Captain Crunch

von IcGatter
OneshotRomanze, Freundschaft / P12
Eric Beal Nell Jones
12.06.2019
12.06.2019
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„Eric, ich meine es ernst.“, Nell´s Stimme war streng und wütend. „Bleib wo du bist.“, zischte sie ihm zu als sie das Schlafzimmer verließ. Eric seufzte und ließ sich mit dem Kopf ins Kissen fallen. Er hatte es mal wieder vergeigt. Frustriert schaute er an die Zimmerdecke und wartete das seine Partnerin wieder kommen würde, doch das tat sie nicht.
Nach knappen zwei Stunden wurde es ihm zu bunt und er machte sich auf nach ihr zu sehen. Langsam und leise schlich er durch ihr zweistöckiges Apartment und steuerte das untenliegende gemeinsame Wohnzimmer an.
Der noch flimmernde Fernseher verriet ihm, das er richtig war. Vorsichtig schaute er auf das Sofa und entdeckte Nell schlafend. Ein kleiner Stein fiel ihm vom Herzen und er schaltete den Fernseher aus. Unschlüssig ob er sie wecken sollte oder sie einfach nach oben ins Bett tragen sollte, betrachtete er sie.
Er musste schmunzeln. Sie lag mit den Beinen auf der Seitenlehne und ihr Kopf ruhte daher in der Mitte des Sofa´s. Sie hatte ihm mal erzählt, dass diese Position sehr entspannt für sie sei.
Er schaute sich um und zog die gefaltete Wolldecke vom Sessel. Vorsichtig deckte er seine Partnerin zu und überlegte, ob er bei ihr bleiben sollte oder ob er wieder nach oben gehen sollte.
Kurz wägte er seine Optionen ab und entschloss sich bei ihr zu bleiben. So setzte er sich vorsichtig an den freien Platz zwischen ihrem Kopf und der anderen Seitenlehne.
Es dauerte nicht lange und ihre leisen, gleichmäßigen Atemzüge halfen ihm ebenfalls ruhig einzuschlafen.

Nell wachte gegen halb vier in der Früh auf. Sie brauchte einen Moment bis ihr wieder einfiel das sie im Wohnzimmer lag. Ebenfalls erinnerte sie sich warum sie hier lag und die Schuldgefühle lagen ihr schwer im Magen.
Seufzend wollte sie aufstehen und nach Eric sehen. Sie hatte ihn fast schon fluchtartig im Schlafzimmer stehen lassen. Sein trauriger Blick hatte sie auch in ihren Träumen verfolgt.
Sie schüttelte sich kurz und wollte wieder nach oben ins Schlafzimmer wandern, als sie die ihr wohlbekannten leisen Schnarchgeräusche ihres Partners nicht entgingen. Erst jetzt fiel ihr auch die Decke, die über ihr sorgfältig ausgebreitet war, auf.
Sie fischte ihr Handy vom Wohnzimmertisch und schaltete das Display ein. Es war ein schwaches sanftes Licht, doch sie entdeckte Eric auf dem Sofa sitzend. Kurz spielte sie mit dem Gedanken ihn zu wecken, verwarf diesen aber schnell wieder. Sie wusste er würde viel zu lange zum Einschlafen brauchen und wäre dann nicht gut ausgeruht für den morgigen Arbeitstag.
Da sie sich mit Eric noch aussprechen wollte, stellte sie den Wecker eine halbe Stunde eher. Danach schnappte sie sich noch ein Kissen und legte es in Eric´s Schoss. Jetzt rutschte sie vorsichtig weiter auf das Sofa, sodass ihre Beine nicht mehr auf der Lehne lagen und legte vorsichtig ihren Kopf auf dem Kissen ab.
In ihrem Kopf legte sie sich noch alle Worte für die spätere Aussprache zurecht und schlief danach schnell ein.

