Five Times Gendry Treated Arya Like a Girl

von Annerie
GeschichteDrama, Romanze / P16
Arya Stark Gendry
09.06.2019
13.06.2019
5
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4.


Gendry konnte nicht mehr zählen, wie oft Arya ihm Winterfell in all seinen Einzelheiten beschrieben hatte, aber jedes Mal erwartete er eine riesige Burg. Eine, die Schnellwasser ernsthafte Konkurrenz machte, weitläufig und uralt.
Was er nicht erwartet hatte war eine riesige, ausgebrannte Hülle aus bröckelnden Mauern, verbrannten Steinen und Trümmern soweit das Auge reichte.
Die Gesichter der Anhänger der Bruderschaft, einer Ansammlung von Nordmännern die sie aus den Zwillingen befreit hatten und ein paar Männern der Tullys waren ebenso mit Unglauben gezeichnet.
Sansas Gesicht gab keine Regung preis, aber Aryas hingegen .. Gendry hatte sie nie so verzweifelt gesehen.
Der Bolton-Bastard wurde vom Großjon gehalten, die Hände waren hinter seinem Rücken gefesselt und seine leeren Augen betrachteten sie mit versteckter Angst.
Verschiedenste Grausamkeiten wurden von den umstehenden Männern ausgerufen, um sie mit dem Bastard von Roose Bolton anzustellen, aber Arya nahm nichts davon wahr.
Technisch gesehen war Sansa Stark die Lady von Winterfell und somit oblag ihr die Entscheidung, aber Gendry war sich sicher, dass die stille Lady mit dem rotbraunen Haar kein Wort von sich geben würde, als ihre jüngere Schwester ihr Schwert von ihrer Hüfte zog.
Es handelte sich um jenes, dass Brienne getragen hatte, jenes, dass Jaime Lannister ihr geschenkt hatte.
Sie nannte es Eidwahrer, aber für Arya war es Eis. Einst war es das Großschwert von Haus Stark, bevor Tywin Lannister es nach dem Tod von Ned Stark einschmolz, das zweite gegossene Schwert immer noch am eisernen Thron verweilte. Die Klinge war viel zu groß und zu schwer für jemanden von Aryas Größe und brachte sie aus dem Gleichgewicht, aber Gendry hatte sie nie mehr ohne den valyrischen Stahl an ihrer Hüfte gesehen, seit sie es erhalten hatte.
„Einen Block!“
Einer der Mormonts brachte einen herbei und der Großjon drückte Ramsay Bolton auf die Knie.
Tausende von Männern waren auf dem Platz versammelt, aber als Arya mit dem Schwert in der Hand vortrat herrschte nichts als Stille.
Dort stand sie nun, neben dem Mann, der ihr Volk vernichtet hatte, ihre Heimat in Asche legte, dessen Vater ihren Bruder auf grausamste Weise ermordete und danach schändete und schließlich den Titel ihres Vaters als sein eigen beanspruchte.
Gendry hatte sich noch nie vor Arya gefürchtet. Selbst dann nicht, als sie mehr Männern im Kampf mit ihrer Klinge das Leben nahm, als jene Soldaten die an ihrer Seite kämpften, kalt und distanziert.
Aber jetzt war sie geleitet von blanker Wut, wie ein wahrer Wolf, und Gendry fragte sich, wie viel Arya hinter ihrer Fassade versteckte.
„Im Namen Robb Starks, dem ermordeten König des Nordens, im Namen Eddard Starks, ermordete Hand des Königs, im Namen Brandon und Rickon Starks, ermordete Prinzen von Winterfell, im Namen Catelyn Starks, ermordete Mutter des Königs, im Namen Sansas aus dem Hause Stark, Königin des Nordens, verurteile ich, Arya aus dem Hause Stark, dich zum Tode.“
Der Bastard versuchte zu entkommen, aber Aryas Klinge war zu schnell, zu präzise als sie seinen Kopf von seinen Schultern trennte.
Warmes Blut ließ den Schnee schmelzen, als es hinunterfloss, aber Gendry achtete nicht darauf. Sein Blick lag auf Arya, deren Hände zu zittern begonnen hatten.
Befehle wurden gerufen und Gendry verlor seine Freundin aus den Augen, als sie zwischen den unzähligen Männern verschwand, während er dabei half, die Vorräte innerhalb der Mauern Winterfells zu bringen.
Stundenlang konnte er keinen Blick mehr auf sie erhaschen, als er dabei war die Fenster zu verschließen um die Kälte auszusperren und die Burg gegen den Winter und die Feinde rüstete.
Es war purer Zufall, dass er Aryas Zopf in die Tiefe verschwinden sah und, obwohl er wusste, dass es ihm harte Worte von Thoros und Tom einbringen würde, folgte Gendry ihr.


