Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The Act of an Apocalypse: War

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 Slash
Abaddon Krieg Ruin Samael Vulgrim
10.06.2019
17.07.2019
4
3.766
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
10.06.2019 765
 
Langsam versuchte ich meine schweren Augenlider zu öffnen. Sie waren schwer wie Blei und noch immer war mein Kopf vom Aufprall vernebelt. Um mich herum vernahm ich nur die Stille und das scheinbare Knistern einiger Flammen. In meinem Augeninneren spielte ich das erlebte nochmal ab und erinnern kann ich mich nur an den...Roten Ritter?

Ich musste herausfinden was passiert ist, wieso es passiert ist. Nachdem ich es also mit viel Anstrengung schaffte meine Augenlider zu einem kleinen Spalt anheben zu können, erblickte ich vor mir nur die Ruine meiner Stadt die sie einst war. Flammen versuchten nach dem Himmel zu greifen, während ihres Bestrebens auch den Rest der Stadt verzehren zu wollen.

Die Einkaufsstraße...die kleinen Seitengassen...meine Schule...mein Haus...alles war weg...alles wurde von diesen Kreaturen und den Kriegern in goldener Rüstung vernichtet, einfach... ausgemerzt...
Auch meine Freunde...meine Familie...
Mir stiegen Tränen in die Augen und ein großer Knoten bildete sich in meinem Hals. Ich unterdrückte ein schluchzen während ich meine rechte Hand an meinen Mund presste um jedes noch so kleine Geräusch zu dämpfen, während heiße und salzige Tränen sich ihren Weg über meine Wangen hinunter bahnten.

Ich wusste nicht ob diese Kreaturen noch hier waren, ich musste also äußerst leise sein, auch wenn ich scheinbar nichts mehr besaß wofür es sich zu leben lohnt. Wieso musste es passieren? Was haben wir getan um sowas zu verdienen? Waren wir wirklich so schreckliche Kreaturen, die es verdient hatten ein solches Ende zu finden?

Plötzlich war da etwas, ein Funke, ein kleines Licht tief in mir. Ich nahm jede Faser meines Körpers zusammen, um mich aufzurappeln und stützte mich am Auto hinter mir. Ich werde hier nicht bis auf weiteres sterben. Ich werde hier nicht meinem Schicksal erliegen. Auch wenn ich keine Ahnung habe von dem was passiert, ich will es wissen. Ich will Antworten. Und ich werde sie alle für meine Familie, Freunden und den Millionen weiteren Unschuldigen zur Rechenschaft ziehen wenn es sein muss.

Ich sah mit meinem trüben Blick um mich herum, anscheinend war hier keine Kreatur in Sicht. Auf wackeligen Beinen arbeitete ich mich so leise wie möglich voran, zurück in Richtung Wald. Bevor ich mich dem Problem widme, will ich mir zuerst mein Schreibzeug besorgen. Falls es wirklich irgendeinen weiteren Überlebenden da draußen geben sollte, dessen ich mir sicher bin, dann will ich alles notieren was ich weiß. Ich will meinen Teil dazu beitragen die Menschheit zu retten, wenn es denn noch eine Chance für sie geben sollte. Ich bin gewillt mein eigenes Fleisch und Blut zu opfern wenn es sein muss. Nicht für mich. Sondern für meine Familie, meinen Freunden und den Millionen anderen Unschuldigen.

Ich hatte also den Waldrand erreicht ohne von einer Kreatur überfallen zu werden und ich hoffe doch sehr das es auch weiterhin so sein wird. Als ich vom Waldrand aus zur Stadt blickte, sah ich einer dieser Kreaturen in der Ferne, nur viel größer als die anderen die ich gesehen habe und mit einer gewaltigen keulenartigen Waffe. Mit dem scheint nicht gut Kirschen essen zu sein. Lieber mache ich mich aus dem Staub ehe wir uns auf unangenehme Weise näher kennenlernen.

So schlich ich mich geschwind in den Wald hinein und überwand wieder die mir vertrauten Baumstämme und großen Steine. Schneller als sonst erreichte ich meinen Lieblingsplatz und musste mit Erleichterung feststellen, dass meine Sachen verschont blieben. Ich setzte mich neben sie und schrieb mit zittrigen Händen in mein Notizbuch. Eigentlich legte ich immer einen gewissen Wert auf eine schöne und saubere Schrift, doch diesesmal musste es schnell gehen.

Doch stockte ich. Ich konnte mich nicht dazu überwinden den Tod meiner Familie und Freunde auf das Papier zu bringen. Erneut spürte ich den Knoten in meinem Hals, diesmal größer als zuvor und gequälte Schluchzer bahnten sich ihren Weg durch meine Kehle. Als ich mich endlich dazu überwand zu schreiben, trübten Tränen meine Sicht und mischten sich leicht mit der Tinte auf dem Papier, sodass es noch lesbar war.

Nach einigen Minuten war die Qual vorbei und ich schob das Schreibzeug und den Füller in meine Tasche zurück. Ich starrte noch etwas durch den Wald um Kraft zu sammeln, welche ich schnell fand. Mit der Tasche über meiner Schulter erhob ich mich und lief wieder Richtung Stadt, dabei wischte ich mir die alten und die neu aufkommenden Tränen weg. Ich muss jetzt stark sein. Ich muss es für alle jene tun, die dieses Schicksal nicht verdienten und für all jene die es schafften zu überleben, denn auch sie haben geliebte verloren und es liegt an uns die Menschheit zu retten.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast