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Nur ein einziges Mal

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Tidus Yuna
10.06.2019
10.06.2019
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Sie waren alle erschöpft, aber am meisten war es wohl Yuna. Das war wohl auch nur verständlich, bei alledem was sie durchgemacht hatte. All die neuen Eindrücke, Erkenntnisse. Entführt werden, eine Zwangsheirat. Sie hatte Seymour geheiratet. Allein das musste an den Nerven zerren. Und wenn er daran dachte, wie dieser in einen Farbtopf gefallene Widerling sie geküsst hatte, kam ihm immer noch die Galle hoch. Danach noch eine Gerichtsverhandlung, mal eben zu Tode verurteilt werden und in eine Art Gefängnis geschmissen werden, war auch nicht unbedingt etwas wovon man sich so schnell erholte.

Und schließlich diese Sache… im See. Wo es wieder Küsse gewesen waren. Aber ganz, ganz anders. Jedenfalls hoffte Tidus, dass es sich für Yuna anders angefühlt hatte, als die erzwungenen aufgedrückten Küsse dieses… er fand keine Beleidigung die Schlimm genug gewesen wäre um Seymour auch nur im Ansatz gerecht zu werden.

Und weil sie alle erschöpft waren, hatten sie beschlossen noch eine Nacht zu Ruhen, bevor sie weiter zogen. Und so hatten sie wieder die Betten im Laden für Reisebedarf bezogen. Aber Tidus konnte nicht einschlafen. Er hatte immerzu das Gefühl, dass Yuna ihn brauchte. Jetzt nicht allein sein wollte, auch wenn er sich dieses Gefühl nicht erklären konnte. Wieso überhaupt fühlte er sich ihr jetzt noch so viel verbundener als zuvor?

Jedenfalls konnte er sowieso nicht schlafen, also erhob er sich aus seinem Bett, und ging den Flur hinunter zu dem Zimmer, in dem Yuna schlief. Oder schlafen sollte. Er klopfte gegen die Tür. Und tatsächlich war sie noch wach, und erlaubte ihm leise herein zu kommen.

“Hey.”, etwas unbeholfen blieb er bei der Tür stehen, nachdem er sie hinter sich geschlossen hatte. Yuna hatte sich ihrer Kleidung zum Großteil entledigt, trug nur noch ein weißes Oberteil, dass Tidus durchaus hätte ablenken können, wenn er nicht so nervös gewesen wäre.

“Hey.”, ihre Stimme klang müde, als würde sie den Schlaf dringend brauchen, den sie nicht bekam.

“Ich...hatte irgendwie das Gefühl...weiß auch nicht so genau...ich...dachte vielleicht du…”, Tidus wusste nicht, wie genau er zum ausdruck bringen sollte was er dachte, vor allem aber hatte er angst etwas falsches zu sagen. Sie vor den Kopf zu stoßen. Er wollte nicht, dass sie dachte er würde sie für schwach halten. “Ich dachte du brauchst vielleicht ein wenig Gesellschaft.”, brachte er dann zuende, und Yuna lächelte ihn Gutmütig an.

“Du kannst dich gern zu mir setzen.”, Yuna klopfte neben sich aufs Bett, in dem sie saß. Tidus nickte, und setzte sich zu ihr. Sie schob ihre Hand über seine und er zuckte fast zusammen. Von seinem Übermut war plötzlich nicht mehr viel übrig geblieben.

“Bist du wütend?”, fragte sie nach einem Moment der Stille. Und Tidus zog die Augenbrauen zusammen.

“Warum sollte ich wütend sein?”, er wusste nicht warum er wütend sein sollte. Sie hatte doch nichts getan, was ihn wütend machen könnte.

“Weil ich mich...gegen dich entschieden habe. Und für den Tod.”, Yuna sah zu Boden. Zuvor hatte sie Tidus genau in die Augen gesehen, aber jetzt hielt sie seinem Blick nicht mehr recht stand.

“Du hast dich nicht für den Tod entschieden. Sondern für das Leben! Das Leben von ganz Spira! Und was bin ich dagegen schon? Ein dummer kleiner Junge.”,

“Für mich bist du viel mehr, als ein dummer kleiner Junge.”, sie sah ihn immer noch nicht an, aber er konnte trotzdem sehen wie sich ihre Wangen rot färbten.

