Spiel der schwarzen Magie

von clara97
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
Albus Dumbledore Gellert Grindelwald Newt Scamander Porpentina "Tina" Goldstein Queenie Goldstein Theseus Scamander
10.06.2019
13.11.2019
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Tinas Kopf tauchte hinter dem Tagespropheten auf. Ihre Wangen waren gerötet. Newt hielt inne und ließ einen weiteren Löffel mit Haferbrei sinken. Fragend schaute er sie an.

„Wieso muss dein Bruder nur schon wieder arbeiten? Sollte er nicht hier sein, damit ihr euch gegenseitig unterstützen könnt?“, platzte es aus ihr hervor.

„Es ist mein Bruder, er kann offenbar besser – damit umgehen, wenn er arbeitet. Vielleicht ist es auch besser so, er ist sehr launisch geworden -!“, murmelt Newt, senkte den Kopf und fing wieder an Haferbrei auf seinen Löffel zu bugsieren.

Sie waren auf dem Cottage, wo Newt aufgewachsen war. Ein großes Holzhaus mit Veranda und einem Gemüsegarten stand neben einem kleinen Wäldchen. Es wurde flankiert von einer riesigen Koppel mit Hippogreifen, die gemächlich die Sonne genossen. Die beiden saßen an einem langen Holztisch in der Küche. Eine Vase mit verwelkten Rosen verkümmerte seid ein paar Tagen auf diesem.

Tina musterte Newt noch einen Moment. Sein Haarschopf hing nun so, dass sie sein Gesicht nicht mehr sehen konnte. Besorgt hob sie die Zeitung wieder an und blätterte weiter. Je weiter sie blätterte, desto mehr hatte sie das Gefühl diese Zeitung würde von der Apokalypse berichten und sobald man die letzte Seite aufschlug würde diese Welt untergehen.

„Oh, dein Bruder hat eine Stellung zum Kampf gegen Grindelwald und seine Anhänger abgegeben. „Wir werden mit aller Härte und den uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Grindelwald vorgehen. Wenn es sein muss auch gegen die die uns nicht unterstützen wollen diesen Krieg zu beenden und unsere als auch die Welt der Muggel zu schützen!“ sagt dein werter Bruder unteranderem!“, informierte Tina ihn, ohne aus der Zeitung aufzusehen.

Newt gab keine Reaktion von sich. Er hatte das Gefühl unendlich allein zu sein. Theseus war hasserfüllt und verdrängte die Trauer und den Schmerz. Es gab fast nur noch die Arbeit für ihn, als wäre es vorher anders gewesen. Was er hatte waren ein Haufen von Tieren, eine Amerikanerin und vielleicht mit etwas Glück einen Vater.

Plötzlich sprang Newt auf. Die Bank, auf der er gesessen hatte, wäre beinahe umgekippt. Seine Lippen bebten und seine Augen waren Tränengefüllt. Bitter schaute er sie nur kurz an, ehe er fluchtartig zur Veranda hinausstob. Tina schaute ihm hinter her und faltete die Zeitung zusammen. Wie in Trance und zutiefst besorgt erhob sie sich und sorgte dafür das sich der Tisch abräumte. Sie würde ihm nicht nachlaufen. Zumal sie gleich eh zum Bahnhof, nach London musste, um Jacob abzuholen. Es fiel ihr schwer ihn hier allein zu lassen, wenn es nur für ein paar Minuten war.

Bevor sie jedoch noch einmal hochlaufe konnte, tauchte Theseus durch die Hintertür auf.

„Newt?“, konnte sie seine Stimme hören.

Schritte, dann trat er in die Küche.

„Hallo Tina, wo ist Newt?“, fragte er direkt.

„Draußen.“, murmelte sie. „Es geht ihm nicht besser, als wie du aussiehst!“

Theseus hob beide Augenbrauen an und wollte an ihr vorbei, um zu seinem Bruder zu gehen. Tina hatte Thes noch nie so zerstreut gesehen. Seine sonst ordentlichen Haare waren bestimmt mehrere Tage nicht gekämmt worden, ein Drei-Tage-Bart ließ sich blicken und schwarze Augenringe untermalten seine müden Augen.

„Du gehst heute nicht wieder ins Ministerium!“, knurrte sie ihn wütend an. „Sei endlich mal für deinen Bruder da, denn auch du brauchst eine Pause, oder du wirst noch zusammenbrechen!“

Theseus schnaubte und riss sich aus ihrem Griff los, dann verschwand auch er wieder nach draußen. Tina machte sich auf den Weg nach London und hoffte inständig, dass sich die beiden vertragen würden.



„Hey, Brüderchen!“, begrüßte der Auror Newt.

