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Das Glück ist mit den Mutigen

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / MaleSlash
Fenrir Greyback Harry Potter Lucius Malfoy Narzissa Malfoy OC (Own Character) Severus Snape
10.06.2019
29.08.2019
80
159.793
273
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Dieses Kapitel
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10.06.2019 2.145
 
Kapitel I

Eine Art von milchigem Schokoladengeruch kam Harry entgegen, als er nur ein paar Stunden nach seiner Ankunft  ein Gasthaus betrat.
Das magische Quebec war riesig und dies schien die letzte Taverne vor den Wäldern zu sein, aber mit so einer Einrichtung hatte der junge Mann schon gerechnet, sonst hätte er sich eher was gesucht. Auch die Bewohner des magischen Kanadas waren nicht dumm, sie wussten das so ein Gasthaus das erste sein konnte, was man sah, wenn man aus dem Wald heraus kam... und das man dann auch gleich hinein gehen konnte, um sich aufzuwärmen, zum Beispiel.
Harry hatte Hunger und zum Glück genügend Geld dabei, wieso es aber nach Schokolade roch, war ihm ein Rätsel... bis er duftenden Kakao auf den Tischen sah, Gäste die glücklich brummend davor saßen und wahrscheinlich nicht nur die Schokolade genossen, sondern auch die Tatsache, dass sie heiß war.
Draußen waren es mindestens Minus 10 Grad, wenn nicht sogar noch kälter, etwas was Harry eigentlich so nicht kannte. In England, oder Schottland, war es ja eher mehr nass und matschig, anstatt kalt und trocken. Aber er hatte auch alles dabei, um dieses Wetter auszuhalten, zur Not auch Tränke, die ihm die Umstellung erleichterten.
Alle Anwesenden sahen zu ihm, aber nicht wegen ihm als Person, sondern einfach weil sie wahrscheinlich jeden neuen Gast mit diesen neugierigen Blicken begrüßten. Man wollte ja wissen, ob nicht vielleicht ein betrunkener Idiot herein kam, oder ähnlich unangenehmes. Gerade sah keiner der Gäste aus, als wolle er sich durch eine Prügelei von seinem Kakao ablenken lassen.
Er ging an mehreren Tischen vorbei und setzte sich dann an die Theke, aber auch nur weil er einen Mann dort essen sah, ansonsten hätte er sich einen anderen Platz gesucht. Und eigentlich wollte er auch lieber an einem Tisch sitzen, aber es gab keinen mehr, an dem er alleine hätte essen können.
Hoffentlich glaubte niemand, er würde auf ein langes Gespräch aus sein, denn dem war definitiv nicht so.
Harry wollte keine Fragen beantworten müssen, er wollte nur essen und dann, wenn er das Gasthaus als gut empfand, ein Zimmer mieten. Wenn man zu neugierig auf ihn wurde, dann suchte er sich nach dem Essen lieber ein anderes, eines, wo er nur hinein ging, die Schlüssel nahm und dann auf seinem Zimmer verschwand.
Das war doch sicher nicht das einzige Gasthaus nahe dem Wald und es noch hell genug, um nach einem anderen zu suchen.
Die Wirtin kam zu ihm und sie war genau so wie man sich eine Wirtin vorstellte, etwas mollig, mit blondem Haar unter einem grauen Tuch zusammengebunden, dazu trug sie eine graue Schürze und ein altes, dunkelblaues Kleid.
„Hallo Junge, dich kenne ich ja noch gar nicht“ begrüßte sie ihn, mit einem leicht französischem Akzent:
„Ich bin Emma, die Besitzerin dieses Gasthauses. Was kann ich für dich tun? Hast du Hunger, natürlich hast du Hunger“ sie zwinkerte ihm mit ihren honiggoldenen Augen zu und er musste lächeln, nickte dann zustimmend:
„Mein Koch hat heute einen fantastischen Eintopf gemacht, dazu gibt es großartigen Wildschweinbraten.“ Sie ging zu einer Tür und öffnete sie, rief hinein das sie einen Teller vom Eintopf brauchte, aber die halbe Portion, dazu eine Scheibe vom Fleisch. Dann kam sie wieder zu Harry und machte ihm erstmal einen heißen Kakao, mit viel Sahne.
