Liebe kennt keine Grenzen ConnorxOc/ConnorxFem.Reader [Neue Kurzgeschichten/OS Sammlung]

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor RK900
12.06.2019
22.08.2019
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So Liebe Deviant-Connor Fans :-D.
Hier bin ich wieder mit dem nächsten Kapitel zu „Wenn eine Maschine plötzlich Gefühle hat“. Hoffe es gefällt euch und wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Bis zum nächsten Mal und noch einen schönen erholsamen Abend.  ;-)

Eure Connor-4-Ever ♥


~*~


Müde drehe ich den Schlüssel in der Tür um, betrete meine Wohnung und werfe den Schlüssel auf die Kommode rechts neben mir. Ich bin fix und fertig und will jetzt einfach nur noch in mein Bett fallen. Habe nicht mal mehr Lust, meine Klamotten auszuziehen, weshalb ich nur meine Jacke ausziehe, die Schuhe von meinen Füßen streife und sie einfach an Ort und Stelle liegen lasse. Begebe mich dann erstmal ins Wohnzimmer und zu meiner Couch, um meine müden Füße auszuruhen, bevor ich die mühsamen Stufen, die zu meinem Zimmer heraufführen beschreite. Erschöpft lasse ich mich auf das rote gemütliche Sofa nieder. Ein Erholsamer Seufzer huscht über meine Lippen und schließe entspannt meine Augen. Die brennenden Füße lege ich ausnahmsweise mal auf den Tisch – den ich sowieso selten benutze, da ich so gut wie nie zu Hause bin. Es tut gut einfach nur dazusitzen, die Augen zu schließen und den Tag friedlich ausklinken zu lassen. Doch machen meine Gedanken, die mich plötzlich befallen, mir einen Strich durch die Rechnung, da ich plötzlich wieder an gestern Abend und heute Morgen denken muss. Ich kann einfach immer noch nicht verstehen, was los mit dem RK800 ist. Den ganzen Tag über war er schon so merkwürdig gewesen. Seit gestern löste er irgendwie eine innerliche Unruhe in mir aus, wenn ich in seiner Nähe bin. Aber auch, wenn ich an ihn denken muss. Dennoch tut es auch weh, wenn ich an seine Worte von heute Morgen denken muss. »... Ich habe keine Emotionen Detektiv. Tut mir leid, dass ihnen diese Tatsache nicht gefällt, aber so ist es nun mal! ...«

Diese Worte laufen heute schon den ganzen Tag über, wie eine kaputte Schallplatte, in meinem Kopf rauf und runter und werde ich sie auch ganz sicher, nicht mehr so schnell vergessen. Aber muss ich versuchen jetzt an etwas anderes zu denken. Stehe auf und gehe in die Küche, um nachzusehen, ob meine Katze Belle auch schön ihr Futter aufgefressen hat und damit ich ihr eine neue, saubere Schüssel füllen kann. „Belle, wo bist du? Komm, ich habe hier etwas Leckeres für dich!", rufe ich nach ihr, während ich die Schüssel mit frischem Katzenfutter fülle. „Wo ist diese Herumtreiberin nur schon wieder?", frage ich mich, nachdem sie immer noch nicht aufgetaucht ist. Normalerweise kommt sie immer sofort, sobald sie das Rascheln der Katzenfutter Verpackungen hört. Ich stelle mich wieder aufrecht hin, um mich im Raum umzusehen, kann sie aber nirgendwo entdecken. „Belle, Süße! Wo bist du?", rufe ich erneut nach ihr aber nichts. Dann jedoch, fällt mir ein, dass sie womöglich bei dem Nachbarmädchen Casey ist, welches sich zurzeit eigentlich mehr um meine Katze kümmert, als ich, weil ich ständig nur arbeiten muss. Also zucke ich nur mit den Schultern und denke mir nichts weiter dabei, bis ich zurück ins Wohnzimmer gehe, wo mir erst jetzt auffällt, dass das Fenster offensteht. Da hatte Casey wohl vergessen, dass Fenster wieder zu schließen, bevor sie wieder gegangen war. Ich schüttle meinen Kopf und hoffe, dass Belle nicht durch das Fenster entwischt ist.

