Die Abenteuer der Familie Griffin in der Wildnis

von SilEn
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Clarke Griffin Dr. Abigail "Abby" Griffin Lexa
10.06.2019
06.12.2019
40
50426
15
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1

„Guten Morgen Clarke.“ Liebevoll grinste Lexa ihre beste Freundin an, bevor sie sich auf den Platz neben sie setzte.

„Gerade noch pünktlich Lex“, wisperte Clarke zurück und setze sich automatisch gerader hin, als die Biologielehrerin Indra Trikru mit zügigen Schritten den Raum betrat.

Nach einem unfreundlichen Blick auf die Schüler verstummte selbst das leiseste Wispern. Wie üblich hatte Clarke auch an diesem Morgen Schwierigkeiten damit, dem Unterricht zu folgen. Es lag nicht etwa an mangelnder Intelligenz, in den letzten Jahren war Clarke in jedem Schulfach uneingeschränkt die Klassenbeste.
Aber seit sie mit ihren Eltern etwa ein halbes Jahr zuvor in diese Stadt gezogen war, verspürte sie einen unangenehmen Druck auf ihrem Brustkorb. Sie hatte schon als Kind öfter Atemprobleme, aber dieser permanente Druck machte ihr wirklich zu schaffen. Doch da ihr Vater in dieser Stadt endlich einen guten Job gefunden hatte, verschwieg die Blonde ihre Probleme.
Es waren bestimmt sowieso nur die üblichen Wachstumsschmerzen mit denen die meisten Jugendlichen zu kämpfen hatten. Zumindest redete Clarke sich das beinahe täglich selbst ein.
Diese Stadt war auch die erste Stadt in der sie eine Freundin gefunden hatte.
Seit ihrer Frühesten Kindheit war Clarke daran gewöhnt alle paar Jahre umzuziehen. Doch dieses Mal hatte ihr Vater ein unbefristetes Jobangebot bekommen. Und zum ersten Mal gestatte Clarke es sich, Freundschaften zuzulassen.
Ihre Geschwister Octavia und Bellamy waren die einzigen anderen Gleichaltrigen, die Clarke bis vor sechs Monaten als Freunde akzeptiert hatte. Aber dann stand eines Tages plötzlich Lexa vor ihr. Mit abweisendem Gesichtsausdruck und den gleichen Schwierigkeiten Freundschaften zuzulassen.
Doch irgend etwas hatte die Mädchen vom ersten Moment an zueinander hingezogen. Und so entwickelte sich rasend schnell eine innige Freundschaft zwischen dem Pflegekind Lexa Woods, die als mürrische Einzelgängerin verschrien war und der Ingenieurstochter Clarke Griffin, die trotz ihrer Konzentrationsschwierigkeiten den Ruf hatte, Klassenbeste zu sein. Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf dem Gesicht der Blonden aus, als sie daran dachte, wie glücklich sie war, ihre beste Freundin kennengelernt zu haben.

„Griffin! Widerholen Sie doch bitte, was ich gerade erklärt habe. Nur um zu beweisen, dass sie dem Unterricht auch folgen“, knurrte die Lehrerin und bedachte Clarke mit einem strafenden Blick. Wissend, dass diese mit ihren Gedanken abgeschweift war.

Nervös wischte Clarke sich ihre feuchten Handflächen an der Hose ab, als sie ein leises Wispern von ihrer linken Seite vernahm. Lexa versuchte ihr unauffällig auf die Sprünge zu helfen, doch Clarke konnte die leisen Worte nicht verstehen. Stattdessen kam es ihr so vor, als könnte sie ihr Blut im Schädel umso lauter rauschen hören. „Es tut mir leid, Mrs Trikru. Ich weiß es nicht“, gab sie schließlich leise zu. Lexa bedachte sie mit einem mitfühlenden Blick und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln.

