Like torches in the storm

GeschichteDrama, Romanze / P18
Arthur Morgan Colm O'Driscoll Dutch van der Linde John Marston Josiah Trelawny Micah Bell
12.06.2019
14.06.2019
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Hallo und herzlich willkommen zu dieser Story. Wie schön, dass ihr euch hierher verirrt habt. Ich hoffe sehr, dass euch der Prolog anspricht :)

Viel Vergnügen



Prolog



https://www.youtube.com/watch?v=PpIjLEHut-c&list=OLAK5uy_nXOEYpM0noCiFEeMFh3zPt9DEm0bQSU0A&index=4


Charleston, South Carolina
2. April, 1893




''Es war schön Sie kennen zulernen, Miss!''

Arthur blickte der jungen Frau in die braunen Augen, als sie ihm freundlich entgegen blickte, während er ihre zarten Hände in den seinen hielt. Ihr dunkelbraunes, langes Haar lag geflochten über ihre Schulter. Sie war aus gutem Hause und doch war sie nicht so sterbend langweilig, wie die meisten gut betuchten Frauen in dieser Gegend. Sie hatte viel Sinn für Humor und konnte auch mal ungehobelt sein. Das hatte sie bewiesen.

''Der Ausritt gestern war sehr amüsant, Arthur! Diese Ausflüge werden mir sehr fehlen!''

Arthur lachte leise. Ja, auch er würde die Anwesenheit der jungen Frau missen. Ganz gewiss.

''Ja, dass glaube ich Ihnen! Sie hätten mich bei unserem Rennen beinahe geschlagen!''

Annabell schmunzelte. Ja, fast hätte sie Arthur bei dem Pferderennen besiegt, doch er war eindeutig der bessere Reiter gewesen. Sie hatten in den letzten zwei Wochen, indem sie Arthur Morgan begegnet war, so viel Spaß wie noch nie zuvor gehabt. Eine Abwechslung zu dem ständigen zu Hause herumsitzen und nach jeglichen Regeln sein Leben führen zu müssen. Ein eintöniges, langweiliges Leben, ohne jeglichen Spaß. Alle sprachen nur von Politik und Geld.

''Sie werden mir doch schreiben, Arthur?''

Die junge Frau blickte dem Älteren hoffnungsvoll in seine grünen Augen, welche ihr vom ersten Augenblick an, den Atem geraubt hatten. Sein leicht gebräunter Teint und das dunkelblonde Haar... Der gepflegte, kurz getrimmte drei Tage Bart... Er war ein wirklich attraktiver Mann und es störte sie kein wenig, dass er zehn Jahre älter war wie sie. Warum denn auch? Ein reifer Mann wäre doch keine schlechte Partie, oder? Zumal er danach aussah, als könnte er wirklich harte Arbeit verrichten und das mit Leichtigkeit. Nicht wie die jungen Männer dieser Stadt, die nichts von Arbeit verstanden und sich lieber auf die faule Haut legten.

''Natürlich! Sobald ich in West Point bin, werde ich Ihnen schreiben, Miss Annabell.''

Das würde er. Nur würde er niemals nach West Point gehen. Arthur hatte sie belogen. Er hatte ihr erzählt, dass er zurück nach West Point, zur Militär Akademie müsse, um dort seinen Dienst anzutreten. Ein Sergeant wäre er, hatte er ihr vorgegaukelt. Arthur musste zugeben, dass es nicht gerade Vorteilhaft war, jemanden anzulügen, den man wirklich gerne hatte. Eine Beziehung auf Lügen aufzubauen, würde niemals gut gehen. Doch was sollte er ihr denn sagen? Etwa die Wahrheit? Das er ein Gauner war? Das er Mitglied der berüchtigten Van Der Linde Gang war? Und das er schon einige Dinge in seinem Leben getan hatte, auf die er nicht wirklich stolz sein konnte? Sie würde ihn vielleicht zum Teufel jagen! Welche anständige Frau würde denn bitte solch einen Mann haben wollen? Arthur wusste nicht, was die Zukunft für ihn bereit hielt oder wohin sein Weg ihn führte.

''Ähm... ich hätte da noch etwas für Sie, Miss...''

Arthur räusperte sich etwas, machte ihn die Anwesenheit dieser Frau ganz schön nervös. Er verbrachte nicht viel Zeit mit Frauen und wenn er ehrlich sein sollte, hatte er keine Ahnung, wie ein echter Gentlemen zu handeln. Natürlich behandelte er jede Frau mit Respekt, aber es war doch etwas anderes, sich nicht wie ein Bauerntrampel zu benehmen, der er manchmal war. Annabell hatte ja keine Ahnung, wie gut er darin war zu Fluchen. Oh und wie... Da müsste sich selbst der Teufel die Ohren zuhalten.

''Ein kleines Geschenk für Sie, Miss.''

Wenigstens ein kleines Geschenk für seine Lügen waren wohl angemessen. Außerdem wollte er, dass sie an ihn dachte. Sie würden sich für eine sehr lange Zeit nicht sehen, dass war gewiss. Die Van Der Linde Gang hatte große Träume, große Ziele. Sehr große Ziele...

''Ich hoffe, es gefällt Ihnen?''

Arthur zog ein weinrotes Tuch hervor, welches aus glänzender Seide bestand. Annabells Augen schimmerten auf, als sie das Tuch sah. Es gefiel ihr sehr.

''Arthur, dass ist sehr aufmerksam...'', sagte sie leise und nahm das Geschenk entgegen. Sie blickte zu ihm auf, wieder in seine Seelenspiegel und schenkte ihm ein sanftes Lächeln. Arthur war sehr froh darüber, dass sie sein Präsent annahm, denn das zeigte ihm, dass sie ihn mochte.

''Ich werde dich vermissen, Arthur... sehr sogar...'', sagte sie leise und beugte sich vor, stellte sich auf die Zehenspitzen, da er doch ein ganzes Stück größer war wie sie und drückte ihm einen zarten Kuss auf die Wange. Arthur genoss diesen Augenblick in vollen Zügen und atmete dabei ihren herrlichen Duft ein. Der zarte, feminine Duft nach Jasmin vernebelte ihm regelrecht seine Sinne.

''Bis bald, Annabell. Und äh...''

Nun war es Arthur, der sich zu der jungen Dame vorbeugte und ihr etwas ins Ohr flüsterte.

''... zeig den Leuten hier mal was es heißt, sich ein wenig zu amüsieren! Ich wette, die haben noch nie eine Dame gesehen, die in einem Kleid besser reitet wie ein Cowboy!''

Annabell lachte leise und sie war sich sicher, dass sie damit einige aus ihrer Familie schocken würde. Eine Dame, die nicht nur gemütlich sitzend auf ihrem Pferd ritt, sondern auch an Wettrennen teilnahm und es ihr egal war, ob ihr Kleid dabei von Matsch und Wasser befallen wurde.

''Das werde ich, Arthur!''

Das konnte sie ihm versprechen, ob es sich allerdings in Charleston durchsetzten würde, war eine andere Frage. Die junge Frau sah dabei zu, wie Arthur sich auf seinen weißen Araber setzte. Ein wunderschönes, prachtvolles Pferd. Ein letzter Blick und ein schönes Lächeln beiderseits und dann trennten sich ihre Wege.

Wusste keiner von ihnen, welches Schicksal sie in dieser Welt heimsuchen würde...