Gehe aber selbst zum Fenster und schaue mich draußen nach der Katze um. Da mir aber die komplette Sicht, von den hohen Büschen vor meinem Fenster und der Dunkelheit genommen wird, muss ich wohl raus gehen, um nach meiner Katze zu suchen. Also ziehe ich mir meine Schuhe wieder an und gehe mit einem: „Das ist ja wieder mal ganz toll", nach draußen, wo es bereits minus fünf Grad hat und ich mich auch noch darüber ärgern muss, dass ich vergessen habe, mir vorher meine Jacke anzuziehen. „Belle?", rufe ich flüsternd in die Dunkelheit hinein, höre aber nur den leichten Wind, der durch die Baumkronen und Sträucher fröhlich hindurchweht und sich auf meine warme Haut legt, die langsam zu frieren anfängt. „Bitte Belle. Komm zurück. Komm zu Mami!", langsam aber sicher, mache ich mir Sorgen, um das kleine weiße Fellknäuel. Hoffe ich nur, dass ich sie nicht morgen Früh vor der Arbeit erst mal von der Straße kratzen muss, oder dass sie vielleicht doch heute Nacht, nur zu Hause bei Casey übernachtet – wäre dies schließlich auch nicht das erste Mal. Mit mulmigem Gefühl will ich wieder ins Haus gehen, erschrecke aber plötzlich, da etwas weißes haariges, plötzlich aus dem Busch springt und vor meinen Füßen auf dem Boden landet. Zuerst brauche ich ein paar Sekunden, doch dann erkenne ich den Übeltäter schnell. Es ist Belle, die mich mit ihren großen grünen Augen ansieht und mich dann plötzlich anfaucht.

»Was hat sie denn?« frage ich mich und sehe sie mit zusammengezogenen Augenbrauen fragend an. „Belle, was soll das, komm her!", sage ich und will sie hoch in meine Arme nehmen. Erneut faucht sie, als ich sie hochhebe, bleibt aber dann trotzdem ruhig in meinen Armen sitzen, worauf ich wieder um das Haus gehe und sie hineinbringen will. „Schon gut Belle ... was machst du eigentlich da draußen, bist bestimmt durch das Fenster ausgebüchst, was? Du wirst sehen, drinnen ist es viel schöner und auch wärmer!", sage ich zu ihr im leisen Ton, um sie wieder zu beruhigen. Doch plötzlich höre ich, wie sie leise miaut, bevor sie versucht aus meinem Griff zu entkommen. Was ich aber verhindere, solange bis auch ich plötzlich erschrecke, da nicht weit von mir plötzlich eine Gestellt steht, die ich aber nicht erkennen kann. Das Einzige, was ich erkenne, ist, dass die Gestalt eine große männliche Statur besitzt und den leuchtenden Kreis einer LED Lampe an der rechten Schläfe. Es ist ein männlicher Android. Belle, schafft es zu flüchten und versteckt sich wieder in einem Busch. Während ich wie angewurzelt da stehe und zu dem Androiden herübersehe, der sich ebenfalls nicht einen Millimeter bewegt und mich anzustarren scheint, sehe ich wie sich der LED Kreis an seiner Schläfe rot verfärbt. „Was ... was willst du? Wer bist du, rede!", verlange ich dann, nachdem meine Starre wieder etwas nachlässt. Warte aber gar nicht erst auf eine Antwort des unbekannten: „Connor? Bist du das?", kommt mir die Frage plötzlich unwillkürlich über die Lippen, kommt mir erneut an diesem Abend, sein merkwürdiges Verhalten von gestern in meinem Wagen, in den Sinn.

