Die Abenteuer der Familie Griffin in der Wildnis

von SilEn
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Clarke Griffin Dr. Abigail "Abby" Griffin Lexa
10.06.2019
30.12.2019
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Kaum war die Lehrerin außer Hörweite, boxte Octavia ihrer Schwester auf die Schulter, bevor sie ihrem Unmut lautstark Luft machte. „Was ist nur los mit dir Clarkey? Du bist in letzter Zeit ständig abwesend mit deinen Gedanken! Und ausgerechnet bei Miss Trikru. Du weißt doch, dass sie knallhart ist und uns gar nichts durchgehen lässt. Kannst du nicht wenigstens bei ihr im Unterricht aufpassen, damit wir nicht alle mit zusätzlichen Hausaufgaben gestraft werden? Seit du ständig mit Lexa rumhängst, hast du dich völlig verändert. Hat Murphy vielleicht doch recht? Läuft da wirklich etwas zwischen euch? Du weißt aber schon, dass Mum da überhaupt nicht mit einverstanden wäre? Auch wenn alle anderen sowieso glauben, dass ihr beiden zusammen seid und niemand damit ein Problem hätte, Mum gefällt das nicht, dass ihr ständig aneinander klebt. Also Clarkey, ist es wahr?“

„Nein O, es ist nicht wahr!“ fauchte die Angesprochene wütend zurück. „Lexa ist meine beste Freundin und der einzige Mensch, der nicht ständig an mir herum mäkelt. Mum will unbedingt, dass ich Medizin studiere, Dad hätte es lieber wenn ich in seine Fußstapfen trete. Du bist sauer weil du nicht mehr meine einzige Freundin bist und Bell ist angepisst, wenn er mal einmal selbst seine Hausaufgaben machen muss und nicht bei mir abschreiben kann. Lexa ist der einzige Mensch, der mich machen lässt, was ICH will!“ Schwer atmend stand Clarke an ihrem Tisch und sah Octavia wütend an. Als sie spürte, dass sie den Kampf gegen die Tränen verlieren würde, griff sie nach ihrer Tasche und stürmte aus dem Klassenzimmer.

Ohne zu zögern sprang Lexa von ihrem Stuhl und stürmte hinter Clarke her. „Sorry Mister Sinclair“, keuchte sie, als sie beinahe in ihren Physiklehrer gerannt wäre, der gerade den Raum betreten wollte, stoppte aber keine Sekunde sondern stürmte weiter hinter Clarke her.

Kurz vor der Mauer, die das Schulgebäude von der Straße abgrenzte, lehnte Clarke mit rasselndem Atem und wackeligen Beinen an der Sporthalle. Als Lexa sah, dass ihre beste Freundin es nur mit Mühe und Not schaffte nicht zusammen zu brechen, schossen ihr die Tränen in die Augen.

Mit einer Zärtlichkeit die noch nie zuvor ein Mensch spüren durfte löste sie Clarke schließlich vorsichtig von der Wand und zog sie mit sich auf den Boden. Obwohl der Rasen frisch gemäht war und garantiert Flecken auf ihrer weißen Hose hinterlassen würde, setzte Lexa sich breitbeinig auf das Stück Grün und bugsierte Clarke so, dass diese zwischen ihren Beinen saß und sich an Lexas Brust anlehnte.

Liebevoll strich sie Clarke über den Kopf und durch das Gesicht, immer darauf bedacht, ihr genug Raum zum Atmen zu lassen. „Clarke bitte, versuche dich zu beruhigen. Du musst versuchen dich zu beruhigen, wenn du wieder richtig atmen willst“, flehte sie leise und als sie direkt neben Clarkes Ohr ruhig ein und ausamtete schaffte die Blonde es endlich sich an Lexas Atmung anzupassen. Innerhalb weniger Minuten normalisierten sich Clarkes Atmung und ihre Gesichtsfarbe weitestgehend und sie ließ sich erschöpft von Lexa halten.

