Different Demon

GeschichteRomanze, Familie / P16
Clarissa "Clary" Adele Fray / Fairchild Jocelyn Fray Jonathan Christopher "Sebastian" Morgenstern OC (Own Character)
12.06.2019
13.09.2019
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Jonathan:

Ich stand im Dunkeln vor dem Fenster, aus welchem ich auf die Dächer der Häuser im Umkreis schauen konnte. Es regnete und gelegentlich erhellten  Blitze meine Umgebung. Für einen Moment konnte ich die Halle des Abkommens sehen, dann wurde sie wieder von der Dunkelheit verschluckt. Ich wusste nicht wie lange ich schon an diesem Fenster stand, aber es musste etliche Zeit vergangen sein. Für mich gab es fast nichts schöneres, als im warmen trockenen zu stehen und den Regen zu beobachten wie er auf die Stadt prasselte.

Es klopfte leise an der Tür und als ich nicht antwortete wurde sie ungeduldig geöffnet. Kalea schob sich leise in den Raum hinein. Es klickte und schnell schloss ich meine Augen, um sie vor dem hellen Licht zu schützen. Meine Adoptivschwester grinste mir zu. Sie hatte Schulter lange braune Haare und ebenfalls braune Augen. Sie war in meinem Alter, aber wesentlich kleiner als ich. Als wir jünger gewesen waren, hatte ich sie oft damit aufgezogen. Nun aber hatte ich dazu die Lust verloren.

„Was gibt’s“ fragte ich, nachdem ich mich an das Licht gewöhnt hatte.

„Nichts mir ist nur langweilig“ meinte Kalea immer noch breit grinsend „und dann wollte ich sehen was du so treibst“

„Nicht viel“ lachte ich und deutete auf das Fenster.

„Das sehe ich, aber wir sind in Alicante sollte es hier nicht aufregender sein“ beschwerte sie sich und ging zu meinem Schreibtisch.

„Du findest es überall langweilig“ sagte ich augenverdrehend. Es stimmte, dass es für Kalea kaum einen Ort gab, der Spannend genug war.

Kalea antwortete nicht sondern blätterte durch meine Zeichnungen. Normalerweise konnte ich es nicht ausstehen, wenn dies jemand tat, aber bei ihr machte es mir nichts aus.

„Wer ist das?“ fragte sie auf einmal und zeigte mir ein Papier.

Auf dem Bild stand eine junge Frau auf einer Wiese und streichelte einen großen braunen Wolf. Sie hatte rote Haare, die vom Wind verweht wurden und hell grüne Augen. Ihr war die Erschöpfung anzusehen, aber sie lächelte glücklich.

„Keine Ahnung ich zeichne nur das was mir grade in den Sinn kommt“ sagte ich ausweichend.

„Das Jocelyn Fairchild nicht?“ Kalea ignorierte meine Worte, wenn sie wusste, dass ich log.

„So wie ich mir sie vorstelle zu mindestens“ murmelte ich.  Ich hatte meine Mutter nie kennengelernt, aber  ich hatte von ihr gehört und sie auf Bildern gesehen. Mein leiblicher Vater hatte oft von ihr erzählt. Meine Adoptiveltern erwähnten sie nie, genauso wenig wie meinen Vater oder den anderen Teil von mir. Den, welchen ich in mir verbarg, weil niemand von ihm wissen durfte. Ich musste nur daran denken und schon sah ich wie sich meine Finger sich in die langen scharfen Krallen verwandelten und ich mich stärker, schneller und lebendiger fühlte.

„Schon einmal etwas von einer Nagelschere gehört?“ fragte Kalea und musterte mich mit ihren belustigt leuchtenden braunen Augen.

„Du bist einfach unglaublich“ wie ich es hasste, dass sie mich immer zum Lachen bringen musste, wenn ich vor hatte in meinem Selbstmitleid zu versinken.

„Ich weiß“ grinste sie und blätterte weiter. „Du solltest dir übrigens wieder etwas mit deinen Haaren anstellen, das weiß kommt durch“ fügte sie noch hinzu bevor sie sich wieder abwendete. Genervt schaute ich in den Spiegel, den mir meine Mutter extra in mein Zimmer gestellt hatte. Kalea hatte recht gehabt. Am Ansatz waren meine Haare schon wieder weißblond. Frustriert starrte ich einen Moment in die hellgrünen Augen, welche mich ebenfalls mit einer Spur von Abscheu musterten.

„Ich mag deine weißen Haare“ meinte Kalea und blickte kurz auf „sie sind irgendwie spannender als langweiliges braun“

„Sag das nochmal wenn wir vierzig sind, dann halten mich alle für achtzig“ grummelte ich. Meine Augen waren immer noch gerötet von den Kontaktlinsen, die ich schon vor Stunden heraus genommen hatte. Egal was ich tat, ich sah Valentine immer ähnlich und mittlerweile hatte ich mich damit abgefunden. Es war nur wichtig, dass niemand anderes mich mit meinem Vater in Verbindung brachte.  Nur sehr wenige Leute wussten von meiner eigentlichen Herkunft. Meine Adoptiveltern, Konsul Malachi, Valentin und natürlich Kalea.

Mit zehn Jahren hatte ich gelernt, wie ich meine Demonischen Kräfte kontrollieren konnte. Ich hatte gelernt den Teil von meinem menschlichen Teil zu trennen. Ganz verschwunden war er zwar nie, aber immerhin hatte ich mein Leben zurück. Mit elf war ich meinem Vater weggelaufen und wurde von Malachi aufgelesen, der zwar über meinen wirklichen Vater Bescheid wusste, mich aber dennoch an die Familie Lepine übergeben hatte. Seitdem lebte ich bei ihnen und es war fast normal, aber eben nur fast. Ich hatte ihren Namen angenommen und sie nannten mich nur Jon, nicht nach meinem vollen Namen Jonathan Christophter Morgenstern.

Vor den anderen Schattenjägern bleib es geheim und darüber war ich mehr als froh, besonders jetzt wo Valentin sich erhob. Die anderen Schattenjäger versammelten sich in Alicante, um über Valentine zu beraten und ich konnte es nicht gebrauchen, dass grade jetzt jemand heraus fand wer ich wirklich war.

„Das ist echt schön“ staunte Kalea und ich schreckte aus meinen Gedanken, als sie mich an sprach. Sie hielt eine Zeichnung von einem Gebäude in der Hand. Ich hatte versucht eine eindrucksvolle Kathedrale zu entwerfen, aber es sah eher aus wie ein Opernhaus. Es war zu breit und zu voluminös und zu düster. Stirnrunzelnd nahm ich ihr das Papier aus der Hand. An diesem Tag musste ich echt schlechte Laune gehabt haben. Die Zeichnung war schön, aber dennoch hatte sie etwas Bedrohliches an sich.

Ärgerlich knüllte ich  das Papier zu einer Kugel zusammen und  schmiss sie in den Müll.

„Warum?“ fragte Kalea mich und starrte mich aus ihren großen braunen Augen fassungslos an.

„Es ist nicht das was es werden sollte“ murmelte ich frustriert. Ich setzte mich auf mein Bett. „Ich habe immer ein ganz genaues Bild im Kopf und am Ende sieht es ganz anders aus, als es eigentlich sollte“

„Und das hier“ lachend zeigte mir meine Schwester eine andere Zeichnung.  

Darauf sah man meinen Vater Cailan Lepine, der in mitten von schwarz gekleideten Schattenjägern nicht auf seinen neongrünen Schal und auf seine gelbe Weste verzichtet hatte.

„Nein die ist sehr Originalgetreu“ lachte nun auch ich. Mein Vater war manchmal wirklich seltsam.  

„Mom konnte sich glücklich schätzen, dass er nicht sein orange rosa gestreiftes Hemd angezogen hat“ murmelte Kalea.

„Ein wahrer Hingucker“ sagte ich „und ein weiterer Grund nicht mit ihm in die Öffentlichkeit zu gehen“

„Wie wahr“ stimmte meine Schwester mir zu. Sie beugte sich wieder über meine Zeichnungen, während ich produktiv auf meinem Bett lag und nichts tat.

„Aline hat mir übrigens geschrieben, dass sie bald ankommen“ berichtete Kalea. Die Penhallows waren über mehrere Ecken mit den Lepines verwand und deshalb teilten wir uns in Alicante ein Haus mit ihnen.  

„Die Lightwoods werden auch hier wohen“ ich hörte einen angespannten Ton in ihrer Stimme.

„Und was soll mir das jetzt sagen?“ fragte ich nach.

„Nun ja sie kennen Valentine besser, als die meisten Schattenjäger“ erwiderte Kalea vorsichtig.

„Wir haben sie noch nie gesehen, wir kennen sie doch eh nur über Aline, also worüber machst du dir sorgen?“ meine Worte wurden harsch.