Doch reagiert der Android nicht, worauf ich es doch langsam etwas mit der Angst zu tun bekomme. Auch Belle scheint sich zu fürchten, höre ich sie laut miauen und wie sie, wie vom Blitz getroffen, aus dem Busch springt und hinter das Haus rennt. Erschrocken über Belles plötzliche Reaktion, sehe ich hinter mich und rufe ihr flüsternd hinterher, um die Nachbarn nicht aufzuregen. „Belle nicht, komm zurück!", aber sie ist schon verschwunden. Ich drehe mich wieder um und Blicke in die Richtung, wo der Android steht. Dieser ist aber plötzlich ebenfalls verschwunden und mein Puls rast sogleich auf hundertachtzig. Panisch gehe ich mit schnellen Schritten zur Haustür. Öffne sie und gehe so schnell wie möglich wieder nach drinnen ins Warme, wo ich mich wieder etwas sicherer fühle. Schließe die Tür und lehne mich mit dem Rücken und meinem Kopf dagegen. Meine Augen sind geschlossen und versuche meinen schnellen Herzschlag und den rasenden Puls langsam wieder runter zu bekommen, mich zu beruhigen. Jedoch zucke ich erneut erschrocken zusammen, als ich höre, wie etwas auf dem Holzboden in meinem Wohnzimmer landet. Ich öffne meine Augen wieder und erblicke Belle. Sie muss wohl durch das Fenster auch wieder nach drinnen gelangt sein. Schnell laufe ich hin und schließe das Fenster wieder und bin ich mir sicher, heute Nacht, werde ich ganz bestimmt kein Auge mehr zubekommen. „Belle! Das war echt schräg!" ...

~*~


Das Erste, was ich mache, nachdem ich mich ins DPD begeben habe ist, nach dem RK800 Ausschau zu halten. Sehe ich ihn auch gleich und gehe sofort auf ihn zu. Er sitzt an seinem Schreibtisch und hat seine Augen geschlossen. Sieht es aus, als würde er nur schlafen, weiß ich aber, dass er wahrscheinlich nur wieder die Informationen über den letzten Tatort, in seiner Datenbank sortiert und dann an CyberLife sendet. Normalerweise unterbreche ich ihn nicht dabei, aber muss ich es einfach wissen, jetzt: „Connor?", der Android öffnet seine Augen daraufhin und sieht zu mir auf. „Guten Morgen Detektiv Anderson ... Ist alles in Ordnung, sie sehen so aufgeregt, wenn nicht ziemlich angespannt aus." stellt er kurzerhand fest, worauf er aber nur ein stummes, kurzes Lächeln von mir erntet: „Connor? Warst du gestern Nacht vor meinem Haus?", frage ich mit ernster Stimmlage und ernte einen etwas verwirrten Blick des RK800. Auch Onkel Hank, der heute ausnahmsweise mal früher da ist, sieht fragend zu uns rüber. „Ich weiß nicht, wovon sie sprechen Detektiv!", antwortet dieser nur, was jedoch eine leichte Wut in meinem Inneren aufkochen lässt. „Oh doch, das weißt du ganz genau. Also hör auf mich anzulügen. Ich frage nochmal, warst du gestern Nacht vor meinem Haus?", meine Atmung beschleunigt sich, höre ich, wie Hank uns beiden näherkommt. „Antworte ihr Connor! Warst du das gestern Nacht oder nicht?", fordert nun auch er den RK800 auf, aber dieser verneint seine Anwesenheit weiterhin. „Wie ich Ihnen bereits gesagt habe. Nein, ich war gestern Nacht nicht vor ihrem Haus. Ich weiß wirklich nicht wie sie darauf kommen?" sagt er und ich sehe ihn skeptisch an, ehe ich mich meinem Onkel zuwende.

