Die Zeit, die wir zusammen verbringen...

von Yumestar
GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
China Deutschland England Frankreich Italien Russland
11.06.2019
14.06.2019
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Die Zeit, die wir zusammen verbringen


Frankreich x England; Italien x Deutschland; China x Russland


Prolog


Mit einem Lächeln der Zufriedenheit heftete England das Papier zum EU-Verbleib in den Ordner für wichtige Dokumente ab. Dann lehnte er sich in dem Stuhl zurück, legte den Kopf zurück und entspannte sich. Er fühlte sich selig seit alles so hervorragend gelaufen war. Die Europäische Union hatte ihm erlaubt zu bleiben und er konnte ein Leben ohne Sorge und Angst führen. Er fühlte sich so gut wie noch nie. Als wäre endlich der Weltfrieden gekommen.
Plötzlich spürte er, wie sich etwas von hinten näherte und sich um seinen Körper legte. Er hielt die eingeatmete Luft an, schloss die Augen und hoffte, dass es kein Dämon war. Oh bitte, lass es kein fieser Dämon sein!
„Je t’aime, Angleterre~“, raunte ihm eine heisere, verführerische Stimme ins Ohr und augenblicklich färbte sich sein Gesicht rot.
Der Dämon, der sich so an ihn rangeschlichen hatte, war Frankreich gewesen.

„Ahh, France, was schleichst du dich so an?“, fragte England und versuchte trotz Überraschen kühl zu wirken.
Er öffnete ein Auge, sah den Franzosen an und grinste leicht. Sein Herz klopfte noch wild und er schwitzte, doch ließ er sich seine Aufregung keineswegs anmerken. Er war schon immer das kühle, nicht aus der Ruhe zu bringende England gewesen.
„Angleterre, sag: Ich liebe dich!“, bettelte Frankreich und zerrte an Englands eleganten Anzug, „Sonst ist die Stimmung ruiniert!“
„I love you.“ England rollte nur ironisch mit den Augen, während er die Worte fast wie einen eingeprobten Satz ablas, „Zufrieden?“
„Sag es auf Französisch! Auf Französisch sollst du es sagen!“ Frankreich zerrte weiter am Anzug und seine Finger krallten sich immer tiefer in den weichen Stoff, „Je t’aime!“
„Ji ti aemi?“ Mit seiner Unsicherheit und dem britischen Akzent klang es nicht einmal ansatzweise Französisch. Eher als würde ein kleines Kind seine erste komplizierte Frage formulieren.
Er sah Frankreich nur mit einem leicht grummeligen Ausdruck an.
„Ahhh, wie kannst du das nur der französischen, der schönsten Sprache der Welt antun!?“, fragte Frankreich erschüttert und umarmte England ganz fest, „Das müssen wir aber noch lernen, mon chéri!“
„Ich werde nie und nimmer deine Sprache lernen!!“ England drückte Frankreich von sich weg und erhob sich vom Stuhl, um auf Augenhöhe mit dem anderen Land zu sein. Dass dieses immer auf ihn herabgesehen hatte, störte ihn genauso wie sein Misserfolg in der französischen Aussprache.
„Aber-“ Frankreichs Protest wurde von Husten zerschlagen. Er hustete stark in seine Armbeuge und hielt sich am Stuhl fest. Als er sich beruhigt hatte, schaute er entschuldigend auf, „Excuse-moi.“
„France, bist du immer noch krank!?“, fragte England mit vor Sorge lauter gewordener Stimme und trat näher. Sein Tonfall ähnelte der einer Mutter, die ihr Kind mit liebender Strenge erziehen wollte. „Wenn du noch nicht gesund bist, dann ruh dich aus und lauf nicht hier herum!“
„Ich bin gesund!“, verteidigte sich Frankreich und hustete nochmals. Dann murmelte er wieder entschuldigend, „Aber der Husten ist hartnäckig geblieben.“
England seufzte nur und fragte sich sarkastisch, warum er überhaupt mit Frankreich stritt. Dieser Wein-Freak war so stur, dass man sich nicht einmal mit tausend Worten gegen ihn behaupten konnte. Wenn Frankreich sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte und von einer Idee besessen war, zog er diese durch wie die Französische Revolution. Das war vielleicht ganz schön ehrgeizig von Frankreich, aber schlecht für England, der selbst gerne einmal argumentativ wurde.