„Vielleicht erkennen sie deine Ähnlichkeit zu Valentine“ Kalea stand auf und lief zu mir herüber. „Ich mache mir doch nur Sorgen um dich“ sie legte mir eine Hand auf die Schulter.

„Ich weiß“ seufzte ich entschuldigend „es nervt mich nur  mich ständig verstecken zu müssen“

„Schon okay“ winkte Kalea ab und ließ sich neben mir nieder.

Eine Weile bleiben wir so sitzen. Ich spürte wie Kaleas Kopf auf meine Schulter sackte und sie leise zu schnarchen begann, aber ebenso schnell schreckte sie auch wieder aus ihrem Halbschlaf, als es erneut klopfte. Meine Mutter streckte vorsichtig den Kopf zur Tür herrein.

„Kalea dein Vater möchte, dass du ihm in der Küche hilfst“ sagte sie.

„Gibt es da denn noch etwas zu helfen?“ fragte Kalea panisch. Ein Moment wo die Tür offenstand hatte gereicht, damit grauer Rauch in mein Zimmer kam. Ich wusste ziemlich sicher, dass es mit den nicht vorhanden Kochkünsten meines Vaters zu tun hatte. Meine Mutter schloss hinter Kalea die Tür sodass sie nun alleine mit mir war. Ein genervtes Stöhnen unterdrückend bereitete ich mich auf ein Mutter Sohn Gespräch vor.

Meine Mutter lief in meinem Zimmer herum, daran konnte ich erkennen, dass sie nervös war. Genauso  wie ihre Tochter konnte sie nicht mehr stillhalten und hatte den drang sich zu bewegen.  Elita Lepine war eine schlanke hochgewachsene Frau, die selbst ihren Mann um einige Köpfe überragte. Ihre braunen Haare waren eine Spur heller, als die von Kalea und ihre Augen waren nicht braun sondern hellblau. Von außen betrachtet schien sie genau so wenig zu dieser Familie zu gehören wie ich, sie schien nichts von ihrem Aussehen an Kalea weiter gegeben zu haben.

„Jon ich muss mit dir reden“ meinte sie nachdem sie einmal tief Luft geholt hatte.

„Das hab ich irgendwie schon geahnt“ murmelte ich und folgte ihr mit den Augen. „Geht es um die Lightwoods?“

„Nein also  nicht direkt“ sie schien mit ihren Worten zu ringen und blickte mich dabei  besorgt an. „es geht vielmehr um Jace Wayland“

Wage erinnerte ich mich an diesen Namen. Valentine hatte den Jungen sozusagen bei ihm aufgenommen. Ich selbst hatte ihn nie gesehen, aber irgendwann war er verschwunden, vielleicht kurz bevor auch ich weggelaufen war.

„Ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll, du weiß ja, dass die Lightwoods ihn bei sich aufgenommen haben, weil sie dachten, dass er Waylands Sohn ist“ Elita führ sich mit den Händen erschöpft durch die Haare.

„Ist er es denn nicht?“ fragte ich.

„Nun ja nein es ist sicherer, dass er nicht Waylands Sohn ist, aber sie glauben, dass Jace der Sohn von Valentine ist“

„Weshalb das?“ ich konnte nicht anders als zu lachen.

„Weil Valentin es ihm gesagt hat“ die Stimme meiner Mutter war ernst.

Nun war ich wirklich überrascht und ich war nicht leicht aus der Fassung zubringen. Ein kleiner Teil von mir war gekränkt, weil Valentine Jace aufgesucht hatte und sich für mich nicht mehr zu interessieren schien. Ich war mir sicher, dass ich keine Geschwister besaß, warum gab mein Vater Jace dann als seinen Sohn aus.

„Ich habe keine Geschwister“ meinte ich verdattert.

„Sicher nicht“ krächzte meine Mutter und hustete kurz, um ihren Hals frei zu bekommen. Sie verhielt sich seltsam.

„Wenn das Valentine meint, dann sollten wie den Jungen besser in dem Glauben lassen und ich erwarte, dass du dich da raus hältst“  meinte sie streng.

„Aber er wird nie wissen, dass Valentine nicht sein Vater ist. Hat er nicht ein Recht es zu erfahren?“ ich merkte wie ich langsam wütend wurde.

„Malachi möchte ebenfalls, dass du dich zurück hältst“ zischte meine Mutter.