Als Clarke endlich wieder richtig durchatmen konnte, spürte sie ein leichtes Beben in ihrem Rücken. Vorsichtig löste sie sich etwas von Lexa und drehte sich um nur um in das tränenüberströmte Gesicht ihrer besten Freundin zu sehen. „Lexa“, hauchte sie getroffen und wischte ihr sanft die Tränen von den Wangen. Allerdings strömten immer neue Tränen nach und verhinderten so, dass Clarke Lexas Wangen trocknen konnte. „Es tut mir leid, dass ich dir Angst gemacht habe Lexa. Aber jetzt geht es mir wirklich wieder gut“, versuchte Clarke die Brünette zu trösten doch die schüttelte nur traurig mit dem Kopf.

„Ich weiß ganz genau, dass es dir nicht gut geht. Seitdem wir uns kennen, sind deine Atemprobleme immer schlimmer geworden. Aber du tust so, als würde es dir gut gehen. Warum lügst du mich an Clarke? Vertraust du mir etwa nicht? Kannst du mir nicht einfach die Wahrheit sagen bitte?“ Besorgt musterten Lexas grüne Augen Clarkes Gesicht, bevor sie ihr schließlich tief in die Augen sah. Nach wenigen Sekunden durchzuckte sie die Erkenntnis, was es war, das sie dort in Clarkes blauen Augen sah. Es war entsetzliche Angst!
Augenblicklich fühlte sie, wie ihre Gefühle für ihre beste Freundin überhandnahmen. „Bitte Clarke, bitte vertrau mir doch. Du weißt doch, dass du mir alles sagen kannst und ich dir niemals schaden würde. Aber ich ertrage es nicht mehr zu sehen, wie du dich quälst. Du bist doch meine beste Freundin. Die einzige, die ich je hatte. Ich will dich nicht verlieren.“

Beinahe schmerzhaft krallte Clarke sich daraufhin an Lexas Jacke fest und vergrub ihren Kopf an deren Brust. „Ich habe solche Angst Lex“, vernahm die Brünette schließlich die geflüsterten Worte. Automatisch festigte sie ihre Umarmung, um ihrer Freundin den nötigen Halt zu bieten. Als Clarke jedoch nichts weiter sagte, strich Lexa ihr vorsichtig die Haare aus dem Gesicht und hob ihr Kinn an, um erneut in die blau funkelnden Seen sehen zu können. Der Blick in diese verängstigten Augen löste in Lexa den unbedingten Wunsch aus, Clarke für immer beschützen zu wollen.
Also erhob sie sich langsam und nachdem sie auch Clarke aufgeholfen hatte, versuchte sie die Situation wieder etwas aufzulockern, indem sie ihnen beiden schwungvoll den Dreck von der Kleidung klopfte. Nach endlosen Sekunden hörte sie endlich ein leises Kichern von der Blonden und sie atmete erleichtert auf. „Es tut mir leid, Lexa“, murmelte Clarke schließlich leise. „Lass uns woanders hingehen, da erzähle ich dir dann alles.“

Zustimmend nickte Lexa lächelnd und setzte sich Clarkes Tasche auf. Ihre eigenen Sachen lagen immer noch auf ihrem Tisch im Klassenzimmer, aber es war ihr egal. Alles was zählte was dieses zarte und zerbrechliche Wesen neben ihr. Also grinste sie die Blonde leicht an und schlenderte mit ihr dann langsam vom Gelände. Beinahe endlos liefen sie durch die kleine Stadt, bis Lexa schließlich andeutete, dass sie in den nahen Wald gehen wollte.
„Im Wald riecht es immer so gut und die Luft ist nicht ganz so schwer, wie in der Stadt“, erklärte sie Clarke mit einem leichten Zwinkern ihres rechten Auges. Zögerlich betrachtete Clarke die große Wand aus Bäumen, die direkt vor ihr aufragte. Vom Knacken eines Astes irgendwo in der Dunkelheit des Waldes aufgeschreckt, trat Clarke unbewusst einen kleinen Schritt näher an Lexa heran.
Erst als sie Lexa nahe genug war um deren beruhigenden Duft wahrzunehmen, der dem des Waldes merkwürdigerweise ähnelte, beruhigte sich die Blonde wieder etwas. Langsam trat Lexa einen Schritt näher auf den Wald zu und streckte Clarke ihre Hand entgegen. „Ich kenne eine wunderschöne kleine Lichtung, die nicht ganz so tief im Wald liegt. Vertrau mir, Clarke. Ich würde niemals zulassen, dass dir irgendetwas passiert. Ich werde immer bei dir sein und auf dich aufpassen.“
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