„Sit down!“, wies England ihm nun an und deutete auf den Stuhl, „Setz dich hin und ich mache dir einen Tee.“
„Mir geht es aber gut, Angleterre!“, jammerte Frankreich, gab sich aber geschlagen und ließ sich auf den Stuhl plumpsen, „Du musst deine harte Arbeit nicht meinetwegen unterbrechen.“
England gab ein leicht überhebliches Lachen von sich, „Ha, ich war sowieso gerade fertig!“
Dann schaltete er mit einem Knopfdruck den Wasserkocher an und ließ das Wasser darin köcheln.
Für einen kurzen Moment herrschte Stille und England schaute nur gedankenverloren zu, wie das Wasser immer heißer wurde. Er dachte an die letzten Tage zurück. Diese furchtbaren drei Tage.

Vor knapp einer Woche hatte sich die Lage mit dem Brexit verschärft, als Theresa May sich von ihrem Posten als Premierministerin verabschiedet hatte. Seine Wirtschaft hatte sich rapide verschlechtert, genauso wie sein Zustand. Daraufhin war Frankreich gekommen und hatte sich um ihn gekümmert, sodass es ihm besser ging. Es war auch Frankreich gewesen, der ihm bei der Brexit-Entscheidung geholfen hatte.
Schließlich hatte England ermutigt den EU-Verbleib beim EU-Meeting vorgelegt und dieser wurde akzeptiert. Damit blieb er ein Teil der EU. Er war froh darüber gewesen, denn eigentlich wollte er nie einen Brexit. Dafür mochte er Frankreich zu sehr.
Seit England jedoch den Vertrag zum EU-Verbleib untergeschrieben hatte, ging es Frankreich aus einem ihm unbekannten Grund schlechter. Auch war er nicht zum EU-Meeting mitgekommen, weswegen sich die anderen Länder schon Sorgen um den Franzosen gemacht hatten.
Niemand wusste nämlich, dass Frankreich seit jenem Tag bei England geblieben war und dass sie ein Liebespaar geworden waren. Wenn sie es wüssten, würden sie es bestimmt nicht glauben. Der Brite konnte auch noch nicht glauben, dass er wirklich mit Frankreich zusammen war.
Aber so war die Situation im Moment.

Das laute Brodeln des Wassers riss England aus seinen Gedanken. Er schaltete den Wasserkocher aus und füllte das sprudelnd heiße Wasser in eine vorbereitete Teetasse. Dann stellte er diese Frankreich hin und setzte sich dazu. Auch er hatte sich eine Tasse Tee gemacht und schlürfte auf vornehme englische Art davon, während Frankreich seine Tasse nur anstarrte.
„Morgen ist das Allierten-Treffen“, informierte er und trank weiter ruhig seinen Tee. „Denkst du, du bist bis dahin gesund?“
„Ich bin gesund“, sagte Frankreich hustend.
„Sicherlich.“ England gab ein sarkastisches Lachen von sich und stellte seine Tasse ab.  Dann sah er zu dem Franzosen und wurde verärgert, „Nun tu nicht so, als wollte ich dich mit dem Tee vergiften!“
„Hm?“ Frankreich schaute kurz zu ihm auf. Dann blickte er auf die Tasse hinunter, „Ich vertraue deinem Essen ehrlich gesagt nicht.“
„What!?“ England erhob sich aufgebacht und klatschte wütend die Hände auf die Tischplatte, sodass der Tee fast aus der Tasse schwappte, „Beleidige nicht meinen englischen Tee! Der ist good!“
„So ‚gut‘ wie dein Essen?“, fragte Frankreich vorsichtig, aber mit einem provokanten Schmunzeln.
England setzte sich wieder und grummelte. Dann kreuzte er die Arme vor die Brust. „Nun trink schon!“
Frankreich lachte und griff schließlich auch zur Teetasse.

