The Call of the Prey

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18 Slash
12.06.2019
12.06.2019
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Diese Geschichte, ist eine Kooperation mit einer lieben Freundin von mir. Deine Zwillingsschwestern sind einfach Klasse! Danke Zylya & Celia!

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Mit einem schweren Seufzer ließ sich Luthias, auf den harten Boden nieder. Das winzige Zimmer war nur spärlich eingerichtet. Zum Glück, hatte er noch die kleine Stadt vor Sonnenuntergang erreichen können. Schon seit Tagen, befand sich unser Krieger auf der Wanderschaft. Durch den düsteren Wald.

Noch eine Nacht in dem Unterholz und er wäre verzweifelt. Der Proviant ging zu neige und ein leerer Magen ist nur schwer zu ertragen. Das Jagen und Spurenlesen war nicht gerade Luthias Stärke. Ein Kundschafter oder ein Dieb, konnten mit ihren Fähigkeiten dabei mehr erreichen. Für ihn war es leichter, wenn der Feind direkt vor ihm stand.
Ein paar Hiebe,  Parieren,  Ausweichen und es war um sein Opfer geschehen.

Seit einigen Monaten hatte sich das Schicksal unseres Kriegers verändert.  In Ungnade gefallen und vom Hof des Königs verbannt, zog er nun von einem Auftrag zum nächsten. Getrieben, Verletzt und seines Stolzes beraubt lebte er nun von der Hand in den Mund.
Dieses Zimmer, hatte nichts von den Annehmlichkeiten der Quartiere am Hofe des Königs. Ausrüstung, Proviant und einige alltägliche Dinge, war alles was ihm geblieben war.

Entmutigt trat Luthias an das kleine Fenster. Der Wind zog durch jede Ritze, jedoch musste er heute nicht im Regen schlafen. Mit einer Handbewegung zog er die Lederhaut vor das Fenster. Nichtsdestotrotz blieb das Ergebnis gleich.

Luthias breitete seine wenigen Habseligkeiten auf dem Bett aus. Er hatte die Pflege seiner Rüstung in den letzten Tagen vernachlässigt. Das rächte sich nun. Erste Spuren von Rost zeigten sich auf der Plattenrüstung. Die erste Regel die jeder Rekrut eingebläut bekommt war:“ Vorbereitung ist alles.“

Eine schlechte Ausrüstung oder ein stumpfes Schwert, waren keine guten Optionen in einen Kampf zu ziehen. Geduldig machte er sich ans Werk. Das Schwert geschliffen, in Öl getränkte Lappen gehüllt und die Rüstung sorgfältig poliert, konnte sich das Ergebnis sehen lassen.  

Er stand auf und ging zur Wasserschüssel. Mit Bedacht wusch er sich seine ölverklebten Finger. Das Bild von Blut, schoss ihm durch den Kopf. Überall. Es war überall. An den Händen, der Rüstung,… .Diese Qual ließ ihn nicht los. Wie konnte er nur vor ihnen fliehen? Wie sollte es je Enden?

Geschockt taumelte er zurück. Die Bilder verschwanden. So schnell wie sie gekommen waren, so schnell verflogen sie auch wieder. Verängstigt blickte er auf seine zittrigen Hände. Es war kein Blut zu sehen. Nur das kalte Wasser tropfte von ihnen herunter. Tief Luftholend, beugte er sich über die Wasserschüssel. Höhnisch schaute sein verzerrtes Spiegelbild entgegen. Die Narbe die seine linke Schläfe zierte, durchbrach das Brandsiegel des Königreiches.

Sie begann bereits zu verblassen. Allerdings erinnerte und warne sie gleichzeitig die Menschen vor ihm. Von seinem Versagen, seiner Bedrohung und seiner Tat. Dass er noch lebte, war für ihn Segen und Fluch zugleich.
Ein Segen, da er nun von der Kette der Krone gelöst war. Ein Fluch, zumal es ihm eine neue Kette auferlegte hatte.




Wenige Stunden später, ging unser Krieger hinunter in die Taverne. Sein Magen knurrte. In der hintersten Ecke fand er noch einen freien Platz. Der Wirt servierte ihm ein schales Bier, sowie eine dünne Suppe. Es war nicht mehr zu erkennen, was Fleisch und was Gemüse war.

Stickig, kaum beleuchtet und dreckig war alle was man über dieses Gasthaus sagen konnte. Der perfekte Ort für Informationen. Die kleine Schankmaid, kaum 15 Sommer alt, brachte Luthias das zweite Bier.  Nervös viel ihr Blick auf den müden Krieger und seine Narbe. Sie wollte sich so schnell wie möglich, einem anderen Gast zuwenden.
Doch sie kam nicht weit.

