Fausts Tagebucheintrag

von Marimo
GedichtAllgemein / P12
Dr. Heinrich Faust
11.06.2019
11.06.2019
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Ein kleines Schulprojekt, das ich vor Jahren (2014) geschrieben und jetzt wieder gefunden habe. Es ging, glaube ich darum, dass wir Fausts Gedanken nach Mephistopheles ersten Erscheinen weiterschreiben sollten, aber im Stil des Werkes. Tja, das ist bei mir dabei herausgekommen. Ich fand es zu schade, um es einfach zu verwerfen, also teile ich es mit euch. :D


Fausts Tagebucheintrag


April,1808

Gerade war er hier, nun ist er wieder fort.
Meint, er könnte mich betören, mit seinem Wort.
Ach, aber ich bin schlauer!
Immer zu ist mein Verstand auf der Lauer.
Bin nicht nur ein armer Thor, sonder noch ein Genie.
Seine Lüge und Verdorbenheit, mir jedoch entgegenspie.
Dennoch! Kam zur rechten Zeit, wie die brave, treue Maid.
War gefangen, in meiner eigenen Pein.
Wollte haben, was nie sein kann mein.
Verlassen von allem und jeden, und wollt auch so nicht weiter leben.
Die Geister, die ich rief, verließen mich sogleich,
als würde's nicht schwerfallen, als wär's ganz leicht.
Die Macht des Herrn, wie ihn alle sehen und lieben,
strafen mich mit seinen unsichtbaren Hieben.
Kann bei ihm wahrlich nicht glauben,
an ein Wesen, mit Gliedern, Haaren und Augen.
Gott, überall und nirgendwo, nur nicht hier.
Nicht bei mir.
Fordert dennoch alles, jeden Tag.
Dinge, die ich nicht vermag.
Sieht auf Menschen und ihre Triebe, wie kleine Pflänzchen beim Keimen.
Ist egal, wie wir uns das Leben zusammenreimen.
Doch einer hörte, einer kam herbei.
Tänzelt, wie die frohste Ekelei.
Es war ein schwarzes Ding, ein kleiner Hund.
Doch ist er leider nicht der glorreichste Fund.
Behauptet, er könnte zaubern, tricksten und betören.
Doch ich seh' mich schon vor den Engelschören.
Gewinnen werde ich, das mag sein.
Bis dahin dient er mir, hoffentlich, mit dem allerfeinsten Wein.
Er redet schön, er redet lang,
Am Ende ist des Teufels Wort doch nur Gesang.
Aus dem Flammenmeer könnt er springen, dem wahrlichen Höllenschlund.
Am Ende wird jedoch kein Moment der Schönste sein, nicht aus meinem Mund.
Den Menschen bin ich schon überdrüsig,
Ihr Verstand ist fast schon überflüssig.
Verneint wird mein Platz neben den Geistern,
So brauch ich eine neue Strohgestalt, welche ich kann meistern.
Besieg den Lügner in seinem eigenen Spiel,
den anderen wird es bedeuten, doch sehr viel.
Erkennen werden sie vielleicht meinen Platz.
Erhalten werde ich dann vielleicht den Lebensschatz.
Einer der ihren zu meinen Füßen,
alle anderen werden ihre Abfuhr schon noch büßen.
Der Wette einziger Sinn, liegt darin, mir zu bringen, meinen Gewinn.
Und selbst wenn nicht und ich verfehle ihren Zweck,
so würde ich nichts missen, auf meinem leeren Weg.
Also höre, Teufel, wenn du kannst.
Magst der sein, der es liebt, die Welt zu fall zu bringen.
In Wahrheit jedoch kannst du nur mit deiner eigenen Unzufriedenheit ringen.
An mir sollst du dir verstimmen, deinen finstersten Wanst.
Unsere stumme Wette ist schon gewonnen.
Für dich schon jede Chance zerronnen.
Du bist schon mein Knecht, mein Diener, wie widerlich.
Unser Pakt, den gewinne ich.
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