„Weil gestern Nacht ein Android vor meinem Haus stand und mich anscheinend beobachtet hat. Er hat nichts getan, aber" ... „Und wie kommst du darauf, dass es Connor war, hast du ihn erkannt (Y/
N)?", will Hank nun von mir wissen und sieht mich mit ernster und eindringlicher Miene an. Habe ich langsam das Gefühl, dass mich hier irgendjemand für dumm verkaufen will. „Nein ich habe ihn nicht erkannt. Aber ... ich meine komm schon Hank, wer soll es denn sonst gewesen sein? Du erzählst doch auch immer, dass er so anhänglich, fast aufdringlich ist. Und wie er sich in letzter Zeit benimmt, dass ... das ist nicht normal. Selbst für einen Androiden nicht." Weiß ich nämlich, dass es nicht typisch für Androiden ist, abends oder mitten in der Nacht, vor irgendwelchen Häusern zu stehen und die Bewohner zu beobachten und sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Es sei denn ... „Ja das habe ich gesagt. Aber dass er so etwas tut, kann ich mir nicht vorstellen. Normalerweise kündigt er sich an, wenn er da ist!", unterbricht Hank meinen Gedankengang, worauf ich ihn ansehe. Das glaub ich jetzt einfach nicht. Sehe zuerst Hank und dann den RK800 an. „Was soll das heißen? Denkt ihr ich Lüge, hab mir das nur ausgedacht? ... Connor du weißt ich mag dich, aber wenn du das gestern doch warst und jetzt hier sitzt und uns anlügst ...", sage ich, meine Atmung beschleunigt sich dabei wieder etwas, aber der Android sieht mich nur stumm an. Irgendwas stimmt ganz und gar nicht mit ihm, das spüre ich!

„Nein natürlich nicht. Ich glaube nicht, dass du dir das ausgedacht hast. Ich sage nur, wenn du den Androiden nicht erkannt hast, ist es nicht fair, deshalb gleich Connor zu Beschuldigungen und dass nur, weil er sich in deinen Augen merkwürdig verhält, findest du nicht?", fragt mich Hank daraufhin und muss ich zugeben, dass er recht, damit hat. Nur weil Connor sich anders verhält wie sonst, heißt das nicht, dass er gleich damit anfängt seine Partnerin zu stalken. Seufzend stemme ich meine Hände in meine Hüften. Spüre dabei die Blicke der beiden Männer auf mir. „Ja du hast recht Hank!", stimme ich meinem Onkel dann zu und wende mich wieder dem RK800 zu. „Es tut mir leid Connor. Es war nicht fair von mir, dir so etwas zu unterstellen. Ich bin einfach verwirrt und die ganze Sache mit den ganzen Abweichlern, setzt mir wohl mehr zu, als ich erwartet hätte. Mal abgesehen davon, was gestern in meinem Wagen passiert ist." gebe ich zu und ernte wie immer ein Nicken des Androiden. „Ist schon gut Detektiv. Ich nehme es Ihnen nicht übel." Ist seine einzige Antwort, woraufhin auch ich dem Androiden zunicke – und Hank scheint plötzlich eine Idee zu haben: „Ich mache euch beiden einen Vorschlag. Heute nach der Arbeit, kehrt Connor nicht in den CyberLife Tower zurück, sondern kommt mit zu dir nach Hause, um auf dich aufzupassen, falls irgendein Abweichler etwas mit dem Vorfall vor deinem Haus zu tun hat, kann er dich beschützen. Und damit du dann vielleicht auch doch davon überzeugt bist, dass es nicht Connor war, der dich gestern Nacht beobachtet hat. Und falls doch etwas passieren sollte, lasse ich für den Fall, mein Handy auf laut, damit du mich anrufen kannst, wenn du das Gefühl hast, dass irgendetwas nicht stimmt, was sagst du dazu?" sagt er und ich sehe kurz Connor an, dessen Blick ich im Moment nicht wirklich einordnen kann.