“Außerdem werd ich eh nicht zulassen, dass du stirbst. Ich find’ nen anderen Weg. Wirst sehen. Und dann können wir immer noch zusammen sein. Und nach Zanarkand  gehen. Meinem Zanarkand!”,

“Ja.”, er konnte ihr anhören, dass sie ihm nicht glaubte. So sehr sie es auch glauben wollte. Sie hatte diesen Weg gewählt, hatte immer gewusst was am Ende ihrer Reise lag, und dass sie nicht zurückkehren würde. Sie hatte den Weg trotzdem gewählt, trotz aller gegenstimmen. Hatte sich von Niemanden abbringen lassen. Nicht von Wakka, und nicht von Lulu. Und auch Tidus würde es nicht schaffen. Sie würde dem Gefühl nicht nachgeben. Sie würde niemals glücklich sein, auch nicht mit ihm, wenn es bedeutete das Volk von Spira dafür zu verraten. Sie würde glücklicher im Tode sein, wenn es bedeuten würde, [Sin] zu besiegen.

Yuna legte ihren Kopf auf Tidus’ Schulter ab, und er legte einen Arm um sie. Zumindest die Küsse die sie geteilt hatten würde ihnen niemand mehr nehmen können. Tidus versank in seine Gedanken. Er versuchte immer noch einen anderen Weg zu finden, aber das war gar nicht so einfach. Vor allem für ihn nicht. Er hatte von dieser ganzen Welt noch immer wenig Ahnung. Außerdem war er mit seinem Alten schon in Menschengestalt nicht klar gekommen, dass er jetzt wirklich ein Monster war und sich nicht nur wie eines benahm, machte die ganze Sache nicht leichter.

Plötzlich fühlte Tidus Yunas Hand in seinem Nacken und wenig später ihre Lippen auf seinen. Erst riss er seine Augen auf, hatte damit absolut nicht gerechnet, aber dann schloss er sie wieder, und zog Yuna noch ein wenig näher zu sich. Er hatte gedacht, befürchtet, dass die Küsse im See von Macalania die einzigen sein würden, die sie jemals teilen würden. Vielleicht glaubte ein Teil von ihm selbst nicht so sehr daran Yuna retten zu können, wie er es gerne würde.

Yuna seufzte zufrieden, sie ließ sich nach hinten ins Bett fallen, und zog Tidus mit sich, der sich auf ihr wieder fand, was ihn sichtlich nervös machte, aber Yuna legte ihre Hand wieder in seinen Nacken und zog ihn in einen weiteren Kuss.

Sie wollte jetzt ein einziges mal nicht nachdenken. Nicht über das Opfer ihres Vaters, nicht über [Sin]. Nicht darüber, dass sie wenn man die Sache zu genau nahm gerade ihren Ehemann betrog und eigentlich auch gar nicht erst daran, dass sie einen Ehemann hatte. Sie wollte nicht an Seymour denken. Am liebsten nie wieder, und Tidus zu küssen gab ihr wenigstens für den Augenblick das Gefühl sich von den Berührungen des Guado reinwaschen zu können. Der Gedanke ihren ersten Kuss an ihn verschwendet zu haben schmerzte tiefer als sie je für möglich gehalten hatte.

Ihre Hände wanderten über Tidus rücken, während ihre Zunge vorsichtig und zurückhaltend und trotzdem gleichsam verlangend in seinen Mund glitt, was ihn nun zum seufzen brachte, doch er unterbrach sie.

“Yuna, ich glaube wirklich nicht, dass wir...so etwas tun sollten.”,  Sie war doch immerhin ein Medium. Ein reines Wesen. Währne der Pilgerreise solche Dinge zutun war doch sicher gegen irgendwelche Regeln. Nicht, dass er sich darum groß schwerte. Eigentlich war es eher, dass er sich nicht bereit fühlte.

“Ich...möchte es. Du hast meine Seele und mein Herz berührt, und jetzt möchte ich dir nur ein einziges mal auch Körperlich so nahe sein.”, sie flüsterte ihm die Worte ins Ohr, und sie verunsicherten ihn nur noch mehr.

“Darfst du das überhaupt? Ich meine...So als Medium must du doch bestimmt...deine...Reinheit bewahren.”, Ausreden. Nicht viel mehr.