Luthias hielt sie an ihrem Arm fest. Vor Angst wollte sie zurückweichen, doch er zog sie zu sich hinunter. Sein Mund war ihrem Ohr ganz nah. „Ich brache ein paar „diskrete“ Informationen. An wen muss ich mich wenden?“, wisperte er in ihr Ohr. „Wenn ihr mich los lasst,…“, gab sie erstickend von sich. Luthias Griff wurde nach diesen Worten eisern. „Ahh…, bitte.. tut mir nicht weh! Seht Ihr die Schwestern da drüben? Die wissen mehr. Nun lasst mich gehen. Der Wirt will nicht…!“ Er löste seinen Griff und die Schankmaid huschte davon.

Das kleine Spektakel blieb nicht ohne Aufsehen. Mit Absicht dahinter, hat unser Kriegers dies eingefädelt. Mit einem langen Zug, lehrte er seinen Krug und verließ die Taverne. Mehrere Augenpaare folgen ihm. Zwei Gestalten lösten sich aus den Schatten.
Schwere Schritte waren auf dem sandigen Boden in der Gasse zu hören.

Einige Straßenzüge weiter blieb er plötzlich stehen. Reflexartig griff Luthias nach seinem Schwert und drehte sich um. In einer Wendung schwang er sein Schwert, doch mitten in der Luft blieb dieses stehen. Er konnte sich nicht mehr rühren. Geschweige denn noch Atmen! Es war als würde eine fremde Macht seinen Körper festhalten. Wie konnte das nur sein?

„Nana… Schwesterchen, was ist uns da nur ins Netz gegangen?“, kicherte einer der beiden Verfolger. „Ich würde sagen ein Narr!“, erwiderte die andere. „Oder ein Halunke. Das in der Taverne, war doch Absicht?“

Der Griff der unbekannten Macht lockerte sich etwas. Mit gepresster Stimme antwortete Luthias:“ Jaa… War es.“ „Siehst du Schwesterchen? Ein Narr und ein Fuchs zugleich. Was willst du von uns? Das du es so nötig hast kleine Mädchen am Arm zu packen?“

„Wir können ihn auch gleich töten.“ Sprach die eine. „Oder wir spielen mit Ihm.“ Sprach die andere. Dies ging noch eine ganze Weile weiter. Bei dem Streit der darauf entbrannte, ließ der Griff der unbekannten Macht nach. Er erkannte seine Chance. Ohne zu zögern griff er an. Er legte all seine Emotionen in seine Hiebe. Wut, Trauer, Schmerz und Angst. Die zwei Gestalten wichen zurück. Sichtlich überrascht von diesem Ausbruch. Doch mit nur einer Handbewegung,  viel das Schwert zu Boden. Diesmal drückte ihn die Macht nach unten. Diesmal kniete Luthias vor den Zwei.

Die eine griff nach seinem Gesicht und zwang ihn nach oben zu sehen. „Tztz.. Sowas rohes. Gefällt mir. Also, was willst du?“ Die eisig blauen Augen trafen direkt die seinen.  Es war, als würden sie bis in den letzten Winkel seiner Seele blicken. Solche Augen, hatte Luthias noch nie gesehen.

Wieder traten die Bilder seiner Vergangenheit zu tage. Es war als würde jemand nach ihnen greifen. Immer weiter wühlte es sich durch sein inneres. Er schrie vor Schmerz. Doch kein Ton war vom ihm zu hören. „Soso….Da hat jemand eine Vergangenheit. Hast du das gesehen Schwesterchen? Gemordet hat er. Aber nicht ohne Grund. Seine eigenen Leute…Das sieht man nicht alle Tage.“

Die andere gesellte sich zu ihrer Schwester: „Beschützt hat er. Unschuldige. Doch für die anderen, musste er den Kopf hinhalten.“
„Er braucht eine Aufgabe.“
„Er braucht Geld.“
„Er braucht jemand zu spielen.“
„Er braucht jemand zum Beschützen.“
„Er braucht uns.“

Ein stechender Schmerz breitete sich dort aus, wo die Narbe war. Gleisendes Licht, Verlust und Panik vereinten sich zu einem nie endenden Strudel von Emotionen.  Bis nur noch die Dunkelheit nach ihm Griff. „Sieh Schwesterchen, dass ist unser neues Spielzeug.“ jauchzte die eine vor Freude.
„Er wird uns noch gut dienen.“, sprach die andere.
Mit diesen Worten, ließen sie Luthias im Staub der Gasse zurück. Gezeichnet von einer neuen Kette. Von einer neuen Verpflichtung und von einer neuen Aufgabe.
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