Sehe aber dann wieder zu meinem Onkel. „Und wenn nicht? Wenn dieser Android nicht wiederauftaucht?", will ich wissen und verschränke meine Arme vor meiner Brust. „Dann ist es vielleicht gar nichts und dieser Android war nur zufällig da. Und selbst wenn es Connor gewesen wäre, denke ich nicht, dass er etwas Böses im Sinn gehabt hätte. Schließlich ist er auch kein Abweichler oder Connor?", „Ja Lieutenant, sie haben recht, ich bin kein Abweichler und natürlich werde ich Detektiv Anderson heute Abend nach Hause begleiten, wenn sie es wünschen!", bestätigt er worauf Hanks Blick dann wieder mir gilt. Wieder seufze ich, nicke ihm aber dann zu. „Na schön okay, von mir aus. Vielleicht hast du ja recht und so gesehen, kommen Connor und ich ja eigentlich gut miteinander aus. ›Nicht wahr, Connor?"‹, betone ich seinen Namen und sehe ihn nachdrücklich an. „Ja Detektiv. Zwischen uns gibt es eigentlich keine Differenzen, es ist alles in bester Ordnung!", antwortet er in seinem üblichen monotonen Ton und schließt wieder seine Augen um seine Analyse Daten, an CyberLife zu senden. Ich hingegen, gehe wortlos rüber zu meinem Tisch und ignoriere die Blicke meines Onkels, die mich dabei beobachten, wie ich mich auf meinen Stuhl setze. Dann geht auch er wieder an seinen Platz.

Mein Blick fällt auf meine Uhr am Handgelenk und sehe, dass erst eine halbe Stunde vergangen ist, die mir aber um einiges länger vorkommt. Ich drehe meinen Kopf Richtung Connor, der mittlerweile, irgendwelche Daten am Computer durchforstet. Er scheint zu denken, dass ich es nicht mitbekomme, wie er immer wieder zu mir herübersieht. Auch wenn ich ihn sehr mag und mein Herz normalerweise immer wie wild aber auch angenehm in meiner Brust auf und ab hüpft, wenn er mich ansieht, fühle ich mich diesmal ziemlich unbehaglich durch seine kurzen aber auch eindringlichen Blicke. Nur diesmal erwische ich ihn dabei, worauf ich mir aber gezwungenermaßen, ein kleines freundliches Lächeln abringe. Jedoch erwidert Connor diese Geste diesmal nicht, sondern richtet seinen Blick, gleich wieder auf den Computer Bildschirm vor ihm auf dem Tisch. »„Na schön, dann nicht!"« denke ich mir enttäuscht und stehe auf, um mir eine Tasse Kaffee aus dem Pausenraum zu holen. Auch wenn es mir sehr schwerfällt meine Gefühle für ihn gerade zu zeigen, auch durch das Gespräch von vorhin, tut mir Connors Reaktion trotzdem ziemlich weh. Ich nehme meine Tasse in die Hand, die jetzt mit schwarzer, brühheißer Flüssigkeit gefüllt ist und rühre mit traurigem Blick den Zucker um, den ich mir gerade in den Kaffee getan habe. Währenddessen gesellt sich Hank zu mir, der wohl ebenfalls Lust auf einen Kaffee hat und mir meinen aus der Hand nimmt. „Danke!", kommt nur von ihm, aber sage ich nichts darauf – mache nur eine kleine fassungslose Handbewegung in der Luft, ehe ich mir kopfschüttelnd eine neue Tasse Kaffee einschenke.

