Purer Zufall

KurzgeschichteRomanze / P16 Slash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Paul Lindbergh Romy Ehrlinger Tobias Ehrlinger / Saalfeld Viktor Saalfeld
12.06.2019
14.07.2019
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Hallo Ihr meine lieben, treuen und schon ein bisschen ungeduldigen Leser! Hach, weiß nicht, ob Euch bewusst ist, welch Kompliment Eure Ungeduld für mich ist…:-) So sehr danke! Auch für das wieder so zahlreiche Feedback und die Dinger, die am Himmel leuchten! MERCI BEAUCOUP und VIELE Blumen!
Oh, wie ich hoffe, dass sich für Euch am Ende die Warterei und das geduldig sein (müssen) lohnen wird... Hach, ich könnt ewig mit Euch plaudern… (ist Euch sicher schon aufgefallen *lach, grins*)… Aber nun zu den zwei, von denen wir ewig sehen, hören oder lesen könnten…

***


„Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, ist 12 + 9 nicht immer 21.“
Casanova

Paul hatte die ganze Woche schon versucht, seinen WG-Kollegen aufzuheitern, denn er hatte bisschen ein schlechtes Gewissen wegen seiner Aktion vom Samstag. Er hatte wieder mit Tobi ins Dash gewollt, hatte ein Kabarett im Hofspielhaus vorgeschlagen und jeden Tag probiert, ihn zu einer Jogging-Runde im Park zu bewegen. Aber Tobias hatte alles abgelehnt und sich in seinem Zimmer verkrochen, aus dem Paul seit Tagen nur melancholische Liebeslieder hörte. Nicht mal mit seiner Lieblingspizza konnte Paul Tobias wirklich zum Essen motivieren, der nagte nur lustlos daran rum. Dafür war ihr Rotwein-Vorrat quasi aufgebraucht.
Tobias war schon ein bisschen (viel) versucht gewesen, wieder ins Dash und den Park zu gehen… Aber er hatte sich gezwungen, es NICHT zu tun. Denn warum sollte er sich nochmal genau anschauen, was er eh nicht haben konnte? Das würde doch alles nur schlimmer machen. Und das würde er kaum ertragen, denn bei Gott, es war schon schlimm genug!  
***

Boris stürzte sich in die Arbeit. Das war sowieso nötig, denn in seiner Abwesenheit hatte sich viel angesammelt. Die Mehr-Arbeit kam ihm gerade recht, sie lenkte ihn zwar nicht wirklich ab, aber wenigstens war er beschäftigt. Dennoch unterbrach er sein Tun oft, um gedankenversunken und an Tobias denkend aus dem Fenster zu starren – mal zweifelnd, mal hoffnungsvoll, oft mit einem verliebten Lächeln. Morgens drehte er ein paar Jogging-Runden im Park, abends blieb er meist bis 20 Uhr im Büro und ging dann ins Rainbow-Dash. Mit Alex hatte er sich mittlerweile angefreundet. Der hatte ihm sogar Leos Handynummer gegeben und Boris hatte auch angerufen, aber nur die Mailbox erreicht. Der Barchef war abgetaucht, so richtig. Alex hatte Boris erzählt, dass das nicht das erste Mal war, aber dass es noch nie so lange gedauert hatte. Klar, Leo musste genau JETZT einen nicht enden wollenden Geigen-Himmel entdecken! Mensch!

Gleich am Montag hatte Boris Justus angerufen. Sie hatten zwar nur kurz gesprochen, aber dafür relativ normal. Dennoch hatte sein Ex-Freund gemeint, er wäre noch nicht für ein Treffen und wirkliches Gespräch bereit, er würde sich melden. Für Boris war das okay. Er hatte es nicht eilig mit der Wohnung, fühlte sich auf der Couch seines Bruders recht wohl, auch wenn dessen himmelhochjauchzende Laune manchmal etwas unerträglich war, zumal diese nach dem zweiten Date sogar noch an Fahrt aufnahm. Andererseits war es natürlich sehr schön, Viktor so glücklich zu sehen.