Sie brachten Yuna zum lachen.

“Dann wäre mein Vater wohl kaum mein Vater gewesen.”,

“...Was wenn genau sowas passiert? Ich meine...wenn du…”

“Während der Reise sind Medien vor Schwangerschaften geschützt.”,

“Und wenn uns jemand hört?”, langsam gingen ihm die Ausreden aus.

“Es geht niemanden an, was wir hier tun. Aber du musst nichts tun, was du nicht willst.”, sie sah ihn an, aus ihrem unterschiedlich farbigen Augen. So unendlich liebevoll. Es war nicht, dass er ihr nicht Nahe sein wollte. Er hatte nur Angst ihren Ansprüchen nicht gerecht zu werden - die sie gar nicht hatte.

“Ich...will schon. Ich...bin nur..ich...hab...vielleicht ein wenig Angst.”, gab er zu, und Yuna lächelte.

“Die habe ich auch. Aber Angst kann man überwinden.”, und damit zog sie ihn in einen weiteren Kuss, welcher dazu führte, dass er sich seinem Schicksal hingab. Nicht wissend, welches Schicksal er damit tatsächlich über sie brachte.

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“Haben wir dir nicht gesagt, du sollst die Finger von ihr lassen, kleiner?”, das waren die Worte mit denen Tidus begrüßt wurde, als er am nächsten Morgen versuchte sich unbemerkt aus Yunas Zimmer zu schleichen.  Er wurde Puterrot.

“Weiß gar nicht...was du meinst.”,

“Du bist wie dein Vater.”

“Sag das nicht. Ich bin kein bisschen wie er. Und woher weißt du überhaupt…”

“Die Wände sind dünn, oder vielleicht sind meine Ohren einfach zu gut. Außerdem schleichst du dich gerade aus ihrem Zimmer.”

“Wenn du mich dann bitte weiter schleichen lassen würdest? Bevor die anderen auch noch was mitkriegen.”

“Was sollten wir mitkriegen?”, Lulu und Wakka standen, natürlich, bereits hinter Auron.

“Äh…”

“HEY, was hast du in Yunas Zimmer gemacht?”

Er hatte gewusst, dass das keine gute Idee gewesen war. Nicht, dass er es bereuen würde.

“Lasst den Jungen. Die beiden sind jung, und eigentlich geht es uns nichts an. Solang es Yuna nicht auf falsche Gedanken bringt und die Reise nicht beeinflusst, ist es auch egal.”, Auron trat zur Seite, und Tidus drückte sich an den anderen vorbei um noch mal in sein eigenes Zimmer zu gehen. Er hoffte wirklich, dass sich dieses Gespräch damit erledigt hätte.

Es hatte sich erledigt, oder wenigstens sprach niemand mehr darüber, und sie machten sich wieder auf den Weg.

Auch Yuna sprach nicht weiter darüber. Nicht über irgendwas in diese Richtung. Es war, als wäre es nie passiert. Aber vielleicht verhielt sie sich auch nur so, weil sie nie allein waren. Und trotzdem fühlte er sich als wäre es ihr peinlich, und das setzte ihm einen riesigen Stein in den Magen.

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Es war die letzte Ruhepause. Sie waren beinahe angekommen. Tidus sah sich der Ruine der Stadt entgegen gestellt, die einmal seine Heimat gewesen war. Und irgendwie doch nie. Das hier war nicht sein Zanarkand. Nie gewesen. Und sein Zanarkand, das hatte es wohl auch nie gegeben. Es war nur ein Traum gewesen. Mehr nicht. Jedenfalls, wenn er dem Worten des Astra glauben konnte. Und warum sollte dieser ihn anlügen?

Sein ganzes Leben schien über ihm zusammen zu fallen. Er war nur ein Traum. Gar nicht wirklich echt. Nur dadurch, dass er irgendwie in diese Welt hier gelangen war, war er greifbar geworden. Und wenn sie [Sin] besiegten, dann würde er verschwinden. Wenn sie [Sin] für immer besiegen würden...dann würde der Traum enden und das falsche, das erträumte Zanarkand, dass nie schlief, es würde sich auflösen. Und er auch.