Hank steht an einem der runden Tische und sieht mir dabei zu, wie ich mir erneut Zucker in den Kaffee gebe, während er kurz an seiner Tasse nippt und sie dann wieder absetzt. Ich ignoriere seine Blicke wieder, stelle mich aber zu ihm an den Tisch. Meinen Kopf, stütze ich auf meiner Hand ab, während die andere fleißig den Kaffee umrührt. „Was ist los mit dir Kleines? Du siehst so traurig aus, ist es wegen vorhin?", fragt er mich worauf ich von unten heraus zu ihm aufblicke. „Nein etwas anderes. Hat nichts mit euch zu tun!", lüge ich ihn an, was mir Hank aber nicht so wirklich ganz abkaufen will – natürlich nicht, Hank anzulügen ging meistens sowieso immer nach hinten los. „Ach nein? Und wieso wirft Connor dir ständig solche Blicke zu und du versuchst es zu ignorieren? Wenn ich es nicht besser wüsste, dann ...", doch unterbreche ich ihn, bevor er weitersprechen kann. Bemerke ich dabei nicht, wie sich meine Hände zu Fäusten ballen. „Dann was? Würdest du denken, er will etwas von mir, oder ich womöglich von ihm? Oder wir hätten was miteinander und mir wäre das irgendwie peinlich und versuche es zu verheimlichen?", frage ich, ohne groß vorher zu überlegen und bemerke ich selbst, wie laut ich dabei geworden bin. Hank sieht mich zuerst etwas erschrocken an, ehe sein Blick sich wieder verändert und mich fragend ansieht. „Nein, ich meinte, dann würde ich denken, er ist ein Abweichler und ein noch größerer Vollidiot. Oder, weißt du da zufällig etwas, was ich noch nicht weiß?", will er dann wissen und stellt sich in seiner kompletten Größe vor mir auf. Schon fast bedrohlich sieht er auf mich herab und da Hank mindestens zweieinhalb Köpfe größer ist als ich, fällt mein Blick sofort auf seine Brust. Sehe aber dann zu ihm auf.

„Nein, da ist selbstverständlich nichts, und wenn dann ... weißt du was Onkel, das geht dich überhaupt nichts an. Ich kann verkehren mit wem ich will und wann ich will, selbst wenn es ein Android ist. Ein Android der überhaupt nichts fühlen kann und derartige Gefühle sowieso niemals erwidern könnte. Jedenfalls nicht so ein Android wie Connor! Und wenn es sich doch irgendwann Mal ändern sollte, werde ich dich ganz bestimmt nicht danach fragen, ob dir das Recht ist. Nichts gibt dir das recht, darüber zu urteilen, das ist mein Leben und was du darüber denken könntest, interessiert mich überhaupt nicht!" und während ich dies alles zu ihm sage, spüre ich, wie wild mein Herz plötzlich gegen meine Brust schlägt und wie sich eine Träne in meinem Auge ansammelt und kurz davor ist, meiner Wange runter zu laufen. Wische sie aber, bevor es passieren kann weg und gehe an Hank vorbei Richtung Ausgang. Dabei ist es mir egal, dass all meine Kollegen, sowie Connor und Hank mir dabei, hinterher blicken. Ich muss unbedingt hier raus, ist es mir ebenfalls egal, dass ich noch gar keinen Feierabend habe. Aber ertrage ich die Blicke von Connor und auch die von Hank, einfach nicht mehr länger. Habe ich nicht die leiseste Ahnung davon, dass einer der beiden mir nach draußen gefolgt ist und bereits ganz nah hinter mir herläuft. Spüre ich jedoch plötzlich einen festen Griff, der sich um meinen Oberarm legt und mich hinter eine Mauer zieht, wo niemand mitbekommt, was gerade geschieht.

