Botucal

von Jedermann
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Gin und Wodka "Männer in Schwarz" OC (Own Character) Vermouth
12.06.2019
19.11.2019
76
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Tag 12, Freitag; Tokio

Baby musste noch einmal anhalten und ihr Smartphone zu Rate ziehen. Alles klar. Sie war ganz in der Nähe. Allerdings verließ sie nun auch die Randbezirke der Stadt. Hier gab es noch ein paar verfallen wirkende Industriegebäude, Höfe und dann nicht mehr viel.
Sie fand Vermouth' Motorrad. Es stand stumm und allein an der Straße. Verkehr gab es hier so gut wie gar nicht. Baby stieg ab, nahm eines ihrer Messer und rammte es in Vermouth' Reifen. Sie machte sich darauf gefasst, schnell hier weg zu müssen und wollte dabei keine Verfolger haben. Der Weg führte durch Gestrüpp auf ein verlassenes, weitläufiges Grundstück. Es gab mehrere Gebäude, die wie Lagerhallen aussahen und dazwischen nur Gestrüpp und hin und wieder ein paar dürre Bäumchen. Aus einer Halle brannte Licht und das Tor schien offen zu stehen. Doch bevor Baby sich darum kümmern konnte wurde sie auf etwas anderes aufmerksam. Es war ein schwarzes Auto, ein Oldtimer. Er parkte an der Seite der Halle und eine Gestalt stand davor. Sie konnte den Mann gut sehen. Die Nacht war nicht allzu dunkel. Allerdings musste sie darauf setzen, von demjenigen ungesehen zu bleiben. Sie schlich sich näher, soweit es das Gestrüpp zuließ und erkannte Wodka, Gins Partner. Er stand vor dem Porsche und tippte auf seinem Handy herum, während er eine Zigarette rauchte. Baby überlegte, ob sie es wagen sollte. Sie zog eines ihrer Messer. Wenn sie traf, würde er sterben. Klar hatte er Dreck am Stecken, aber wegen Mordes wollte sie nicht unbedingt in einem Gefängnis, noch dazu im Ausland landen. Wenn sie ihn aber nur verletzte, würde er sicher nicht zur Polizei gehen. Allerdings könnte er dann schreien und die anderen alarmieren. Doch hier ging es um Cal! Sie musste es wagen. Hoffentlich reichten die Übungsstunden.
Klirr!
Verdammt, sie hatte den Typen verfehlt. Nun musste sie schnell reagieren. Wodka schaute einen Moment verwundert, was die Ursache für das faustgroße Loch in der Rückscheibe gewesen war, im Nächsten wurde er auch schon angegriffen.
Sie hatte Glück. Besonders schnell war seine Reaktion nicht und sie selbst war ziemlich sportlich. Gerade hatte er seine Pistole gezogen, da hatte sie ihm die schon aus der Hand getreten. Er grunzte etwas auf japanisch, doch sie trat und schlug gnadenlos weiter auf ihn ein. Schließlich ging er auf die Knie. Seine Lippe blutete und mit einem letzten Tritt in den Bauch sackte er endgültig zusammen.
Was trug der Kerl auch mitten in der Nacht eine Sonnenbrille. Ohne hätte er vielleicht eine Chance gehabt. Sie zog das nächste Messer und stach auch dem Oldtimer die Reifen platt, obwohl es schade drum war. Aber hier ging es um Cal!
Außerdem zückte sie einen weiteren Peilsender und klebte ihn unter dem Auto fest. Ihr Messer, mit dem sie die Scheibe zerschossen hatte, würde sie sich jetzt nicht wieder holen. Keine Zeit!
Wodka war K.O. aber wer wusste schon, wann der sich wieder erholte und sie musste immer noch in die Lagerhalle. Sie fotografierte den Wagen mitsamt Kennzeichen.
Gerade, als sie sich an der Seite der Halle näher pirschte, fühlte sie ihr Handy vibrieren.
Es handelte sich um eine Nachricht von Cox. "Cal ist hier! Er war es nicht."
Das konnte Baby mittlerweile auch erkennen. Vermouth stand am Eingang der Halle, Gin am Ende. Beide hatten die Waffen gezogen und zielten auf den Mann, der sich zwischen ihnen befand. Dieser Mann, der eine schwarze Mütze mit Gucklöchern über sein Gesicht gezogen hatte, hatte gar nicht Calvins Statur. Scheinbar war er ihnen in die Falle gegangen, denn für ihn sah es gerade ziemlich ausweglos aus.
Baby machte ein Foto mit ihrem Handy und schickte es direkt an Cox.
"Was soll das? Verschwinde da!", bekam sie zurück.
Doch Baby hörte wieder einmal nicht auf ihre Chefin. Gin schoss ab. Der Unbekannte sackte zusammen. "Rede!", forderte der Killer, der zuvor japanisch gesprochen hatte, nun auf englisch.