„Ahhh, wie bitter!“ Schon nach dem ersten Schluck verzog Frankreich angewidert das Gesicht und stellte die Tasse ab.
„Du hast ihn auch viel zu lange ziehen lassen, Idiot“, meinte England und fischte den Teebeutel raus. Dann fügte er einen Schuss Milch hinzu, „Probier jetzt mal.“
„Je ne veux pas ca!“ Frankreich schauderte, „Ich will das nicht!“
„Jetzt benimm dich nicht wie eine Tussi und trink!“ Der Brite stöhnte nur genervt, „Der ist nicht vergiftet!“
„Bei dir weiß man nie, was giftig ist“, murmelte Frankreich, nahm dann aber einen Schluck von dem Tee, „Oh, jetzt ist er plötzlich ganz mild.“
Er lächelte sanft und trank weiter. Das nun milde Aroma des Tees machte den Franzosen glücklich.
„You see!“ England grinste, „Siehst du, ich kann auch was gut Schmeckendes machen!“
„Das Kochen übernehme aber ich.“ Frankreich lachte nur bis der Husten ihn zum Schweigen brachte.
„Wenn du gesund bist!“, fügte England verärgert dazu, „Bis dahin koche ich!“
„C’est torture!“, rief Frankreich erschrocken, „Das ist Folter!“

„Folter bist du“, murmelte England, während er die beiden Tassen wegräumte.
„Dass ich hier bei dir bleiben muss, ist eine Folter“, entgegnete Frankreich und näherte sich dem Briten, „Aber eine wundervolle, besonders angenehme Folter.“
Er gab ihm einen liebevollen Kuss voller Zärtlichkeit auf die Wange, aber als er ihn auf den Mund küssen wollte, drückte England ihn weg.
„Ich will nicht wieder krank werden!“
„Mon chéri, ich bin nicht krank!“ Er hustete wieder.
Yes, er ist absolut nicht krank, dachte sich England sarkastisch.

„À propros!“ Frankreich schien etwas Wichtiges eingefallen zu sein, „Ich muss gleich noch zu Deutschland.“
„Ah, really?“ England klang unbegeistert, obwohl er sehr interessiert daran war. In seinem Inneren kochte schon das Gefühl von Eifersucht. Was wollte Frankreich denn bitte in Deutschland?
„Ja, wirklich.“ Frankreich klang ganz ruhig, während er sprach, auch wenn man einen unbegeisterten Unterton in seiner Stimme hören konnte, „Mein Vorgesetzter will unbedingt, dass ich mich besser mit Deutschland verstehe.“ “Willst du das denn, France?“, fragte England und wirkte für einen kurzen Moment nachdenklich. Frankreich hatte ihn dasselbe gefragt als es um den Brexit ging und die Antwort, die er gegeben hatte, hatte alles verändert. Ohne Frankreichs Frage wäre der Brexit wahrscheinlich durchgesetzt worden und er jetzt am Ende. Er verdankte Frankreich wirklich sein Leben.
„Oh, oui.“ Frankreich nickte, „Nach dieser ganzen Kriegszeit ist es vielleicht ganz gut, wenn Deutschland und ich uns besser verstehen.“
„Verstehe.“ England wusste nicht, warum seine Stimme so traurig klang. Vielleicht, weil er Angst hatte Frankreich an Deutschland zu verlieren, auch wenn das unwahrscheinlich war. Vielleicht, weil er Angst hatte, verlassen zu werden. Schon einmal wurde er von jemanden verlassen, den er sehr liebte. Ein zweites Mal würde er das nicht verkraften.

„Sei nicht traurig, Angleterre!“ Frankreich hob Englands Kopf an und lächelte ihn liebevoll an. „Mein Herz gehört dir alleine!“
Als Beweis dessen küsste er England auf den Mund. Für einen Moment blieben deren Lippen vereint und sie verloren sich in dem verliebten Blick des jeweils anderen. Vielleicht waren sie erst seit kurzem ein Paar, doch schon immer hat in deren Herzen ein Liebesfeuer gebrannt. Dieses war nun wie eine riesige Flamme entfacht und umschlang die beiden. Sie waren im Bann der Liebe gefangen.