Es ist Connor der mich hinter die Mauer zerrt und mich dann mit seinen braunen Augen und seinen Blicken regelrecht durchdringt. Sehe ich zu seiner LED Lampe, die wieder dunkelrot rotiert und habe das Gefühl, dass sich mir gleich der Magen umdreht. Ich weiß nicht genau was es ist, dass mich zu ihm hinzieht, ist da ja auch noch diese merkwürdige Angst, die mich seit gestern nicht mehr loslässt, aber bewirken diese Gefühle, dass ich Bauchschmerzen bekomme und mich am liebsten nur noch in meinem Haus verkriechen will. Aber sind es auch seine Augen, die mich tief in ihren Bann ziehen, sodass es kaum noch eine Rettung geben kann. Doch in diesem Moment, bewirken sie, dass ich mich wieder, mehr als unwohl, in seiner Gegenwart fühle. Was seine nächsten Worte nicht gerade besser machen. „Detektiv Anderson, ich glaube, ich sollte Ihnen endlich mal die Augen öffnen. Es war nicht zu überhören, was sie zu Lieutenant Anderson gesagt haben, was mich betrifft. Aber weiß ich schon lange über ihre Gefühle für mich Bescheid, ich weiß, dass sie gefallen an mir gefunden haben. Aber sage ich Ihnen jetzt, dass sie damit nur ihre Zeit vergeuden. Ich habe keine Gefühle und ich empfinde auch nichts, was mit den Gefühlen, die sie für mich hegen, in irgendeiner Form vergleichbar wäre." Seine Worte treiben mir neue Tränen in die Augen, sind das genau die Worte, vor denen ich mich immer gefürchtet habe. Und was denkt er von mir? Dass ich nicht selbst wüsste, dass ich nur einem Traum hinterherjage? Seine Nähe schnürt mir fast die Luft ab, so hart treffen mich seine Worte und seine Blicke. Zwischen seinen Armen gefangen, versuche ich ihm dabei nicht in die Augen zu sehen.

„Wie gesagt, Detektiv. Es tut mir leid, wenn sie so empfinden, wenn ihnen diese Tatsache nicht gefällt, aber so ist es nun mal!", wiederholt er seine Worte von gestern in meinem Wagen und in meinem Inneren rumort es. „Sie sollten sich lieber einem Mann widmen, der fühlen kann, der ihnen dieselbe Zuneigung zuteilwerden lässt, wie sie ihm. Aber dieser Mann bin ich nicht. Ich bin eine Maschine, meine Aufgabe ist es Abweichler zu jagen nicht, um romantische Beziehungen mit Menschen zu führen!", sagt er und ich presse meine Lippen kurz zusammen, ehe ich es schweren Herzens schaffe, ihm in die Augen zu sehen. „Und wenn ich nicht anders kann? Wenn du mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehst?", frage ich leise und mit glänzenden Augen, von den Tränen die einfach nicht versiegen wollen. Sein Blick wirkt plötzlich mitfühlend, nicht mehr so streng wie eben, lässt von mir ab und sieht zunächst stumm zu mir runter. „Dann wäre es besser, wenn wir uns außerhalb der Arbeitszeit aus dem Weg gehen! Uns danach nicht mehr treffen und weiteren freundschaftlichen Kontakt pflegen. Es ist ein Traum, dem sie hinterherjagen Detektiv und ich will nicht der Schuldige sein, der dafür verantwortlich ist, dass sie ihr Leben nicht normal fortführen können. Ich denke, das wäre das Beste, finden sie nicht auch?", fragt er mich, schaffe ich es jedoch nicht ihm darauf eine Antwort zu geben. Ich spüre, wie mein Herz zerfällt und kann seine Nähe nicht mehr länger ertragen, sage nichts mehr zu ihm und laufe weinend an ihm vorbei und zu meinem Wagen. Sehe ich aus den Augenwinkeln heraus, dass er mich beobachtet und wie auch Hank zu ihm geht und sich neben ihn stellt, während ich wegfahre und am liebsten nie wieder dorthin zurückkehren will.

