In einem anderen Leben...

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Clarke Griffin Lexa
10.06.2019
10.05.2020
39
80.325
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07.07.2019 2.263
 
„Schön das du wieder da bist, Clarke“ sagte Leyla als ich mich umsah und erleichtert feststellte das ich alleine in meine Trance zurück gefunden hatte. „Es tut mir leid das ich einfach gegangen bin, Leyla.“ Leyla kam mit strengem Blick auf mich zu „Du bist Wanheda, du entschuldigst dich niemals. Nach dem Ritual heute Abend trägst du die Verantwortung und triffst alle Entscheidungen. Du darfst niemals Schwäche zeigen, sie würden es gegen dich verwenden um die Macht an sich zu reißen.“ Mir brannte eine Frage auf der Seele „Was ist wenn ich das nicht will? Was ist wenn ich nicht Wanheda werden möchte?“ Sie sah mich an als wäre ich verrückt. „Es ist deine Bestimmung, du hast keine Wahl. Du wirst über mehr Macht verfügen als du dir jemals vorstellen konntest. Wer sollte das nicht wollen?“
„Entschuldige meine Frage Leyla, natürlich wünscht sich das jeder. Aber gab es jemals jemanden der nicht Wanheda werden wollte?“
„Nein, eine Heda erkämpft sich den Platz, doch wir hatten noch nie eine Wanheda. Du bist die Erste und das macht dich so besonders.“ Ich hörte ihr zu doch meine Gedanken schweiften ab. Während unserer Unterhaltung lief ich durch den Raum und blieb am Fenster stehen. Es standen viele Frauen unten im Hof, nur eine stand ein wenig abseits der Gruppe, Lexa. Eine Frau mit dunklen Haaren näherte sich ihr und umarmte sie. Lexa drehte sich ruckartig um und gestikulierte etwas zu dieser Frau. Es sah aus als würden sie sich streiten. Leyla folgte meinem Blick, ebenso wie viele andere Frauen die in der Nähe von Lexa und der Fremden standen. „Die können sich mal wieder nicht benehmen.“ sagte sie und stellte ihre Abscheu offen zur Schau. „Wer ist das da unten Leyla?“ „ Niemand der wichtig für dich ist, das ist nur Costia, Lexas Gespielin. Wenn man den Gerüchten glauben mag.“ sagte sie und ging zurück in den Raum.
Ich starrte die beiden an, bis ich bemerkte das sich alles um mich herum zu drehen begann. Meine Augen schließend wurde alles schwarz um mich. Es fühlte sich an wie ein Zog bis ich wieder den Mond betrachtete.

„Na zurück gefunden?“ sagte jemand hinter mir. Ich erschrak bei den Worten und blickte über meine Schulter. Lexa hatte mir eine Decke über die Schultern gelegt, stand jedoch einige Schritte von mir entfernt. „Ich habe nur nachgedacht. Hast du alles geregelt?“ antwortete ich kühl, um die Wahrheit zu verbergen. Sie bewegte sich auf mich zu und trat direkt vor mich. Als ich zu ihr hoch blickte, kniete sie sich vor mich hin und sah mir in die Augen. Wenn ich diesen Blick sah, fing mein Herz an sich zu beschleunigen. Sie sagte nichts sah mich einfach nur an, Ihre Lippen waren leicht geöffnet und ihr Blick voller Hoffnung.

