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Ein Freund, treuer als der goldenste Hund

GeschichteFreundschaft, Tragödie / P12
James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
11.06.2019
15.07.2019
38
24.052
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11.06.2019 704
 
Es war ein normaler Tag. Ein Donnerstag, um genau zu sein.
Ein Junge aus meiner Klasse war anscheinend krank und da er in meinem Nachbardorf wohnte, entschied der Lehrer, dass ich ihm die Hausaufgaben bringen würde. Da er Freitag ebenfalls zu fehlen gedachte und danach die Herbstferien anbrechen würden, sollte er den Lernstoff nicht erst danach erhalten, wie mein Lehrer fand.
Also musste ich sie ihm bringen.
Ich wartete noch den Freitag ab - mit dem dazugehörigen Unterrichtsstoff - bevor ich zu ihm ging.
Ein kleines Einfamilienhaus war mein Ziel. Die Wände waren in einem blassen Gelb gehalten, das Dach in einem schlichten Rot.
Mit den Blättern unterm Arm drückte ich auf die Klingel, neben der die Namen Lupin und Howell standen und ging den kurzen Weg bis zum Haus entlang.
Die Tür wurde geöffnet und ein Junge mit braunen Haaren und moosgrünen Augen stand vor mir. Er sah ziemlich krank aus mit den tiefen Augenringen und der blassen Haut.
"Hallo, Remus", begrüßte ich ihn. "Ich soll dir die Hausaufgaben bringen."
Er ließ mich herein und führte mich in sein erstaunlich ordentliches Zimmer. Meins war meist ziemlich unaufgeräumt...
"Und wir haben ein neues Stoffgebiet angefangen, das soll ich dir auch gleich erklären."
Er nickte nur, hörte mir aber aufmerksam zu.
Als ich fertig mit meinen Erklärungen war, ließ ich mich nach hinten fallen und starrte an die Zimmerdecke.
Eine Weile schwiegen wir. Remus erledigte die Hausaufgaben und schien sich nicht zu trauen, mich raus zu werfen. Also blieb ich einfach liegen und genoss, dass er mich nicht so ansah wie alle anderen.
Ich war nicht sonderlich gutaussehend. Meine schwarzen Haare waren genau so lang, dass sie mich nicht störten, meine Augen waren hellblau und unter ihnen zeichneten sich auf meiner blassen Haut dunkle Augenringe ab. Das machte die Schlaflosigkeit. Ich konnte nicht schlafen, egal wie sehr ich es auch wollte, aber mein Körper zeigte dennoch die Spuren meiner nächtlichen Wanderungen. Trauriges Schicksal.
Ich hörte plötzlich wie jemand den Flur entlanglief. Ein Mann steckte den Kopf in das Zimmer. "Ich bin wieder da- Huch, wer bist du denn?", fragte er dann überrascht, als er mich da liegen sah.
Ich setzte mich auf. "Guten Tag, Mr Lupin. Ich bin Nathaniel Harrison."
"Er hat mir die Schulsachen vorbei gebracht", erklärte Remus seinem Vater.
"Achso? Nun, ich wollte für Remus heute eine Tomaten-Reis-Suppe machen. Hast du Lust, mit uns zu essen?"
Ich nickte. "Gern."
Wir halfen, den Tisch zu decken, setzten uns hin und begannen zu essen. "Wann kommt Mum heute?", fragte Remus irgendwann und durchbrach somit das Schweigen.
"Erst heute Abend", antwortete sein Vater.
Nachdem alle Teller abgegessen waren, erhob er erneut das Wort. "Jetzt erzählt doch mal, wie kommt es, dass ihr Freunde seid?"
"Also eigentlich sind wir gar keine-", setzte Remus an.
Ich unterbrach ihn. "In der Schule sind wir beide nicht so beliebt und - ich weiß nicht, es kam eben einfach so."
Remus sah mich eine Weile an, während sein Vater bereits die nächste Frage stellen wollte. Das Klingeln des Telefons ließ dies jedoch nicht zu. "Sekunde, Jungs, ich bin gleich wieder da." Schon verschwand er ins Nebenzimmer.
"Wieso hast du das gesagt?", fragte Remus auch sogleich.
"Tut mir leid", erwiderte ich und stand auf. "Wenn du nicht mit mir befreundet sein willst, kann ich das verstehen." Ich ging zur Tür. "Wir sehen uns ja in der Schule. Bis dann." Schon verließ ich das Haus, verletzt und enttäuscht.
Ich kam allerdings nicht weit.
"Warte!", rief mir Remus nach. Ohne Schuhe kam er aus dem Haus gelaufen. "So meinte ich das nicht, Nathaniel. Ich wäre gerne mit dir befreundet." Als ich nur eine Augenbraue hochzog, hängte er noch ein "Wirklich!" dran.
Ich lächelte leicht. "Ich komme morgen wieder. Vielleicht machen wir ja was zusammen?"
Remus nickte heftig. Ich grinste ihm noch einmal zu, bevor ich mich umdrehte und nach Hause rannte. Glücklich lehnte ich mich an meine Zimmertür. Ich hatte heute einen Freund gewonnen! War das zu fassen? Irgendwie nicht.
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