„Was interessiert es Malachi was ich mache“ fauchte ich und es war wahrhaftig ein fauchen. Angestrengt versuchte ich mich zu beherrschen. Es würde nichts bringen wenn ich als Halbdämon ein Streit mit meiner Mutter führte. Dasselbe schien meine Mutter zu denken, dann sie sprach nun um einiges sanfter.

„Malachi scheint ebenfalls sehr besorgt um dich und ich denke zurecht, es gibt ein Grund warum wir nicht wollen, dass du dich nicht allzu sehr mit den Lightwoods unterhälst“ meine Mutter stockte und suchte nach Worten „sie stehen über mehrere Ecken mit deiner Mutter in Kontakt und es ist besser du kümmerst dich einfach nicht darum“ . Ihre Stimme hatte einen eisigen Ton angenommen, den sie immer einhielt sobald es um Jocelyn ging. Ich fragte mich erneut warum es für Malachi so wichtig war mich von meiner richtigen Familie fernzuhalten.

„Nun ja jedenfalls haben sie Valentin gesehen, deswegen ist es um so wichtiger, dass du dich bedeckt hältst“ sie deutete in Richtung meiner schwarzen Haare.

„Wann kommen sie denn?“ fragte ich um zu wissen wann ich mich verstellen musste.

„Aline und ihre Eltern müssten bald da sein genauso wie ihr Cousin Sebastian. Die Lightwoods müssten morgen kommen während wir bei einer Ratssitzung sind“ erklärte sie.

„Okay“ murmelte ich zögerlich, dann musste ich jetzt schon Vorbereitungen treffen. Von unten hörte ich ein lautstarkes scheppern und meinen Vater aufgeregt rufen.

„So“ zufrieden lief meine Mutter zur Tür „Ich denke der tollpatschige Teil meiner Familie braucht meine Hilfe, komm nach wenn du fertig bist“ sie schloss hinter sich die Tür.

Ich blieb alleine in meinem Zimmer zurück. Schnell lief ich zum Lichtschalter und stand wenige Sekunden später wieder im dunklen. Danach ging ich zu meinen Zeichnungen, die Kalea über meinen Schreibtisch verstreut hatte und suchte sie zusammen. Die meisten zeigen Gebäude, die ich entweder abgezeichnet hatte oder welche die meiner eigenen Vorstellungskraft entsprungen waren. Hin und wieder waren auch kleinere Zeichnungen von Personen und Gegenständen dazwischen gerutscht.  

Es brauchte wieder eine Weile bis ich mein Aussehen als zufriedenstellend empfand. Meine Augen waren braun wie die von Kalea und meinem Vater und meine Haare komplett schwarz. Mit ganz viel Fantasie sah ich ihnen ein wenig ähnlich, aber die Gesichtszüge waren immer noch die von Valentine. Auch das durchdringende grün meiner Augen schien noch leicht durch und machten das braun ein wenig heller. Mit dem Gedanken, dass es nicht besser werden konnte stand ich auf und ging nach unten. Lächelnd beobachtete ich wie mein Vater sich verzweifelt die Haare raufte, während meine  Mutter und Kalea versuchten das Essen zu retten. Ich stand auf dem oberen Ende der Treppe und hatte so einen guten Überblick. Es sah fast so aus als hätte er in der Küche einen Dämonen Fürsten wüten lassen. Ich beobachtete einen Moment lang die Situation, dann kam ich auf die Idee mich nützlich zu machen und half mit Ordnung zu schaffen.

Wir hörten wie die Haustür geöffnet wurde und die Stimmen der Penhallows durch das Haus hallten. Mein Vater, der aus der Küche verbannt wurde, ging sie begrüßen. Ich hatte die Familie das letzte Mal mit vierzehn gesehen und das war nun schon drei Jahre her. Kalea blieb bei mir in der Küche, als meine Mutter ebenfalls in den Flur ging. Sie fühlte sich nicht wohl unter vielen Menschen, die sie nicht gut kannte.

Jia Penhallow zog mich in eine kurze Umarmung nachdem sie Kalea begrüßt hatte. Ich grinste meiner Schwester aufmuntert zu, die mir einen leidenden Blick zu warf. Patrick Penhallow reichte uns zum Glück nur die Hand.

„Du bist aber groß geworden“ bemerkte er, als er zu mir aufschauen musste. „Du kommst wohl nach deiner Mutter“

„Wahrscheinlich“ meinte ich lachend. Es fiel mir sehr leicht mich zu verstellen. Ich brauchte nur das Gegenteil von Valentine zu verkörpern, also gab ich mich ausgeglichen und freundlich.