Die vorherrschende Kälte in der Krypta ließ Gendrys Knochen schmerzen und außer dem schwachen Flackern von Aryas Fackel konnte er in der Dunkelheit nichts erkennen.
Als er sie schließlich erreichte, kniete sie vor einer Steinstatue am Boden, das blutüberzogene Schwert vor sich auf den Boden gelegt. Als Gendry seinen Blick hob und in das Gesicht dieser blickte, erkannte er, dass es sich um die Krypta von Ned Stark handeln musste.
Bei dem Geräusch seiner Schritte ruckte Aryas Kopf zu ihm herum, bereit sich zu verteidigen, aber als sie ihn erkannte, verließ ein schmerzvolles Geräusch ihre Lippen.
Gendry war fassungslos, als sie begann zu schluchzen. Ein gebrochenes, verzweifeltes Geräusch von dem er sich niemals hatte vorstellen können, dass es von Arya Stark stammte.


Er hatte nicht viel Übung darin Frauen zu trösten – die einzigen Frauen mit denen er jemals Zeit verbracht hatte waren Jeyne, die keine Zeit für Tränen hatte, und Brienne, die niemals ein Wort sprach, wenn sie nicht aufgefordert wurde.
Gendry ließ sich neben ihr auf den kalten Steinboden sinken und zog sie fest in seine Arme. Arya drückte ihr Gesicht an seine Brust und ihre heißen Tränen durchnässten sein Hemd, während sie zitternd von der tiefen Trauer langsam die Kraft verließ.
„Ich konnte es nicht aufhalten“, weinte sie, als Gendry ihr Haar streichelte, sie schließlich auf seinen Schoß zog und instinktiv hin und her wiegte.
„Ich habe es versucht, aber Yoren hat mich gepackt und festgehalten, alles ging so schnell. Sie alle - sie nannten ihn einen Verräter und noch schlimmere Namen, aber er war der ehrenwerteste Mann in den sieben Königslanden!“
„Ich weiß, Arya. Jeder wird es wissen. Wir werden es ihnen sagen“, versicherte er ihr.
„Und Robb und Mutter. Sie haben ihm den Kopf abgeschnitten und Grauwinds auf seine Schultern genäht.“ Arya wurde hysterischer, was Gendry dazu veranlasste sie fester an sich zu ziehen.
„Er war freundlich und ehrlich, und sie haben ihn so gedemütigt.“
„Und wir haben die Zwillinge eingenommen“, erinnerte Gendry sie, als Arya nach Luft schnappte.„Wir werden sie vom Angesicht dieser Welt auslöschen.“
„Bran… Rickon…“, stammelte Arya, der Rest ihrer Worte unverständlich, als Gendry sie schließlich zum Schweigen brachte und seine Lippen auf ihre fiebrige Stirn presste, sie fest an sich gedrückt hielt, bis das Zittern nachließ.
Er fragte sich, ob Arya jemals geweint hatte. Ob sie jemals um ihre Familie und das Leben, dass die Lannisters ihr genommen hatten, getrauert hatte.
„Es ist nicht übrig geblieben“, murmelte sie schließlich, klang verlorener, als Gendry sie jemals gehört hatte.
Du bist geblieben.“  Er legte zwei Finger unter ihr Kinn und hob es sanft an, sodass er in ihre wässrigen Augen blicken konnte.
„Du und Sansa und Jon Schnee, richtig? Wir werden Winterfell wieder aufbauen, und wenn wir die Lannisters besiegen und das zweite Schwert zurückbekommen, dann schmiede ich Eis neu. Haus Stark wird wieder auferstehen.“
In ihrem Gesicht lag etwas zerbrechliches, eine Mischung aus Hoffnung und Angst. Gendry erkannte, dass sie kaum älter war als zehn-und-fünf, noch so jung und schon so viel hatte erleben müssen, so viel Schmerz der ihrem Herzen hinzugefügt worden war.
„Du bleibst?“
Er grinste sie halbherzig an. „So lange, wie Mylady mich haben möchte.“
Anders, als in den anderen Situationen als Gendry sie bei diesem, für sie fürchterlichen Titel nannte, schlug oder beleidigte sie ihn nicht. Stattdessen lehnte sie ihre Stirn an seine Brust und schlang ihre Arme um seine Taille.
„Bitte, verlass mich nicht.“
Gendry war sich sicher, dass es Arya mehr Überwindung kostete, als er sich vorstellen konnte, ihm diese Worte zu sagen.

Natürlich waren sie unnötig. Er würde nicht zulassen, sie noch einmal zu verlieren.
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