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Die kleine Jadeprinzessin

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
10.06.2019
10.06.2019
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Hallo!
Dies hier ist ein kleines Projekt, dass auch auf Youtube hochgeladen wurde. Auf dem Kanal Ohrgeschichten findet ihr noch weitere von mir. Vielleicht schaut/hört ihr mal vorbei!
Liebe Grüße euer Keks!

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Es ist einige Jahrhunderte her, als im Land der nie untergehenden Sonne die kleine Jadeprinzessin, das Licht der Welt erblickte. Der Wind, die Erde ja selbst die Sterne kündeten von ihrer Geburt. Ihr Vater „Der große Drache“ und ihre Mutter „Die himmlische Kaiserin“ waren so glücklich. Es wurde sogar ein großes Fest zu ihren Ehren am Hof gehalten.

Die ersten Jahre gingen ins Land. Die kleine Prinzessin wuchs umgeben von ihren Eltern und Hofdamen auf. Sie erhielt Unterricht zu Etikette, Traditionen, Geschichte, sowie das Schreiben und Lesen. Ach wie langweilig es doch war!  Am liebsten war sie im Garten. Dort spielte sie den ganzen Tag, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, mit ihren Freunden.

Natürlich hatte eine Prinzessin ihre Pflichten!  Ihr Vater und ihre Mutter ermahnten sie. Doch auch ihnen war bewusst, dass alles in einem Gleichgewicht sein musste.
Eines Tages, zum vierten Geburtstag der Prinzessin, schenkten ihre Eltern ihr ein kleines Schmuckkästchen. Es war von Gold und Jade reich verziert. Sobald man den Deckel öffnete, spielte diese eine liebliche Melodie. Es wurde ihr das liebste Geschenk. Oft verbrachte sie die kommenden Abende unter der Decke und lauschte dieser Melodie. Ein weiteres Jahr verging. Am fünften Geburtstag sollte die kleine Prinzessin, das erste Mal die schützenden Mauern des Palastes verlassen. Alle Kinder des Palastes, durften zu diesem Zeitpunkt die Welt von außen sehen.

Ihre Eltern und ein Teil des wichtigsten Hofstaates machten sich mit ihr auf. In einer langsamen Prozession verließen sie den himmlischen Palast. Voller Staunen bewunderte die kleine Prinzessin, die ungewohnte Umgebung. Von Bergen, Nebel, Wälder und Felder zeigte sich ihr eine komplette andere Welt. Die Farben, Gerüche und die Menschen waren so neu für sie.

Jedoch das atemberaubendste das sie erblickte, war das Meer. Der Schrei der Möwen, das Rauschen der Wellen, all das kannte sie nur von ihren Büchern. Selbst die Erzählungen ihrer Mutter wurden diesem Anblick nicht gerecht. Die Reisenden waren schon einige Tage unterwegs. Der Hofstaat schlug seine Zelte in der Nähe des Strandes auf. Auch wenn die kleine Jadeprinzessin so viel sah, einsam fühlte sie sich dennoch. „Der große Dache“ und  „Die himmlische Kaiserin“ waren so mit ihrem Hofstaat beschäftigt, dass sie die Kleine vergaßen.  So schien es.

In einem Moment der Unachtsamkeit, stahl sich die kleine Prinzessin von ihren Hofdamen davon. Gewitzt wie sie war, nicht ohne etwas Proviant und ihrem liebsten Geschenk. Sie entfernte sich und ging am Strand entlang. Ihre kleinen Füße vergruben sich im Sand. Immer wenn eine Welle kam, versuchte sie diesen auszuweichen. Was ihr nicht immer gelang.

