mein Onkel sich einen nach dem anderen Löffel mit Müsli in den Mund schob. Wie konnte man so viel essen? „Du musst mit dem Essen nicht auf Jared warten“, wortlos nahm ich mir eine Schüssel und Cornflakes. Ich stand auf um mir die Milch aus dem Kühlschrank zu holen, Shannons Blick auf mir war unangenehm, ich versuchte es zu ignorieren. Ich stellte mich auf Zehenspitzen, wer auch immer als letztes an der Milch war hatte sie ziemlich weit oben hingestellt und bei Jared riesen Küche, konnte das schon mal außer meiner Reichweite sein. Ich kam einfach nicht ran, frustriert gab ich es auf, als ich plötzlich bemerkte das Shannon hinter mir stand. „Du hättest mich auch einfach fragen können.“, kam es von ihm mit einem Grinsen. Es war mir einfach peinlich, nicht nur dass ich viel zu klein war und mit meinen 1,52 m nicht mal an die Milch  im Kühlschrank kam, sondern auch, dass er natürlich bemerkte wie ich versuchte ihm auszuweichen. „Ich weiß, ich...“, er hielt mir die Milch hin und schloss endlich die Tür. „Wir sollten dann reden, nur wenn du möchtest.“, ich nickte, zwar hatte ich Angst, aber es war das Vernünftigste was ich tun konnte. „Danke.“, „Iss endlich mal was, sonst wächst du ja nie.“, ich sah ihn an. „Ich wachs nie mehr.“, sagte ich. Es kam wohl enttäuschter an, als es sollte. „Ganz bestimmt und wenn nicht, ist das doch auch nicht schlimm.“, „Hmm.“. Ich saß am Tisch und Rührte mit dem Löffel in meiner Schüssel herum. „Alles in Ordnung, ein paar Stühle hat es umgeworfen, aber sonst geht’s.“, ich schaute kurz auf, als Jared wieder in die Küche kam, also war er mit seiner Garteninspektion fertig, dachte ich mir. Er setzte sich neben mich und nahm sich auch eine Müsli Schüssel. „Willst du nichts essen?“, fragte er nach einer Weile, er hatte mich genaustens beobachtet. „Hmmn, kein Appetit.“, murmelte ich. „Warum dann die Schüssel voll machen?“, kam es von ihm. Ich stützte meinen Kopf mit einer Hand ab, vor allem um Jared die Sicht auf mich zu versperren ich schaute nach unten, so konnte mich Shannon auch nicht sehen, bildete ich mir ein. Er hatte Recht, ich war einfach nur dämlich, ich wusste ich würde keinen Bissen herunter bekommen und hatte mir trotzdem etwas genommen. Ich war ein gottverdammter scheiß Vollidiot. Ich versuchte die Tränen zurück zuhalten, aber ich konnte nicht. Eine einzelne Tränen tropfte runter, ich zuckte als ich bemerkte wie Shannon aufstand, er hatte es gesehen.

~ PoV Jared~

Ich verstand nicht was auf einmal wieder los war, hatte ich etwas falsches gesagt? Ich schaute erschrocken auf, als mein Bruder plötzlich aufsprang. Christin zuckte zusammen, ich legte meinen Löffel weg, erst jetzt hatte ich erst richtig bemerkt was passierte, sie hatte nicht grundlos von mir weg gesehen. Shannon war schneller und hatte es schon geschafft sie aufsehen zu lassen. Ich schaute ihn kurz an, ein Blick und ein wissendes Nicken genügte. Mit meinen Händen griff ich nach denen meiner Tochter, es schmerzte wie sie erst versucht hatte sie weg zu ziehen, aber diesmal ließ ich es nicht zu. Ich ging so weit in die Knie, dass wir auf Augenhöhe waren und drückte sie an mich. Es musste komisch aussehen, mir war es egal. „Was..?“, „Alles was ich mache ist irgendwie falsch.“, sie ließ mich nicht mal fragen, es klang schon fast wie ein Vorwurf. „Ist es nicht, das war doch nicht böse gemeint, was ich gerade gesagt habe. Du machst doch nicht alles falsch, das hat niemand gesagt.“, „Doch.“. Ich schaute hilfesuchend zu meinem großen Bruder, er war genauso ratlos wie ich, tatsächlich wirkte er auch ein wenig geschockt. „Nein, das darfst du nicht glauben. Du bist viel zu klug für so etwas und du machst auch so viel richtig, das weißt du selbst.“. Shannon war näher gekommen, „Kleine, Jared hat Recht. Wir machen alle mal Fehler, das ist ganz normal und die Schüssel ist komplett egal. Vergiss das, er hat sich glaube nur ein wenig unglücklich ausgedrückt.“, Shannon hatte es tatsächlich geschafft sie zu beruhigen. Ich hatte das nicht erwartet, „Stimmt.“, sagte ich und sah sie prüfend an. „Aber...“, „Vergiss es, wir haben viel schlimmere Fehler gemacht, es ist schon gut. Okay?“, ich wollte einfach nicht diskutieren. „Tut mir leid.“, „Nein, mir tut es leid.“, sagte ich, ich hätte mir einfach zweimal überlegen sollen, wie ich mich ausdrückte. Wir frühstückten einfach ganz normal weiter und ich froh, dass Christin wenigstens doch noch etwas aß.