Die Decke rutschte mir über die Schulter, sie griff nach ihr und zog sie wieder hoch. Dabei kamen sich unsere Lippen so nah, das ich alles vergessen könnte was heute geschehen war.  In diesem Moment gab es nur uns, ich sah sie in meiner Erinnerung wie sie das erste mal vor mir stand und begann schneller zu atmen. Ich griff in ihren Nacken und schloss die Lücke zwischen uns. Unsere Lippen trafen sich und verschlangen sich hungrig. Ich öffnete meinen Mund und ließ ihre Zunge herein, sie begann meine zu massieren und zog mich an der Taille weiter zu sich heran. Unsere Körper berührten sich als wäre es nie anders gewesen, schwer nach Luft ringend lösten wir uns von einander. Sie sah mich weiterhin an und schenkte mir ein kleines lächeln. „Du weißt das es gefährlich ist, alleine in Trance zu gehen oder?“ Mein Blick verriet ihr das ich dort war, doch sie fragte nicht weiter. Sie stand auf und reichte mir ihre Hand „Raven und Anja haben drinnen eine Flasche Wein geöffnet. Kommst du mit zu uns?“ „Ich dachte ihr seit alle beschäftigt und wollte nicht stören.“
„Wir haben alles unter Kontrolle, mach dir keine Sorgen.“ Ich nickte und griff nach ihrer Hand, sie führte mich zum Haus zurück und hielt mir die Tür auf. Als wir bei Raven und Anja ankamen löste sich Lexa von mir und setzte sich auf einen der Stühle die am Tisch standen. „Clarke! Da bist du ja wieder, alles in Ordnung mit dir?“ fragte mich Raven eindeutig beschwipst. „Ja alles in Ordnung,  bekomme ich auch ein Glas?“
„Ja sicher, je mehr von uns desto besser.“
Es war ein sehr entspannter Abend, wir sprachen über die Uni und unsere Kurse, lachten ausgelassen und sangen die Texte der Musik mit, die wir nebenher hörten. Zumindest Raven und ich. Lexa beobachtete uns dabei und Anja gab weiterhin zynische Bemerkungen in meine Richtung von sich. Raven stand plötzlich auf und wollte zu ihrem Lieblingssong mittanzen. Der Song hieß „That´s my girl“ von Fifth Harmony. Sie stand vor mir und wollte unbedingt das ich mittanzte. Ich lies mich nicht zweimal bitten. Ich sog den Beat ein und begann mich rhythmisch zu bewegen. Meine Hüften kreisten zum Tackt des Liedes und ich blickte immer wieder zu Lexa, deren Blicke mir folgten. Ich gab mich der Musik und dem Wein hin, um alles um mich herum zu vergessen. Ich wollte für diesen Moment die Freiheit genießen, keine Gedanken, keine Ängste nur das wissen das sie mich beobachtet und in ihren Gedanken bei mir war.  Ich sah zu Ihr über meine Schulter, doch sie war nicht mehr da. Ich sah mich um, auch von  Anja fehlte jede Spur, Raven wurde auf mich aufmerksam und drehte die Musik leiser. „Ich sollte mich hinlegen, in ein paar Stunden bin ich mit der Wache dran.“ verabschiedete sich Raven. Indra lief an mir vorbei, reagierte jedoch gar nicht auf mich. Sie sprach nur mit mir, wenn es unbedingt nötig war, ansonsten hielt sie Abstand zu mir. Ich nahm die Flasche Wein und mein Glas in die Hand und begab mich in ein Zimmer. Da ich vorhatte übermorgen wieder arbeiten zu gehen, erschien es mir logisch endlich die Arbeiten meiner Kurse durch zu gehen. Es war bereits weit nach Mitternacht als ich mit dem ersten Stapel Arbeiten fertig war und vom Tisch aufsah. Durch meine Fenster konnte ich Lexa in ihrem Zimmer erkennen, sie saß im Schneidersitz auf dem Balkon im Mondschein und hatte die Augen geschlossen. Ich beobachtete sie eine Weile doch sie bewegte sich nicht. Ich verstand jetzt woher sie wusste das ich mich vorhin in Trance befunden hatte. Sie bewegte sich die ganze Zeit keinen Millimeter. Ich riss meinen Blick los und  sortierte meine Unterlagen, doch sie war in meinen Gedanken.  