Am Freitagmorgen war es soweit, Justus rief an und schlug vor, sich Samstagmittag in der Wohnung zu treffen, er würde was kochen. Boris war einverstanden. Er überlegte, ob das vielleicht ein Versuch von Justus werden sollte, es nochmal miteinander zu probieren? Beim Gedanken daran bestätigte sich für Boris einmal mehr: Er hatte die richtige Entscheidung getroffen. Denn auch wenn das mit Tobias immer bisschen aussichtsloser schien und zu seiner Enttäuschung vielleicht doch als „Was wäre gewesen wenn…“-Erinnerung in sein Leben eingehen würde,… zurück zu Justus? Nein. Ein hundertprozentiges Nein. Und sollte sein Ex-Freund ein Revival anstreben, dann würde er ihm dieses ‚Nein‘ klar kommunizieren.

Es stellte sich heraus, dass Justus kein Wiederaufleben ihrer Beziehung im Sinn hatte. Er kochte nun mal gerne und hatte Boris einiges zu sagen.
„Aber… aber hast du das denn einfach so wegschieben können?“, fragte Boris verwundert und ungläubig zu gleich. „Nein, einfach war‘s nicht. Aber wir waren grad ein Jahr zusammen und es lief wunderbar und ich liebte dich, nur… war halt da dieser Reiz und… auch Gefühle,… die ich aber nie richtig angeschaut hab. Und du weißt, wir haben Clemens dann ewig nicht mehr gesehen, der ging ja total auf Abstand. Das mit unserer Dreier-Freundschaft, das hat ja erst letzten Herbst, durch dieses zufällige Treffen auf dem Fest, wieder angefangen“, entgegnete Justus und reichte Boris eine Tasse Kaffee. „Und hast du… hast du noch immer bzw. wieder Gefühle für ihn?“, wollte Boris wissen, nachdem sie sich auf die Couch gesetzt hatten.
„Ehrlich gesagt, hab ich darüber erstmals wieder nachgedacht, nachdem du Schluss gemacht hast.“
„Und?“
„Ich… ich weiß es nicht wirklich, aber irgendwas ist da... Und ich muss zugeben, dass es mir nie egal war, wenn er einen neuen Freund hatte. Ich fand die alle doof“, grinste er etwas verlegen.
„Und Clemens?“
„Du weißt, dass er sagt, dass dieser Kuchen gegessen ist und dass wir nur Freunde sind.“
„Das muss nichts heißen. Und immerhin wirst du bald in seinem Gästezimmer wohnen. Also, da sollte es doch leicht möglich sein, rauszufinden, ob du und er vielleicht doch mehr füreinander empfindet?“
„Eigentlich ja“, lächelte Justus.
„Ich wünsch dir, dass es so ist, und dass ihr glücklich werdet. Wirklich“, sagte Boris sehr ernst und legte seine Hand auf Justus Unterarm.
„Danke. Das freut mich”, antwortete dieser und legte seine andere Hand auf die von Boris bevor er fragte „Und dein… deine Bekanntschaft?“ Boris nahm seine Hand wieder weg und lehnte sich seufzend zurück an die Couch „Ich hab ja nicht mal seine Nummer“, zuckte er mit den Achseln.
„Aber du hättest sie gern?“
Boris nickte mit schiefem Lächeln.
„Dann wünsch ich dir, dass du sie kriegst. Wirklich”, sagte Justus und klang dabei genauso ernsthaft wie Boris vorher. Boris schaute ihn voll innerer Freude an „Danke. Ich bin unglaublich froh, dass wir so miteinander reden können.“
„Ich auch. Also ….Freunde?  Vielleicht nicht gleich jetzt, aber dann später mal?“, hielt ihm Justus die Hand hin.
“Freunde!”, ergriff Boris sie lächelnd.
“Friends with benefits?”, fragte Justus zwinkernd.  Boris schaute ihn entsetzt an. Justus lachte los „Das war ein SCHERZ!” Jetzt lachte auch Boris und angesichts dieser lockeren Stimmung glaubte er wirklich daran, dass sie so etwas wie Freunde bleiben bzw. werden konnten. Und das war ein richtig schönes Gefühl, dass von ihrer gemeinsamen Zeit vielleicht mehr zurück bleiben würde, als nur Erinnerung.
Sie vereinbarten, dass Justus morgen den Großteil seiner Sachen zu Clemens schaffen und Boris abends wieder in die  Wohnung ziehen würde. Schließlich hatte er die damals gemietet und Justus könnte sie sich alleine ohnehin schwer leisten. Ganz abgesehen davon, dass er ja augenscheinlich nicht böse war, wenn er in Clemens Gästezimmer wohnen „musste“.