„Wie ist dein Name, Junge“ fragte Emma neugierig und er schnupperte kurz an dem Kakao, dann nahm er einen kräftigen Schluck.
„James“ stellte er sich vor, und zum Glück musste er dafür nicht lügen.
Und niemand in diesem Gasthaus musste wissen, wer er in Wirklichkeit war.
„Ein Brite, das habe ich dir schon angesehen“ sie nickte lächelnd und versorgte dann Harrys Nachbarn mit einem frischen Kakao:
„Du bist zu einer kalten Zeit hierher gekommen, hoffentlich willst du nicht im Wald zelten.“
„Eigentlich schon“ murmelte er, ja es war Winter, aber das würde ihn sicher nicht abschrecken:
„Ich will nach Alaska wandern.“
Nun wurde er nicht nur von Emma sehr erstaunt angesehen, sondern auch von seinem Nachbarn, der ihm dann kräftig auf den Rücken schlug.
„Mutig“ schnaubte er lachend:
„Ich hoffe du bist nicht auch dumm dazu. Das hier ist Kanada, neunzig Prozent unseres Landes besteht aus dichtem Wald, fünfzig Prozent davon ist magisch. Hier gibt es nicht nur Trolle, Bigfoots und Thestrale, sondern auch Zentauren, zum Beispiel, und die können verdammt unfreundlich sein.“
„Ich weiß wie ich mit Thestralen und Zentauren umgehen muss“ wehrte Harry tonlos ab und Emma brachte ihm eine Schüssel mit dem Eintopf... halbe Portion hatte sie gesagt... von dieser Menge konnte Harry sich eigentlich zwei Tage lang durchgehend ernähren.
„Das mag sein, vielleicht kommst du auch mit den Trollen, Bären und Elchen klar“ Emma kam näher an ihn ran, stützte sich auf ihrer Theke ab und musterte ihn genauer:
„Aber auch mit den Wamazu?“
„Was ist ein Wamazu“ zum Glück hatte Harry auch an eine Mütze gedacht und sie noch nicht ausgezogen, es wäre gerade nicht sehr förderlich wenn jemand seine Narbe sehen konnte.
„Hast du die Statue draußen gesehen, ja bestimmt hast du das.“
„Die mit dem Mann und dem Wolf?“
„Ja, genau die. Aber das ist kein Wolf, das ist ein Wamazu“ Emma wandte sich ihren alkoholischen Getränken zu, während Harry anfing von dem Eintopf zu essen:
„Sie sind die magischen Ureinwohner von Kanada und normalerweise sind sie Wölfe, große, weiße Wölfe, außer an Vollmond und Halloween. Dann verändert sich ihre Gestalt, sie können dann auf zwei Beinen gehen, mit ihren vorderen Pranken greifen, sogar schreiben,  oder eine Buchseite umblättern.
Und wenn sie alt genug sind, dann können sie sogar sprechen, ihre Mutter bringt es ihnen bei, das geht von Generation zu Generation, bei jeder Verwandlung lernen sie etwas mehr.
Bevor der erste Mensch, und der erste Werwolf, nach Kanada kamen, waren nur sie da, sie lebten mit den Wäldern in Einklang und sie tun es noch heute. Nur haben sie sich mit uns verändert, sie sind weniger aggressiv, aber fordernder. Es kann sein, dass sie etwas von dir verlangen, wenn du eines ihrer Gebiete durchqueren willst.“
„Sie sind keine Werwölfe?“
„Sie waren schon lange vor den Werwölfen da und man sagt, sie waren das Vorbild für den Ersten von uns. Wegen ihnen wurde der erste Werwolf an Halloween erschaffen, weil da auch die Wamazu am Mächtigsten sind“ Emma nickte heftig und stellte ihm ein Gläschen mit tiefrotem Likör hin.