Immer wieder sah ich zu ihr rüber, Anjas Worte kamen mir ins Gedächtnis. Sie hatte Angst gehabt das Lexa sich in der Trance verlieren würde, bei wem sie sich gerade aufhielt? Mein Kopf schrie ich sollte mich heraus halten, also schaltete ich die Lichter aus und ging in die Richtung meines Bettes. Ich legte mich hin und schloss die Augen, einige Sekunden später stieg ich aus dem Bett und machte mich auf den Weg zur Tür. Als ich am Fenster vorbei kam, blieb ich verunsichert stehen. Anja stand vor Lexa die sich immer noch nicht bewegte. Anja beugte sich zu ihr runter und streichelte ihre Wange, mein Magen zog sich bei dieser Geste zusammen. Was tat sie da? Ich spürte reine Wut in mir hochsteigen und setzte mich in Bewegung. Ich riss Lexas Tür auf und brüllte Anja an. „Was machst du da?“ Anja erschrak und stellte sich aufrecht hin. „Ich sehe nach ob es ihr gut geht.“ „Das sah eben aber anders aus,  geh weg von ihr.“ Sie hob beide Hände und trat von ihr weg. „Falls du vor hast, ihr in die Trance zu folgen tu dir keinen Zwang an. Denke nur immer daran das es dir vielleicht nicht gefällt was du siehst. Ich würde dir ja zeigen wie es geht aber unsere Hilfsmittel brauchst du ja nicht. Es muss traumhaft sein soviel Magie zu haben, das man sie aus dem Nichts erschaffen kann.“ Anja hob eine Hand in meine Richtung, drehte sich dann um und verließ mit eisigem Blick das Zimmer. Das war der erste Moment in dem sie mir unheimlich war. Ich rannte zur Tür und schloss sie von innen ab.

Lexa hatte von all dem nichts mitbekommen. Anja war mir gegenüber noch nie so boshaft gewesen. Ihre Worte waren eiskalt, als würde ich ihr alles nehmen was ihr gehörte. Ich dachte sie wollte unbedingt diese Bürde los werden... Ich versuchte diese Gedanken beiseite zu schieben. „Lexa?, Hey Lexa kannst du mich hören?“ wie erwartet reagierte sie nicht. Ich atmete tief durch und setzte mich vor sie in den Schneidersitz und starrte sie an. Mir war nicht ganz wohl, einfach so in ihre Gedanken einzudringen. In der Zeit in der ich sie dabei beobachtete begann sie zu schwitzen, vielleicht war es doch zu lange für sie. Meine Sorge trieb mich an, ich schloss meine Augen und nahm ihre Hände.  Es dauerte nur einige Sekunden, dann hatte ich sie gefunden. Sie stand am Rande einer Klippe und sah aufs Meer hinaus. Ich sah mich um, doch außer ihr war niemand zu sehen nur die imposanten Berge lagen hinter uns. Ich trat näher an sie heran und umarmte sie von hinten. „Endlich bist du da, ich habe so lange auf dich gewartet.“ sagte sie und lehnte sich gegen mich. Ich saugte diese Zweisamkeit in mich auf und schloss kurz die Augen.  „Was ist das hier Lexa?“  „ Du erinnerst dich nicht? Diesen Ort hast du geschaffen, es ist unser geheimer Platz. An diesem Ort konnten wir all die Jahre zusammen sein. Nachdem ich dich verloren hatte, hat dein Geist mich hier her geführt. All diese Jahre waren wir hier zusammen bis du eines Tages verschwunden warst, da wusste ich das es für dich an der Zeit war in die Realität zurückkehren. Ich habe diesen Ort nie vergessen und komme jede Nacht hier her und warte auf dich, bis du endlich wieder da bist.“