Als sie sich verabschiedet hatten und Boris schon fast zur Tür raus war, sagte Justus „Ach, eins noch...“ Boris drehte sich mit fragendem Gesichtsausdruck um. „Mach dir keinen Kopf wegen ‚an einen anderen denken‘“, sagte Justus relativ leise. „Justus das… das tut mir wirklich wahnsinnig leid. Ich….“  „Nein, WIRKLICH! Vergiss es!“, unterbrach sein Ex-Freund ihn vehement. „Weil?“, schaute Boris fragend. “Weil… weil (Justus seufzte) …weil ich das auch schon getan hab. Sorry”, beendete er schnell den Satz. Boris war erstaunt, aber nicht verletzt. Er brauchte nicht nachfragen, es war klar, dass es Clemens gewesen war. Und  ‚wann‘ oder ‚wie oft‘ spielte jetzt keine Rolle mehr. „Danke, dass du‘s mir gesagt hast“, nickte Boris und ging. Er war wirklich froh um dieses Geständnis, denn die Wiedersehens-Aktion hatte ordentlich an seinem Gewissen genagt.

Boris machte sich auf den Weg zum Bus. Wow, dass Justus damals Clemens Gefühle zumindest teilweise erwidert hatte, das hatte ihn überrascht. Und es sollte ihm zu denken geben, schließlich stellte das ihre ganze Beziehung irgendwie in Frage. Aber erstaunlicher Weise war es nicht bedeutend, gehörte zur Vergangenheit. Boris war einfach nur froh, dass er und Justus so harmonisch, fast als Freunde, auseinander gingen. Er fühlte sich so gut wie seit Tagen nicht mehr! Morgen Abend würde er in die Wohnung, die er immer sehr gemocht hatte, zurückkehren …und dann? ‚Dann beginnt dein neues Leben‘,  meldete sich Stimmchen. Boris seufzte. Ja, so war das. Und er freute sich darauf, aber… Wie eigentlich ständig, sah er mal wieder Tobias Lächeln vor sich und wieder dachte er, wie gern er dieses Lächeln in seinem neuen Leben hätte…  Und vielleicht war das ja tatsächlich möglich, wie sein liebestrunkener Bruder nicht müde wurde zu behaupten? Ach, hätte er sich heute Abend nicht schon mit Viktor in dessen Stammkneipe verabredet, dann wäre er wieder ins Dash gegangen. Aber seinen Bruder würde er sicher überreden können, später noch einen Lokalwechsel zu machen. Und vielleicht war ja auch Leo ENDLICH wieder da. Und falls Tobias vor ihm im Dash sein sollte, dann würde Alex ihm das Kärtchen geben und…. Hach, dieser freundschaftliche Abschluss mit Justus stimmte Boris gerade sehr positiv was einen Neuanfang mit ‚diesem Lächeln und diesen Augen‘ anbelangte. Viktor hatte Recht, was hieß das schon, dass Tobias die letzten Tage weder im Park noch im Dash gewesen war? Das konnte 100 Gründe haben! 'Eben',  bestätigte das Stimmchen. ‚Eben!  Pfeifend machte er sich auf den Heimweg.
***

I know, I know..... es wird (wirklich) Zeit.... :-) riesen großes *Küsschen-Smiley* für Eure Geduld!
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