Kanada und Island waren die Länder, in denen die meisten Werwölfe lebten und Kanada galt sogar als Paradies für sie. Ihr Ministerium wurde mittlerweile nur noch von Werwölfen betrieben, wie in der Kolonie gab es dort einen obersten Wolf, der wie ein König über alle Werwölfe regierte. Und es gab angeblich nur noch wenige Menschen... zumindest in der magischen Bevölkerung.
Dazu gab es Gerüchte, dass man sich beißen lassen musste, wenn man in Kanada leben wollte, sie duldeten angeblich keine Menschen mehr. Aber Harry konnte und wollte das nicht glauben, denn bisher war er ja noch nicht sonderlich aufgefallen und er hatte auch schon Leute ohne goldene Augen gesehen. In diesem Gasthaus nicht, aber vielleicht lag es ja an der Nähe zum Wald, jedoch auf dem Marktplatz, welcher sich nahe dem Ministerium befand.
„Was könnten sie verlangen“ fragte Harry kauend nach, der Eintopf war wirklich gut, aber noch besser war das Fleisch.
„Geld, oder das du etwas für sie tust, was sie außerhalb des Vollmonds nicht bewältigen können. Wir haben Ranger für die Wälder und die helfen ihnen auch manchmal. Aber alles tun sie nicht für die Wamazu, und sie sind ja nicht immer bei ihnen. Es gibt Gerüchte, dass den Wamazu so ein Wanderer schon mal gelegen kam, zum Beispiel wenn es darum ging eine Höhle sauber zu machen, oder einer ganzen Familie das Fell zu bürsten. Sie leben nicht in Rudeln, sondern in Familien, und das von hier bis Alaska. Die Wamazu sind nicht mehr viele, aber ihre Reviere sind riesig.“
„Sie werden mich nicht angreifen?“
„Nein.“
„Dann hält mich nichts davon ab Morgen loszugehen“ bestimmte Harry und überlegte ernsthaft, ob ein anderes Gasthaus nicht besser wäre. Aber andererseits, er fühlte sich schon sehr wohl und Emma fragte auch nicht, wieso er diese Wanderung unbedingt antreten wollte.
„Ich packe dir Morgen früh ein wenig Proviant ein, wenn du hier übernachten möchtest“ bestimmte sie:
„Ach natürlich willst du das, denn du möchtest auf keinen Fall mein Frühstück verpassen. Es ist mit Wildschweinspeck, eine Delikatesse“ sie holte einen Schlüssel hervor und legte ihn neben Harrys Schüssel:
„Iss soviel du schaffst, ich gehe hoch und schüttele dir die Kissen auf.“
Sie zeigte auf Harrys Thekennachbarn, machte zwei Handbewegungen und ging dann fröhlich summend nach Oben, zu den Zimmern.
Sofort achtete der Werwolf nicht mehr auf seinen Kakao, oder den Teller mit Wildchweinbratenscheiben, nein, er sah ganz offen zu Harry rüber und nickte diesem immer wieder zu.
„Was waren das für Zeichen“ fragte dieser nur.