~*~


Das Feuer im Kamin lodert angenehm warm und wärmt meine kühle Haut. Es ist wieder so ein verdammt kalter Abend draußen, dass ich mich entschieden habe ein gemütliches Feuer im Kamin anzuzünden und mich auf die Couch zu setzen um über Connors heutige Worte nachzudenken. Neben mir sitzt Belle und sieht zufrieden zu mir auf, ich streichele sie an ihrem Hals, worauf sie leise und genüsslich vor sich hin schnurrt, während ich mit der anderen Hand meine Tasse Tee mit irgendwelchen Winteraromen, festhalte und nachdenklich daran nippe. ›Ich will nicht der Schuldige sein, der dafür verantwortlich ist, dass sie ihr Leben nicht normal fortführen können! Sie sollten sich lieber einem Mann widmen, der fühlen kann, der ihnen dieselbe Zuneigung zuteilwerden lässt, wie sie ihm. Aber dieser Mann bin ich nicht!‹ huschen diese Worte durch meinen Kopf. Wie ein Ohrwurm sitzen sie in meinen Ohren fest und lassen mich nicht mehr klar denken. Innerlich weiß ich das er recht hat und habe ich auch gedacht, dass ich diese Tatsache auch schon lange akzeptiert hätte. Aber da diese Worte der Erkenntnis, heute aus seinem eigenen Mund gekommen waren, wird mir bewusst, dass ich mich darin wohl gewaltig getäuscht habe. Ich habe es nicht akzeptiert, habe es verdrängt! Doch innerlich, gab es wohl doch noch einen kleinen Funken, der mich hat hoffen lassen, dass doch noch eine klitzekleine Chance bestünde, er könnte auch abweichend werden und dieselben Gefühle auch mir entgegenbringen. »Vielleicht hat es aber auch etwas Gutes? Schließlich war er dir hin und wieder auch unheimlich. Vielleicht hören jetzt auch die merkwürdigen Begebenheiten auf, die in den letzten achtundvierzig Stunden passiert sind« redet mein Verstand auf mich ein, doch helfen können sie mir nicht wirklich. Also sitze ich nur da und versuche jegliche Gedanken auszublenden, die mit dem RK800 und den ganzen Situationen zu tun haben, die mich immer mehr verwirren. Jedenfalls solange, bis an meiner Tür klingelt. Langsam stelle die Tasse vor mich auf dem Tisch ab und gehe sie öffnen.

Wahrscheinlich ist es Hank, der mir eine Standpauke verpassen will, weil ich heute einfach abgehauen war und weil ich ihn angeschrien hatte. Aber als ich die Tür öffne, fängt mein Herz wie wild an in meiner Brust zu schlagen und sehe die Person vor mir mit zusammengezogenen Augenbrauen, fragend an. „Connor was machst du denn hier? Ich dachte, du willst den Kontakt, wenn wir nicht arbeiten müssen, zu mir abbrechen?", frage ich, es passt mir jetzt wirklich gar nicht, dass der RK800, nach allem, was zwischen uns vorgefallen war, hier aufgetaucht ist. Hoffe aber andererseits, dass er seine Meinung ja vielleicht geändert hat und mir sagen will, dass er seine Worte bereut und unsere Differenzen aus der Welt schaffen will. Aber da täusche ich mich mal wieder gewaltig: „Guten Abend Detektiv. Ich bin gekommen, da ich heute Nacht doch bei Ihnen bleiben soll, um herauszufinden wer dieser Android war, der gestern Nacht vor ihrem Haus stand und den sie fälschlicherweise für mich gehalten haben und um Ihnen zu beweisen, dass sie mich umsonst verdächtigt haben. Erinnern Sie sich?", fragt er mich worauf ich ihm zunicke. Das hatte ich ja komplett vergessen: „Ach ja, stimmt ja, na dann komm rein!", fordere ich ihn auf und der Android betritt den Eingangsbereich. Skeptisch betrachte ich ihn dabei, wie er sich umsieht und schließe hinter mir die Tür. Der Android dreht sich zu mir um und sein Blick mir gegenüber wirkt irgendwie gleichgültig, fast schon zu monoton. Mit der Art seiner Stimmlage verhält es sich nicht groß anders. „Also dann Detektiv Anderson, hier bin ich. Ich hoffe nur, meine Anwesenheit ist Ihnen nicht ›zu‹ unangenehm?" ...
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