Der Wecker durchbrach die Stille um sechs Uhr in der Früh und riss Nell aus ihrem Traum. Sie versuchte ihr Handy zu erreichen und wäre fast dabei von dem Sofa gesegelt. Nachdem der Alarm abgeschaltet war, drehte sie sich vorsichtig zu Eric.
Eric öffnete langsam die Augen und streckte sich vorsichtig. Nell hauchte ihm ein leises: „Morgen.“  entgegen. Eric schaute ihr in die Augen und sofort entstand eine knisternde Stimmung. Er versuchte ihren Blick zu deuten und antwortete fast genauso leise: „Morgen.“
Jetzt herrschte erneut Stille. Nell hatte sich zwar ihre Entschuldigung parat gelegt, doch diese schien nicht mehr in ihrem Kopf zu existieren.
Keiner der Beiden wusste wie lange genau sie sich nur schweigend angesehen hatten. Irgendwann räusperte sich Eric und stotterte schüchtern: „Nell, es..“ Doch bevor er weiterreden konnte, unterbrach Nell ihn. „Nein, Eric. Mir...mir tut es leid.“ Eric´s Gesichtszüge wurden weicher und er meinte: „Nein, mir tut es leid.“
Nell musterte ihn und verlor sich in seinen blauen Augen und auch Eric ging es nicht anders. Die Zeit schien still zu stehen und alles schien in Zeitlupe zu geschehen. Nell lehnte sich etwas weiter nach Vorne und drückte ihm sanft ihre Lippen auf seine. Eric ließ es geschehen.
Nach diesem sanften Kuss erröteten beide.
„Ich..ich..glaub wir sollten uns fertig machen.“, stammelte Eric langsam. Nell nickte und biss sich leicht auf die Lippe. Innerlich freute sie sich, wie sie ihn immer aus der Bahn werfen konnte. „Ich mach schon mal Frühstück.“, verkündete sie und machte ihm Platz um aufzustehen. Er nickte und erhob sich langsam. Nell schob sich an ihm vorbei in die Küche.

Eric eilte ins Schlafzimmer und schnappte sein Handy, welches in diesem Moment zu klingeln begann. „Beale.“, versuchte er abzunehmen ehe er registrierte das es nur sein Wecker war. Über sich selbst schmunzelnd, packte er seine Sachen und verschwand schnell im Bad. Nach knappen fünfzehn Minuten stand er fertig in der Küche.
„Hey.“, sagte er vorsichtig um Nell nicht zu erschrecken, die ihm den Rücken zugewandt hatte. „Hey.“, antwortete sie ihm während sie den Kaffee in ihrer beiden Thermobecher füllte.
Sie stellte die Becher auf dem Tisch ab und meinte: „Ich geh mich kurz fertig machen.“ Eric wollte ihr gerade zustimmend zu nicken, als er ihren traurigen Blick sah. Sofort machte er einen Schritt auf sie zu und nahm sie in die Arme. Nell legte ihren Kopf auf seine Schulter und seufzte erleichtert. Eric strich ihr sanft über den Rücken und meinte: „Es ist alles in Ordnung.“
Nell schluckte und drückte ihn noch fester an sich, danach löste sie sich und verschwand schnell im Bad.
Eric schaute ihr noch kurz hinterher und setzte sich dann an seinen Platz. Während er an seinem Kaffee nippte, checkte er seine Emails.
Plötzlich hörte er wieder Schritte auf der Treppe. Er drehte sich um und Nell kam schon wieder hinab. Sie sah seinen verwirrten Blick und meinte keck: „Du weißt doch. Ich brauch doch nicht so lange im Bad wie du.“ Dabei streckte sie ihm leicht die Zunge heraus.
Eric schmunzelte. Er wusste wenn Nell anfing wieder Späße zu machen, war wieder alles in Ordnung.
So setzte Nell sich Eric gegenüber und zog die Packung Captain Crunch Zerealien näher zu sich. Eric musterte sie genau und meinte herausfordernd: „Sind das nicht meine.“ Nell hielt seinem Blick stand und füllte seine Schüssel ebenfalls. Eric wusste bei diesem Blick hatte er verloren und meinte weiter: „Aber natürlich teile ich sie gerne mit dir.“
Jetzt gab es kein Halten mehr und beide fingen, wie auf Kommando, an zu lachen. Nachdem sie aufgegessen hatten, stellte Nell fest: „Wir sollten los.“ Eric nickte und schnappte ihrer beiden Taschen und öffnete schwungvoll die Haustür. „My Lady.“, witzelte er und Nell erwiderte seine Geste mit einem Knicks.
Danach stiegen beide in Nell´s roten Mini und fuhren schweigend zur Zentrale, doch es war ein angenehmes Schweigen. Ein glückliches Schweigen.
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