„Das ich auf dich aufpassen soll, während sie weg ist“ schnaubte der Werwolf gemütlich:
„Hast ein gutes Auge, James. Das wird dir in den Wäldern hoffentlich helfen, die Wamazu können auch sehr schlecht gelaunt sein. Und dann ist es besser, wenn man sie vorher sieht und sich aus dem Staub machen kann.“
„Und doch haben sie in dieser Schlacht mitgekämpft?“
„Nur Dante“ wehrte ein anderer Werwolf ab:
„Der auf der Statue. Die Wamazu können auch beißen, das bedeutet man wird selbst zu einem Wamazu, und oft schließt sich der Beißer dann seinem Welpen an. Dante hat das auch getan, er und Gabriel haben gemeinsam gekämpft. Sie haben zusammen an die zweihundert Gegner getötet, und damit die Schlacht für uns entschieden.“
„Zweihundert...?“
„Es hört sich wie ein Märchen an, aber wir waren ja alle dabei gewesen“ nickte Harrys Nachbar brummend:
„Ich selbst habe gesehen, wie Dante einen Feind nach dem anderen tötete und das indem er ihnen in den Hals biss. Er brauchte nur einmal zuschnappen, es knackte und der Feind war tot. Egal was du in den Wäldern tust, lege dich niemals mit einem Wamazu an. Unterwerfe dich am Besten sofort, wenn du einen siehst, werfe dich auf den Boden und bete, dass sie dich akzeptieren und in Ruhe weitergehen lassen.“
Harry hob eine Augenbraue, entweder hatte er es hier mit Angstwölfen zu tun, oder sie gingen die Sache von Anfang an ganz falsch an. Er glaubte jedenfalls nicht, dass er sich vor jedem Wamazu auf den Boden werfen musste, und das sie ihn ansonsten mit einem Biss in den Hals töteten.
Klar, sicher konnten sie das tun, bei der Größe, aber kein magisches Wesen war von Grund auf so böse, dass es sich gleich auf jeden unschuldigen Wanderer stürzte, welcher sich ihm nicht unterwarf.
Oder die Flucht antrat, wobei Harry nicht glaubte schnell genug zu sein, diese Wamazu schienen mindestens zwei Meter lang zu sein, also konnten sie allein schon deswegen mit einem Pony mindestens mithalten.
Vielleicht waren das alles ja auch Märchen, die einmal in die Welt gesetzt wurden, damit diese Wamazu ihre Ruhe hatten.
„Was macht ihr, wenn ihr an Vollmond auf so einen Wamazu trefft“ hakte Harry nach, Emma kam zurück und er trank demonstrativ den Likör... danach hätte er sich am Liebsten auf den Boden gelegt und vor Schmerzen geschrien. Verdammt, da war doch zu neunzig Prozent reiner Alkohol drin, mindestens, und er durfte keinerlei Schwäche zeigen.
„Wir machen uns davon, was sollen wir sonst tun“ fragte einer der Gäste, Harry konnte fast keinen klaren Gedanken mehr fassen, aber eindeutig hatte er es mit Angstwölfen zu tun.
So schlimm konnten diese Wamazu wirklich nicht sein, sonst hätten sie ja auch nicht solange überlebt. In jeder Geschichte, jeder Nation, egal ob magisch oder nicht, gab es ein Volk, welches ein anderes ausrottete und das nur, weil ihm die Anwesenheit der Anderen nicht passte.
Wären die Wamazu wirklich so schlimm, hätte man sie schon vor zweihundert, dreihundert Jahren in ihre Schranken verwiesen, oder vielleicht sogar ganz vernichtet.
Unschön, aber so etwas gab es immer wieder.
Harry nahm allein schon deswegen an, dass die Wamazu eigentlich ganz umgänglich waren, die Werwölfe nur nie gelernt hatten mit ihnen richtig umzugehen, und dazu noch an Märchen glaubten.
Er beschloss es darauf beruhen zu lassen, natürlich hätte er fragen können, wie es dann zu solchen Bissen kam wie bei Dante und Gabriel, aber wahrscheinlich erzählten sie ihm dann was von entführten Kindern, oder ähnliches.
Außerdem wurde es mit dem Alkohol immer schlimmer für den jungen Mann, so nahm er den Schlüssel, wünschte allen eine gute Nacht und ging dann nach Oben.
Es gab nur ein Zimmer, er traf gerade noch so das Schlüsselloch und schlurfte dann in den Raum. Darin befanden sich ein Bett und eine Kommode, alles war sauber, so nahm er den Rucksack ab und legte ihn unter sein Kopfkissen.
Egal wie unbequem das Ganze war, es musste sein und nach diesem Likör würde er sowieso schlafen wie ein Baby.
Und hoffentlich aufwachen, wenn jemand daran denken sollte ihm den Rucksack abnehmen zu wollen.
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