„Helft bitte mit das Gepäck von Aline und Sebastian hoch zu bringen“ rief meine Mutter uns zu. Kalea nutzte die Gelegenheit gerne aus, um aus der Küche zu flüchten. Ich folgte ihr etwas langsamer und betrachtete mich noch einmal in der Spiegelung der Fenster, um zu überprüfen ob noch alles in Ordnung war.  

Während ich das Gepäck hoch trug, unterhielt ich mich mit Aline und Sebastian über Belangloses. Ich kam zu dem Schluss, dass ich gut mit ihnen auskommen würde, solange wir zusammen wohnten. Hoffentlich verstand ich mich mit den Lightwoods ebenfalls gut, denn grade bei Jace hatte ich so meine Bedenken. Ich kannte ihn zwar nicht, aber er wurde von Valentine aufgezogen, das hatte sicherlich einige Narben hinterlassen und nicht nur körperliche sondern auch seelische.

Kalea blieb die ganze Zeit leise. Ich hatte sie selten schüchtern erlebt und deswegen verwunderte ihr Verhalten mich ein wenig. Normalerweise plapperte sie die ganze Zeit durch, noch eine Eigenschaft die sie und unser Vater gemeinsam hatten. Still trug sie die Koffer von Aline in ihr Zimmer und blieb dann still neben mir stehen.

„Braucht ihr noch Hilfe“ fragte ich. Meine Augen hatten begonnen von den Kontaktlinsen zu jucken und ich wollte mich schnellst möglich in mein Zimmer zurück ziehen, um sie gegen andere tauschen.  Auf manche reagierten meine Augen empfindlicher, was ich mir nicht recht erklären konnte. Sebastian schüttelte den Kopf und Aline verneinte dankend.

Ich ging zurück in mein Zimmer und ich hörte, dass Kalea mir folgte. Eilig nahm ich mir die Kontaktlinsen raus. Meine Augen waren erkennbar gereizt so rot wie sie waren.

„Damit könntest du bei einem Horrorfilm mitspielen“ sagte Kalea, die sich auf meinem Schreibtischstuhl niedergelassen hatte.

„Danke“ sagte ich sarkastisch.

„Beeil dich mal, ich will nicht alleine runter gehen“ beschwerte sie sich und drehte sich im Kreis.

„Sie beißen schon nicht“ erwiderte ich, während ich versuchte etwas gegen die Rötung zu unternehmen.

„Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, ich weiß gar nicht worüber ich mich mit ihnen unterhalten soll“ brummte Kalea und blickte missmutig auf meinen Tisch.

„Dann lass die Erwachsenen reden. Vater wird eh wieder den größten Gesprächsanteil haben, da kommst du eh kaum zu Wort“ meinte ich, aber Kalea sah immer noch nicht zufrieden aus.

„Na komm schon“ ich zog sie auf die Beine „am Anfang ist es vielleicht ein wenig seltsam, aber dann gewöhnst du dich dran“

Immer noch ein wenig lustlos folgte sie mir wieder nach unten. Beim Essen redete wirklich die meiste Zeit nur mein Vater. Manchmal entstanden kurz Gesprächslücken wenn er etwas trank, danach redete er begeistert weiter. Ich hielt mich meistens zurück und lächelte nur freundlich, genauso wie meine Mutter es von mir verlangt hatte. Sie war an sich eine sehr schweigsame Person, aber heute hatte sie einen neuen Level erreicht. Ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie sich Sorgen machte. Immer wieder schaute sie aus den Augenwinkeln zu mir, wenn sie dachte ich würde es nicht bemerken, aber ich wurde darauf trainiert jede Bewegung in meiner Nähe wahrzunehmen. Unter dem Tisch fuhr ich vorsichtig die Krallen aus, darauf bedacht dass niemand sie sah. War meine Mutter besorgt, weil mir etwas passieren könnte oder hatte sie Angst davor zu was ich fähig war. Dachte sie vielleicht ich könnte andere Menschen verletzen. Warum wollte sie unbedingt, dass ich mich von den Lightwoods, insbesondere  von Jace fernhielt. Das einzige was ich mit Sicherheit wusste war, dass ich viel zu neugierig war und wenn mir jemand etwas verbot, wurde mein Interesse erst geweckt.

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Um einmal die Urheberrechte zu klären, alle Personen in dieser Geschichte gehören Cassandra Clare, nur die mit den komischen Namen habe ich mir selbst ausgedacht.
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