Als Frankreich husten musste, lösten sich beide voneinander.
Als der Franzose den bösen, englischen Blick bemerkte, entschuldigte er sich wieder: „Pardon, aber… Ich bin nicht krank!“
Englands Blick wurde sanfter und ruhiger. Dann lächelte er etwas. „Pass auf dich auf, France.“
„Ahhhh, straf mich nicht mit diesem lieben Lächeln!“, jammerte Frankreich und fuchtelte wild mit seinen Händen rum, „Das macht mir Angst.“
„Ich weiß“, meinte England und sein Lächeln wurde noch breiter, „Deswegen lächle ich ja auch.“
„Du bist so gemein!“, schimpfte Frankreich, „So gemein, gemein, gemein!“
„Dabei bin ich eigentlich ein Gentlemen.“ Er strich dem verängstigten Frankreich über die Wange, sodass dieser noch mehr erzitterte. Er wusste genau, dass Frankreich diese liebliche, sanfte Art an ihm nicht mochte.
Vielleicht, weil sie es immer gewohnt waren, einander zu hassen.
Doch was er nicht wusste war, dass Frankreich seinen Hass für die Liebe aufgegeben hatte.

„Ich gehe dann mal zu Deutschland“, sagte Frankreich schließlich und machte sich auf den Weg zur Tür.
„Und ich werde wohl nach Amerika sehen“, meinte England und seufzte, „Seit du ihm eingeredet hast, ich würde sterben, will er mich öfters sehen!“
„Ist doch schön~“ Frankreich grinste. Er wusste, wie nahe sich England und Amerika standen, „Aber wehe du gehst mir fremd~“
„Amerika und ich sind Brüder!“, verteidigte sich England, „Pass du lieber auf, dass du nicht mit Deutschland durchbrennst!“
„Mit diesem Bier-Teufel? Nie und nimmer!“ Frankreich lachte und öffnete die Tür, „Au revoir!“
„Warte!“ England rannte ihm hinterher und reichte ihm einen Schal in den Farben Blau, Rot und Weiß, „Ich will nicht, dass du später mit einer Lungenentzündung flach liegst und ich mich kümmern muss!“
„Awww, merci!“ Frankreich band sich den Schal um den Hals und schmunzelte, „Aber ich bin nicht krank, also mach dir keine Sorgen!“
Mit diesen Worten rannte er fröhlich aus dem Haus.
England schaute ihm für eine Weile nach.
Sorgen, dachte er, Die mache ich mir so oder so.
Dann nahm auch er seine Sachen und machte sich auf den Weg nach Amerika.

So, das hier war der Prolog. Warum Prolog?
Weil es sozusagen alle Ereignisse meines Oneshots „Wie ich durch den Brexit zu ihm fand…“ zusammenfasst. Auf den Oneshot basiert diese Fanfiktion sozusagen, aber man muss ihn nicht gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen :D
Die Geschichte spielt wohl gemerkt in der heutigen Zeit. Jedoch bestehen die Achsenmächte und die Allierten noch, aber eher als Symbol. Das heißt, es bestehen Freundschaften zwischen den jeweiligen Ländern und sie treffen sich regelmäßig. Zwischen den beiden Gruppen herrscht kein Krieg, aber so richtig mögen tun sie sich auch nicht… oder etwa doch?
Das hier wird im Übrigen eine Shipping Fanfiktion für alle Shipping Fans. Hauptship ist Frankreich und England. Auch Deutschland und Italien ist dabei. China und Russland ist als mein eigenes Shipping vertreten. Amerika hat noch niemanden, genauso wenig wie Japan. Also bei den Beiden nehme ich gerne noch Shipping Requests entgegen.
Also freut euch schon auf das nächste Kapitel!

LG Shipping Queen Yumestar





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