Die Abenteuer der Familie Griffin in der Wildnis

von SilEn
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Clarke Griffin Dr. Abigail "Abby" Griffin Lexa
10.06.2019
06.12.2019
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Tränen bildeten sich in Lexas Augen, als sie die Worte der Lehrerin hörte. Aber warum hatte Clarke dann nicht die Türe geöffnet, als Lexa bei ihr zu Hause war? Gab sie Lexa vielleicht die Schuld daran, was passiert war? Oder war wirklich das passiert wovor Lexa solche Angst hatte? Nämlich, dass Clarkes Eltern in einer Nacht und Nebelaktion verschwunden waren?
Aber warum hatte ihre beste Freundin ihr dann nicht wenigstens eine Nachricht zukommen lassen? Es würde doch schon reichen, wenn Clarke endlich mal wieder ihr Handy anstellen würde. Das war die ganze Zeit über ausgestellt. Sie hatte nicht einmal Lexas Nachrichten gelesen. Lexa konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Clarke zu solch einer Grausamkeit ihr gegenüber fähig war. Oder hatte Lexa durch den Kuss alles zerstört?

„Ich nehme anhand deiner Reaktion an, dass du keine Ahnung davon hattest?“, forschte Indra Trikru behutsam nach. Lexas entmutigtes Kopfschütteln brachte sie dazu leise weiter zu sprechen. „Es tut mir leid, dass du das von mir erfahren musst, aber ich habe außerdem erfahren, dass Dr. Griffin fristlos gekündigt hat im Krankenhaus. So sehr ich mir wünschen würde dir etwas anderes erzählen zu können, aber ich fürchte, sie sind urplötzlich weggezogen. Es tut mir wirklich sehr leid Lexa“, beteuerte die Lehrerin leise und versuchte ihre Hand beruhigend auf die Schulter ihrer Schülerin zu legen. Lexa schüttelte die Hand der Lehrerin jedoch wütend ab und versuchte ihre Gefühle ganz tief in ihrem Inneren zu begraben, da sie Angst hatte sonst bei lebendigem Leibe von den plötzlichen Schmerzen in ihrem Herzen zerfressen zu werden.
„Ich weiß, was sie dir bedeutet, Lexa. Das wusste ich die ganze Zeit über. Aber du bedeutest Clarke genau so viel! Wieso auch immer sie sich nicht bei dir gemeldet hat, ich bin mir absolut sicher, dass du von ihr hören wirst, sobald es ihr möglich ist. Hab Geduld und Vertrauen.“

„Ich weiß ganz genau wieso ich nichts von ihr gehört habe“, zischte Lexa gequält. „Es liegt ganz allein an mir. Ich habe sie geküsst. Dann kam Murphy um die Ecke und Clarke hat keine Luft mehr bekommen. Es ist meine Schuld. Sie zu küssen war eine scheiß Idee. Wieso sonst, sollte es ihr direkt danach so schlecht gehen? Weil ihre Mutter recht hatte mit ihren Worten. Clarke ist nicht so und ich sollte mich von ihr fern halten.“

„Das ist doch völliger Bullshit!“, konterte Lexas Lehrerin aufgebracht. „Clarke braucht dich ebenso sehr, wie du sie brauchst und sie wird sich bei dir melden. Aber vielleicht du hast dir gerade selbst beantwortet, warum du noch nichts von ihr gehört hast. Ist ihre Mutter wirklich so sehr dagegen, dass ihr euch seht?“