„Was willst du?“, schluchzte Newt, ohne aufzusehen.

Er hatte sich unter einen großen Baum gesetzt. Einst, vor etlichen Jahren, hatte ihr Vater hier eine Bank hingesetzt. Man konnte das Haus und die Koppel sehr gut beobachten und auch weit über die Wälder schauen. Theseus setzte sich neben seinen Bruder. Er merkte, und wusste auch, dass Newt nicht davon erfreut war, dass er fast nur noch arbeitete. Trotzdem erging es ihm nicht anders. Die Trauer hatte ihn zerrissen und tiefe Narben aufgerissen.

„Wie geht es dir?“, fragte er, bemüht um eine sanfte Stimme.

„Bist du aus dem Ministerium hierhergekommen, um mich zu fragen wie es mir geht?“, herrschte Newt ihn an.

„Nein, Newt, ich – ich mache mir Sorgen um dich – „

Newt schaute auf. Seine Lippen zusammengepresst und ein tränenüberströmtes Gesicht. Theseus wusste, wie schlecht er aussah, aber wie sehr sein Bruder aussah schockte ihn dann doch. Seine Lippen waren blutig, rote Augen und die gleichen schwarzen Augenringe. Der Schmerz und die Angst in seinen Augen schienen ihn fast auseinanderzunehmen.

„Du machst dir Sorgen um mich?“, fragte er ungläubig. „Du denkst nur an deine Arbeit, versuchst alles gleichzeitig zu machen und so zu tun, als ob nie etwas passiert wäre!“

„Ich habe Albträume, Newt. Ich versuche nur das Chaos was Grindelwald hinterlassen hat aufzuräumen, um ihn dann endgültig zu töten, dafür was er unserer Familie und der vieler anderen angetan hat!“

Newt stand auf, ballte die Fäuste.

„Er hätte beinahe uns drei getötet, die die ihm neben Dumbledore gefährlich werden könnten! Und ich habe genauso schlimme Albträume wie du, wenn nicht schlimmere. Denn ich wurde gefoltert!“, schrie Newt seinen Bruder an.

„Glaubst du es war schön für mich fast aufgeschlitzt zu werden, als ich nach dir gesucht habe?“, schrie Thes ihn zurück an und schubste seinen Bruder nach hinten.  „Das war deine schuld! Ohne deine Aktion wäre es nie so weit gekommen.“

Für einen Moment starrten sich die beiden wutentbrannt und schmerzerfüllt an. Die Hände zu Fäusten geballt. Dann explodierte das Fass. Beide waren zu sehr zerrissen durch den Mann, der ihre Mutter umgebracht hatte. Zumindest Newt wusste, dass dieser Mann, Grindelwald, es genauso wollte, denn so war es einfach sie zu schwächen. Newt hatte sich noch nie so gefühlt. Noch nie war er so gefühlsgetrieben gewesen seinen Schmerz und die Trauer rauszulassen.

Er holte aus und traf seinen Bruder am Auge. Thes stolperte nach hinten, fing sich wieder und sprang knurrend nach vorne. Er riss Newt von den Füßen und beide landeten auf dem Rasen. Thes auf Newt sitzend verpasste ihm einen heftigen Schlag gegen den Kiefer. Er packte ihm bei seinem Hemdkragen und holte wieder aus, traf ihn ebenfalls sein Auge. Newt stöhnte und rammte seine Faust in den Magen, sodass Thes fluchend zur Seite rutschte.

Der Magiezoologe rappelte sich auf die Beine. Ihm war schwindelig und genau wie Theseus völlig am Schwitzen. Schwer atmend stützte er sich auf seinen Beinen ab. Beide keuchten und mieden einander anzuschauen. Sie wusste, wie sehr die Geschehnisse sie auseinander treiben würden, würden sie sich nicht gegenseitig unterstützen. Genau diese kleine Schlägerei zeigte es ihnen und nur nach einiger Zeit trafen sich ihre Schuldbewussten Blicke.

„Es … es tut mir leid, Newt!“, keuchte Theseus als erster und betastete vorsichtig die Platzwunde über seinem Auge.

„Nein, es tut mir leid, Thes! Ich habe angefangen -!“

„Ich wusste gar nicht, dass du so fest zuschlagen kannst!“, unterbrach ihn Thes aufmunternd, welcher sich erhob.

Newt antwortete nicht darauf. Folgte der Einladung des gestikulierenden Armes von Thes, mit ihm zum Haus zu gehen. Bedrückt gingen die beiden nebeneinander her, bis Thes einen Arm um ihn legte und an sich drückte.

„Wir kriegen das hin, Brüderchen!“
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