Ein Freund, treuer als der goldenste Hund

GeschichteAllgemein / P12
11.06.2019
15.07.2019
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Es war erstaunlich, wie schnell sich die Beziehung zwischen Kate und Sirius vertiefte. Es dauerte nicht lange bis die beiden nur noch zusammen anzutreffen waren. Ich fühlte mich umringt von Pärchen - Kate und Sirius, Alice und Frank und überraschenderweise auch Lily und James. Lediglich Remus und Peter schienen mein Singelleben zu teilen. Allerdings muss ich sagen, es störte mich nicht besonders. Einen Partner zu haben, konnte ganz schön anstrengend sein, wie ich fand.
Nachdem wir - Remus, James, Peter, Sirius, Lily, Kate und ich - etwas verfrüht im Schwarzen See baden waren, holten wir uns alle eine ordentliche Erkältung. Und dann begann Sirius sich auf einmal merkwürdig zu benehmen. Manchmal ließ er sich von niemandem anfassen und dann küsste er Kate mitten in der Großen Halle die Seele aus dem Leib. Seltsamerweise immer dann, wenn Remus hereinkam.
Ich sah mir dieses eigenartige Schauspiel beinahe zwei Wochen an, bevor es mir reichte. An einem Nachmittag mitten in der Woche packte ich Sirius am Kragen und schliff ihn fort von unseren Freunden in einen recht leeren Gang.
"Was wird das?", fragte er lediglich, während ich mich auf ein Fensterbrett setzte und ihn genau beobachtete.
"Das könnte ich dich genauso gut fragen. Was ist los mit dir?"
"Was soll denn sein?" Er wich meinem Blick aus, blieb jedoch in dem leeren Korridor und versuchte nicht, zu verschwinden.
"Du bist momentan ziemlich komisch. Vor allem zu Kate und Remus. Was ist? Dachtest du, ich würde es nicht merken?", fragte ich auf seinen verdutzten Blick hin.
Er seufzte. "Ich weiß es nicht so genau. Schon seit einer ganzen Weile habe ich so ein seltsames Gefühl, wenn Remus bei mir ist. Ich hab versucht, mich durch Kate abzulenken, aber diese Gefühle wollen nicht weggehen. Und sie werden ständig stärker."
"Du weißt aber schon, was das für Gefühle sind, oder?"
Sirius verdrehte die Augen. "Klar, ich bin ja nicht blöd. Aber... das ist doch abartig, oder?"
Ich legte den Kopf schief. "Wie meinst du das?"
"Naja, Remus ist ein Junge und ich auch. Das... geht doch überhaupt nicht."
Ich lachte. "Das ist also das Problem? Vor wessen Meinung hast du denn solche Angst?"
"Ich hab keine Angst!"
"Warum lässt du deine Gefühle dann nicht einfach zu und sagst es Remus?"
Sirius sprang auf. "Niemals! Remus würde mich für verrückt halten und nie wieder ein Wort mit mir reden!"
Ich zog eine Augenbraue hoch. "Sirius. Du weißt sehr wohl, dass Remus nicht mal zu solchen Gedanken fähig ist."
Er lehnte sich an die Wand und schloss die Augen. "Du hast recht. Aber... ich weiß auch nicht."
"Wie ist das überhaupt passiert?", hakte ich nach einer kurzen Schweigepause nach. "Ich meine, wie hast du bemerkt, dass du für Remus mehr als Freundschaft empfindest?"
Sirius zuckte mit den Schultern. "Als wir letztens baden waren und ich Remus in seiner Badehose gesehen habe, hat sich das anders angefühlt als früher und danach sind mir immer mal wieder Kleinigkeiten aufgefallen." Er sprach nicht weiter und ich nahm das einfach mal so hin.
Ich stand auf. "Du solltest es ihm sagen, Sirius. Oder zumindest irgendetwas unternehmen. Dein momentaniges Verhalten kannst du weder Remus noch Kate zumuten." Ich sah an seinem Blick, dass er gar keinen Gedanken an seine Freundin verschwendet hatte und eine leichte Wut stieg in mir auf. "An Kate hast du überhaupt nicht gedacht, oder? Weißt du, Sirius, ich hab dich echt gern, aber das Problem bei dir ist einfach: Du denkst immer erst an dich selbst. Dass jemand anders unter deinem Handeln leiden könnte, daran denkst du nie." Und so ließ ich ihn allein in dem Korridor und kehrte in den Gemeinschaftsraum zurück.
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