„ Du weißt aber schon das ich keine 10 Meter von deinem Zimmer entfernt bin?“ sagte ich lächelnd. Sie drehte sich in meinen Armen um, ich wollte mich lösen und von der Klippe weg gehen doch sie hielt mich fest. „ Das ist mir klar, aber wir sind nie alleine, immer stehen wir unter Beobachtung. Das hier ist der einzige Ort, wo niemand außer uns hin kann, nur hier bist du absolut sicher.“ Ich sah mich um, es war ein friedlicher Ort. Ich verstand warum sie hier nicht weg wollte. Mir kam ins Gedächtnis, warum ich hier war. „Lexa meinst du nicht es wird Zeit zurück zu gehen? Du bist schon einige Stunden hier.“ sie begann zu lächeln „ Wenn ich eine Nacht keinen Schlaf bekomme ist das nicht weiter schlimm.“
„Achso… Und was ist mit mir, ich sitze bei dir in deinem Zimmer du hast mich hier her gebracht.“ sie sah mich verwirrt an. „Hat Anja dir geholfen?“ „Nein, warum sollte sie? Es war ganz einfach.“ „Du bist noch viel stärker geworden, wenn du das einfach so schaffst.“ ihre Augen wurden immer größer. Diese mich anziehenden grünen Augen, zogen mich in einen Bann dem ich nicht entfliehen konnte. „Lass uns gehen! Komm mit mir zurück Lexa.“
„Ich kann nicht, ich habe Angst vor deiner Entscheidung! Ich mache mir Sorgen über das was kommen könnte!“ „Wir haben noch diese Woche, ich hatte erstmal nur vor, ab morgen wieder arbeiten zu gehen.“ „Du kannst nicht arbeiten gehen! Blake ist an der Uni, er ist ein Hexenmeister“ ihr Blick wurde ernst. „Du hast gesagt es herrscht Frieden, warum sollte Wanheda dann nicht arbeiten gehen?“ „Bitte nenn dich nicht so, Clarke. Ich werde dich morgen auf Arbeit begleiten, dann bin ich ein wenig ruhiger.“  Ich nickte ihr zustimmend zu und lächelte sie an.  Wir schlossen die Augen und wachten dann in Lexas Zimmer wieder auf. Ihre Uhr zeigte uns, das es bereits halb vier morgens war. „Ich geh dann mal rüber, wir sehen uns in ein paar Stunden.“ verabschiedete ich mich . Sie griff nach meiner Hand und drückte sie so fest das es schmerzte. „Geh nicht Clarke. Bitte bleib heute Nacht bei mir.“ Ihr Blick war flehend, ich nickte zustimmend und sah an mir hinunter. Ich trug immer noch das Kleid es wird zwar nicht sehr bequem aber es wird gehen dachte ich. In dem Moment brachte mir Lexa ein Oberteil. Ihre Fürsorge lies mich schmunzeln, ich drehte mich um und hob meine Haare hoch, sie verstand sofort und machte mir den Reißverschluss des Kleides auf. Ich schälte mich aus dem Kleid und warf mir das dunkle Shirt von Lexa über. Es reichte fast an die Knie und bedeckte oben nur eine Schulter. Sie selbst trug ein Top und eine kurze Hose. Wie aus Gewohnheit gingen wir zusammen ins Bett und lagen neben einander. Lexa schaltete das Licht aus, keiner von uns bewegte sich wir lagen einfach nur da. Ich konnte Lexas Herz schlagen hören, meine Gefühle übermannten mich. Ich drehte mich zu ihr um und sah sie an, ich konnte ihre Konturen sehen und wie sie die Decke anstarrte. Lexa hatte mir eine einzelne Bettdecke hingelegt, doch ich legte sie beiseite, nahm all meinen Mut zusammen und hob ihre Decke an um mich in Lexas Arme zu legen. Sie spannte sich an, ich konnte hören wie ihr Herz immer schneller wurde. Sie zog mich näher an sich heran und entspannte sich merklich. „Danke!“ murmelte sie in meine Haare und küsste meine Stirn. Ich verlor mich in ihrem Geruch und ihrem rhythmisch schlagenden Herzen, so schlief ich ein und hoffte nie wieder aufzuwachen.
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