Sie würden nie zusammen sein. Völlig egal was passierte. Ob sie die Beschwörung ausführte und starb, oder ob sie es nicht tat. Der einzige Weg den es gäbe, wäre [Sin] nicht zu besiegen. Seinen alten Herren nicht zu erlösen, und das war kein Plan der zur Debatte stand. Tidus erhob sich aus dem Kreis, und kletterte einen Felsen hinauf. Er wollte sich ein wenig von der Gruppe entfernen, für einen Augenblick Ruhe haben. Aber Yuna kam ihm hinterher.

Seit ihrer gemeinsamen Nacht waren ein paar Wochen vergangen, und sie hatten nach wie vor kein Wort darüber verloren. Wochen. Es fühlte sich nicht nach Wochen an. Auf der einen Seite eher wie Monate, und auf der anderen fühlte es sich an als wäre es gestern gewesen weil die Erinnerungen noch immer so klar waren. Wie könnte er es jemals vergessen?

“Tidus?”, sie legte eine Hand auf seinen Rücken.

“Hm?”, er wollte nicht reden. Und vielleicht schon gar nicht mit ihr. Sie würde doch nur darüber reden, dass sie sterben würde, und das wollte er nicht hören.

“Ich...muss dir etwas sagen.”, irgendwie hatte er dabei ein ganz ungutes Gefühl.

“Schieß los.”, sagte er trotzdem, und lächelte sie an, auch wenn er sich gar nicht danach fühlte zu lächeln. Im Gegenteil, er fühlte sich danach seinem alten Herrn Recht zu geben und zu heulen.

“Ich…”, sie sah weg. Und er sah auch weg. Sie sahen in den Himmel der sich über ihnen wölbte.

“Ich...bin…” ihre Stimme hatte zu zittern begonnen und diesen Ausdruck angenommen, denn sie hatte kurz bevor sie zu Weinen begann. Sie warf sich in Tidus Arme, der dadurch zurück fast rückwärts die Klippe runter gestolpert wäre, aber er hielt sich gerade noch so.

“Ich bin schwanger.”, schniefte sie schließlich an seine Brust. Und er schob sie von sich.

“WAS? Ich dachte...Du hast gesagt…”

“Ich weiß… ich…”, jetzt brach sie völlig in Tränen aus. “Ich hab das doch nur gesagt weil ich wusste das du sonst nicht…”

“Also...hast du mich angelogen.”, es machte keinen Sinn. Es passte nicht zu ihr. Yuna log nicht. Und vor allem nicht, wenn es um so etwas wichtiges ging.

“Du hast mich angelogen und riskiert, dass es passiert. Dass du...dass du unser Kind mit in den Tod reißt.”, seine Stimme war lauter geworden. Und in ihm baute sich Wut auf. Lügen, das war etwas, was Jekkt immer zu getan hatte. Ausreden gesucht, um andere das tun zu lassen was er von ihnen wollte.

“Und du glaubst doch selbst nicht, dass du mich retten kannst. Du hast versprochen einen Weg zu finden und glaubst selbst nicht daran, du hast mich genau so angelogen.”, sie weinte immer schlimmer, und trat noch einen Schritt von ihm zurück. Selbst Seymour hatte einfach gesagt, was er vorgehabt hatte. Aber Tidus lebte doch nur in seiner Traumwelt, und wusste ganz genau dass es unmöglich war.

“Immerhin habe ich nicht riskiert noch ein Leben mehr zu opfern. Ein völlig unschuldiges, dass selbst keine andere Entscheidung treffen kann!”, Er drückte sich an ihr vorbei, kletterte noch Höher und begann auf dem Felsen stehend seinen Frust in die Welt hinaus zu brüllen. Aber so viel Frust, Wut und furchtbare Angst wie in ihm schlummerte, konnte er nicht raus brüllen.

Wie konnte das überhaupt möglich sein? Wie konnte es passieren? Er war doch nur...Ein Traum. Wie konnte ein Traum ein Kind zeugen? Würde es sich auflösen? So wie er es tun würde, wenn sie doch einen anderen Weg fanden? Denn Yuna hatte unrecht. Er glaubte immer noch… Er hatte nur furchtbare Angst, dass es anders laufen würde.

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Sie behandelten sich nicht anders als sonst. Jedenfalls bemühten sich sich darum. Sie wollten den Schein wahren. Damit auch ja niemand etwas mitbekam, aber es war zwecklos. Natürlich merkten die anderen, dass sich etwas zwischen ihnen verändert hatte. Dass ihre Augen nicht mehr glänzten, wenn sie miteinander sprachen, sondern dass sie sich nur noch ab und an böse Blicke zuwerfen.