„Da Miss Woods dafür anscheinend umso besser aufgepasst hat, wird sie ihnen dabei helfen einen Vortrag über unser heutiges Unterrichtsthema auszuarbeiten. Wir sprachen heute über das Thema sexuelle Vielfalt. Sie werden nächste Woche einen Vortrag über das Thema Transsexualität halten.“ Nach einem letzten stechenden Blick zu Clarke, wandte sich die Lehrerin zu dem Rest der Klasse und lies ihren Blick über die einzelnen Schüler schweifen.
„Zoe Monroe und Harper McIntyre, da sie sich auf dem Gebiet ja bestens auskennen, werden sie einen Vortrag zum Thema Homosexualität halten. Octavia Blake und Costia Greene, sie erklären uns alles Wichtige über Bisexualität. Und damit auch unsere Männer nicht zu kurz kommen… Monty Green und Jasper Jordan, sie sprechen über Asexualität, während Bellamy Blake und Wells Jaha uns erklären was Pansexualität ist. Alle anderen haben für heute Glück gehabt. Die Stunde ist beendet.“ Schwungvoll marschierte die Lehrerin zurück zum Pult, griff nach ihren Unterlagen und rauschte aus dem Raum.

„Hat dieses Miststück uns gerade vor unserer gesamten Klasse geoutet?“, zischte Zoe Monroe wütend zwischen ihren Zähnen hervor und starrte ihre Freundin Harper McIntyre an. „So was kann die doch nicht einfach machen. Ich meine, woher zum Teufel weiß sie überhaupt, dass wir zusammen sind?“

Während ihre Freundin vor Wut rot anlief, starrte Harper schweigend auf ihren Tisch. Da sich bisher keiner ihrer Klassenkameraden dazu geäußert hatte, bestand immer noch die Möglichkeit, dass der Kommentar der Lehrerin einfach untergegangen war. Doch diese Hoffnung zerstörte sich in dem Augenblick, als John Murphy laut loslachte. „Ehrlich? Ihr seid Lesben? Na bei Monroe wundert mich gar nichts, die ist ja eh schon ein halber Kerl. Aber jetzt haben wir endlich eine Erklärung dafür, dass Monty bei Harper immer abblitzt. Unser Blondchen steht einfach nicht auf die Luxusausstattung mit 20 cm mehr in der Hose. Obwohl ich eigentlich eher darauf getippt hätte, dass Woods und Griffin die Lesben hier sind.“

„Es hätte dir und deiner großen Klappe wirklich gut getan, auch einen Vortrag halten zu müssen. Vielleicht zum Thema Toleranz und Akzeptanz“, fauchte Monty wütend seinen Klassenkameraden an.

„Oder zum Thema: Völlige Selbstüberschätzung“, fiel Octavia lachend ein. „Da du von 20 Zentimetern in der Hose sprichst, verstehe ich auch endlich wie deine fünf in Mathe zustande gekommen ist.“

In wilder Wut riss Murphy sein Biologiebuch vom Tisch und wollte es gerade Octavia an den Kopf werfen, als er mitten in der Bewegung erstarrte und mit schreckgeweiteten Augen zur offenen Türe sah. Gemütlich grinsend lehnte die Biologielehrerin der Klasse im Rahmen und beobachtete das Geschehen.

„Miss Blake, ihr Thema für einen Vortrag klingt sehr interessant. Aber ich stimme heute doch lieber Mister Green zu. Mister Murphy, ich freue mich schon auf ihren Vortrag über Toleranz und Akzeptanz. Sie haben genau eine Woche Zeit um sich vorzubereiten. Damit sie sich nicht zu kurz fassen müssen, gebe ich ihnen ein Zeitfenster von 15 Minuten. Sie sollten diese Zeit besser mit einem informativen und aufschlussreichen Vortrag ausfüllen.“ Gerade als sich die Lehrerin umdrehen und gehen wollte, stoppte sie und sah zu einer rothaarigen Mitschülerin.
„Ach ja, Miss Monroe? Ich mag es überhaupt nicht, wenn man mich als Miststück bezeichnet. Ich habe Ihnen beiden hier eine großartige Chance geboten. Kein sich liebendes Paar sollte sich aus Angst vor den Reaktionen anderer verstecken müssen. Und falls es Ihnen entgangen sein sollte, die ersten Personen in diesem Raum haben schon bestätigt, dass sie hinter Ihnen stehen. Überzeugen Sie die anderen durch Ihren Vortrag.“ Nach einem aufmunternden Lächeln für die beiden jungen Frauen drehte sich die Lehrerin um und schritt den Gang entlang. Erst als sie am Ende des Flures durch die Türe ging verstummten die Geräusche ihrer Schritte.
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