~PoV Christin~

Ich hatte beim Frühstück einfach über reagiert, ehrlich gesagt wusste ich nicht einmal warum ich auf einmal so drauf war. Ich hatte nur einfach plötzlich das Gefühl alles falsch zu machen, so wie ich es damals immer von meiner Mutter gehört hatte. Die letzten Tage waren nicht spurlos an mir vorbei gegangen, ich wusste so schnell würde ich es nicht vergessen, aber was mich nur noch mehr fertig machte war Jules. Ich griff nach meinem Handy, vielleicht hatte er sich ja endlich gemeldet. Mein Herz stoppte kurz, als ich mein Handy nicht in meiner Hosentasche spürte. Es musste ja hier im Wohnzimmer liegen, oder im Studio, ging es mir durch den Kopf. Ich schaute mich kurz um, konnte es aber nicht finden, also ging ich in Richtung Studio. „Suchst du vielleicht das hier?“, ich drehte mich um und sah auf das rote Teil welches Shannon vor sich hielt. „Woher...“, „Lag heute morgen hier herum.“, ich ging zu ihm und nahm es . „Oh.“, „Ich wollte dir es eigentlich gleich bringen, aber du warst nicht da.“, „Danke.“, „Schon gut.“, ich nickte. Ich wollte eigentlich gleich auf mein Handy schauen und nachsehen ob Jules geantwortet hatte, hatte aber Angst, dass es nicht so war. Shannon hatte sich wieder abgewendet, wo Jared auf einmal abgeblieben war wusste ich nicht. Ich wollte die Sache mit Jules so weit wie möglich hinaus zögern, je länger ich wartete, desto wahrscheinlicher wurde eine Antwort und ich würde nicht gleich erneut enttäuscht und verletzt werden, wenn immer noch nichts angekommen war. „Shannon?“, fragte ich vorsichtig. Ich hatte auch Angst davor mit ihm zu reden, aber es war bei weitem nicht so schlimm, wie Jules. „Ja?“, ich holte tief Luft. „Kann ich mit dir reden?“, ich hatte das Gefühl jemand hätte mir einen Stein in den Magen gelegt. „Immer.“, ich sah wie er lächelte und schaute mich kurz um. So als ob jemand anderes zu hören konnte. „Studio?“, Shannon wusste wie gerne ich dort war und ließ mich vor gehen. Ich hatte mich Shannon gegenüber gesetzt und wusste nicht was ich sagen, oder wo ich anfangen sollte, auf einmal schien alles wieder so schwierig. „Hör zu, was da im Park passiert ist, das tut mir leid. Ich hätte dich nicht festhalten sollen, du musst verstehen ich hatte einfach auch Angst um dich. Dass ich dir Angst gemacht hab, war nicht meine Absicht. Ich wollte nur nicht dass du wieder wegläufst und...“, ich wollte nicht darüber mit ihm reden, mir ging es um etwas anderes, aber das gehörte jetzt wohl dazu. „Shannon, bitte. Ich weiß das, ich konnte damit nur nicht umgehen. Du musst dich nicht entschuldigen, ich hätte einfach nicht weglaufen sollen.“, erklärte ich ihm, in der Hoffnung er würde es verstehen. „Ist schon gut Kleine, ich wünsch mir einfach dass du nicht wegläufst, wenn etwas passiert. Ich meine, du kannst auch zu mir kommen, wenn du nicht zu Jareds gehen willst.“, er kam von allein auf das Thema, ich war froh darüber. „Das wollte ich eigentlich fragen.“, „Was?“. Plötzlich hatte ich wieder Angst, was wäre, wenn er jetzt sagte ich konnte doch nicht mehr zu ihm gehen? „Ich weiß nicht so ganz wie ich es dir erklären kann.“, „Versuch es einfach und ich werde versuchen es zu verstehen.