Sie sahen sich nicht mehr in die Augen. Und Tidus wollte Yuna zwar immer noch retten, aber irgendwie schien sich der Grund dafür verändert zu haben.

Schließlich besiegten sie die erste Hoffnung Spiras, und schienen damit die letzte zum erlöschen zu bringen.

Aber Tidus sah es anders. Yuna hatte Hoffnung in sich...die Hoffnung ohne Opfer Spira retten zu können. Sie hatte die Hoffnung die Spirale des Todes zu durchbrechen. Sie glaubte endlich selbst daran. Ob es wegen dem Kind war, welches in ihr heran wuchs? Ob es vielleicht einfach so hätte sein müssen? So passieren müssen, damit sie glaubte? Damit sie es auch wirklich endlich selbst wollte? Hier in Spira schien so einiges zu passieren, einfach weil es passieren musste. Vielleicht war diese Sache eines davon.

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“Nein! Bitte...bitte… Bleib...bleib bei mir. Wie soll ich denn ohne dich…”

“Du schaffst das. Du hast Spria den Frieden gebracht. Du hast das größte aller Leiden beendet, das 1.000 Jahre über allen gelastet hast. Du hast deine ganze Welt gerettet und befreit. Da wird das doch die kleinste herausforderung.”, er versuchte zu lächeln, während er sich bereits auflöste.

Als ob er gehen wollte.

Als ob er die Macht hatte, darüber zu entscheiden.

Aber er war nun einmal nicht mehr, als ein Traum. Um so mehr hämmerte die Frage, wie um alles in der Welt ihre Schwangerschaft überhaupt möglich war.

Aber sie würde es schaffen. Sie würde ihr Kind zur Welt bringen, und es zu einem wundervollen Menschen erziehen. Einem Menschen, der nicht in Angst leben musste. Einem der Ruhig schlafen könnte. Ihr Kind würde in einer Welt ohne [Sin] aufwachsen. Und sie hätte für immer etwas von ihm.

Auron kam zu ihnen.

“Du hast es wirklich geschafft. Dein Vater hat recht behalten. Hätte ich nicht gedacht.”, eigentlich hatte er es doch sehr wohl gedacht - sonst hätte er ihn doch nicht hier her geholt.

“Und du hast ganz nebenbei noch deine Spuren in Yunas Herzen hinterlassen… Und in ihrem Unterleib.”, Auron lachte. Und sowohl Tidus als auch Yuna stellten sich zwei Fragen. Woher er das wusste, und was daran lustig war.

“Passt du für mich auf sie auf?”, fragte Tidus stattdessen. Aber Auron schüttelte den Kopf. “Nein. Ich werde ins Abyssum gehen. Dorthin, wo ich hingehöre. Meine Aufgabe ist erfüllt. Ich kann endlich los lassen. Aber sie wird es schaffen. Außerdem hat sie Wakka, Lulu und Kimahri.”, Yuna rollten noch immer die Tränen, und sie war wie erstarrt. Auch Auron würde gehen.

Sie hatte geglaubt, wenn sie den Zirkel durchbrach würde niemand sterben müssen, und sie würde niemanden verlieren. Aber stattdessen verlor sie jetzt zwei liebgewonnene Freunde, und musste trotzdem stark bleiben. Weil sie sein Baby in sich trug.

“Sag mal, Auron, wie’sn das überhaupt möglich? Ich meine, wie konnte ich...Spuren hinterlassen? Wenn ich nur ein Traum bin?”

“[Sin] hat dich zu einem Teil dieser Welt werden lassen. Vielleicht wollte dein alter Herr einfach Enkelkinder.”, Auron zuckte mit den Schultern. Natürlich war das nicht die Antwort. Aber die wahre Antwort wäre einfach gewesen, dass er selbst keine Ahnung hatte.


Tidus löste sich auf, und ließ Yuna allein. Nicht allein. Sie würde eine ganze weile nicht mehr allein sein. Aber er verschwand für immer aus ihrem Leben… alles was von ihm blieb, war das gemeinsame Kind, dass sie unter ihrem Herzen trug.
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