Ihr grünes Seidengewand sog sich mit Salzwasser voll und der Sand klebte überall. Nach einer Weile ließ sie sich erschöpft am Ufer nieder. Die Knie angezogen, bis sie in einen Apfel. Ihre kleine Spieldose legte sie neben sich und öffnete sie. Der Musik lauschend, spendete sie der kleinen Prinzessin Trost.
Vor Müdigkeit schlief sie ein. Doch es blieb nicht ohne Folgen. Die Flut stieg immer weiter. Ehe sich die Prinzessin der Gefahr bewusst wurde, war schon um sie geschehen. Sie blinzelte, einmal, zweimal, doch das Wasser hatte sie schon komplett eingeschlossen. „Papa,… Mama!“, rief sie vor Angst. Sie konnte ja nicht Schwimmen!
Ein riesiger Schatten flog über sie hinweg. Ihr Vater trug den Namen „Großer Drache“ nicht umsonst. In der Gestalt eines grün rot geschuppten Drachens, hatte sich ihr Vater zu ihrer Rettung aufgemacht. Er griff nach ihr mit seiner Klaue und hob sie behutsam hoch. Bei einem Felsvorsprung setzte er seine Tochter ab. Angst, Erleichterung und Wut über das Handeln seiner Tochter herrschten in ihm. Als er jedoch das verweinte Gesicht der kleinen Prinzessin sah, wurden seine Züge weicher.

In seiner menschlichen Gestalt kniete er sich zu ihr hinunter und nahm sie in den Arm. Die Tränen versiegten nicht. Egal was er versuchte, sie hörte nicht auf. „Es ist alles gut, dir ist nichts passiert. Warum weinst du?“, fragte ihr Vater besorgt. „Meine Spieluhr….“, stammelt sie zwischen den Weinkrämpfen.
„Es ist nur eine Spieluhr, wir können dir eine Neue…“, weiter kam ihr Vater nicht. Die kleine Prinzessin weinte umso mehr. „Ich will nur diese,…sie ist von Mama…!“
Resigniert strich er über den Kopf seiner Tochter. „Versprich mir nie wieder wegzulaufen. Wir sind doch für dich da. Ich hole dir deine Spieluhr.“ „Kannst du das…?“, fragte sie. Lächelnd blickte er zu ihr hinunter:“ Ich bin doch der Große Drache. Selbst die Sterne müssen sich vor mir verbeugen!“ Mit diesen Worten verwandelte er sich wieder in seine Drachengestalt.

Doch selbst „Der Große Drache“ konnte nicht alles. Mit seinem Feuer versuchte er die Wellen, zurück zu schlagen. Dampf stieg am Ufer auf. Je mehr er es versuchte, desto mehr Wasser kam ihm entgegen. Das Kleinod blieb vom Meer verschluckt. Wütend und frustriert fauchte er und ein Brüllen erschütterte die Landschaft. Bis eine Hand sich sanft auf seinen Nacken legte.

„Da hat „Der große Drache“ nicht in allem die Macht.“, kicherte die himmlische Kaiserin. „Wenn ihr es besser wisst, nur zu! Meine Kaiserin!“, sprach er genervt. Mit einem gewinnenden Lächeln wand sie sich dem Meer zu. Sie flüsterte einige Worte und das Meer gehorchte ihr!

Das Wasser zog sich zurück und gab die Spieldose preis. Sie kehrten beide zu ihrer Tochter zurück und gaben es ihr. Voller Freude drückte die kleine Jadeprinzessin das Kleinod an sich. Vor Verwunderung schaute sie ihre Mama an:“ Wie hast du das gemacht?“
Ein mildes Lächeln zeigte sich auf den Zügen der Kaiserin. Sie blickte zu ihrem Mann und anschließend zu ihrer Tochter. „Nicht alles kann man Gewalt lösen. Manchmal muss man nur um etwas bitten. Ob es nun Zeit ist mit seinen Eltern oder wenn es um eine Spieluhr geht.“

In diesen Worten lag viel Weisheit. Der kleinen Jadeprinzessin wurde eine wichtige Lektion zu Teil, aber auch dem Großen Drachen und der Kaiserin. Ich kann euch nur berichten, dass alle drei wieder wohlbehalten zu ihrem Hofstaat zurückkehrten.

Was habt ihr daraus gelernt?
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