“, er gab mir einen Blick, den ich nicht ganz deuten konnte, aber irgendwie brachte es mich dazu mit ihm zu reden. „Ich will nicht dass das wieder passiert, die Wahrheit ist das ich noch nie so viel Angst hatte. Ich meine ich rede mit euch und ich lass es auch zu, dass ihr mich umarmt, aber mehr geht auch nicht. Ich kann es einfach nicht, noch nicht. Ich will ja, aber es ist einfach, ich weiß nicht, Vorsicht, weil ich Angst hab. Ich weiß das klingt dämlich, ...“, „Nein, klingt es nicht. Ich kann mir vorstellen warum, das so ist.“, ich nickte. „Ich verstehe nur eines nicht.“, ich schaute auf. „Warum erzählst du mir das, sollte es nicht Jared von dir hören?“, ich schüttelte leicht den Kopf, genau die Frage hatte ich befürchtet. „Ich hab es absichtlich nicht getan. Ich bin zu dir gegangen, um sicher zu gehen, dass ich es auch sonst kann.“, „Natürlich, ich dachte du weißt das.“, „Schon, aber ich, also ich weiß nicht wie ich es sagen soll, es ist... Shannon, bitte sag es nicht Jared so, es soll nicht so rüber kommen wie es klingt.“, „Hey, komm erstmal runter.“, er nahm meine Hände in seine. Nah einer Weile fragte er, „Geht's wieder?“, ich nickte, er ließ mich aber nicht los. „Ich weiß ich sollte es tun, aber ich kann es nicht. Ich meine, ich will euch ja vertrauen, aber es ist ...“, ich konnte einfach nicht weiter reden. Warum war ich auf einmal so? Seitdem ich hier angekommen bin, war ich so. Ich dachte wieder kurz an meine Mutter, sie hatte mir deutlich gemacht, dass nur schwache Leute weinen, oder so deutlich zeigten was sie fühlten. „Es war zu viel für dich, oder? Du hast damit nicht gerechnet?“, ich nickte, er verstand mich besser als ich geglaubt hatte.  „Keiner wollte das, ich versteh dich und wir lassen dir die Zeit die du brauchst.“. „Ich weiß ja, ich kann zu euch gehen, aber ich hab Angst, dass es Jared zu viel wird und dir dann auch irgendwann.“, „Nein, Kleine.“, mehr sagte er nicht. „Shannon, ich will keine Angst haben zu euch zu gehen, oder überhaupt ständig zu jemanden zu euch gehen zu müssen. Ich sag das absichtlich dir.“, „Wegen der Tour, oder?“, „Auch.“. In der nächsten Sekunde war Shannon aufgestanden, vor Schreck tat ich es ihm gleich, er umarmte mich leicht. „Ich verstehe was du meinst und ich kann dich ja nicht dazu zwingen zu mir oder Jared zu gehen, ich wusste es auch so schon. Ich hab nur nichts gesagt, deswegen bin ich mit dem Vorschlag für die Tour gekommen. Wenn ich gewusst hätte was passiert, dann hätte ich dich gleich gefragt, hätte das hier eher mit dir besprochen. Jared, würde dir sicher das Gleiche sagen.“, „Shannon, ich werde versuchen zu euch zu gehen, ich kann es nicht versprechen.“, er ließ mich wieder los. „Gut.“. „Ich bin noch nicht fertig.“, ich schaute in sein überraschtes Gesicht. „Ich glaube ihr solltet jemanden mitnehmen, du hattest Recht.“, ich schaute wieder weg von ihm. Irgendwie schämte ich mich für meine Reaktion, von vor ein paar Tagen. Was hatte ich mir dabei gedacht? Gar nichts, ging es mir durch den Kopf. Ich fühlte mich immer noch schlecht deswegen. „Du musst das nicht wegen mir oder Jared mitmachen.“, ich hatte einen Gedanken, es konnte komplett nach hinten losgehen und in einem Desaster enden, oder aber die beste Lösung sein. „Ich denke Jared sollte das wissen.“, „Du kannst das gerne mit ihm ausmachen, wenn du das nicht mir sagen willst.“, „Du musst dabei sein.“, „Sicher?“, „Ja, es geht auch um dich und es wird auch deine Entscheidung sein.“, ich war nervös, er merkte mir es natürlich an. „Es ist deine Entscheidung Kleine, nicht unsere.“, „Das glaubst du.“, sagte ich und versuchte so normal wie möglich zu wirken. Wir gingen wieder einmal durchs halbe Haus, Jared war nirgendwo zu sehen. „Wo ist er?“, fragte ich. Shannon sah auf sein Handy, „Er hat geschrieben im Büro.“, „Wo?“, „In seinem Büro.“, „Er hat ein Büro?“, ich war mehr als nur überrascht, das hatte ich überhaupt nicht erwartet. „Wie lange bist du jetzt hier?“, „Ähhm.“, es fühlte sich länger an, als es eigentlich war und irgendwie auch viel zu kurz, ich war gerne hier, wenn ich ehrlich war. Das Einzige was ich wirklich vermisste waren meine Freunde, bei dem Gedanken an sie wurde ich traurig. Ich traute mich immer noch nicht auf mein Handy zu sehen, irgendetwas hielt mich davon ab und sagte mir, Jules hättte sich noch nicht gemeldet. „Komm mit.“, Shannon hatte ohne zögern einen Arm um mich gelegt und brachte mich gefühlt wieder durchs gesamte Haus. „Manchmal hab ich das Gefühl, noch nie hier gewesen zu sein.“, gab ich zu. „Glaub mir, ich hab garantiert auch noch nicht alles hier gesehen. Ich frag mich manchmal wirklich warum mein Bruder dieses riesen Teil gekauft hat.“, er grinste kurz und sah zu mir runter. Wir gingen ohne zu klopfen rein, Jared schaute nicht einmal auf, so vertieft war er in irgendwelche Unterlagen vor ihm. „Jared.“, sagte Shannon. „Hmm.“, „Es geht um die Tour.“, „Bin gerade dabei, was gibt’s?“, er hatte immer noch nicht bemerkt, das ich auch hier war. „Es geht um meinen Vorschlag.“, ich spürte wie mein Puls hoch ging, mir war auf einmal unglaublich warm, so aufgeregt war ich. Ich holte tief Luft, „Später, das wollte ich eh noch mit Christin besprechen.“, ich schluckte, er wirkte gerade wieder so fremd auf mich. Ich ging einen Schritt zurück, ich fühlte wie ich langsam wieder Angst bekam. Shannons Hand an meinem Rücken verhinderte dass ich noch weiter zurück lief. „Jared!“, ich zuckte zusammen, das klang irgendwie gefährlich, er hatte etwas warnendes in der Stimme. Es erinnerte mich daran wie er mich festhielt, ich zwang mich dazu bei ihm stehen zu bleiben und schloss kurz die Augen um wieder runter zu kommen. Als ich sie wieder öffnete, starrte Jared mich an. „Was ist los?“, ich blieb stumm. „Sie wollte dich auch dabei haben.“,  kam es von Shannon. Jared wirkte ein wenig verwundert auf mich. „Ok, lass uns ins Wohnzimmer gehen, hier will ich das nicht machen.“, er stand auf und wir gingen wieder zurück. Jared ließ mich keine Sekunde aus den Augen, ich hatte das Gefühl er wollte mir etwas sagen. Unten setzten wir uns alle drei aufs Sofa, ich wünschte mir gerade, Jared würde wie sonst auch seinen Arm um mich legen, ich fühlte mich so sicherer, aber mir war auch klar, dass er es aus Rücksicht nicht tat. Er wusste nicht wie weit er gehen konnte, solange ich nichts sagte, das wurde mir gerade bewusst. „Also, was ist los?“, fragte er mich. Ich schaute etwas verunsichert von ihm zu Shannon, bevor ich ihm, viel zu aufgeregt
erklärte, was ich mir gedacht hatte.
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