Die Darcys auf Pemberley, Teil XXX

von Bihi
GeschichteRomanze, Familie / P16
Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Georgiana Darcy Mr. Bennet OC (Own Character)
09.06.2019
13.09.2019
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Zur etwas ungewohnten Zeit, nämlich am 14. Oktober, trafen sich abends die Bingleys, Malcolms und Stanfolks bei den Darcys auf Pemberley, um am nächsten Morgen nach Leicestershire aufzubrechen.
Sie kamen am Nachmittag an ihrem Ziel an und wurden freudig begrüßt. Der Gutsherr war wirklich froh, dass alle seiner Einladung gefolgt waren. Noch vor dem Tee kamen die Leute aus dem Süden und kurz vor dem Abendessen kamen auch Edmund, Jane und die Kinder an.
Joany und Charles hatten so immer wieder Gelegenheit, die kleine Marianne, das Übungsbaby, vorzustellen. Die Countess fragte schließlich: „Warum sagt ihr immer 'Übungsbaby'?“
„Oma! Papa und Mama müssen doch noch viel üben! Da haben wir die Marianne schon so lange, und sie wissen immer noch nicht, wie man die Lautstärke runterdreht. Das stört nachts wirklich!“
Gigi fragte vergnügt: „Wie kommt ihr darauf, dass man die Lautstärke runterdrehen kann?“
Charles sah sie verständnislos an: „Ja, weißt Du das nicht? Wenn man eine Petroleumlampe hat, dreht man den Docht hoch für mehr Licht und runter für wenig Licht. Das geht bei laut und leise doch bestimmt auch, oder? Das haben Mama und Papa nur noch nicht gemerkt. Du bist doch die, die immer bastelt, ne? Kannst Du dann nicht Mama und Papa helfen?“
„Charles, wo ist denn bei Dir der Drehknopf für laut und leise?“
„Gigi, ich brauch das nicht. Ich bin doch ein Junge!“
„Hat Joany denn einen?“
„Ich glaub, nicht. Joany, hast Du einen?“
„Nöö, wozu denn? Wenn Mama oder Papa sagen, ich soll still sein, bin ich das ganz ohne Knopf, meistens jedenfalls, na, wenigstens ein bisschen leiser, aber ganz ohne Knopf.“
Annie fragte nun: „Wenn ihr hinfallt, ganz doll, und ihr könnt nicht aufstehen, weil das Bein so wehtut. Was macht ihr dann?“
„Wir rufen und brüllen, bis Mama oder Papa kommen und uns helfen!“
„Ein Baby kann noch nicht sagen, ob es Hunger hat oder eine nasse Windel oder einfach nur Langeweile. Darum brüllt es, damit Mama und Papa schnell kommen und raten, wie sie helfen können. Wenn man die Lautstärke verstellen könnte, und sie brauchen was und niemand hört sie – “
„ – dann wär das aber ganz schön gemein. Nee, dann lieber immer nur eine Lautstärke, auch nachts.“
Immerhin war diese Erklärung so einleuchtend, dass die letzten Gäste nicht mehr zu hören bekamen, dass das nur ein Übungsbaby sei.

Nach dem Essen unterhielten sich die Erwachsenen darüber, wie findig die Kleinen schon waren. Sie amüsierten sich auch darüber, dass Charles offenbar der Meinung war, dass so eine Komfortausstattung eines Babys nur bei Mädchen notwendig sei.
Jane grinste nur: „Francis, Tom und Schosch sind zwar keine Mädchen, bei denen wäre es mitunter aber wirklich hilfreich gewesen!“
George fiel lachend ein: „Und den Trick mit dem Üben werden wir vorsichtshalber nicht verraten. Ich weiß nicht, wie gut die beiden unseren Arbeitsanweisungen folgen würden!“
„Für die Taufe käme diese Anregung jetzt doch sowieso zu spät.“

Zur Taufe wurde nun endlich William jr.s Wunsch erfüllt: Gigi war die Patin. Pate war einer der Großbauern im Dorf. Es war derjenige, mit dem William sich von Anfang an am besten verstanden hatte. Es war natürlich kein Fehler, dass er nicht nur der reichste Großbauer war, sondern auch noch die Frau zur Gattin hatte, die nicht der Klatschsucht verfallen war. Sie hatte sich schnell mit der neuen Gutsherrin angefreundet und damit dafür gesorgt, dass der Klatsch um den Aufstieg der Nanny gar nicht erst begann.
Die Kirche war wieder bis auf den letzten Stehplatz besetzt und das Taufessen war fast so üppig wie das Hochzeitsmahl. Eine der Frauen im Dorf wunderte sich darüber. Joany hörte das und fragte daraufhin ihren Papa, warum das denn so erstaunlich sei. Der erklärte daraufhin jener Frau, dass er bei großer Freude einfach nicht anders könne als ein großes Fest zu feiern. Joany und Charles liefen daraufhin stolz wieder zu den anderen Kindern. Papa hatte ihre Taufen sicher ebenso schön gefeiert, weil er sie doch auch so liebte und sich freute, sie zu haben.
Alma sah ihrem Patenkind nachdenklich nach. Ein Glück, dass so ganz kleine Kinder noch nicht viel von der Umwelt mitbekamen. So konnte auch sie sich in Liebe geborgen fühlen. Das Gefühl hatte sie ja schon von Anfang an von ihrem Vater und, statt von der Mutter, von Hildegard im Überfluss bekommen. So unbefangen, wie die beiden großen Kinder mit der Situation umgingen, war das ganz offenbar auch jetzt noch so.
Es wurde noch lange gefeiert. Die Kinder durften in der Dämmerung auf der Tenne weiterspielen. Sie freuten sich über die tolle Beleuchtung dazu: An jedem zweiten Sparren war eine Laterne aufgehängt worden. Die Dorfkinder sahen ein, dass es zur Taufe offenbar weder einen Erwachsenen- noch einen Kinderball gab. Aber bei Festbeleuchtung spielen war doch auch eine wunderbare Abwechslung.

Am nächsten Morgen gönnte man sich ein langsames Einstellen auf den Tag mit gemütlichen Unterhaltungen. Allerdings hatten die Damen dabei ein Auge darauf, dass der jungen Mutter alle erdenklichen Hilfestellungen gegeben wurden. Diese fand das sehr angenehm. Sicher, in einem engeren Rahmen hatte man das auch für die vorherige Mrs. Fitzwilliam getan, aber jetzt kam es ihr so vor, als ob sämtliche Gäste daran beteiligt waren. Sie freute sich nicht nur über die Hilfe an sich, sondern auch über die Anerkennung, die damit ausgedrückt wurde.
Nach einem Nuncheon brachen alle Gäste wieder auf. Sie würden zu unterschiedlichen Zeiten wieder Zuhause ankommen, aber das war in Ordnung. Alle würden am nächsten Tag ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

Für Gigi bestand die 'Arbeit' in einem Brief an Arthur. Er hatte um einen Bericht gebeten. Sie war sich sicher, dass er die Idee eines Schaltknopfes zur Regulierung der Lautstärke eines Babys sehr lustig finden würde.
Dem war wirklich so. Als er diese Stelle im Schlafraum vorlas, gab es allgemeines Gelächter. Alle mit einschlägigen Erfahrungen mit Babys beauftragten Arthur, diesen beiden leidgeplagten großen Geschwistern zu beteuern, dass Babys verhältnismäßig schnell verschiedene Lautstärken lernten. Arthur schrieb also einen Brief an Joany und Charles in Druckschrift und erbat sich von Gigi die Adresse, damit der Brief Joany direkt zugestellt werden konnte.
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