Ein Freund, treuer als der goldenste Hund

GeschichteAllgemein / P12
11.06.2019
15.07.2019
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Zwei Tage darauf fand ich mich im Mädchenschlafsaal der Gryffindors wider, eine heulende Kate im Arm und mit jeder Menge Schokolade in der Tasche. Die half soweit ich das gehört hatte bei Liebeskummer am besten. Kate heulte Rotz und Wasser. Zwischendurch sagte sie immer mal etwas, wie: "Ich wusste doch, dass es so endet, aber es tut trotzdem weh" oder auch "Ich bin so dumm. Wie konnte ich nur glauben, dass er wirklich etwas an mir findet?"
Das Selbstmitleid hielt nicht lange an, danach kam eine ebenfalls relativ kurze Trauerphase, die ausschließlich mit Heulen und Schokolade essen verbracht wurde. Darauf folgten dann zehn Minuten Wut, wobei sie sich den Zeh am Regal anstieß. Und schlussendlich nahm sie es einfach hin und schien auch den größten Teil des Schmerzes überwunden zu haben. Die ganze Prozedur kostete mich mein Wochenende, aber als Kate am Montag wieder mit unseren Klassenkameraden lachen konnte, fand ich, dass es die Mühe wert war.
Sirius entschuldigte sich ziemlich ordentlich bei ihr und die beiden entschieden, dass sie ja auch weiterhin befreundet sein konnten.
Und so widmete ich mich dem nächsten Problem: Remus. Dem ging es nämlich in der Zeit, in der Sirius und Kate zusammen waren, echt mies. Ich hatte das Gefühl, dass er so langsam wieder Farbe im Gesicht bekam.
Das Jahr neigte sich so langsam dem Ende, die Prüfungen standen an und die Lehrer gaben immer mehr Hausaufgaben auf. Sirius bettelte ständig bei Remus, dass er abschreiben durfte. Ehrlich, die Zeit, die er mit Betteln verbrachte, hätte er auch nutzen können, um mal einen Aufsatz zu schreiben.
Ich währenddessen war froh, dass ich nachts nicht schlafen konnte. So hatte ich mehr Zeit, um meine Aufsätze zu schreiben und hatte nicht ganz so viel Druck. Ich meine, ich bin zwar echt nicht dumm oder so, aber das war unser letztes Jahr und die Lehrer schienen teilweise zu denken, dass wir die Hausaufgaben vermissen würden, weshalb sie uns extra nochmal welche aufbrummten.
So saß ich oft im Gemeinschaftsraum und bastelte noch etwas an meinen Aufsätzen herum, während alle anderen schliefen. Remus schlief zur Zeit schlecht und so kam er oft zu mir herunter und sah mir beim arbeiten zu. Manchmal unterhielten wir uns auch, aber er selbst nahm keine Feder mehr in die Hand. Dafür zitterte sie zu sehr. Natürlich sprach ich ihn darauf an.
"Ich hatte nur einen Albtraum", erwiderte er.
"NUR schon mal gar nicht. Sag mit doch einfach, was du geträumt hast, Moony", bat ich ihn und legte die Feder beiseite.
Kurz schien mein bester Freund noch mit sich zu ringen, dann aber sah er auf und begann zu erzählen. "Naja, ich bin eben im Wald - als Werwolf - und schleiche da so rum. Und dann... dann rieche ich etwas. Einen Menschen. Und ich laufe los, dem Geruch hinterher... Ich springe aus dem Gebüsch und bohre meine Zähne in das Fleisch dieses Menschen... Und dann... sehe ich, dass es...", er schluckte, "Sirius ist."
Ich hielt ganz kurz den Atem an, dann setzte ich mich neben ihn und nahm ihn in den Arm, während ihm die Tränen über die Wangen liefen. "Schon gut, Remus. Es war nur ein Traum. Du würdest Sirius niemals etwas antun."
"Aber... es fühlt sich so echt an", flüsterte er mit erstickte Stimme.
"Ach, Remus. Du weißt doch, ich bin immer da. Ich werde Sirius schon beschützen, okay? Dafür bin ich schließlich da." Remus sah mich aus roten Augen an. "Ich verspreche es dir, Moony. Ich werde niemals zulassen, dass du Sirius oder James oder Peter oder jeder anderen Person - die dämlich genug ist, bei Vollmond rauszugehen - wehtust."
Während Remus nun erleichtert lächelte, bekam ich ein mulmiges Gefühl im Magen, von dem ich nicht wusste, was es bedeuten sollte.
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