Botucal

von Jedermann
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Gin und Wodka "Männer in Schwarz" OC (Own Character) Vermouth
12.06.2019
30.06.2020
107
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30.06.2020 553
 
Tag 26, Freitag; Tokio

Mori schlief tatsächlich tief und fest. Allerdings nicht in der Wohnung, sondern in seiner Detektei im Lehnstuhl. So bekam er den Anruf von Megure nicht nur einfach mit, laut krachend fiel er vom Stuhl und schaute verärgert und bedröpelt unterm Tisch hervor, wo das störende Klingeln herkam.
Es machte ihn auch nicht viel glücklicher, zu hören, wer der Störenfried war. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es halb drei in der Nacht war.
Als Megure aber von Mord sprach, war Mori mit einem Mal wieder hellwach - und nüchtern.
"Carrie Bender, meinen Sie? Das kann nicht sein. Ich habe mit der Dame den Abend in der Hotelbar vom Star-Hotel verbracht. Es ist spät geworden. Was? Ja, ich bin mir sicher. Sie können das auch überprüfen. Der Kellner wird sich erinnern und ich glaub die haben sogar eine Kamera dort."

Mori erinnerte sich glasklar an den Beginn des Abends. Es war gegen neun gewesen und eigentlich wollte er ausgehen, um Mahjong zu spielen. Doch da traf er in der Straße vor der Detektei die Frau – Carrie Bender. Sie war schön wie eine Venus mit ihrem langem, blondem Haar und der durchtrainierten Figur in dem sexy Cocktailkleid. Mori hatte sie sofort erkannt. Eine pure Schönheit, wie auf dem Flyer des Madonna. Und sie wirkte so unschuldig, wie sie ihn ansprach und ihn nach seinem Auftraggeber fragte. Natürlich war diese Information top secret, aber auch, wenn er Kawayeshi nicht preisgab, war sie ganz fasziniert gewesen, einem so berühmten Detektiven gegenüber zu stehen und lud ihn auf einen Drink ein, um mehr über ihn und seine Fälle zu erfahren.
Er erinnerte sich noch, wie ihre großen Ohrringe im Kerzenlicht gefunkelt hatten. Sie hatte darauf bestanden die Bar in diesem Hotel zu besuchen, auch wenn es etwas außerhalb lag und man ein gutes Stück fahren musste. Hingefahren waren sie mit ihrem Auto, einer schwarzen, sehr eleganten Limousine, doch rückzu hatte Mori ein Taxi nehmen müssen.
Es war ein sehr angenehmer Abend gewesen. Sie hatte lächelnd an ihrem Martini genippt und ihn mit ihren großen, blauen Augen fasziniert angesehen. Von sich aus hatte sie über Kawayeshi gesprochen, der Mori scheinbar nicht ganz ehrlich gegenüber gewesen war. Sie hatte erzählt, wie gerne sie im Madonna gearbeitet hatte und dass auch Kawayeshi ihr ein großartiger Chef gewesen war, dass sie dann aber ein besseres Angebot bekommen habe und so kündigen musste. Tatsächlich musste sie ganz gut verdienen, denn sie bestand darauf, alles was sie an diesem Abend getrunken hatten, selbst zu bezahlen. "Wenn man schon mal den Großen Kogoro Mori trifft...", hatte sie gesagt. "...ist es doch nur selbstverständlich, ihm auch einen Drink zu spendieren." Allerdings war es nicht bei dem einen Drink geblieben. Erst nach Mitternacht hatten sie die Bar verlassen und wenn er ehrlich zu sich war, hatte Mori da ein wenig geschwankt.
Er hatte auch erzählt, von seinen Fällen, seiner geschiedenen Ehefrau, Ran und Conan. Gierig saugte Carrie – sie hatte ihm erlaubt, sie beim Vornamen zu nennen – jedes Detail auf, besonders, wenn er über Conan sprach. Der Junge erinnerte sie an jemanden, hatte sie gesagt und ihm immer weitere Fragen über ihn gestellt, die er gar nicht alle beantworten konnte.
Auch ihre Telefonnummer hatte Carrie Mori gegeben und gesagt, er solle sie doch gern einmal anrufen.
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