Baby zog ein Messer und ehe Vermouth wusste, wie ihr geschah, hatte sie es im Bein stecken. Wie sie es schon mit Wodka geschafft hatte, sprang Baby auch diesmal aus dem Hinterhalt vor und trat Vermouth die Pistole aus der Hand. Sie zog mit einem Ruck das nächste Messer aus ihrem Gürtel und schlug ein Rad zur Pistole. Ein Schuss fiel.
Vermouth schrie auf japanisch Gin an. Baby konnte sich schon denken, warum. Der Killer hatte abgedrückt und fast seine Partnerin getroffen. Baby warf die Pistole schnell dem Maskierten zu, der gerade noch rechtzeitig Gins nächster Kugel auswich. Er schoss und nun war Gin es, der ausweichen musste. Der Fremde suchte Schutz hinter einem Stapel Holzbretter, ebenso wie Gin hinter irgendwelchem Gerümpel. Gin schoss erneut auf ihn, streifte ihn am Arm, aber es konnte nicht schlimm sein, denn der Maskierte ließ sich nichts weiter anmerken.
Baby musste sich allerdings auf Vermouth konzentrieren. "Wer bist du?", fragte die, denn durch den Motorradhelm konnte sie Baby nicht erkennen. Der einzige Grund, warum die ihn noch trug. Vermouth hatte das Messer in der Hand, dass zuvor in ihrem Bein gesteckt hatte. Die Perrücke war bereits herunter gefallen und lag nun zu ihren Füßen.
Baby antwortete nicht. Geschickt wich sie einem Angriff Vermouth' aus und warf das Messer nach Gin. "Lauf!", schrie sie im gleichen Moment und der Maskierte zögerte nicht länger. Er stürzte aus der Halle, gerade, wie Baby Vermouth mit dem nächsten Messer angriff.
Sie stieß die Blondine in die Halle hinein und lief, was das Zeug hielt, gerade, als Gin wieder schoss.
"Gib das her!", fauchte sie dem Maskierten zu und entriss ihm die Pistole, nur um gleich darauf zurück zu ballern. Der Fremde hatte ja, allem Anschein nach, zu viele Hemmungen auf Menschen zu schießen. Baby hatte die nicht. "Los!", brüllte sie ihn an und zerrte ihn gerade noch aus der Schussbahn, als Gins nächste Kugel schon im Gestrüpp verschwand.
"Hier lang!", schrie Baby und beide stürzten durch das trockene Buschwerk zur Straße. Sie sprang aufs Motorrad, er setzte sich hinter sie und sie fuhren schon los. Ein weiterer Schuss verfehlte sie und traf irgendwas am Motorrad.
Erschrocken krallte der Unbekannte sich an ihr fest und erdrückte sie bald. Sie sauste die stille Straße entlang. Ein ganzes Stück. In der Innenstadt, vor einem Supermarkt, bremste sie das Motorrad ab.
"Meinst du, sie haben uns verfolgt?", fragte der Maskierte auf englisch.
"Nein, ich hab ihre Reifen zerstochen.", keuchte Baby.
Der Mann hinter ihr entspannte sich etwas. "Ich hab gewusst, dass es eine Falle ist.", hauchte er.
"Wenn du es gewusst hast, warum warst du dann dort?", fauchte seine Retterin.
"Naja...Danke, Baby. Ohne dich hätte ich es echt nicht geschafft. Ich hab schon mein letztes Stündlein schlagen gehört. Kannst du mich ins Krankenhaus bringen? Der Typ hat mich in der Schulter erwischt."
Das musste der erste Schuss gewesen sein, doch Baby irritierte etwa anderes. "Du weißt, wer ich bin?" Sie zog sich den Helm ab und funkelte den anderen böse an.
"Klar. Du bist doch gekommen, um mich zu retten. Ich wundere mich nur, dass du hier in Tokio bist."
"Wer bist du?", fragte sie.
Der andere stutzte, dann zog er sich die Maske herunter. Ein hübsches Gesicht kam zum Vorschein. Ein bekanntes Gesicht und Baby lief rot an. "Was machst du denn hier?", fragte sie.
"Ich dachte schon, du wärst gekommen, mich zu retten.", sagte er beleidigt.
Sie stöhnte. "Okay, ich muss jetzt wieder zur Arbeit. Aber ich erwarte eine Erklärung, also musst du wohl oder übel mitkommen." Sie schaute auf die Uhr. "Shit." Dann nahm sie ihr Smartphone. "Cox?Ja, mir geht's gut....Was, nein natürlich. Ich hab fein auf dich gehört und bin da ganz schnell wieder abgehauen. Ich hab trotzdem verwertbare Neuigkeiten....Kann ich nicht, ich muss wieder an die Arbeit....Ja klar, bis dann."
Sie legte auf und startete ihr Motorrad.
"Cox?", fragte er. "Wer ist das?"
Sie antwortete nicht und fuhr schon los. Der Typ war ungefährlich und wenn Cox in einer Stunde am Club auftauchen würde, könnte sie sich um ihn kümmern, aber erstmal musste Baby zusehen, dass sie da hin kam. Kawayeshi war eh schon am Ausflippen.
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