„Sie hat mich im Krankenhaus von Clarkes Bett weggerissen und angeschnauzt, dass ich eine Perverse bin und Clarke nicht so ist. Das war so heftig, dass Clarke wieder nicht atmen konnte und mit einer Spritze ruhig gestellt werden musste“, erklärte Lexa leise und langsam sickerte das Gefühl durch ihr Inneres.
War es wirklich Clarkes Mutter, die sie daran hinderte Lexa zu kontaktieren? Aber warum meldeten sich dann nicht wenigstens Bellamy oder Octavia. Sie standen doch immer hinter Clarke und würden ihr jederzeit beistehen. Stöhnend schlug Lexa sich mit der flachen Hand vor die Stirn. Eben genau darum! Abby Griffin wusste genau, dass ihre Kinder sich jederzeit unterstützten.
Wahrscheinlich hatte sie die Handys aller drei Kinder eingesammelt. Nur um zu verhindern, dass Clarke Kontakt zu Lexa aufnahm. Was für eine Mutter tut so etwas ihren Kindern an? Kinder, die sie uneingeschränkt lieben sollte. Die sie behüten und beschützen sollte, ihnen dabei aber trotzdem nicht ihr Leben vorschreiben sollte. Wie soll Clarke zu einer glücklichen Erwachsenen heranreifen, wenn Abby ihr ihr gesamtes Leben diktieren will? Je länger Lexa darüber nachdachte, umso mehr Sorgen machte sie sich um Clarke. Vor ihrem geistigen Auge manifestierte sich das Bild einer einsamen und unglücklichen Clarke, die in einem goldenen Käfig gefangen gehalten wurde.
„Was soll ich denn jetzt tun?“, flüsterte Lexa frustriert. So sehr sie es auch versuchte, sie schaffte es nicht das Bild einer eingesperrten Clarke vor ihrem inneren Auge zu vertreiben. „Ich habe ihr doch versprochen, dass ich immer für sie da bin.“

„Mach dir bitte keine Vorwürfe Lexa. Du bist ganz bestimmt keine Perverse. Es war überhaupt nicht okay, dass Clarkes Mutter dich so behandelt hat. Wenn ich das richtig verstanden habe war das euer erster Kuss an dem Tag, an dem sie ins Krankenhaus gekommen ist?“
Erst als Lexa zurückhaltend nickte konnte die Lehrerin sich langsam ein Bild von der Situation malen. „Ihr seid euch also nie zuvor näher gekommen, bis auf diesen einen Kuss? Dann verstehe ich das Verhalten von Clarkes Mutter noch weniger. Was hat Clarke denn zu dem Kuss gesagt?“

Verzweifelt fuhr Lexa sich mit der Hand durch ihre weichen braunen Haare. „Gar nichts! Das ist es ja, sie konnte nichts mehr dazu sagen.“ Erneut legte Indra ihre Hand vorsichtig auf Lexas Schulter, doch diesmal schüttelte die Schülerin sie nicht ab. Diesmal ließ sie das beruhigende Gefühl zu als sie sich sortierte um von vorn zu erzählen. „Wir haben gern gekuschelt. Wir hatten keinerlei Berührungsängste. Es war für uns völlig normal, dass wir uns im Arm gehalten haben, oder dass wir uns gestreichelt haben. Doch ich hatte niemals unkeusche Gedanken dabei. Aber als wir da auf der Lichtung lagen, da hat sie mir eine Träne von der Wange geküsst.
Und plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören mich zu fragen, wie es wohl wäre sie richtig zu küssen. Das habe ich dann ja auch getan. Ein paar Sekunden später stand Murphy schon neben uns und behauptete ein Video von diesem Kuss als Beweis, dass wir ein Paar wären, an sämtliche Schüler geschickt zu haben. Clarke fing an zu zucken und zu japsen und wir haben sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht.
Als wir dann endlich zu ihr durften, hat Dr. Griffin gesagt wir sollen sie vom Sprechen abhalten. Und dann hat sie uns plötzlich aus dem Zimmer geworfen und Clarke hatte wieder so einen Erstickungsanfall. Das letzte was ich von Clarke gesehen habe, waren panisch aufgerissene, dunkelblaue Augen, die mich völlig verzweifelt angestarrt haben. Dann ist sie von der Spritze, die ihre Mutter ihr verabreicht hatte, eingeschlafen.“
Während Lexa ihre letzten Momente mit ihrer besten Freundin erzählte, fühlte es sich für sie an, als hätte ihr jemand einen glühenden Schürhaken ins Herz gerammt. Die quälende Ungewissheit manifestierte sich in Form von physischen Schmerzen, die immer schlimmer wurden. Sie wusste genau, dass keine Schmerzmittel der Welt helfen würden, aber tief im Inneren spürte sie den verzweifelten Wunsch es trotzdem zu versuchen.
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